00:00:01
Hallo, ihr Lieben.00:00:03
00:00:03
Wir möchten unser Programm gerne
mit einem Musikvideo beginnen.00:00:07
00:00:08
Achtet doch beim Ansehen mal da drauf,00:00:10
00:00:10
wie glücklich es uns in der Zukunft machen wird,00:00:12
00:00:13
wenn wir heute treu bleiben.00:00:15
00:00:16
Wenn ihr ein Handy oder ein anderes
elektronisches Gerät bei euch habt,00:00:20
00:00:20
dann stellt es doch bitte so ein,00:00:22
00:00:22
dass niemand dadurch gestört wird.00:00:24
00:00:24
Und jetzt viel Freude beim Video.00:00:27
00:10:49
Herzlich willkommen zu diesem Teil
des Kongresses „Freut euch immer“.00:10:54
00:10:54
Wir beginnen jetzt mit dem
Programm für Sonntagvormittag.00:10:57
00:10:59
Das Tagesmotto ist
entnommen aus Psalm 37:4.00:11:03
00:11:03
Dort steht:00:11:04
00:11:04
„Hab größte Freude an Jehova00:11:07
00:11:07
und er wird dir deine
Herzenswünsche erfüllen.“00:11:10
00:11:13
Wir können jetzt gerne aufstehen00:11:14
00:11:14
und zusammen Lied 22 singen.00:11:17
00:11:17
Es hat den Titel:00:11:19
00:11:19
„Dein Königreich regiert – es komme!“00:11:21
00:11:22
Nach dem Lied könnt ihr
das Video kurz anhalten,00:11:24
00:11:24
um ein Gebet zu sprechen.00:11:26
00:11:26
Noch mal: Lied 22.00:11:29
00:14:11
Nehmt bitte Platz.00:14:13
00:14:13
Ist es möglich,00:14:14
00:14:14
trotz großer Herausforderungen
die Freude zu bewahren?00:14:18
00:14:19
Laut der Bibel schon.00:14:21
00:14:21
In der folgenden siebenteiligen
Vortragsreihe erfahren wir,00:14:25
00:14:25
wie Jehova uns dabei hilft.00:14:27
00:14:28
Jeder Redner kündigt den nächsten an.00:14:30
00:14:32
Den Anfang macht jetzt Bruder Kenneth Flodin,00:14:35
00:14:35
ein Helfer des Lehrkomitees.00:14:37
00:14:37
Er hält den ersten Vortrag mit dem Thema00:14:40
00:14:41
„Freude trotz … Schwierigkeiten“.00:14:44
00:14:53
Ist dir aufgefallen?00:14:54
00:14:55
Diese Vortragsreihe heißt00:14:56
00:14:56
„Freude trotz ...“.00:14:59
00:14:59
Das Wort „trotz“ bedeutet so viel wie00:15:02
00:15:02
ungeachtet einer Sache oder eines Umstands.00:15:05
00:15:05
Das heißt also,00:15:06
00:15:06
wir können uns ungeachtet
unserer Umstände freuen –00:15:10
00:15:10
sogar trotz Schwierigkeiten.00:15:12
00:15:14
Im ersten Moment klingt das
wie ein Widerspruch, oder?00:15:17
00:15:18
Freude empfinde ich normalerweise,
wenn ich Geschenke bekomme,00:15:21
00:15:21
nicht bei Schwierigkeiten.00:15:24
00:15:24
Und genau darum geht es jetzt.00:15:27
00:15:27
Wegen der Geschenke,
die wir von Jehova bekommen,00:15:30
00:15:30
können wir nämlich trotz Schwierigkeiten00:15:32
00:15:32
Freude empfinden.00:15:33
00:15:34
In dieser Vortragsreihe sprechen
wir über drei dieser Geschenke,00:15:37
00:15:37
und zwar über unsere Freundschaft zu Jehova,00:15:40
00:15:40
über unsere Glaubensbrüder00:15:42
00:15:42
und über unsere wertvolle Zukunftshoffnung.00:15:46
00:15:46
Schauen wir uns mal Römer Kapitel 500:15:48
00:15:49
die Verse 3 bis 5 gemeinsam an.00:15:51
00:15:53
Und achtet doch bitte mal darauf,
ob ihr das erste Geschenk –00:15:57
00:15:57
also die Freundschaft mit Jehova –00:15:59
00:15:59
hier in diesem Text wiederfindet.00:16:02
00:16:02
Römer 5, ab Vers 3:00:16:04
00:16:04
„Nicht nur das, sondern wir wollen uns freuen,00:16:07
00:16:07
während wir Schwierigkeiten durchmachen,00:16:09
00:16:09
da wir wissen, dass man durch
Schwierigkeiten Ausharren lernt,00:16:12
00:16:12
Ausharren aber führt zu
einem bewährten Zustand“.00:16:16
00:16:16
Vor wem bewähren wir uns denn?00:16:18
00:16:18
Na, vor Jehova!00:16:20
00:16:20
Und dann heißt es:00:16:21
00:16:21
„... der bewährte Zustand
wiederum zur Hoffnung,00:16:24
00:16:24
und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung“.00:16:26
00:16:26
Warum nicht?00:16:27
00:16:27
Wegen unserer Freundschaft
zu Jehova, denn es heißt:00:16:31
00:16:31
„ ...weil die Liebe Gottes durch den
heiligen Geist, der uns gegeben wurde,00:16:34
00:16:34
in unser Herz ausgegossen worden ist.“00:16:37
00:16:37
Wenn wir also bei Schwierigkeiten ausharren,00:16:39
00:16:39
können wir verspüren,
dass sich Jehova über uns freut.00:16:43
00:16:43
Und das wiederum hilft uns, freudig zu bleiben.00:16:46
00:16:46
Als nächstes Römer 8:38, 39.00:16:50
00:16:50
Paulus musste ja eine Schwierigkeit
nach der anderen durchmachen.00:16:53
00:16:53
Aber keine dieser Schwierigkeiten
konnte ihn von Jehova wegziehen00:16:58
00:16:58
oder ihn von seiner Liebe trennen,00:17:00
00:17:00
davon war Paulus überzeugt.00:17:02
00:17:02
Seine Freundschaft zu Jehova
war unerschütterlich.00:17:05
00:17:05
Also Römer 8:38, 39:00:17:09
00:17:09
„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod00:17:11
00:17:11
noch Leben noch Engel noch Regierungen00:17:14
00:17:14
noch Gegenwärtiges noch Zukünftiges00:17:16
00:17:17
noch Mächte noch Höhe noch Tiefe00:17:19
00:17:19
[und dann heißt es]00:17:20
00:17:20
noch irgendeine andere Schöpfung00:17:22
00:17:23
uns von Gottes Liebe trennen können,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“00:17:28
00:17:29
Unsere Freundschaft zu Jehova00:17:31
00:17:32
gibt uns also in schwierigen Zeiten Halt.00:17:35
00:17:35
Was ist Jehovas zweites Geschenk?00:17:37
00:17:37
Lesen wir 1. Petrus 5:9.00:17:40
00:17:40
Satan versucht uns nämlich mit
unseren Schwierigkeiten zu entmutigen.00:17:44
00:17:44
Aber achtet doch mal darauf, wozu Vers 9 rät,00:17:47
00:17:48
da heißt es:00:17:49
00:17:49
„Doch widersteht ihm fest im Glauben“.00:17:52
00:17:52
Wie schaffen wir das?00:17:53
00:17:54
Wir lesen weiter:00:17:55
00:17:55
„... in dem Bewusstsein, dass eure
ganze Bruderschaft in der Welt00:17:59
00:17:59
die gleiche Art Leiden
[also Schwierigkeiten] durchmacht.“00:18:03
00:18:04
Und besonders im letzten halben Jahr
konnten wir doch wirklich spüren,00:18:07
00:18:07
dass wir nicht alleine sind.00:18:09
00:18:09
Das war ganz offensichtlich.00:18:11
00:18:12
In Römer 12:12 finden wir das
dritte Geschenk von Jehova –00:18:17
00:18:17
eine Hilfe, um bei
Schwierigkeiten durchzuhalten.00:18:19
00:18:19
Römer 12:12 bringt es
wirklich deutlich auf den Punkt,00:18:23
00:18:24
dort steht: „Freut euch in der Hoffnung.“00:18:27
00:18:28
Und weiter: „Harrt in Schwierigkeiten aus.00:18:31
00:18:31
Hört nicht auf zu beten.“00:18:33
00:18:33
Unsere Freundschaft mit Jehova,00:18:35
00:18:36
unsere Glaubensbrüder00:18:37
00:18:37
und unsere Hoffnung –00:18:39
00:18:39
das alles sind Geschenke, die uns helfen,00:18:41
00:18:41
mit Schwierigkeiten
jeglicher Art fertig zu werden.00:18:45
00:18:45
Ein Beispiel:00:18:46
00:18:46
Ein Bruder ist im Gefängnis00:18:48
00:18:48
und ist vielleicht von seinen
Glaubensbrüdern abgeschnitten.00:18:51
00:18:51
Was gibt ihm Kraft?00:18:53
00:18:53
In seinem Fall wahrscheinlich
die Freundschaft zu Jehova.00:18:57
00:18:57
Vielleicht könnt ihr euch noch an das Interview00:18:58
00:18:59
mit Bruder Harold King auf
JW Broadcasting erinnern.00:19:02
00:19:02
Er saß viereinhalb Jahre lang in Einzel-
haft in einem chinesischen Gefängnis.00:19:07
00:19:07
Aber heißt das, dass er ganz allein war?00:19:09
00:19:10
So sah es für andere aus.00:19:12
00:19:12
Aber in Wirklichkeit war er nicht allein,00:19:15
00:19:15
Jehova war bei ihm.00:19:17
00:19:17
In seinem Interview
äußert er sich folgendermaßen:00:19:20
00:19:21
„Mein Verhältnis zu Jehova
war so etwas Kostbares für mich.00:19:24
00:19:24
Ich liebte ihn inniglich.00:19:26
00:19:26
Er war real, nichts Imaginäres.“00:19:29
00:19:30
Bruder King konnte also mit Freude ausharren,00:19:32
00:19:32
weil er diese enge Freundschaft
zu Jehova entwickelt hatte.00:19:36
00:19:38
Noch ein Beispiel:00:19:40
00:19:40
Ein Bruder oder eine Schwester
ist niedergeschlagen00:19:42
00:19:43
und spürt diese enge
Freundschaft zu Jehova nicht mehr.00:19:46
00:19:47
Hier kommt ein anderes
Geschenk von Jehova ins Spiel:00:19:50
00:19:50
die Unterstützung von
unseren Glaubensbrüdern.00:19:53
00:19:54
Das ist, wie wenn jemand Atemnot hat.00:19:57
00:19:58
Er lebt zwar noch,00:19:59
00:19:59
kann aber nicht mehr lange durchhalten.00:20:02
00:20:02
Aber dann bekommt er ärztliche Hilfe
und seine Atmung reguliert sich wieder,00:20:06
00:20:06
er bekommt wieder Luft.00:20:08
00:20:09
Und genauso können uns unsere
Glaubensbrüder zu Hilfe kommen,00:20:12
00:20:12
wenn wir niedergeschlagen sind oder
andere Schwierigkeiten durchmachen.00:20:17
00:20:18
Wie hilft uns unsere Hoffnung, trotz
Schwierigkeiten freudig zu bleiben?00:20:22
00:20:23
Auch dazu ein Beispiel:00:20:24
00:20:25
Wir haben vielleicht Eltern, die mittler-
weile alt und gebrechlich geworden sind,00:20:28
00:20:28
und das ist auch keine einfache Situation.00:20:31
00:20:32
Man könnte sie vielleicht damit vergleichen,00:20:34
00:20:34
dass ein Angehöriger von uns
einen schweren Unfall hat.00:20:37
00:20:37
Er kommt ins Krankenhaus,
liegt jetzt da in seinem Bett00:20:40
00:20:40
und kann sich selbst nicht versorgen.00:20:41
00:20:41
Aber dann kommt der Arzt und sagt zu uns:00:20:44
00:20:44
„Er wird wieder völlig gesund werden.“00:20:47
00:20:47
Das macht doch Mut!00:20:49
00:20:49
Und genauso ist es bei unseren Eltern.00:20:51
00:20:52
Weil wir diese sichere Zukunftshoffnung
haben, sagt Jehova gewissermaßen:00:20:56
00:20:56
„Sie werden wieder völlig gesund und jung.“00:20:59
00:21:00
Hoffnung schenkt uns also Freude.00:21:03
00:21:03
Eins ist sicher:00:21:04
00:21:04
Egal welche Schwierigkeiten
wir durchmachen müssen,00:21:07
00:21:07
mindestens eines dieser
Geschenke wird uns helfen,00:21:10
00:21:10
sie mit Freude zu ertragen.00:21:12
00:21:12
Blättern wir noch einmal zurück
zu Römer Kapitel 8.00:21:15
00:21:18
Wir sehen uns die Verse 35 und 37 an.00:21:22
00:21:23
Und in dieser Vortragsreihe geht es
um die sieben belastenden Situationen,00:21:27
00:21:27
die wir hier in Vers 35 finden.00:21:30
00:21:30
Lasst uns das mal zusammen
nachlesen, Römer 8:35:00:21:34
00:21:35
„Wer wird uns von der Liebe des Christus
trennen? (Jetzt die sieben Punkte:)00:21:39
00:21:39
Etwa Schwierigkeiten oder Not
oder Verfolgung oder Hunger00:21:43
00:21:43
oder Nacktheit oder Gefahr
oder das Schwert?“00:21:46
00:21:46
Und jetzt achtet mal darauf,
was hier im Vers 37 steht:00:21:50
00:21:50
„Wir gehen vielmehr aus alldem
[also aus allen belastenden Situationen]00:21:54
00:21:55
völlig siegreich hervor durch
den, der uns geliebt hat.“00:21:58
00:21:59
Jeder Vortrag dieser Vortrag-
sreihe enthält ein Video,00:22:02
00:22:02
in dem ein Bruder oder eine Schwester00:22:03
00:22:04
mit einer dieser belastenden
Situationen zu kämpfen hatte.00:22:07
00:22:08
Achten wir doch mal darauf,00:22:09
00:22:09
durch welches dieser drei Geschenke
sie ihre Freude bewahren konnten. 00:22:13
00:22:16
Kommen wir zu dem ersten Punkt:00:22:18
00:22:18
Schwierigkeiten.00:22:20
00:22:20
Schwierigkeiten sind im Allgemeinen Dinge,
die jemandem das Leben schwer machen.00:22:25
00:22:25
Dazu könnte zum Beispiel
eine Krankheit gehören.00:22:28
00:22:28
Schlagt dazu doch bitte mal
2. Korinther Kapitel 12 auf;00:22:33
00:22:33
2. Korinther Kapitel 12,00:22:36
00:22:36
den zweiten Teil von Vers 700:22:38
00:22:38
und dann noch Vers 8.00:22:40
00:22:40
Für Paulus war seine Situation so belastend,00:22:42
00:22:42
dass er von einem Dorn im Fleisch sprach.00:22:45
00:22:46
Er sagt hier:00:22:47
00:22:47
„Damit ich nicht überheblich werde,00:22:49
00:22:49
habe ich einen Dorn ins Fleisch
bekommen, einen Satansengel,00:22:53
00:22:53
damit er mich immer wieder schlägt,00:22:55
00:22:55
sodass ich nicht überheblich werde.00:22:57
00:22:59
Ich flehte den Herrn dreimal an,
mich davon zu befreien.“00:23:03
00:23:04
Ein Dorn im Fleisch –00:23:05
00:23:05
damit ist offensichtlich eine Krankheit gemeint.00:23:08
00:23:08
Und Paulus sagt, sie würde
ihn immer wieder schlagen –00:23:11
00:23:11
also ein anhaltender Zustand.00:23:13
00:23:13
Das war keine Erkältung oder Grippe,00:23:15
00:23:15
bei der man sich nach einer Woche besser fühlt.00:23:18
00:23:18
Diese Krankheit ist nicht einfach
verschwunden, sie war chronisch.00:23:22
00:23:22
Und aus dem Bibelbericht kann man ableiten,00:23:24
00:23:24
dass es sich dabei wohl
um ein Augenleiden handelte,00:23:26
00:23:26
dass seine Augen immer schlechter wurden.00:23:29
00:23:29
Das war bestimmt manchmal
frustrierend für Paulus.00:23:32
00:23:32
Und er hat ja auch dreimal darum gebetet,
dass er von diesem Leiden befreit wird.00:23:37
00:23:37
Damals gab es keine Brillen
oder andere Sehhilfen,00:23:40
00:23:40
es gab keine Augenklinik.00:23:43
00:23:43
Diese Schwierigkeit war also chronisch.00:23:46
00:23:47
Und jetzt denk einmal darüber nach:00:23:49
00:23:49
Paulus konnte mit der Hilfe des Geistes Gottes00:23:52
00:23:52
andere bei vielen Gelegenheiten heilen.00:23:54
00:23:55
Und da hätte er sich fragen können:00:23:56
00:23:56
„Was ist mit mir?00:23:58
00:23:58
Wo ist der heilige Geist, wenn ich ihn brauche?00:24:00
00:24:00
Ich bin ja auch krank.“00:24:02
00:24:02
Was half Paulus in dieser Situation,
freudig zu bleiben?00:24:06
00:24:06
Seine enge Freundschaft zu Jehova.00:24:09
00:24:09
Und jetzt lasst uns noch einmal
in 2. Korinther 12 reinschauen,00:24:13
00:24:13
und wir lesen dort zusammen den Vers 9.00:24:15
00:24:16
Und hier erklärt Jehova Paulus:00:24:18
00:24:18
Du wirst nicht durch ein Wunder geheilt werden.00:24:21
00:24:21
Hier im Vers 9 heißt es:00:24:22
00:24:22
„Doch er sagte zu mir:00:24:24
00:24:24
‚Meine unverdiente Güte soll dir genügen,00:24:26
00:24:27
denn meine Kraft wird in Schwachheit
vollkommen gemacht.‘ “00:24:30
00:24:30
Hier steht’s, keine Heilung.00:24:33
00:24:33
Aber Jehova verspricht Paulus die Kraft,00:24:35
00:24:35
die er braucht, um freudig zu bleiben.00:24:38
00:24:38
Wie eng diese Freundschaft
zwischen Paulus und Jehova war,00:24:41
00:24:41
wird im letzten Teil dieses Verses deutlich.00:24:44
00:24:45
Paulus sagt:00:24:46
00:24:46
„Deshalb möchte ich am liebsten
mit meinen Schwachheiten prahlen,00:24:50
00:24:50
damit die Kraft des Christus
wie ein Zelt über mir bleibt.“00:24:54
00:24:55
Paulus war also glücklich, weil er
spürte, dass Jehova ihm Kraft gab.00:25:00
00:25:00
Und in Vers 10 sagt er dann:00:25:02
00:25:02
„Ich finde also Gefallen00:25:03
00:25:03
[oder man könnte auch sagen: Ich finde Freude]00:25:06
00:25:06
an Schwachheiten, an Beleidigungen,00:25:08
00:25:08
an Notlagen, an Verfolgungen00:25:10
00:25:10
und Schwierigkeiten für Christus.00:25:12
00:25:13
Denn wenn ich schwach bin,00:25:14
00:25:14
dann habe ich Kraft.“00:25:17
00:25:18
Schauen wir uns dazu mal ein Video an.00:25:20
00:25:20
Es geht um ein Ehepaar, das auch mit
Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.00:25:24
00:25:25
Und achten wir doch mal darauf,
wie die beiden00:25:27
00:25:27
trotz einer schweren Krankheit
die Freude bewahren konnten.00:25:31
00:25:45
In den 45 Jahren Vollzeitdienst –00:25:48
00:25:48
ob als Pionier, Kreisaufseher00:25:51
00:25:51
oder den Jahren hier im Bethel –00:25:54
00:25:54
war meine Gesundheit immer ausgezeichnet.00:25:57
00:25:58
Ich hatte eigentlich nie Probleme.00:26:00
00:26:03
Eines Tages hatte ich plötzlich Kopfschmerzen –00:26:06
00:26:06
so schlimm,00:26:08
00:26:08
dass ich alles nur noch
verschwommen sehen konnte.00:26:10
00:26:14
Der Arzt hier im Bethel hat uns
zu einem Spezialisten geschickt.00:26:17
00:26:17
Und seine Diagnose lautete:00:26:19
00:26:19
Glioblastom – ein sehr aggressiver Hirntumor.00:26:23
00:26:26
Schon am Donnerstag darauf wurde er operiert.00:26:29
00:26:31
Nach der OP hat er sowohl Bestrahlung
als auch Chemotherapie bekommen.00:26:35
00:26:38
Ein Jahr später musste er
wieder operiert werden.00:26:41
00:26:42
Und mittlerweile bekommt er schon
die vierte Art von Chemotherapie.00:26:46
00:26:50
Es hat mir so wehgetan, zu sehen,
wie mein Mann Stück für Stück00:26:53
00:26:53
seine Selbständigkeit verloren hat00:26:56
00:26:56
und immer mehr auf andere angewiesen war.00:26:58
00:27:02
Aber ich wollte nicht, dass sich alles
nur noch um die Krankheit dreht.00:27:06
00:27:10
Die Brüder waren uns eine sehr große Hilfe.00:27:13
00:27:15
Ein Bruder zum Beispiel hat vor der OP00:27:17
00:27:17
einen Bibeltext mit mir gelesen00:27:18
00:27:18
und mit mir gebetet.00:27:20
00:27:21
Das war genau das,
was ich in dem Moment brauchte.00:27:24
00:27:25
Das werde ich nie vergessen.00:27:27
00:27:29
Auch Saras Unterstützung
bedeutet mir sehr viel.00:27:32
00:27:33
Sie hilft mir,00:27:34
00:27:34
mich auf die Zusammenkünfte vorzubereiten.00:27:37
00:27:39
Und wenn wir in den Dienst gehen,00:27:41
00:27:41
hab ich die Möglichkeit,
anderen etwas zu geben00:27:44
00:27:44
und meine Hoffnung mit ihnen zu teilen.00:27:46
00:27:53
Ich darf immer noch in der
Dienstabteilung helfen.00:27:56
00:27:57
Die Brüder kommen zu mir und wir
sprechen gemeinsam ein paar Dinge durch,00:28:00
00:28:00
die gerade anstehen.00:28:02
00:28:04
Das macht mir sehr viel Freude.00:28:06
00:28:08
Ich bin sehr dankbar, dass ich noch
einen kleinen Beitrag leisten kann.00:28:12
00:28:16
Dass Scott die ganze Zeit über so demütig war,00:28:19
00:28:19
hat es mir leichter gemacht.00:28:21
00:28:23
Meine Hoffnung ist mein Anker.00:28:25
00:28:26
Ich werde nicht aufgeben.00:28:28
00:28:28
Ich werde Jehova weiter dienen,00:28:30
00:28:30
bis in die neue Welt –00:28:32
00:28:32
was auch immer noch kommt. 00:28:34
00:28:36
Sara und Scott Shoffner haben wirklich
ein enges Verhältnis zu Jehova,00:28:40
00:28:40
und Sara hat so liebevoll
für ihren Mann gesorgt.00:28:43
00:28:43
Aber es kam noch ein anderes Geschenk00:28:46
00:28:46
außer der Freundschaft zu Jehova ins Spiel.00:28:49
00:28:49
Scott sagte ja:00:28:50
00:28:50
„Die Brüder waren uns eine sehr große Hilfe.“00:28:54
00:28:54
Er erwähnte, dass ihm ein Bibeltext00:28:56
00:28:56
und das Gebet vor seiner
Operation viel bedeutet haben.00:29:00
00:29:00
Und er erwähnte auch jüngere Brüder,
mit denen er bei seiner Arbeit zu tun hat.00:29:04
00:29:04
Er verspürt Freude –
und das trotz seiner Krankheit.00:29:08
00:29:09
Wie ist es bei dir?00:29:10
00:29:10
Welches Geschenk von Jehova gibt dir Auftrieb,00:29:13
00:29:13
wenn du mit Problemen oder
Schwierigkeiten zu kämpfen hast?00:29:17
00:29:17
Deine Freundschaft zu Jehova?00:29:19
00:29:20
Deine Glaubensbrüder?00:29:21
00:29:21
Die Hoffnung?00:29:22
00:29:23
Oder ein anderes Geschenk von Jehova?00:29:25
00:29:25
Wenn du unter Schwierigkeiten leidest,00:29:27
00:29:27
hilft dir vielleicht der Gedanke, dass
Jehova sozusagen auf den Monitor schaut,00:29:31
00:29:31
auf dem dein Herzschlag zu sehen ist.00:29:34
00:29:34
Er sieht, dass du leidest,00:29:36
00:29:36
aber er versichert dir:00:29:37
00:29:38
„Bleib ruhig, es wird alles wieder gut.“00:29:41
00:29:41
Was auch immer kommen mag,00:29:43
00:29:43
welche Schwierigkeiten auch
immer auf uns zukommen,00:29:46
00:29:46
denken wir an die Worte aus
Römer 8 Vers 37 und 39:00:29:50
00:29:50
„Wir gehen vielmehr aus
alldem völlig siegreich hervor00:29:54
00:29:55
durch den, der uns geliebt hat.“00:29:56
00:29:57
Und im Vers 39 heißt es dann,00:29:59
00:29:59
nichts, nichts, also auch keine Schwierigkeiten00:30:03
00:30:03
können „uns von Gottes Liebe trennen ...,00:30:06
00:30:06
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“00:30:09
00:30:09
Bleib freudig trotz deiner Schwierigkeiten.00:30:13
00:30:14
Und jetzt freue ich mich,
Bruder Samuel Herd anzukündigen.00:30:17
00:30:17
Er ist Mitglied der leitenden Körperschaft00:30:19
00:30:19
und hält jetzt den nächsten Vortrag.00:30:21
00:30:21
Sein Thema: „Freude trotz ... Not“00:30:25
00:30:32
Hattest du schon mal mit
innerer Not zu kämpfen?00:30:35
00:30:35
Wenn nicht, dann bist du kein Mensch.00:30:38
00:30:38
In unserem verhältnismäßig
kurzen Leben in dieser alten Welt00:30:42
00:30:42
sind wir alle mal Belastungen aus-
gesetzt und leiden unter innerer Not.00:30:47
00:30:47
Was ist denn innere Not?00:30:49
00:30:50
Manche würden sagen: „Große Angst.“00:30:52
00:30:52
Andere vielleicht „Kummer.“00:30:54
00:30:54
Und wieder andere verbinden damit Schmerz.00:30:58
00:30:58
Was kann denn innere Not auslösen?00:31:01
00:31:01
Eine ganze Menge.00:31:03
00:31:04
Ganz oben auf der Liste:00:31:05
00:31:06
der Tod des Ehepartners.00:31:08
00:31:09
Was folgt dicht darauf?00:31:11
00:31:11
Krankheiten verschiedenster Art.00:31:13
00:31:14
Oder vielleicht verliert jemand
die Arbeit und fragt sich:00:31:17
00:31:17
„Wie soll ich meine Familie versorgen,
meine Frau, meine Kinder?“00:31:21
00:31:22
Und nicht zu vergessen:00:31:24
00:31:25
Es könnte auch sein,00:31:26
00:31:26
dass jemand gerade nicht so viel
im Dienst für Jehova tun kann,00:31:29
00:31:30
wie er es eigentlich möchte. 00:31:32
00:31:32
Das sind also alles Dinge, die uns
belasten, die uns niederdrücken.00:31:36
00:31:36
Und natürlich gibt es noch
eine ganze Menge mehr.00:31:40
00:31:41
Was spielt sich in so
einem Moment in uns ab?00:31:44
00:31:45
Wie fühlt sich jemand,00:31:47
00:31:47
wenn er so etwas durchmachen muss?00:31:49
00:31:51
Fühlt er sich traurig,00:31:53
00:31:53
fühlt er sich niedergeschlagen?00:31:55
00:31:56
Manche würden das sofort bejahen und sagen:00:31:58
00:31:58
„Das trifft voll auf mich zu.“00:32:01
00:32:01
Andere sagen vielleicht:00:32:03
00:32:03
„Ich weiß nicht –00:32:05
00:32:05
ich bin dann in einem Loch
und komm einfach nicht raus,00:32:08
00:32:08
bin dann zu nichts zu gebrauchen.“00:32:11
00:32:11
Und wieder andere würden sich am
liebsten in ihr Schneckenhaus verkriechen00:32:15
00:32:15
und den Tränen freien Lauf lassen.00:32:17
00:32:17
Das sind vielleicht so die Gefühle,
die einen überkommen.00:32:21
00:32:21
Aber jetzt die Frage:00:32:23
00:32:23
Freude trotz Not –00:32:25
00:32:25
ist das möglich?00:32:27
00:32:28
Ja, das ist möglich.00:32:30
00:32:30
In der Bibel gibt es
so viele Beispiele dafür.00:32:33
00:32:33
Über zwei möchten wir jetzt sprechen.00:32:36
00:32:36
Zunächst: Paulus.00:32:38
00:32:38
Paulus war jemand,00:32:40
00:32:40
der trotz Not die Freude bewahren konnte.00:32:43
00:32:43
Wie ist das möglich?00:32:45
00:32:45
Wie konnte er das schaffen?00:32:47
00:32:47
Schauen wir dazu mal in die Bibel –00:32:50
00:32:50
und zwar in 2. Korinther.00:32:52
00:32:53
Und wir lesen zusammen
2. Korinther Kapitel 7, Vers 5.00:32:58
00:33:00
Da steht:00:33:01
00:33:02
„Als wir in Mazedonien ankamen,
gab es für uns keine Erleichterung,00:33:06
00:33:06
sondern wir wurden in jeder
Hinsicht weiter bedrängt00:33:09
00:33:09
[und jetzt achtet mal darauf,
was er sagt] –00:33:11
00:33:11
es gab außen Kämpfe,00:33:14
00:33:14
innen Befürchtungen.“00:33:16
00:33:17
„Außen Kämpfe, innen Befürchtungen.“00:33:20
00:33:20
Paulus spricht hier also von inneren Nöten.00:33:23
00:33:23
Aber trotzdem konnte er freudig bleiben.00:33:25
00:33:26
Womit hatte er eigentlich zu kämpfen?00:33:29
00:33:29
Na ja, eigentlich wollte er
sich mit Titus in Troas treffen.00:33:33
00:33:33
Aber er hat keine Nachricht
von Titus erhalten,00:33:36
00:33:36
deswegen hat er sich
womöglich Sorgen gemacht00:33:38
00:33:39
und sich gefragt, wie es ihm wohl geht.00:33:41
00:33:43
Gab es vielleicht
irgendwelche Schwierigkeiten,00:33:45
00:33:45
mit denen Titus jetzt in der Versammlung
in Korinth fertigwerden musste?00:33:49
00:33:50
Das hat Paulus alles beschäftigt.00:33:52
00:33:52
Er war wirklich um seinen Freund besorgt.00:33:54
00:33:55
Und das würde uns genauso gehen,00:33:56
00:33:56
wenn wir auf die Nachricht eines Freundes
warten, aber nichts von ihm hören.00:34:00
00:34:00
Vielleicht hat sich Paulus
den Kopf zerbrochen.00:34:03
00:34:03
Seine Sorge um Titus
war möglicherweise so groß,00:34:07
00:34:07
dass es ihm richtig
aufs Gemüt geschlagen ist.00:34:10
00:34:11
Er muss sich gedacht haben:00:34:13
00:34:13
„Wie lange werde ich wohl noch auf meinen
lieben Freund Titus warten müssen?“00:34:18
00:34:18
Aber so lange musste er
gar nicht mehr warten.00:34:21
00:34:21
Die beiden haben sich
schließlich in Mazedonien getroffen.00:34:24
00:34:24
Und Paulus war natürlich
sehr erleichtert deswegen.00:34:27
00:34:28
Und weil Titus über die Brüder in Korinth
gute Nachrichten mitbrachte,00:34:32
00:34:33
hat sich Paulus „noch mehr gefreut“,00:34:35
00:34:35
wie es 2. Korinther 7 ausdrückt;00:34:38
00:34:38
wir finden das in den Versen 6 und 7.00:34:41
00:34:43
Titus hat Paulus also geholfen,
die Freude zu bewahren.00:34:46
00:34:46
Was lernen wir daraus?00:34:48
00:34:49
Es sind unsere Glaubensbrüder,
bei denen wir Hilfe suchen müssen.00:34:53
00:34:53
Sie sind wirklich ein
sehr kostbares Geschenk,00:34:55
00:34:56
das wir von Jehova erhalten haben.00:34:58
00:34:58
Und wir werden feststellen,
dass sie immer für uns da sind,00:35:01
00:35:01
egal, womit wir gerade zu kämpfen haben.00:35:04
00:35:04
So können wir die Freude bewahren.00:35:07
00:35:08
Es kann auch sein, dass
jemand unter Entmutigung leidet.00:35:11
00:35:12
Das ist nichts Ungewöhnliches.00:35:14
00:35:14
Jeder von uns hat manchmal
mit Entmutigung zu kämpfen,00:35:17
00:35:17
und es gibt so viele Gründe dafür.00:35:20
00:35:21
Ein Grund, den ich vorhin
schon angeführt hatte:00:35:24
00:35:24
der Tod des Ehepartners.00:35:26
00:35:26
Ihr wart so lange verheiratet.00:35:29
00:35:29
Und Jehova hat im Garten Eden gesagt:00:35:31
00:35:32
Ihr werdet eins werden.00:35:33
00:35:34
Und genau so ist es gekommen,00:35:36
00:35:36
ihr wart eins.00:35:38
00:35:38
Und jetzt ist plötzlich dein Ehemann
oder deine Ehefrau einfach nicht mehr da.00:35:43
00:35:43
Du bist tieftraurig,00:35:45
00:35:45
du bist niedergeschlagen,00:35:47
00:35:47
bist verzweifelt,00:35:49
00:35:49
du spürst, dass etwas fehlt,00:35:51
00:35:51
du fühlst dich einfach
wie ein Häufchen Elend.00:35:55
00:35:55
In solchen Momenten hilft es uns,
an die drei Geschenke zu denken,00:35:58
00:35:59
die wir von Jehova bekommen00:36:00
00:36:01
und durch die wir bei schwierigen
Situationen die Freude bewahren können.00:36:05
00:36:06
Welche Geschenke waren das nochmal?00:36:08
00:36:09
Nummer eins:00:36:10
00:36:10
unsere Freundschaft zu Jehova.00:36:12
00:36:12
David hatte eine so enge
Freundschaft zu Jehova.00:36:15
00:36:16
Und schauen wir uns jetzt mal
1. Samuel Kapitel 30 an.00:36:19
00:36:19
Verfolgt doch mal die ersten
Verse aus Kapitel 30 mit;00:36:23
00:36:23
ich werde sie kurz zusammenfassen.00:36:26
00:36:26
Der Bericht beginnt mit 1. Samuel
Kapitel 30, ab dem Vers 1.00:36:32
00:36:32
Davids eigene Männer wollten ihn umbringen.00:36:35
00:36:35
Warum?00:36:36
00:36:36
Die Amalekiter haben Ziklag überfallen.00:36:39
00:36:39
Sie haben die Stadt niedergebrannt,00:36:41
00:36:41
haben die Frauen und Kinder entführt,00:36:43
00:36:43
darunter auch die beiden Frauen Davids.00:36:46
00:36:46
Und David war am Boden zerstört.00:36:49
00:36:50
Aber achtet doch mal auf den Vers 6.00:36:53
00:36:54
„David holte sich bei
seinem Gott Jehova Kraft.“00:36:58
00:36:58
Und Jehova ist auch unsere Kraftquelle.00:37:01
00:37:01
Wenn wir uns an ihn wenden,
bekommen wir auch Kraft.00:37:04
00:37:05
Er ist für uns da,00:37:06
00:37:07
er tröstet uns.00:37:08
00:37:08
Er ist der Gott des Trostes,
so stellt er sich in der Bibel vor.00:37:13
00:37:13
Das war also das erste Geschenk:
die Freundschaft zu Jehova.00:37:17
00:37:17
Jetzt das zweite:00:37:19
00:37:19
unsere Brüder und Schwestern.00:37:22
00:37:22
Machen sie uns nicht wirklich Mut?00:37:25
00:37:26
Denken wir dabei mal kurz an Psalm 133,00:37:30
00:37:30
dort heißt es gleich zu Beginn:00:37:32
00:37:33
„Wie gut und wie angenehm ist es doch,00:37:35
00:37:35
wenn Brüder in Einheit zusammenwohnen!“00:37:38
00:37:39
Das würden wir wahrscheinlich
alle unterschreiben.00:37:41
00:37:42
Aber vergessen wir eins nicht:00:37:45
00:37:45
Satan versucht, uns von
unseren Brüdern zu isolieren.00:37:49
00:37:49
Eine seiner Methoden ist, uns einzusperren,00:37:52
00:37:52
uns ins Gefängnis zu stecken.00:37:55
00:37:55
Aber auch wenn wir eingesperrt sind,00:37:57
00:37:57
können wir mit unseren
Brüdern zusammen sein.00:38:00
00:38:00
Wie ist das möglich, wenn unsere
Brüder vielleicht weit weg sind00:38:03
00:38:03
und wenn wir hinter Gittern sitzen?00:38:05
00:38:06
Durch unsere Gedanken und Erinnerungen.00:38:09
00:38:10
Hol dein Fotoalbum raus –00:38:12
00:38:13
also das in deinem Kopf,00:38:15
00:38:16
nicht das echte;00:38:17
00:38:17
ich meine das hier oben.00:38:19
00:38:19
Lass die schönen Erinnerungen mit
deinen Brüdern und deinen Schwestern00:38:23
00:38:23
in deinem Kopf lebendig werden.00:38:25
00:38:25
Über schöne Erinnerungen freuen
wir uns und sie geben uns Kraft.00:38:29
00:38:29
Wenn jetzt jemand von euch genauso alt
ist wie ich, dann wisst ihr, was ich meine.00:38:33
00:38:34
Wir alten Leute wissen, wie
man in Erinnerungen schwelgt.00:38:37
00:38:37
Wir machen das den ganzen Tag –00:38:39
00:38:39
und viel mehr schaffen wir auch nicht.00:38:41
00:38:41
Wir leben regelrecht von Erinnerungen,00:38:43
00:38:43
sie tragen zu unserer Freude bei.00:38:46
00:38:46
Das war das zweite Geschenk:00:38:47
00:38:47
unsere Glaubensbrüder.00:38:49
00:38:49
Das dritte:00:38:50
00:38:50
unsere Hoffnung, Jehova einmal
in einer gerechten Welt zu dienen –00:38:54
00:38:54
und zwar ewig.00:38:56
00:38:56
Ewig, das heißt für immer.00:38:59
00:38:59
Also endlos,00:39:00
00:39:00
also immer weiter, weiter und noch weiter.00:39:04
00:39:04
Denk zum Beispiel mal an den Himmel –00:39:07
00:39:07
über dir.00:39:08
00:39:08
Du siehst keinen Anfang und kein Ende.00:39:12
00:39:12
Das ist Ewigkeit, sie ist endlos.00:39:15
00:39:15
Für uns bedeutet das:00:39:17
00:39:17
ewige Freude am ewigen Leben.00:39:20
00:39:21
Achtet doch mal in dem
folgenden Video darauf,00:39:23
00:39:23
was unserem Bruder und
unserer Schwester geholfen hat,00:39:26
00:39:26
die Freude zu bewahren –00:39:27
00:39:28
und das trotz ihrer schlimmen Situation.00:39:30
00:39:41
Irgendwann wollten wir gern Kinder haben,00:39:43
00:39:43
das war seit Anfang unserer Ehe klar.00:39:46
00:39:46
Und als ich dann schwanger wurde,
waren wir überglücklich.00:39:50
00:39:50
Als Becky mir gesagt hat,
dass sie schwanger ist,00:39:53
00:39:53
da war es so, als ob die Sonne in
meinem Herzen aufgegangen ist.00:39:56
00:39:56
Ich hab mich sofort wie ein Papa gefühlt.00:39:59
00:40:01
Natürlich hat man sofort so viele Pläne.00:40:04
00:40:04
Und man wird einfach
überflutet von so viel Liebe.00:40:08
00:40:10
Aber dann ging es Becky nicht so gut,00:40:13
00:40:13
und eine Freundin hat uns geraten,
doch mal zum Arzt zu gehen.00:40:16
00:40:16
Und das haben wir dann gemacht.00:40:18
00:40:18
Der Arzt hat dann einen
Ultraschall gemacht,00:40:21
00:40:21
und als er zurückkam,00:40:23
00:40:23
sagte er, dass er keinen
Herzschlag hören konnte.00:40:27
00:40:29
Das war ein sehr schwerer Moment;00:40:32
00:40:33
der geht mir nicht mehr aus dem Kopf.00:40:35
00:40:38
Weil ganz plötzlich sind all die Hoffnungen,
die Träume, die Vorbereitungen –00:40:43
00:40:45
die sind alle weg.00:40:47
00:40:51
Dieser Platz in deinem Herzen,00:40:53
00:40:53
der für dein Kind da war,00:40:55
00:40:57
der bleibt unbesetzt,00:41:00
00:41:00
und nichts kann ihn füllen.00:41:03
00:41:07
Da ist einfach nur diese
unbeschreibliche Leere.00:41:11
00:41:11
Wir wussten nicht, was wir machen sollten.00:41:14
00:41:15
Aber an diesem Abend
hatten wir auch Versammlung,00:41:17
00:41:17
dort wollten wir hingehen.00:41:19
00:41:19
Wir wussten: Das ist der Ort,00:41:21
00:41:22
wo Jehovas heiliger Geist wirkt.00:41:24
00:41:24
Und wir wussten auch,00:41:25
00:41:26
dass wir die Sache aus eigener Kraft00:41:27
00:41:27
nicht überstehen würden.00:41:29
00:41:30
Wir brauchten Jehova.00:41:32
00:41:33
Als die anderen wussten,00:41:35
00:41:35
dass wir unser Baby verloren haben,00:41:37
00:41:37
haben viele davon erzählt,00:41:39
00:41:39
was sie durchmachen mussten.00:41:41
00:41:41
Dadurch hatten wir das Gefühl,00:41:43
00:41:43
nicht alleine zu sein.00:41:45
00:41:45
Jehova hat uns auch
ganz tolle Freunde gegeben,00:41:48
00:41:48
Freunde, die fester zu einem halten00:41:50
00:41:50
als ein Bruder,00:41:52
00:41:52
Freunde, die ein Gespür dafür haben,00:41:54
00:41:54
wenn es dir nicht gut geht,00:41:55
00:41:56
die mit uns gebetet haben,00:41:57
00:41:57
die mit uns spazieren waren,00:41:59
00:41:59
die uns zugehört haben.00:42:01
00:42:01
Und durch das alles zeigt uns Jehova,00:42:03
00:42:03
wie sehr er uns liebt.00:42:05
00:42:06
Die Freude kommt nicht von allein wieder,00:42:08
00:42:08
daran muss man ständig arbeiten.00:42:10
00:42:11
Beim Familienstudium
ist mir ein Text aufgefallen,00:42:14
00:42:14
den fand ich sehr hilfreich:00:42:16
00:42:16
Psalm 139,00:42:18
00:42:18
wo es darum geht, dass es keinen Ort gibt,00:42:21
00:42:21
wo Jehova uns nicht finden kann,00:42:23
00:42:23
keine Finsternis, die zu finster für Jehova ist.00:42:27
00:42:27
Und an so einem finsteren Ort war ich ja.00:42:30
00:42:30
Über diesen Text nachzudenken,
hat mir so viel Kraft gegeben.00:42:34
00:42:35
Und so nach und nach hab
ich dann mit Jehovas Hilfe00:42:38
00:42:38
so langsam wieder die schönen
Dinge im Leben gesehen.00:42:41
00:42:45
Wenn wir in Not sind, ist Jehova für uns da.00:42:49
00:42:50
Er lässt nicht zu, dass wir völlig verzweifeln.00:42:53
00:42:54
Schauen wir uns dazu doch mal
2. Korinther Kapitel 4 Vers 8 an.00:42:58
00:42:58
Und wir wollen auch in
die Fußnote reinschauen.00:43:00
00:43:00
2. Korinther Kapitel 4 Vers 8.00:43:04
00:43:05
Dort steht:00:43:07
00:43:07
„Wir stehen in jeder Hinsicht
unter großem Druck,00:43:10
00:43:10
doch wir sind nicht bewegungsunfähig.00:43:12
00:43:12
Wir sind ratlos,00:43:14
00:43:14
doch nicht völlig ohne Ausweg.“00:43:16
00:43:16
Und jetzt schaut mal in die Fußnote:00:43:18
00:43:18
„Wir verzweifeln nicht“.00:43:21
00:43:21
Jehova lässt uns also nicht völlig verzweifeln,00:43:24
00:43:24
er zeigt uns den Ausweg.00:43:26
00:43:26
Welches Geschenk Jehovas hilft dir,
die Freude zu bewahren –00:43:30
00:43:30
selbst wenn dir etwas
schwer zu schaffen macht,00:43:33
00:43:33
vielleicht sogar gerade im Moment?00:43:36
00:43:36
Ist es deine Freundschaft zu Jehova?00:43:39
00:43:39
Deine Glaubensbrüder?00:43:41
00:43:41
Unsere Hoffnung?00:43:42
00:43:43
Oder vielleicht gibt es noch was anderes.00:43:46
00:43:47
Zusätzlich zu den Geschenken von Jehova00:43:49
00:43:49
kann dir Folgendes noch gut tun:00:43:52
00:43:53
Achte auf eine gesunde Ernährung.00:43:57
00:43:57
Achte außerdem auf ausreichend Schlaf.00:44:01
00:44:02
Und ein bisschen Bewegung
kann auch nicht schaden.00:44:05
00:44:05
Du könntest zwei Listen schreiben:00:44:08
00:44:08
Die erste mit Problemen, die du lösen kannst,00:44:12
00:44:12
und die zweite mit Problemen,00:44:14
00:44:14
die du zurzeit nicht lösen kannst.00:44:17
00:44:18
Konzentrier dich auf die erste Liste
und überlass alles andere Jehova.00:44:23
00:44:25
Sprich mit jemandem,00:44:26
00:44:27
vielleicht mit einem Ältesten,00:44:29
00:44:29
mit einem erfahrenen Freund00:44:31
00:44:31
oder mit jemandem,00:44:32
00:44:32
der dir nahesteht, zum Beispiel deinen Eltern.00:44:35
00:44:36
Das alles sind Personen,
die bereit sind, dir zu helfen00:44:39
00:44:39
und die gerne für dich da sind.00:44:42
00:44:42
Sie werden ihr Wissen und ihren
Erfahrungsschatz mit dir teilen,00:44:46
00:44:46
und sie werden es gerne tun.00:44:49
00:44:50
In manchen Situationen mag
es sogar erforderlich sein,00:44:53
00:44:53
sich professionelle Hilfe zu suchen.00:44:55
00:44:55
Jesus hat davon gesprochen,00:44:57
00:44:57
in Lukas 5:31.00:45:00
00:45:00
Dort steht:00:45:02
00:45:02
„Nicht die Gesunden brauchen
einen Arzt, sondern die Kranken.“00:45:06
00:45:07
Das ist natürlich eine ganz
persönliche Entscheidung,00:45:10
00:45:10
aber in der Bibel steht’s.00:45:12
00:45:12
Es mag Situationen geben,
in denen man Hilfe von einem Arzt00:45:16
00:45:16
oder einem anderen Fachmann benötigt.00:45:19
00:45:20
Jehova liebt dich,00:45:22
00:45:22
und das ist ein Grund zur Freude.00:45:24
00:45:25
Zweifle keine Sekunde an seiner Liebe zu dir.00:45:28
00:45:28
Ganz klar:00:45:30
00:45:31
Es ist nicht einfach, mit psychischen
Belastungen fertig zu werden.00:45:35
00:45:36
Aber vergiss nicht, Jehova versteht dich.00:45:40
00:45:41
Er wird dir helfen, weiter durchzuhalten.00:45:45
00:45:46
Er freut sich über dich, wenn er sieht,
dass du treu ausharrst –00:45:50
00:45:51
und darüber nachzudenken –00:45:52
00:45:52
das ist einer der Hauptgründe, sich zu freuen.00:45:55
00:45:56
Du kannst dir sicher sein:00:45:58
00:45:58
Jehova hat dich nicht verlassen.00:46:00
00:46:00
Du hast seine Anerkennung,00:46:02
00:46:02
und sie umgibt dich wie ein großer Schild.00:46:05
00:46:05
Und außerdem hast du seinen Segen.00:46:08
00:46:08
Finde Halt in diesem Gedanken00:46:11
00:46:11
und freue dich – trotz Not.00:46:14
00:46:18
Bruder Gerrit Lösch,
ein Mitglied der leitenden Körperschaft,00:46:21
00:46:21
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.00:46:24
00:46:25
Sein Thema:00:46:26
00:46:26
„Freude trotz ... Verfolgung“.00:46:29
00:46:36
Seit es Christen gibt, werden sie auch verfolgt.00:46:39
00:46:41
Bitte schlagt doch mit mir mal
2. Korinther, Kapitel 11 auf.00:46:45
00:46:47
Auch Paulus wurde verfolgt.00:46:49
00:46:49
In 2. Korinther, Kapitel 11,
in den Versen 23 bis 2500:46:54
00:46:54
beschreibt er, was er alles erlebt hat.00:46:56
00:46:58
Er schreibt:00:46:59
00:47:00
„Sind sie Diener von Christus?00:47:02
00:47:02
Ich antworte wie ein Wahnsinniger:00:47:04
00:47:04
Ich bin es noch viel mehr.00:47:06
00:47:06
Ich habe mehr Arbeit geleistet,00:47:08
00:47:08
war öfter im Gefängnis,00:47:09
00:47:09
wurde unzählige Male geschlagen
und war oft dem Tod nahe.00:47:13
00:47:14
Fünfmal erhielt ich von den Juden
40 Schläge weniger einen,00:47:17
00:47:18
dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen,00:47:20
00:47:20
einmal wurde ich gesteinigt,00:47:22
00:47:22
dreimal erlitt ich Schiffbruch,00:47:24
00:47:24
eine Nacht und einen Tag
verbrachte ich auf offenem Meer.“00:47:28
00:47:32
Kurz nach dieser Aufzählung
seiner Schwierigkeiten00:47:35
00:47:35
schreibt Paulus in Kapitel 12, Vers 10:00:47:38
00:47:41
„Ich finde also Gefallen an Schwachheiten,00:47:44
00:47:44
an Beleidigungen, an Notlagen,00:47:47
00:47:47
an Verfolgungen und
Schwierigkeiten für Christus.00:47:50
00:47:50
Denn wenn ich schwach bin,00:47:52
00:47:52
dann habe ich Kraft.“00:47:54
00:47:56
Es war natürlich nicht die Verfolgung
an sich, die Paulus Freude bereitet hat.00:48:00
00:48:01
Es war vielmehr die Auswirkung der Verfolgung:00:48:03
00:48:04
Er konnte dazu beitragen,
Jehovas Namen zu verherrlichen.00:48:08
00:48:08
Sehen wir uns mal Philipper 1:14 an –00:48:12
00:48:13
und dann noch den Vers 18.00:48:15
00:48:16
In Verfolgungszeiten können wir sehen,00:48:19
00:48:19
wie Jehova für sein Volk eintritt.00:48:22
00:48:23
Und wir sehen, wie er seinen Namen heiligt.00:48:26
00:48:26
Manche lernen dadurch Jehova kennen.00:48:29
00:48:30
In Philipper 1:14, 18 steht:00:48:34
00:48:39
„Wegen meiner Fesseln00:48:41
00:48:41
haben die meisten der Brüder
im Herrn Zuversicht gewonnen00:48:45
00:48:45
und haben jetzt umso mehr Mut,00:48:47
00:48:47
furchtlos über das Wort Gottes zu reden.“00:48:50
00:48:51
Und Vers 18:00:48:52
00:48:53
„Mit welchem Ergebnis?00:48:54
00:48:54
Nur damit Christus auf jede
Weise bekannt gemacht wird,00:48:58
00:48:58
ob zum Vorwand oder in Wahrheit.00:49:01
00:49:01
Und darüber freue ich mich.00:49:03
00:49:03
Ja, ich werde mich auch weiterhin freuen.“00:49:06
00:49:08
Verfolgung muss unsere Freundschaft
zu Jehova und unsere Hoffnung00:49:12
00:49:12
also nicht schwächen,00:49:14
00:49:14
sie kann sie sogar stärken.00:49:16
00:49:18
Paulus erklärt das noch etwas genauer00:49:20
00:49:20
in Römer, Kapitel 5, Vers 3 und 4:00:49:24
00:49:24
„Wir wollen uns freuen, während wir
Schwierigkeiten durchmachen, ...00:49:28
00:49:28
Ausharren ... führt zu
einem bewährten Zustand,00:49:31
00:49:32
der bewährte Zustand wiederum zur Hoffnung,00:49:35
00:49:35
und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung.“00:49:38
00:49:41
Hoffnung ist also eine enorme Hilfe,00:49:43
00:49:43
um unter Verfolgung auszuharren.00:49:46
00:49:47
Die Bibel gebraucht das Wort Hoffnung00:49:49
00:49:49
an verschiedenen Stellen unterschiedlich.00:49:52
00:49:52
Es gibt die „Hoffnung auf Rettung“,00:49:54
00:49:54
und das schließt die ewige
Freundschaft zu Jehova ein.00:49:57
00:49:58
Dann gibt es die Hoffnung,
Armageddon zu überleben;00:50:01
00:50:02
die Hoffnung, ewig im Paradies
auf der Erde zu leben;00:50:06
00:50:07
und die Hoffnung auf ein
unsterbliches Leben im Himmel.00:50:10
00:50:12
Und um welche Hoffnung geht es
in Römer, Kapitel 5, Vers 3 und 4?00:50:16
00:50:17
Um die Hoffnung auf ein Leben im Himmel.00:50:19
00:50:20
Das zeigt der Kontext.00:50:22
00:50:22
In Römer 5:2 heißt es im letzten Teil:00:50:26
00:50:27
„Wir wollen uns wegen der Hoffnung
auf die Herrlichkeit Gottes freuen.“00:50:32
00:50:34
Im ersten Jahrhundert hatten alle Christen
die Hoffnung auf Leben im Himmel.00:50:38
00:50:39
Ihre Hoffnung beschränkte sich nicht nur darauf,00:50:41
00:50:41
dass sich die Weltverhältnisse
verbessern würden00:50:43
00:50:43
oder dass sie von einer
Krankheit geheilt würden.00:50:46
00:50:46
Sie hofften auf Leben im Himmel.00:50:49
00:50:49
In Kolosser 1:3, 5 heißt es dazu:00:50:53
00:50:54
„Wir danken Gott ... immer wieder,
wenn wir für euch beten. ...00:50:57
00:50:57
weil ihr auf das hofft, was für euch
im Himmel aufbewahrt ist.“00:51:01
00:51:02
Lasst uns jetzt einmal Römer aufschlagen,00:51:05
00:51:05
Römer, Kapitel 8, Vers 20 und 21.00:51:09
00:51:11
Die „große Volksmenge“ heute
freut sich ja über die Hoffnung,00:51:15
00:51:15
einmal im Paradies auf
der Erde leben zu können.00:51:18
00:51:20
Diese Hoffnung hatte Paulus im Sinn,00:51:22
00:51:22
als er die Worte in
Römer 8:20, 21 aufschrieb:00:51:27
00:51:30
„Die Schöpfung ist nämlich der
Sinnlosigkeit unterworfen worden,00:51:34
00:51:34
nicht durch ihren eigenen Willen,00:51:36
00:51:37
sondern durch den, der sie unterworfen hat,00:51:39
00:51:39
doch mit der Hoffnung,00:51:41
00:51:41
dass die Schöpfung selbst auch aus der
Sklaverei des Verderbens befreit wird00:51:46
00:51:46
und zur herrlichen Freiheit
der Kinder Gottes gelangt.“00:51:49
00:51:53
Als Paulus allerdings in Römer 12:12 schrieb:00:51:57
00:51:57
„Freut euch in der Hoffnung“,00:51:59
00:51:59
meinte er die Hoffnung auf Leben im Himmel,00:52:02
00:52:02
nicht auf der Erde.00:52:04
00:52:04
Aber die „anderen Schafe“
können sich auch freuen00:52:07
00:52:07
auf ihre Hoffnung.00:52:09
00:52:10
Wir alle haben also großen Grund zur Freude.00:52:13
00:52:14
Für die Welt sieht es düster aus;00:52:16
00:52:16
unsere Hoffnung ist strahlend.00:52:18
00:52:18
Die Hoffnung der Welt zerschlägt sich;00:52:21
00:52:21
unsere Hoffnung steht kurz vor der Erfüllung.00:52:24
00:52:24
Die Hoffnung der Welt
stützt sich auf Leichtgläubigkeit;00:52:27
00:52:28
unsere Hoffnung auf echten Glauben.00:52:30
00:52:30
Die Hoffnung der Welt führt zu Enttäuschung;00:52:33
00:52:33
unsere Hoffnung führt zu Erfolg.00:52:36
00:52:36
Die neue Welt ist so nah,00:52:38
00:52:39
das heißt, unsere herrliche Hoffnung,00:52:41
00:52:41
egal ob im Himmel oder auf der Erde,00:52:43
00:52:43
wird sich bald erfüllen;00:52:44
00:52:45
wir werden für immer glücklich sein.00:52:47
00:52:48
Lasst uns mal zusammen
Titus, Kapitel 2, Vers 13 lesen:00:52:52
00:53:00
„Während wir darauf warten, dass sich
unsere beglückende Hoffnung erfüllt00:53:04
00:53:05
und die Herrlichkeit des großen
Gottes und unseres Retters,00:53:07
00:53:08
Jesus Christus, offenbar wird.“00:53:10
00:53:11
Außerdem hilft uns Hoffnung auszuharren.00:53:15
00:53:15
So steht es in Römer 8:24, 25:00:53:19
00:53:20
„Hoffnung ..., die man sieht,
ist keine Hoffnung. ...00:53:24
00:53:24
Wenn wir aber auf das hoffen,
was wir nicht sehen,00:53:27
00:53:27
so erwarten wir es
sehnsüchtig mit Ausharren.“00:53:31
00:53:33
Hoffnung kann verschiedene Stufen erreichen.00:53:36
00:53:36
Wie können wir unsere Hoffnung
sichern oder festigen?00:53:40
00:53:41
Das griechische Wort für Hoffnung, el·pisʹ,00:53:45
00:53:45
hat in der Bibel die Grundbedeutung00:53:47
00:53:47
von „Erwarten des Guten“.00:53:50
00:53:52
Hier erwähnt es Paulus als
Letztes in seiner Aufzählung –00:53:56
00:53:56
nach Schwierigkeiten, Ausharren
und einem bewährten Zustand.00:54:01
00:54:01
Daher bezieht er sich offensichtlich
nicht auf die anfängliche Hoffnung,00:54:05
00:54:05
die man bekommt,00:54:06
00:54:07
wenn man die gute Botschaft Gottes annimmt.00:54:09
00:54:09
Es geht ihm vielmehr um
eine gefestigte Hoffnung,00:54:13
00:54:13
die sich ein Christ durch
Ausharren aneignen kann.00:54:17
00:54:17
Wenn ein Christ in Prüfungen treu bleibt,00:54:20
00:54:20
wird ihm bewusst, dass er
Gottes Anerkennung hat.00:54:23
00:54:23
Und dieses Bewusstsein verstärkt
seine anfängliche Hoffnung.00:54:28
00:54:30
Wir können uns wie Paulus
trotz Verfolgung freuen.00:54:35
00:54:36
Vielleicht werden auch wir
beleidigt oder angegriffen,00:54:40
00:54:40
in der Schule, auf der Arbeit,00:54:42
00:54:42
in der Familie00:54:43
00:54:44
oder aufgrund eines staatlichen Verbots.00:54:46
00:54:47
In Matthäus 5:11, 12,00:54:50
00:54:50
also in seiner Bergpredigt,00:54:52
00:54:52
da sagte Jesus Folgendes,00:54:54
00:54:56
Matthäus 5:11, 12:00:54:59
00:55:01
„Glücklich seid ihr, wenn man
euch meinetwegen beschimpft,00:55:05
00:55:05
verfolgt und alle möglichen
boshaften Lügen über euch erzählt.00:55:10
00:55:10
Freut euch und seid überglücklich,00:55:14
00:55:14
denn eure Belohnung im Himmel ist groß.00:55:17
00:55:17
Schließlich wurden die Propheten
vor euch genauso verfolgt.“00:55:21
00:55:24
Achte doch im folgenden Video mal darauf,00:55:26
00:55:26
was unserem Bruder und
seiner Frau geholfen hat,00:55:29
00:55:29
trotz Verfolgung die Freude zu bewahren.00:55:33
00:55:44
Eines Morgens sind bewaffnete Einsatzkräfte
in meine Wohnung eingebrochen.00:55:49
00:55:52
Sie haben mir Handschellen angelegt00:55:54
00:55:54
und alles durchsucht.00:55:56
00:55:56
Sie haben mich mitgenommen,00:55:58
00:55:58
und ich wurde vom
russischen Geheimdienst verhört.00:56:00
00:56:00
Zwei Tage später hat
das Gericht mich verurteilt,00:56:03
00:56:03
und ich kam in Untersuchungshaft.00:56:05
00:56:08
Ich hatte Angst, weil ich nicht wusste,00:56:10
00:56:10
wie man mich im Gefängnis behandeln würde.00:56:12
00:56:13
Die Beamten haben mir gedroht00:56:14
00:56:14
und haben mir gesagt,
ich soll mich schuldig bekennen.00:56:17
00:56:17
Ich sollte die Namen
meiner Glaubensbrüder verraten,00:56:20
00:56:20
ansonsten würde die Situation
noch schlimmer werden.00:56:22
00:56:23
Ich hab auch meine liebe Frau vermisst,00:56:25
00:56:25
es war so schwer ohne sie.00:56:26
00:56:28
Zwei Monate lang hatte ich
keine geistige Nahrung,00:56:31
00:56:31
noch nicht mal eine Bibel.00:56:32
00:56:33
Also habe ich beschlossen,
mir eine zu machen.00:56:35
00:56:35
Meine Frau hat mir ein Notizbuch geschickt,00:56:38
00:56:38
und ich habe jeden Tag
Bibelverse aufgeschrieben,00:56:40
00:56:40
an die ich mich erinnern konnte.00:56:42
00:56:42
Nachdem ich 500 Bibelverse
aufgeschrieben hatte,00:56:45
00:56:45
hab ich endlich eine Bibel bekommen.00:56:47
00:56:47
Ich hab sie in vier Monaten durchgelesen,00:56:49
00:56:50
weil ich das Bibellesen so vermisst hab.00:56:52
00:56:53
In dieser Zeit hab ich Briefe an meine Frau
und meine Freunde geschrieben.00:56:56
00:56:56
Ich hab ihnen geschrieben,00:56:58
00:56:58
was ich Interessantes beim
Bibellesen herausgefunden hab.00:57:01
00:57:02
Und dann hab ich Briefe bekommen,00:57:03
00:57:03
von meinen Freunden und
von meiner lieben Frau.00:57:05
00:57:06
Und ich hatte das Gefühl,
als wären sie so nahe,00:57:08
00:57:08
als wären sie in der Zelle neben mir.00:57:10
00:57:11
Ich war wirklich nicht allein.00:57:14
00:57:16
Das Gefängnis trennt jemand
vielleicht von anderen Menschen,00:57:20
00:57:20
aber nichts kann einen von Jehova trennen.00:57:23
00:57:23
Den ganzen Tag hab ich
immer wieder zu Jehova gebetet.00:57:27
00:57:27
Aber vor dem Schlafengehen –
das war eine besondere Zeit:00:57:30
00:57:30
Wenn alle anderen geschlafen haben00:57:32
00:57:32
und nur noch das Nachtlicht an war,00:57:34
00:57:34
dann hatte ich Zeit, Jehova
alles zu sagen, was ich wollte.00:57:37
00:57:39
Manchmal war ich allein in meiner Zelle,00:57:41
00:57:41
und das hab ich natürlich genutzt.00:57:43
00:57:44
Ich bin auf die Knie und hab
unter Tränen zu Jehova gebetet.00:57:48
00:57:50
Ich hab all meine Bitten
auf ein Blatt Papier geschrieben00:57:53
00:57:53
und dann alles markiert,
was Jehova beantwortet hat.00:57:56
00:57:56
Ich war überzeugt:00:57:58
00:57:58
Jehova war mir wirklich nah.00:58:00
00:58:02
Tagsüber hab ich auch immer
leise unsere Lieder gesungen,00:58:05
00:58:05
aber wenn ich alleine war,00:58:07
00:58:07
hab ich aus voller Kehle gesungen.00:58:09
00:58:10
Wann immer möglich, hab ich versucht,
über meinen Glauben zu sprechen.00:58:14
00:58:14
Es ging um verschiedenste Themen –00:58:16
00:58:16
von Tattoos bis hin zum König des Nordens.00:58:19
00:58:20
Alle meine Ängste und Sorgen
waren unbegründet.00:58:23
00:58:23
Ich war 343 Tage in Untersuchungshaft00:58:26
00:58:26
und nicht mal ein Haar ist mir gekrümmt worden.00:58:29
00:58:29
Das war die interessanteste
Erfahrung meines Lebens,00:58:32
00:58:33
eine hervorragende Schulung,00:58:34
00:58:34
um an meinen christlichen
Eigenschaften zu arbeiten.00:58:37
00:58:37
Noch nie hab ich mich Jehova so nahe gefühlt.00:58:40
00:58:40
Was für eine Ehre –00:58:41
00:58:41
Jehovas Souveränität
auf diese Weise zu verteidigen!00:58:45
00:58:51
Was hilft dir denn heute,
die Freude zu bewahren,00:58:54
00:58:54
wenn du Gegnerschaft ertragen musst?00:58:57
00:58:58
Ist es deine Freundschaft zu Jehova,00:59:00
00:59:00
deine Glaubensbrüder00:59:02
00:59:02
oder deine Hoffnung, im Himmel
oder auf der Erde zu leben?00:59:05
00:59:05
Das alles gehört dazu.00:59:08
00:59:09
Freu dich über die Liebe Jehovas00:59:12
00:59:12
und über die Liebe deiner Brüder.00:59:14
00:59:15
Wenn du Verfolgung durchmachst,00:59:17
00:59:17
werden deine Glaubensbrüder00:59:19
00:59:20
nicht nur deine Freunde,00:59:21
00:59:21
nicht nur die in der Versammlung,00:59:23
00:59:23
sondern die Brüder auf der ganzen Welt –00:59:25
00:59:26
für dich beten.00:59:27
00:59:27
Die Engel beobachten dich,
und sie sind stolz auf dich,00:59:31
00:59:31
wenn sie sehen, dass du treu bleibst.00:59:33
00:59:33
Dein Ausharren löst bei den
treuen Engeln große Freude aus.00:59:38
00:59:39
Und genauso wie Jehova,00:59:41
00:59:41
Jesus und die Engel00:59:43
00:59:43
sind auch deine Glaubensbrüder stolz auf dich.00:59:46
00:59:47
Sie freuen sich über dein Ausharren
und deinen Glauben trotz Verfolgung.00:59:52
00:59:55
Bruder William Turner,
ein Helfer des Dienstkomitees,00:59:59
00:59:59
hält jetzt den nächsten Vortrag
in unserer Vortragsreihe.01:00:02
01:00:02
Sein Thema: „Freude trotz ... Hunger.“01:00:06
01:00:12
Wie geht’s dir, wenn du
eine Mahlzeit ausgelassen01:00:15
01:00:15
oder schon lange nichts mehr gegessen hast?01:00:18
01:00:18
Manche sind dann schlecht drauf,01:00:20
01:00:20
können sich vielleicht nicht mehr konzentrieren01:00:23
01:00:23
oder auch nicht mehr klar denken.01:00:25
01:00:28
Aber was, wenn wir es selbst
gar nicht in der Hand haben,01:00:30
01:00:31
ob wir satt werden oder nicht?01:00:32
01:00:32
Wenn uns nichts anderes
übrig bleibt, als zu hungern? 01:00:35
01:00:37
Genau diese Erfahrung musste der Apostel
Paulus während seines Dienstes machen.01:00:42
01:00:44
In 2. Korinther 11:27 sagt er zum Beispiel,01:00:48
01:00:48
dass er oft „Hunger und Durst“ litt01:00:50
01:00:50
und dass er „häufig ohne Essen“ war.01:00:52
01:00:53
Das war wahrscheinlich dann der Fall,01:00:55
01:00:55
wenn er durch unfruchtbare Gegenden
oder durch die Wüste reiste.01:00:59
01:00:59
Oder auch dann, wenn er in einer
für ihn fremden Gegend war.01:01:03
01:01:04
Dort konnte er vielleicht
nicht genügend verdienen01:01:06
01:01:06
und andere haben auch nicht für ihn gesorgt.01:01:09
01:01:10
Paulus erlebte auch eine große Hungersnot,01:01:13
01:01:13
eine Hungersnot, die über 3 Jahre anhielt01:01:16
01:01:17
und die große Armut in Judäa
und in Jerusalem auslöste.01:01:21
01:01:22
Paulus hatte also nicht immer
genügend zu essen.01:01:25
01:01:26
Aber trotzdem hatte er eine
bemerkenswerte Einstellung.01:01:30
01:01:31
Zum Beispiel spricht er in
2. Korinther 6:10 davon,01:01:35
01:01:35
dass er und seine
Glaubensbrüder zwar trauern,01:01:38
01:01:38
aber dass sie sich trotzdem „immer freuen“.01:01:41
01:01:43
Am Beispiel von Paulus wird deutlich:01:01:45
01:01:45
Schwere Zeiten können einen
schon auch traurig machen.01:01:49
01:01:49
Aber trotzdem kann man sich
in diesen Zeiten auch freuen.01:01:53
01:01:54
Wieso konnte sich Paulus
denn trotz Hunger freuen?01:01:57
01:01:59
Lassen wir ihn doch selbst mal antworten.01:02:01
01:02:01
Wir schlagen das Bibelbuch Philipper auf,01:02:04
01:02:04
und wir lesen Philipper Kapitel 401:02:07
01:02:08
die Verse 11 bis 13.01:02:10
01:02:13
Hier heißt es:01:02:15
01:02:15
„Ich sage das nicht, weil mir etwas fehlt,01:02:18
01:02:18
denn ich habe gelernt, unabhängig von
den Umständen zurechtzukommen.01:02:22
01:02:22
Ich weiß, was es heißt, wenig zu haben,01:02:25
01:02:25
und was es heißt, Überfluss zu haben.01:02:27
01:02:27
In allem und unter allen Umständen
habe ich das Geheimnis kennengelernt,01:02:32
01:02:32
sowohl satt zu sein als auch zu hungern,01:02:35
01:02:36
sowohl Überfluss zu haben
als auch Mangel zu leiden.01:02:39
01:02:40
Für alles bin ich stark01:02:43
01:02:43
durch den, der mir Kraft gibt.“01:02:45
01:02:47
Ist dir etwas aufgefallen?01:02:49
01:02:49
Paulus spricht hier von einem Geheimnis,01:02:52
01:02:52
davon, „sowohl satt zu sein
als auch zu hungern“.01:02:56
01:02:57
Dieses Geheimnis besteht
unter anderem darin,01:02:59
01:02:59
sich bei allem, was wir zum Leben
brauchen, auf Jehova zu verlassen01:03:03
01:03:03
und mit dem zufrieden
zu sein, was er uns gibt.01:03:06
01:03:06
Bei Paulus war das der Fall.01:03:09
01:03:09
Um niemandem zur Last zu fallen,
hat er in einem Handwerk gearbeitet.01:03:13
01:03:14
Aber weil er sich voll im Dienst eingesetzt hat,01:03:16
01:03:16
hatte er nur wenig zum Leben.01:03:18
01:03:18
Und deswegen war er
dankbar für seine Glaubensbrüder.01:03:22
01:03:22
Sie unterstützten Paulus01:03:24
01:03:24
und sorgten für das, was er gerade brauchte.01:03:27
01:03:27
Durch all das hat Paulus
etwas Wichtiges gelernt:01:03:31
01:03:31
Er sah in seinem Leben die Hand Jehovas.01:03:34
01:03:34
Und ihm war klar:01:03:35
01:03:35
Ganz egal, in welchen Umständen
man gerade steckt –01:03:38
01:03:39
Jehova sorgt für das, was man braucht,01:03:42
01:03:42
wenn man auf ihn vertraut.01:03:43
01:03:44
Ist dir der Vers 13 aufgefallen?01:03:46
01:03:46
Jehova unterstützte Paulus, er gab ihm Kraft.01:03:50
01:03:51
Und selbst wenn Paulus mit
Schwierigkeiten zurechtkommen musste –01:03:54
01:03:54
er blieb zufrieden,01:03:56
01:03:56
er bewahrte sich seine innere Freude01:03:59
01:03:59
und er setzte sich weiter für Jehova ein.01:04:02
01:04:04
Was können wir hier von Paulus lernen?01:04:06
01:04:08
Vielleicht müssen wir auch Hunger leiden,01:04:09
01:04:10
und das kann verschiedene Ursachen haben.01:04:12
01:04:12
Eine mögliche Ursache:01:04:14
01:04:14
Lebensmittelknappheit.01:04:16
01:04:16
Vielleicht aufgrund von politischen Unruhen01:04:18
01:04:19
oder aufgrund einer Wirtschaftskrise.01:04:21
01:04:21
Und durch die aktuelle Weltlage
haben auch viele ihre Arbeit verloren,01:04:25
01:04:25
darunter auch unsere Brüder.01:04:27
01:04:27
Solche oder ähnliche Umstände zwingen
uns vielleicht, mit weniger auszukommen.01:04:32
01:04:34
Auch Verfolgung könnte zu Hunger führen.01:04:37
01:04:37
Wie war es zum Beispiel
in den Konzentrationslagern?01:04:41
01:04:41
Nahrungsentzug war eine
der teuflischen Methoden,01:04:44
01:04:44
mit denen versucht wurde, den
Glauben unserer Brüder zu brechen.01:04:48
01:04:49
Oder noch eine ganz andere Situation:01:04:52
01:04:53
Wer in ein Gebiet zieht,
wo mehr Bedarf besteht,01:04:56
01:04:56
muss vielleicht lernen, mit weniger
zufrieden zu sein als vorher.01:05:01
01:05:02
All das macht deutlich:01:05:04
01:05:04
Jeder von uns kann einmal in eine Situation
kommen, wo man weniger zu essen hat01:05:08
01:05:09
oder sogar Hunger leidet.01:05:11
01:05:11
Wie fühlen wir uns bei dieser Vorstellung?01:05:13
01:05:13
Macht sie uns Angst?01:05:15
01:05:16
Was ist da das Gegenmittel?01:05:18
01:05:19
Unser Vertrauen auf unseren Gott Jehova.01:05:23
01:05:24
Das Vertrauen auf Jehova
ist der Schlüssel dafür,01:05:28
01:05:28
ruhig zu bleiben01:05:29
01:05:29
und jeden Tag für sich zu nehmen.01:05:32
01:05:33
Ein Familienvater erzählt, was er getan hat,01:05:36
01:05:36
als in seinem Land eine Inflation ausbrach.01:05:38
01:05:38
Er sagt:01:05:39
01:05:39
„Mein tägliches Gebet ging darum,01:05:42
01:05:42
dass Gott uns ‚heute unser Brot
für diesen Tag‘ geben möge.“01:05:46
01:05:49
Außerdem ist es wichtig, dankbar für
das zu sein, was Jehova uns gibt.01:05:53
01:05:54
Derselbe Bruder hat sich einmal
in einer Schlange angestellt,01:05:56
01:05:57
um etwas zu essen zu kaufen.01:05:58
01:05:58
Aber als er dann an der Reihe war,01:05:59
01:06:00
gab es nur noch etwas, was er gar nicht mochte.01:06:02
01:06:03
Wie hat er reagiert?01:06:04
01:06:04
Er erzählt:01:06:06
01:06:06
„Eigentlich schmeckt mir das nicht,01:06:08
01:06:08
aber es war etwas Essbares.01:06:10
01:06:11
Also war das unser Abendessen.“01:06:13
01:06:14
Der Bruder war dankbar,
dass Jehova für sie gesorgt hatte.01:06:17
01:06:19
Vielleicht sind wir zurzeit
in der glücklichen Lage,01:06:21
01:06:21
dass wir uns aussuchen können,
was wir essen und was nicht.01:06:24
01:06:25
Aber was, wenn sich die Umstände ändern?01:06:27
01:06:27
Können wir uns dann anpassen?01:06:29
01:06:29
Sind wir auch dann dankbar?01:06:32
01:06:33
Ist es nicht beruhigend zu wissen,
dass wir einen liebevollen Vater haben,01:06:36
01:06:37
der für alles sorgt, was wir brauchen?01:06:39
01:06:40
Seien wir in so einer Situation also
zufrieden mit allem, was Jehova uns gibt.01:06:46
01:06:47
Schauen wir uns doch jetzt einmal ein Video an.01:06:49
01:06:50
Und achten wir doch mal darauf,01:06:51
01:06:52
was unserer Schwester geholfen hat,
die Freude zu bewahren –01:06:54
01:06:55
und das trotz Hunger.01:06:56
01:07:15
Früher, also vor der Krise,01:07:17
01:07:17
hatten wir hier in Venezuela
nicht so viele Probleme wie heute.01:07:21
01:07:23
Wir konnten einfach in ein Geschäft gehen01:07:25
01:07:25
und so viel Essen kaufen, wie wir wollten.01:07:28
01:07:28
Wir hatten eigentlich ein ruhiges Leben.01:07:31
01:07:36
Vor fünf Jahren hat sich die Situation01:07:38
01:07:38
für uns dann aber geändert.01:07:40
01:07:41
Es wurde richtig schlimm.01:07:43
01:07:43
Man hat kaum noch
etwas zu essen bekommen,01:07:46
01:07:46
noch nicht mal Grundnahrungsmittel.01:07:48
01:07:49
Wenn man etwas kaufen wollte,01:07:50
01:07:50
gab es einfach nichts mehr.01:07:52
01:07:54
Zwei Älteste sind,01:07:55
01:07:55
ja, eigentlich fast täglich,01:07:57
01:07:57
bei mir vorbeigekommen01:07:58
01:07:58
und haben mich gefragt,
was ich zu essen brauche.01:08:01
01:08:03
Wenn ich gekocht habe,
war meine Hauptsorge immer,01:08:06
01:08:06
dass meine Kinder satt werden.01:08:08
01:08:11
Ich hab ihnen immer die
größere Portion gegeben.01:08:14
01:08:15
Mein Kleiner hat dann immer gefragt:01:08:17
01:08:17
„Und du, Mami?01:08:18
01:08:18
Bist du wirklich schon satt?“01:08:20
01:08:20
Und ich hab ihm dann gesagt:01:08:22
01:08:22
„Ist schon gut, mein Schatz.01:08:23
01:08:23
Das reicht mir.“01:08:25
01:08:25
Aber er meinte: „Das glaub ich nicht.“01:08:28
01:08:32
Ich hab gedacht, ich kann mit
so wenig Essen auskommen.01:08:36
01:08:36
Aber es war einfach nicht
genug für meinen Körper.01:08:39
01:08:44
Einen Sonntagmorgen in der Versammlung01:08:46
01:08:46
hab ich mich überhaupt nicht gut gefühlt.01:08:48
01:08:49
Aber zum Glück war meine Tochter bei mir.01:08:51
01:08:51
Als ich zu mir kam, hat sie gesagt:01:08:54
01:08:54
„Mama, du bist drei Mal
ohnmächtig geworden.“01:08:57
01:08:57
Ich konnte das gar nicht glauben.01:08:59
01:09:00
Die Brüder haben mich jedenfalls
sofort zum Arzt gebracht,01:09:03
01:09:03
und er hat dann festgestellt,01:09:04
01:09:04
dass ich stark unterernährt bin.01:09:06
01:09:09
Die Versammlung hat dann
einen Plan aufgestellt.01:09:12
01:09:13
Sie haben mir Mahlzeiten gebracht01:09:14
01:09:14
und sind dann sogar bei mir geblieben,01:09:16
01:09:16
bis ich aufgegessen hatte.01:09:18
01:09:20
Ich hab mein altes Gewicht
zwar noch nicht ganz zurück.01:09:22
01:09:23
Früher hab ich ein bisschen mehr gewogen.01:09:25
01:09:25
Aber gesundheitlich geht es mir viel besser.01:09:28
01:09:31
Die Ältesten haben immer
wieder nach mir geschaut,01:09:33
01:09:34
und das hat mir wieder Kraft gegeben.01:09:36
01:09:37
Jedenfalls hab ich nie meine Freude verloren.01:09:39
01:09:41
Das verdanke ich alles Jehova!01:09:43
01:09:43
Ich bin ihm wirklich dankbar.01:09:45
01:09:45
Er erhält mich am Leben.01:09:47
01:09:47
Er gibt mir Kleidung, etwas zu essen01:09:49
01:09:49
und wunderbare Freunde.01:09:51
01:09:51
Das alles hab ich von Jehova.01:09:54
01:09:59
Ist dir aufgefallen, was unserer
Schwester geholfen hat?01:10:02
01:10:02
An erster Stelle:01:10:03
01:10:04
ihre Freundschaft zu Jehova.01:10:05
01:10:05
Ihr war wichtig, Jehova nahe zu bleiben01:10:08
01:10:08
und regelmäßig die
Zusammenkünfte zu besuchen.01:10:11
01:10:11
Was half ihr noch?01:10:13
01:10:13
Ihre Glaubensbrüder.01:10:15
01:10:15
War es nicht schön zu sehen,
wie fürsorglich die Ältesten waren?01:10:19
01:10:19
Sie haben jeden Tag nach ihr gesehen,01:10:21
01:10:21
für Essen gesorgt01:10:22
01:10:23
und darauf geachtet,
dass sie wirklich genügend isst.01:10:26
01:10:26
Und diese Hilfen haben wir auch:01:10:29
01:10:29
Unsere enge Freundschaft zu Jehova,01:10:32
01:10:32
die Hilfe unserer Glaubensbrüder01:10:34
01:10:34
und an unserer Hoffnung festzuhalten.01:10:37
01:10:37
All das hilft uns, freudig zu bleiben,01:10:39
01:10:39
auch wenn wir vielleicht
mal Hunger leiden müssen.01:10:41
01:10:42
Wir sind überzeugt von dem,
was Paulus in Philipper 4:12 schrieb:01:10:47
01:10:48
Jehova kann und wird für das
Lebensnotwendige sorgen –01:10:52
01:10:53
und zwar unter allen Umständen.01:10:56
01:10:57
Natürlich machen wir uns in
Zeiten des Hungers Sorgen darüber,01:11:01
01:11:01
wie es mit uns und unserer
Familie weitergehen soll.01:11:04
01:11:04
Aber wir haben gesehen:01:11:06
01:11:06
Es ist möglich, freudig zu bleiben –01:11:09
01:11:09
auch wenn wir mit Hunger
zu kämpfen haben.01:11:11
01:11:12
Wie?01:11:14
01:11:14
Denk an das Geheimnis.01:11:16
01:11:16
Und wer hört schon weg,
wenn es um ein Geheimnis geht?01:11:19
01:11:19
Und dieses Geheimnis
verrät Jehova uns sehr gerne.01:11:23
01:11:24
Es geht darum, Jehova zu vertrauen01:11:26
01:11:26
und seine Hand in unserem Leben zu sehen.01:11:30
01:11:31
Jehova freut sich sehr darüber,01:11:32
01:11:32
wenn seine Diener ihm treu bleiben
und die Freude bewahren,01:11:35
01:11:36
und wenn sie darauf vertrauen,
dass er sie niemals im Stich lässt.01:11:40
01:11:42
Bruder Robert Luccioni,
ein Helfer des Verlagskomitees,01:11:45
01:11:45
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.01:11:48
01:11:49
Sein Thema: „Freude trotz ... Nacktheit“.01:11:52
01:11:59
Ist es möglich, sich zu freuen, wenn
man schwere Zeiten durchmacht?01:12:04
01:12:04
Bis hierhin haben wir schon gesehen,01:12:06
01:12:06
wie der Apostel Paulus
die Freude bewahren konnte,01:12:09
01:12:09
und das trotz Schwierigkeiten,
Not, Verfolgung oder sogar Hunger.01:12:14
01:12:14
Und bestimmt hat uns das Mut gemacht,01:12:16
01:12:16
weil einige von uns solche Dinge erlebt haben01:12:19
01:12:19
oder sogar gerade im Moment erleben.01:12:21
01:12:22
Aber was ist, wenn wir alles
verlieren, was wir haben,01:12:26
01:12:26
vielleicht durch Katastrophen
oder politische Unruhen?01:12:29
01:12:29
Kann uns das Beispiel von
Paulus auch da helfen?01:12:32
01:12:33
In Römer 8:35, unserem Leittext,01:12:36
01:12:36
erwähnt Paulus, dass uns
nicht einmal „Nacktheit“01:12:38
01:12:38
von der Liebe des Christus trennen könnte.01:12:42
01:12:43
Und Paulus wusste, wovon er sprach.01:12:45
01:12:45
Lasst uns dazu mal zusammen
2. Korinther 11:27 lesen.01:12:50
01:12:51
Schauen wir mal, was er durchmachte:01:12:53
01:12:54
„Ich habe hart gearbeitet und mich abgemüht,01:12:57
01:12:57
konnte nachts oft nicht schlafen,01:12:59
01:12:59
litt Hunger und Durst,01:13:00
01:13:01
war häufig ohne Essen,01:13:03
01:13:03
ich war der Kälte ausgesetzt01:13:05
01:13:05
und hatte nicht genug Kleidung“,01:13:07
01:13:07
und die Fußnote spricht hier von Nacktheit.01:13:10
01:13:11
Paulus hatte nicht deswegen wenig
anzuziehen, weil er faul gewesen wäre.01:13:15
01:13:15
Wir wissen aus der Bibel,
dass er sehr hart gearbeitet hat.01:13:19
01:13:20
Er hatte nicht genug Kleidung und
war der Kälte ausgesetzt,01:13:22
01:13:23
weil er Schwierigkeiten in
seinem Dienst durchmachte.01:13:26
01:13:27
Denken wir nur einmal an die Situation,
als Paulus Schiffbruch erlitt.01:13:30
01:13:30
Das Schiff wurde vom schlimmsten
Sturm im Mittelmeerraum erfasst01:13:34
01:13:34
und zerbrach schließlich in Stücke.01:13:36
01:13:36
Was taten jetzt Paulus und die anderen?01:13:38
01:13:38
Um sich zu retten,01:13:39
01:13:39
klammerten sie sich an Planken
und an Schiffsteile des Wracks;01:13:43
01:13:44
vielleicht hatten sie kaum noch
etwas an, als sie das Ufer erreichten.01:13:47
01:13:47
Jedenfalls war ihnen kalt,01:13:49
01:13:49
weswegen man auf Malta ein Feuer
für die Überlebenden angezündet hat.01:13:52
01:13:53
Bei anderen Gelegenheiten musste er
fliehen und konnte nichts mitnehmen01:13:56
01:13:56
außer dem, was er anhatte.01:13:58
01:13:58
Und dann wurde er auch
geschlagen und gesteinigt,01:14:00
01:14:00
was sicher auch Spuren an
seiner Kleidung hinterlassen hat.01:14:03
01:14:04
Zum Beispiel lesen wir in
Apostelgeschichte 16:22,01:14:08
01:14:08
dass die Magistrate Paulus
„die Kleider heruntergerissen“ haben01:14:11
01:14:11
und dass sie Befehl gaben,
ihn „mit Ruten zu schlagen“01:14:14
01:14:14
und ihn „ins Gefängnis [zu] werfen“.01:14:17
01:14:18
Wenn wir das alles im Hinterkopf behalten,
verstehen wir besser, was Paulus meinte,01:14:22
01:14:22
als er 1. Korinther 4:11 schrieb.01:14:25
01:14:25
1. Korinther 4:11,01:14:28
01:14:28
er schreibt hier:01:14:30
01:14:30
„Bis zu dieser Stunde leiden
wir ständig Hunger und Durst01:14:33
01:14:33
und sind dürftig bekleidet,01:14:35
01:14:35
wir werden geschlagen,01:14:36
01:14:36
haben kein Zuhause.“01:14:39
01:14:39
Und obwohl er das alles erlebt hat,01:14:41
01:14:41
ist interessant, wozu Paulus
hier seine Brüder auffordert.01:14:44
01:14:45
Lest mal den Vers 16 mit mir:01:14:47
01:14:47
„Deshalb bitte ich euch dringend:01:14:49
01:14:49
Nehmt mich zum Vorbild.“01:14:51
01:14:52
Sie sollten sich also ein
Beispiel an Paulus nehmen01:14:54
01:14:54
und sich trotz Schwierigkeiten freuen.01:14:57
01:14:57
In Römer 12:12 bringt er das
auf den Punkt, wenn er sagt:01:15:00
01:15:00
„Freut euch in der Hoffnung. ...01:15:01
01:15:02
Teilt mit den Heiligen
entsprechend ihren Bedürfnissen.“01:15:05
01:15:05
Paulus konnte sich also
freuen und anderen helfen,01:15:08
01:15:08
und das sogar, wenn er selbst
schwierige Situationen erlebte.01:15:12
01:15:12
Auch unsere lieben Glaubensbrüder sind
zunehmend von Katastrophen betroffen.01:15:17
01:15:18
Denken wir mal an das letzte Jahr:01:15:20
01:15:20
Da gab es Erdbeben,01:15:21
01:15:22
zum Beispiel in Albanien,01:15:23
01:15:23
auf den Philippinen oder auf Puerto Rico;01:15:26
01:15:26
große Überschwemmungen im Kongo,01:15:28
01:15:28
in Spanien, in den USA.01:15:31
01:15:31
Oder denken wir an die vielen Wirbelstürme,01:15:33
01:15:33
auf den Philippinen oder auf den Bahamas,01:15:36
01:15:36
verheerende Waldbrände in Australien
oder in den Vereinigten Staaten –01:15:39
01:15:40
und man könnte die Liste noch fortführen.01:15:42
01:15:42
Was waren die Folgen solcher Katastrophen?01:15:44
01:15:44
Viele unserer Brüder und Schwestern –
vielleicht auch du –01:15:48
01:15:48
mussten aus ihrem Zuhause fliehen,
mitten in der Nacht,01:15:51
01:15:51
und das nur mit dem, was sie gerade anhatten.01:15:53
01:15:53
Und in manchen Fällen hat so eine
Katastrophe alles zerstört, was sie hatten.01:15:58
01:15:59
Es tut uns sehr weh, wenn wir
von solchen Berichten hören.01:16:02
01:16:02
Und ihr Lieben,01:16:03
01:16:03
wenn ihr gerade so etwas
durchmacht, dann denkt daran:01:16:06
01:16:06
Wir beten für euch.01:16:09
01:16:09
Trotz dieser schlimmen Umstände
bleibt ihr weiter freudig.01:16:14
01:16:14
Wie ist das möglich?01:16:17
01:16:17
Achtet doch im folgenden Video mal darauf,01:16:20
01:16:20
was unserem Bruder und unserer Schwester
geholfen hat, die Freude zu bewahren,01:16:24
01:16:24
als sie einmal alles verloren hatten.01:16:27
01:16:39
In New York zu leben heißt vor allem eins:01:16:42
01:16:42
ständig im Stress zu sein.01:16:44
01:16:45
Unser Tag ist immer komplett durchgetaktet.01:16:48
01:16:49
Aber es lief eigentlich ganz gut.01:16:52
01:16:52
Wir hatten viel Freude im Pionierdienst01:16:54
01:16:54
und Jobs, mit denen man in
New York über die Runden kommt.01:16:57
01:16:57
Man muss hier echt auf sich aufpassen01:16:59
01:16:59
und immer im Auge behalten,
was um einen herum passiert.01:17:03
01:17:04
Aber dass uns01:17:05
01:17:05
ausgerechnet ein Hurrikan treffen würde,01:17:07
01:17:07
damit hätten wir nie gerechnet.01:17:09
01:17:15
Als wir die Sturmwarnung
in den Nachrichten gehört haben,01:17:18
01:17:18
war es tatsächlich ziemlich
stürmisch und am Regnen.01:17:21
01:17:21
Und als ich gesehen habe, wie das Wasser
auf den Parkplatz strömt, war mir klar:01:17:25
01:17:25
Hier passiert gleich was Schlimmes.01:17:28
01:17:32
Alles, was uns danach noch blieb,01:17:34
01:17:34
war das, was wir anhatten.01:17:36
01:17:37
Es war alles zerstört –01:17:39
01:17:40
einfach weg –01:17:41
01:17:42
in einer einzigen Nacht.01:17:44
01:17:45
Ich hätte nie gedacht,01:17:46
01:17:47
durch so eine Katastrophe
mal alles zu verlieren –01:17:49
01:17:49
buchstäblich alles,01:17:51
01:17:51
bis auf’s letzte Hemd.01:17:53
01:17:53
Zum ersten Mal habe ich
verstanden, was es heißt,01:17:56
01:17:56
völlig mittellos dazustehen.01:17:58
01:17:58
Ich war am Boden zerstört01:18:00
01:18:00
und hab immer nur gedacht:01:18:01
01:18:02
„Wie soll es denn jetzt weitergehen?“01:18:03
01:18:06
In der Woche war Kongress.01:18:07
01:18:08
Aber ich hatte nicht mal ein
Jackett oder eine Krawatte.01:18:11
01:18:11
Bis dahin hatte ich mir über Kleidung
nie groß Gedanken gemacht;01:18:15
01:18:15
ich hatte ja immer welche.01:18:17
01:18:20
Was die Brüder alles für uns getan haben,01:18:23
01:18:23
war einfach wunderbar.01:18:25
01:18:25
An dem Freitag hat jemand bei uns geklopft01:18:28
01:18:28
und hatte drei Anzüge dabei –01:18:30
01:18:32
und Schuhe!01:18:33
01:18:34
Die Brüder haben so viel für uns gekauft.01:18:37
01:18:37
Es war unglaublich.01:18:39
01:18:39
Sie haben uns gedrückt,01:18:40
01:18:40
uns Geld zugesteckt.01:18:42
01:18:42
Jehova hat durch sie so
liebevoll für uns gesorgt.01:18:46
01:18:46
Wir konnten zum Kongress gehen
und das Programm genießen –01:18:50
01:18:50
und das trotz unserer Situation.01:18:52
01:18:54
Obwohl wir alles, was wir
hatten, verloren haben,01:18:57
01:18:57
mussten wir nicht mit
dem Pionierdienst aufhören.01:19:00
01:19:01
Jehova hat uns was versprochen.01:19:03
01:19:03
Wenn wir sein Königreich
an die erste Stelle setzen,01:19:06
01:19:06
wird er für alles andere sorgen.01:19:09
01:19:09
Und deshalb kann ich ihm
weiter mit Freude dienen.01:19:13
01:19:16
Egal was wir durchmachen,01:19:17
01:19:18
selbst wenn wir nicht mal
mehr etwas zum Anziehen haben,01:19:21
01:19:21
unsere Freundschaft zu Jehova01:19:23
01:19:23
kann uns keiner nehmen.01:19:25
01:19:33
Was half den beiden?01:19:35
01:19:35
Sie haben ja alles in nur einer Nacht verloren,01:19:37
01:19:37
und sie wussten nicht,
wie es weitergehen sollte.01:19:40
01:19:40
Aber wovon waren sie überzeugt?01:19:42
01:19:43
Brian sagte:01:19:44
01:19:44
„Egal was wir durchmachen,01:19:46
01:19:46
selbst wenn wir nicht mal mehr
etwas zum Anziehen haben –01:19:49
01:19:49
unsere Freundschaft zu Jehova
kann uns keiner nehmen.“01:19:53
01:19:53
Und zu erleben, wie ihnen ihre
Glaubensbrüder unter die Arme griffen,01:19:57
01:19:57
hat sie tief berührt01:19:58
01:19:58
und ihren Glauben gestärkt.01:20:00
01:20:00
Was können wir daraus lernen?01:20:02
01:20:02
Wenn wir selbst einmal
in so eine Situation geraten01:20:05
01:20:05
und vielleicht unseren Besitz verlieren01:20:07
01:20:07
oder nicht mehr genügend anzuziehen haben,01:20:10
01:20:10
dann können wir trotzdem freudig bleiben.01:20:13
01:20:13
Unsere drei Geschenke helfen uns dabei:01:20:16
01:20:16
die Freundschaft zu Jehova,01:20:19
01:20:19
die Hilfe unserer Glaubensbrüder01:20:21
01:20:22
und an unserer Hoffnung festzuhalten.01:20:25
01:20:25
Viele von euch sind sofort zur Stelle,01:20:27
01:20:28
wenn sie sehen, dass liebe Brüder
und Schwestern in Not sind.01:20:30
01:20:31
Und das ist so schön zu sehen.01:20:33
01:20:33
Katastrophen nehmen immer mehr zu
und werden immer zerstörerischer.01:20:38
01:20:38
Und deswegen brauchen unsere
lieben Brüder und Schwestern 01:20:40
01:20:41
auch immer öfter unsere Hilfe.01:20:43
01:20:43
Und ihr seid bereit zu helfen.01:20:45
01:20:45
Vielen Dank dafür!01:20:47
01:20:47
Manche reisen sogar ins
Katastrophengebiet, um zu helfen.01:20:51
01:20:51
So zum Beispiel die über 700 freiwilligen
Helfer nach dem Hurrikan Dorian.01:20:55
01:20:56
Sie wurden von unseren
Brüdern und Schwestern01:20:57
01:20:57
in das Katastrophengebiet
auf die Bahamas geflogen.01:21:01
01:21:02
Viele andere sind bereit, ihren Glaubens-
brüdern in der Umgebung zu helfen.01:21:07
01:21:07
Das war im Kongo der Fall.01:21:08
01:21:09
Dort mussten unsere Brüder
aufgrund von politischen Unruhen fliehen01:21:12
01:21:12
und konnten nichts mitnehmen,01:21:13
01:21:14
nur das, was sie gerade anhatten.01:21:16
01:21:16
Wie wurde ihnen geholfen,
als sie alles verloren hatten?01:21:19
01:21:20
Die Brüder und Schwestern
aus der Umgebung versorgten sie,01:21:23
01:21:23
und das obwohl sie selbst wenig haben.01:21:25
01:21:25
Sie gaben ihnen Geld, Nahrung, Kleidung01:21:28
01:21:28
und sie sorgten für Unterkünfte.01:21:31
01:21:32
In Bolivien und Venezuela01:21:34
01:21:34
haben sich die Versammlungen
gegenseitig unterstützt,01:21:36
01:21:36
indem sie Nahrungsmittel
untereinander aufgeteilt haben.01:21:39
01:21:39
Und auch jetzt in dieser
Pandemie wird deutlich,01:21:42
01:21:42
wie wir als Glaubensbrüder füreinander da sind.01:21:45
01:21:45
Wir unterstützen uns gegenseitig
mit Nahrung und anderen Hilfsgütern,01:21:49
01:21:49
leisten emotionalen Beistand,01:21:51
01:21:51
helfen einander im Glauben stark zu bleiben,01:21:54
01:21:54
und jeder macht mit.01:21:56
01:21:56
Weil ihr diese großzügige Einstellung habt01:21:59
01:21:59
und auch großzügig spendet,01:22:01
01:22:01
seid ihr ein Segen für eure Brüder und
Schwestern auf der ganzen Welt.01:22:05
01:22:06
Stellt euch vor, was das für ein
Schlag in Satans Gesicht ist!01:22:11
01:22:11
Warum kann man das sagen?01:22:13
01:22:13
Denken wir da an den Bericht
aus Hiob, Kapitel 1.01:22:16
01:22:16
Dort beleidigt Satan Jehova,01:22:18
01:22:19
und er unterstellt Jehovas treuen Dienern,01:22:21
01:22:21
dass sie ihm den Rücken zukehren würden,01:22:23
01:22:23
sobald sie schwierige Zeiten
durchmachen müssten.01:22:26
01:22:26
Lesen wir das mal nach in Hiob 1:11.01:22:29
01:22:30
Satan sagt:01:22:31
01:22:31
„Aber streck doch zur Abwechslung
mal deine Hand aus01:22:33
01:22:34
und nimm ihm alles weg, was er hat,01:22:36
01:22:36
und er wird dir bestimmt
direkt ins Gesicht fluchen.“01:22:39
01:22:39
Satan wollte also sagen:01:22:41
01:22:41
Wenn wir die Wahl haben zwischen
unserem Besitz und Jehova,01:22:45
01:22:45
dann würden wir unseren Besitz wählen.01:22:47
01:22:48
Und wenn wir die Wahl hätten, uns selbst
oder anderen etwas Gutes zu tun,01:22:52
01:22:52
dann würden wir uns selbst wählen.01:22:54
01:22:54
Was für eine Fehleinschätzung!01:22:56
01:22:57
Er kocht vor Wut, wenn er sieht,
wie wir uns heutzutage01:22:59
01:22:59
in Jehovas Organisation
gegenseitig unterstützen.01:23:03
01:23:03
Was sollten wir also tun?01:23:05
01:23:05
Bringen wir ihn weiter zum Kochen.01:23:07
01:23:07
Seien wir füreinander da, wenn wir sehen,
dass unsere Brüder Hilfe brauchen.01:23:10
01:23:11
Und wenn wir das tun,
werden wir selbst glücklich01:23:13
01:23:13
und wir helfen unseren Brüdern,
freudig zu bleiben.01:23:16
01:23:17
Ihr Lieben,01:23:18
01:23:18
seien wir also entschlossen,
uns die Freude zu bewahren.01:23:21
01:23:21
Unsere drei Geschenke
werden uns dabei helfen:01:23:24
01:23:24
Halten wir an unserer
Freundschaft zu Jehova fest,01:23:27
01:23:27
seien wir dankbar für die Liebe und
die Hilfe unserer Glaubensbrüder01:23:31
01:23:31
und denken wir an unsere
wunderbare Zukunftshoffnung.01:23:34
01:23:34
Und vergessen wir nicht:01:23:36
01:23:36
Wenn wir Jehova weiter treu dienen,01:23:38
01:23:39
auch wenn wir alles verlieren,
also trotz Nacktheit,01:23:42
01:23:42
dann machen wir seinem Herzen Freude,01:23:45
01:23:45
und das macht uns mehr als glücklich.01:23:49
01:23:51
Bruder Ralph Walls,
ein Helfer des Personalkomitees,01:23:54
01:23:54
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.01:23:58
01:23:58
Sein Thema: „Freude trotz ... Gefahr.“01:24:01
01:24:08
Unser Vortragsthema ist
nicht als Frage formuliert –01:24:12
01:24:12
und das ganz bewusst.01:24:14
01:24:14
Tatsache ist:01:24:16
01:24:16
Wir können uns trotz Gefahr freuen.01:24:19
01:24:20
Lasst uns das wieder am Beispiel
vom Apostel Paulus untersuchen.01:24:25
01:24:25
Er empfand Freude trotz Gefahr,01:24:28
01:24:28
und er war in seinem Dienst
vielen Gefahren ausgesetzt.01:24:32
01:24:33
In nur einem Vers zählt er
acht dieser Gefahren auf.01:24:37
01:24:37
Unter anderem erwähnt er
auch die Gefahr durch Räuber.01:24:41
01:24:42
Und als er in Ephesus war,01:24:44
01:24:44
war er vielleicht sogar wilden
Tieren in einer Arena ausgeliefert.01:24:48
01:24:48
Lasst uns jetzt mal zusammen
2. Korinther, Kapitel 1 aufschlagen.01:24:52
01:24:52
Wir lesen die Verse 8 bis 11.01:24:55
01:25:02
Wir lesen dort:01:25:04
01:25:05
„Denn wir möchten nicht, Brüder,01:25:07
01:25:07
dass ihr über die Schwierigkeiten, die wir
in der Provinz Asien durchgemacht haben,01:25:11
01:25:11
in Unkenntnis seid.“01:25:13
01:25:13
Das schrieb Paulus in Europa,01:25:15
01:25:16
als er in Mazedonien war.01:25:18
01:25:18
Und dann heißt es weiter:01:25:20
01:25:20
„Wir standen unter extremem Druck –01:25:23
01:25:23
über unsere Kräfte hinaus –01:25:26
01:25:26
und wir fürchteten sogar um unser Leben.01:25:29
01:25:30
Ja wir hatten das Gefühl, als hätten
wir das Todesurteil empfangen.01:25:35
01:25:36
Das geschah, damit wir nicht
auf uns selbst vertrauen würden,01:25:39
01:25:39
sondern auf den Gott,
der die Toten auferweckt.01:25:43
01:25:44
Er hat uns aus einer so
großen Todesgefahr befreit01:25:47
01:25:47
und wird uns auch in Zukunft befreien,01:25:50
01:25:50
und wir setzen unsere Hoffnung auf ihn,01:25:52
01:25:52
dass er uns auch weiterhin befreien wird.01:25:55
01:25:56
Auch ihr könnt uns helfen,01:25:58
01:25:58
indem ihr für uns fleht.01:26:00
01:26:00
Dann werden sich unseretwegen
viele für die Güte bedanken,01:26:04
01:26:04
die uns als Antwort auf die
Gebete vieler erwiesen wird.“01:26:08
01:26:10
Einige Monate bevor Paulus
diese Worte aufschrieb,01:26:13
01:26:13
hatte er den ersten Korintherbrief geschrieben.01:26:16
01:26:16
Und damals war er noch in Asien gewesen,01:26:18
01:26:18
und zwar in Ephesus.01:26:20
01:26:21
Und in diesem Brief heißt
es in Kapitel 15 im Vers 32:01:26:27
01:26:27
„Wenn ich wie andere Menschen in
Ephesus mit wilden Tieren gekämpft habe,01:26:32
01:26:32
was bringt mir das Gutes ein?“01:26:34
01:26:35
Es könnte gut sein, dass er mit dieser Aussage01:26:38
01:26:38
wilde Tiere in einer Arena gemeint hat.01:26:41
01:26:41
Aber er fand Kraft in der Auferstehungshoffnung.01:26:45
01:26:45
Wir haben ja vorhin gelesen:01:26:47
01:26:47
„Das geschah,01:26:48
01:26:49
damit wir nicht auf uns selbst vertrauen würden,01:26:51
01:26:51
sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt.“01:26:55
01:26:57
Dann gab es noch seine Glaubensbrüder.01:26:59
01:26:59
Auch sie stärkten ihn.01:27:01
01:27:01
Er schreibt ja:01:27:03
01:27:04
„Auch ihr könnt uns helfen,01:27:05
01:27:06
indem ihr für uns fleht.01:27:08
01:27:09
Dann werden sich unseretwegen
viele für die Güte bedanken,01:27:12
01:27:12
die uns als Antwort auf die
Gebete vieler erwiesen wird.“01:27:16
01:27:18
Uns geht es heute ähnlich.01:27:20
01:27:20
Auch wir verspüren die liebevolle
Hilfe unserer Brüder und Schwestern01:27:24
01:27:24
in der Versammlung.01:27:26
01:27:28
Es gab auch Situationen, in denen
Paulus und seine Reisegefährten01:27:32
01:27:32
unter „extremem Druck“ standen.01:27:35
01:27:36
Sie „fürchteten sogar um [ihr] Leben“.01:27:39
01:27:40
Was half Paulus in solchen Situationen?01:27:43
01:27:44
Seine lieben Glaubensbrüder.01:27:46
01:27:46
Sie unterstützten ihn und waren für ihn da.01:27:50
01:27:50
Und das beobachtet man auch heute.01:27:52
01:27:52
Immer wieder sind unsere Glaubensbrüder01:27:54
01:27:54
nach einer Katastrophe oder einem
anderen Unglück als erste zur Stelle,01:27:58
01:27:59
um Mitchristen und auch anderen
Betroffenen materielle Hilfe zu leisten01:28:03
01:28:03
und sie im Glauben zu stärken.01:28:05
01:28:06
Heute muss niemand von uns in einer
Arena gegen wilde Tiere kämpfen.01:28:11
01:28:12
Dennoch ist uns Paulus ein gutes Beispiel.01:28:14
01:28:15
Auch wir können uns freuen,01:28:17
01:28:18
und das trotz Gefahr.01:28:20
01:28:22
Jeder von uns kann Gefahren ausgesetzt sein,01:28:25
01:28:25
zum Beispiel durch Räuber oder
durch Gewalt bei politischen Unruhen.01:28:29
01:28:30
Die Bibel hat vorausgesagt,01:28:32
01:28:32
dass die Menschen in diesen
„letzten Tagen … brutal“ sein würden01:28:35
01:28:36
und dass sie „das Gute nicht lieben“.01:28:38
01:28:39
Achtet doch in dem folgenden Video mal darauf,01:28:42
01:28:42
was einer Familie bei Gefahr geholfen hat,01:28:45
01:28:45
die Freude zu bewahren.01:28:47
01:29:02
Ich bin in Caracas geboren01:29:04
01:29:04
und lebe jetzt in Petare.01:29:06
01:29:06
Wir müssen immer mit Gewalt
und Kriminalität fertigwerden.01:29:10
01:29:11
Vor ein paar Jahren wurde eine Pionier-
schwester von einer Kugel getroffen01:29:15
01:29:15
und ist leider gestorben.01:29:17
01:29:18
Und etwas Ähnliches ist
auch meinem Sohn passiert.01:29:20
01:29:21
In der Nachbarschaft gab es eine Schießerei,01:29:24
01:29:24
und dann hat eine verirrte Kugel
meinen Sohn getroffen.01:29:27
01:29:28
Er war sofort tot.01:29:30
01:29:35
Das hinterließ so eine Leere.01:29:37
01:29:38
Einfach nur in sein Zimmer zu gehen01:29:39
01:29:39
und sein leeres Bett zu sehen,01:29:41
01:29:41
das hat so wehgetan.01:29:43
01:29:44
Und dann waren da all seine Sachen:01:29:46
01:29:46
seine Schuhe,01:29:47
01:29:47
seine Lieblingskleidung im Kleiderschrank.01:29:50
01:29:50
Natürlich hab ich da geweint.01:29:53
01:29:54
Das war eine schwere Zeit.01:29:56
01:30:01
Gleich als die Versammlung
von der Situation erfahren hat,01:30:03
01:30:03
waren alle da, um uns zu helfen.01:30:06
01:30:06
Sie haben uns bei allem unterstützt,01:30:08
01:30:08
bei allem, was man in so
einer Situation braucht.01:30:11
01:30:15
Nach alldem hatte ich richtig Angst,01:30:17
01:30:17
weiter in den Predigtdienst zu gehen.01:30:19
01:30:19
Ich hab um mein Leben gefürchtet –01:30:21
01:30:22
nicht nur mein Leben,01:30:23
01:30:23
sondern auch um das Leben meiner Familie.01:30:25
01:30:26
Ich hab zu Jehova gebetet,01:30:28
01:30:28
und Jehova hat mir geholfen,01:30:30
01:30:30
weise Entscheidungen zu treffen.01:30:32
01:30:35
Manchmal, wenn ich alleine bin01:30:37
01:30:37
und über meinen Sohn nachdenke,01:30:39
01:30:39
dann kommen diese ganzen
Erinnerungen wieder hoch,01:30:42
01:30:42
und all diese Gefühle.01:30:44
01:30:45
Und dann kommen mir die Tränen.01:30:47
01:30:49
Aber dann konzentriere ich mich
auf die Auferstehungshoffnung,01:30:53
01:30:53
und das hilft mir weiterzumachen.01:30:55
01:31:00
Ich denke immer gern an
den Bericht über Lazarus;01:31:03
01:31:03
den mag ich sehr.01:31:05
01:31:06
Die Stelle, wo Martha sagt:01:31:08
01:31:08
„Ich weiß, dass er auferstehen wird.“01:31:10
01:31:11
Und das ist auch die
Überzeugung, die ich habe.01:31:14
01:31:14
Ich weiß, dass unser Sohn auferstehen wird.01:31:16
01:31:17
Jehova wird ihn uns zurückbringen.01:31:19
01:31:24
Als das damals passierte,01:31:25
01:31:25
hab ich meine Freude
für eine Zeit lang verloren.01:31:28
01:31:34
Aber als der erste Schmerz vorbei war,01:31:36
01:31:36
hat mir die Auferstehungshoffnung
wieder Freude gegeben.01:31:39
01:31:40
Es ist so, als ob Jehova mir ganz
lieb auf die Schulter klopft und sagt:01:31:44
01:31:44
„Mach dir keine Sorgen, mach weiter,01:31:47
01:31:47
ich kümmere mich schon.01:31:48
01:31:48
Bleib treu,01:31:49
01:31:49
und ich werde ihn dir zurückbringen.“01:31:51
01:31:58
Ist euch aufgefallen, was der Familie
geholfen hat, freudig zu bleiben?01:32:02
01:32:02
Das Gebet,01:32:04
01:32:04
die Auferstehungshoffnung,01:32:06
01:32:06
die Hilfe ihrer Glaubensbrüder01:32:08
01:32:09
und natürlich Jehovas Geist.01:32:11
01:32:12
Welches Geschenk Jehovas hilft dir,01:32:14
01:32:14
freudig zu bleiben, wenn du
Gefahren ausgesetzt bist?01:32:18
01:32:19
Deine Freundschaft zu Jehova,01:32:21
01:32:22
deine Glaubensbrüder,01:32:24
01:32:24
unsere Hoffnung01:32:25
01:32:26
oder etwas anderes?01:32:28
01:32:28
In diesen kritischen letzten Tagen,
„mit denen man schwer fertigwird“,01:32:32
01:32:33
freuen wir uns über die Hoffnung, dass
Jehova uns bald aus Gefahr befreien wird.01:32:37
01:32:39
Wie der Prophet Habakuk damals01:32:41
01:32:41
sehnen auch wir uns danach, dass das
Böse in dieser Welt ein Ende nimmt.01:32:46
01:32:46
Lasst uns dazu mal Habakuk 1 aufschlagen.01:32:50
01:32:50
Und achtet doch mal darauf,01:32:52
01:32:52
wie sehr ihn die Gewalt,01:32:53
01:32:53
der viele Streit und die Unter-
drückung um ihn herum quälten.01:32:57
01:32:59
Wir lesen:01:33:00
01:33:01
„Wie lange, o Jehova …?01:33:03
01:33:03
Wie lange soll ich noch um Hilfe
rufen wegen der Gewalt …?01:33:07
01:33:07
Warum lässt du mich Unrecht mit ansehen?01:33:10
01:33:10
Warum tolerierst du Unterdrückung?01:33:13
01:33:13
Warum gibt es um mich herum
Zerstörung und Gewalt?01:33:16
01:33:16
Warum so viel Streit, so viele Konflikte?“01:33:20
01:33:21
Warum? Warum? Warum?01:33:24
01:33:24
Warum? Wie lange?01:33:27
01:33:28
Interessant ist, was er im Kapitel 2
aufgeschrieben hat, im Vers 3:01:33:33
01:33:34
„Denn die Vision wird sich erst
zu ihrer festgelegten Zeit erfüllen01:33:39
01:33:39
und sie eilt dem Ende entgegen,01:33:41
01:33:41
sie wird sich nicht als Lüge erweisen.01:33:43
01:33:43
Selbst wenn sie auf sich warten lassen sollte,01:33:46
01:33:46
warte geduldig auf sie!01:33:48
01:33:49
Denn sie wird sich auf jeden Fall erfüllen.01:33:51
01:33:51
Sie wird sich nicht verspäten!“01:33:53
01:33:56
Genauso wie Habakuk vertrauen
auch wir auf Jehova01:33:59
01:33:59
und auf seine Zusicherung, dass
er aller Gewalt bald ein Ende setzt.01:34:03
01:34:04
Habakuk wusste, dass er sich
auf Jehova verlassen konnte;01:34:08
01:34:08
Jehova war sein Freund und Vater.01:34:11
01:34:12
Habakuk hat sich in dieser Situation nicht
auf seine eigenen Überlegungen verlassen.01:34:16
01:34:16
Er hat seine Ängste und
Sorgen mit Jehova geteilt –01:34:20
01:34:22
ein sehr gutes Beispiel für uns.01:34:25
01:34:25
Und jetzt möchten wir lesen,
zu welchem Schluss er kommt,01:34:28
01:34:28
in Kapitel 3, Vers 18.01:34:30
01:34:31
Dort sagt er:01:34:33
01:34:34
„Ich werde … über Jehova jubeln,01:34:37
01:34:38
ich werde mich freuen01:34:40
01:34:40
über den Gott meiner Rettung!“01:34:43
01:34:45
Jehova ist der „Hörer des Gebets“.01:34:48
01:34:48
Er möchte, dass wir uns mit
unseren Ängsten und Sorgen01:34:51
01:34:52
vertrauensvoll an ihn wenden.01:34:54
01:34:55
Jehova hat Habakuk wegen
seiner Gefühle nie verurteilt.01:34:58
01:34:59
Er hat sie aufschreiben lassen,01:35:00
01:35:01
vielleicht damit wir verstehen, dass
solche Gefühle nicht unnormal sind.01:35:05
01:35:05
Auf jeden Fall möchte er,
dass wir sie mit ihm teilen.01:35:09
01:35:09
Jehova beantwortet solche Gebete.01:35:12
01:35:13
Er wird uns liebevoll in den Arm nehmen01:35:16
01:35:16
und er wird uns den richtigen Weg zeigen.01:35:19
01:35:19
Er wird uns die Weisheit
geben, die wir brauchen,01:35:22
01:35:22
ganz egal was kommen mag.01:35:24
01:35:26
Unsere innigen Gebete zeigen ganz deutlich,01:35:29
01:35:29
wie sehr wir Jehova vertrauen.01:35:31
01:35:33
Wir freuen uns, weil wir wissen,
dass Jehova es kaum erwarten kann,01:35:37
01:35:37
uns aus allen Gefahren zu retten.01:35:40
01:35:42
Bruder David Schafer,
ein Helfer des Lehrkomitees,01:35:46
01:35:46
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den letzten Vortrag:01:35:50
01:35:50
„Freude trotz … des Schwerts.“01:35:53
01:36:00
Als Paulus von 59 bis 61 unserer Zeitrechnung01:36:04
01:36:04
zum ersten Mal in Rom in Gefangenschaft war,01:36:07
01:36:07
lebte er zwar in seinem
eigenen gemieteten Haus,01:36:10
01:36:10
wurde aber ständig von
einem Soldaten bewacht.01:36:13
01:36:13
In diesen 2 Jahren hat er jedem
gepredigt, der ihn besuchen kam.01:36:17
01:36:17
Und er hat inspirierte Briefe geschrieben –01:36:19
01:36:19
an die Epheser, Philipper,01:36:21
01:36:21
Kolosser, an Philemon01:36:23
01:36:23
und offensichtlich auch an die Hebräer.01:36:25
01:36:25
Und dann wurde er anscheinend
wieder freigelassen.01:36:29
01:36:29
Jetzt konnte er seinen Dienst
wieder voll aufnehmen.01:36:31
01:36:31
Er schrieb an Timotheus, der in Ephesus war,01:36:34
01:36:34
und an Titus auf Kreta.01:36:36
01:36:37
Man nimmt an, dass der römische Kaiser Nero01:36:39
01:36:39
kurz darauf die Christen für das große
Feuer in Rom verantwortlich gemacht hat.01:36:44
01:36:44
Und dann01:36:45
01:36:45
kam Paulus wieder in Gefangenschaft.01:36:48
01:36:48
Wir schreiben das Jahr 65 unserer Zeitrechnung.01:36:52
01:36:52
Paulus hat Jehova schon
jahrzehntelang treu gedient.01:36:56
01:36:56
Wie fühlt er sich jetzt?01:36:57
01:36:57
Er selbst gibt die Antwort im
zweiten Brief an Timotheus.01:37:01
01:37:01
Und diesen Brief schrieb er aus dem Gefängnis.01:37:04
01:37:04
Öffnet doch mal bitte 2. Timotheus, Kapitel 4.01:37:07
01:37:08
Ob die Männer, die Paulus
festgenommen haben,01:37:10
01:37:11
wohl mit Schwertern bewaffnet waren?01:37:13
01:37:13
Mit Sicherheit.01:37:14
01:37:14
Erinnerten diese Schwerter
Paulus vielleicht an Jakobus,01:37:17
01:37:17
den Bruder von Johannes?01:37:18
01:37:19
Er wurde ja von Herodes Agrippa I.
durch das Schwert hingerichtet.01:37:23
01:37:23
Wahrscheinlich schon.01:37:25
01:37:25
Diese Passage aus 2. Timotheus
macht auf jeden Fall deutlich:01:37:28
01:37:28
Paulus wusste, dass ihm seine
eigene Hinrichtung kurz bevorstand.01:37:32
01:37:33
Und wir erkennen hier noch etwas:01:37:36
01:37:36
nämlich dass Paulus 3 Dinge stärkten,01:37:39
01:37:39
als er dem Tod ins Auge blicken musste.01:37:42
01:37:42
Bitte lest mit mir jetzt 2. Timotheus, Kapitel 4,01:37:46
01:37:46
die Verse 6 bis 8:01:37:48
01:37:49
„Denn ich werde schon wie
ein Trankopfer ausgegossen01:37:53
01:37:53
und die Zeit für meine Erlösung steht bevor.“01:37:57
01:37:57
Mit anderen Worten: Er würde sterben01:37:59
01:37:59
und zu einem späteren Zeitpunkt auferweckt,01:38:02
01:38:02
um mit Christus im Himmel zu regieren.01:38:04
01:38:05
Im Vers 7 sagt er dann:01:38:06
01:38:07
„Ich habe den guten Kampf gekämpft,01:38:09
01:38:09
ich habe den Lauf vollendet.“ Vollendet –01:38:13
01:38:13
Paulus hat es ganz deutlich gespürt:01:38:15
01:38:15
Es würde nicht mehr lange dauern01:38:17
01:38:17
und er würde seinen persönlichen
Lauf erfolgreich vollenden.01:38:21
01:38:22
Als Nächstes sagt er:01:38:23
01:38:24
„Ich habe den Glauben bewahrt.01:38:25
01:38:26
Von jetzt an ist für mich die Krone
der Gerechtigkeit aufbewahrt.“01:38:30
01:38:30
Hier sehen wir, was für eine
starke Hoffnung Paulus doch hatte.01:38:34
01:38:35
Und über die Krone sagt er dann:01:38:37
01:38:38
„Die mir der Herr, der gerechte Richter,01:38:41
01:38:41
an jenem Tag als Lohn geben wird.“01:38:44
01:38:44
Können wir an dieser Aussage nicht sehen,01:38:46
01:38:46
wie eng die Freundschaft
zwischen Paulus und Jehova war?01:38:49
01:38:49
Wie stark seine Hoffnung war,01:38:50
01:38:51
dass Gottes Sohn ihm die
versprochene Belohnung geben würde?01:38:54
01:38:55
Und dann sagt er weiter:01:38:57
01:38:57
„Aber nicht nur mir,01:38:59
01:38:59
sondern auch allen,01:39:00
01:39:01
die sehnsüchtig auf sein
Offenbarwerden gewartet haben.“01:39:04
01:39:04
Paulus liebte seine Glaubensbrüder.01:39:07
01:39:07
Und deswegen hat er sie hier auch erwähnt.01:39:10
01:39:10
Paulus konnte also die Freude bewahren,
obwohl er dem Tod ins Auge sah –01:39:14
01:39:15
durch die Brüder,01:39:15
01:39:16
durch seine Freundschaft zu Jehova01:39:17
01:39:17
und die Hoffnung.01:39:18
01:39:19
Nicht dass ihr denkt,
Paulus hätte sterben wollen.01:39:21
01:39:21
Er hätte natürlich gern weitergelebt, um
Jehova mit seinen Glaubensbrüdern zu dienen.01:39:25
01:39:25
Aber er blickte dem Tod mutig ins Auge.01:39:28
01:39:28
Und außerdem freute sich Paulus
auf den Lohn, der auf ihn wartete.01:39:32
01:39:33
Auch wir können angesichts
des Todes die Freude bewahren.01:39:37
01:39:37
Wie ist das möglich?01:39:38
01:39:38
Gehen wir noch mal auf unseren
Leittext für diese Vortragsreihe zurück.01:39:42
01:39:42
Römer 8, Vers 35.01:39:44
01:39:45
Wie lautet die Antwort auf die beiden Fragen,01:39:47
01:39:47
die Paulus hier stellt, nämlich:01:39:48
01:39:48
„Wer wird uns von der
Liebe des Christus trennen?01:39:51
01:39:51
Etwa Schwierigkeiten oder Not oder Verfolgung01:39:54
01:39:54
oder Hunger oder Nacktheit
oder Gefahr oder das Schwert?“01:39:57
01:39:57
Die Antwort steht in den Versen 38 und 39:01:40:00
01:40:01
„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod01:40:06
01:40:06
noch Leben noch Engel noch Regierungen01:40:08
01:40:08
noch Gegenwärtiges noch Zukünftiges
noch Mächte noch Höhe noch Tiefe01:40:12
01:40:12
noch irgendeine andere Schöpfung01:40:14
01:40:15
uns von Gottes Liebe trennen können.“01:40:17
01:40:17
Nicht mal der Tod kann uns
von Gottes Liebe trennen,01:40:21
01:40:21
„die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“.01:40:24
01:40:25
Eine vorübergehende
Unterbrechung des Lebens01:40:27
01:40:27
kann Jehovas Liebe zu uns nicht auslöschen.01:40:30
01:40:30
Er liebt ja auch noch Abraham, Isaak und Jakob.01:40:34
01:40:34
Oder wie ist es mit Sara,
Rebekka, Hiob, Moses, Daniel?01:40:38
01:40:38
Und was ist mit seinen Dienern,
die im Konzentrationslager01:40:40
01:40:41
oder im Gefängnis gestorben sind?01:40:42
01:40:42
Liebt Jehova sie immer noch?01:40:44
01:40:45
Natürlich tut er das.01:40:47
01:40:47
Und er liebt natürlich auch die
vielen Brüder und Schwestern,01:40:50
01:40:50
die in den letzten Monaten dem
Coronavirus zum Opfer gefallen sind.01:40:54
01:40:54
Er erinnert sich an deine Oma,
deinen Vater, deine Schwester.01:40:57
01:40:58
Er liebt sie immer noch01:40:59
01:40:59
und er wird sie wieder lebendig machen.01:41:01
01:41:01
Und das zu wissen, ihr Lieben, macht uns stark,01:41:04
01:41:04
wenn wir dem Tod ins Auge blicken müssen,01:41:06
01:41:06
vielleicht sogar durch das Schwert,01:41:08
01:41:08
wie es bei Paulus war.01:41:10
01:41:11
Wenn wir uns jetzt das folgende Video ansehen,01:41:13
01:41:13
möchten wir darauf achten,
welche Geschenke Jehovas01:41:16
01:41:16
unserem Bruder Baite Michael Dugbe
geholfen haben, seine Freude zu bewahren,01:41:20
01:41:20
als sein Leben in Gefahr war.01:41:23
01:41:35
Wenn alles um dich herum zusammenbricht –01:41:38
01:41:38
wenn alles im Chaos versinkt –,01:41:41
01:41:41
dann ist deine Freundschaft mit Jehova01:41:42
01:41:42
das Einzige, was dir sicher ist.01:41:45
01:41:46
Ich heiße Baite Michael Dugbe.01:41:49
01:41:49
Ich bin 1980 in Monrovia,01:41:52
01:41:52
der Hauptstadt von Liberia geboren.01:41:54
01:41:55
Meine Kindheit war bis
zum Krieg wirklich schön.01:41:59
01:41:59
Ich hatte tolle Eltern,01:42:01
01:42:01
wir hatten ein schönes Haus,01:42:02
01:42:03
und meine Geschwister und ich
sind auf eine gute Schule gegangen.01:42:06
01:42:07
Als ich neun war,01:42:09
01:42:09
hat sich plötzlich alles verändert.01:42:11
01:42:12
Es kursierten Meldungen über Rebellen,
die die Regierung stürzen wollten.01:42:16
01:42:18
Das alles nur zu hören, hat die
Leute schon in Panik versetzt.01:42:22
01:42:23
Geschäfte haben zugemacht.01:42:25
01:42:25
Es gab keinen Strom mehr,01:42:27
01:42:27
kein Wasser –01:42:28
01:42:28
nichts mehr.01:42:30
01:42:34
Die Jahre danach waren sehr instabil.01:42:36
01:42:37
1996 eskalierte die Situation dann wieder.01:42:41
01:42:43
Diesmal waren die Rebellen in der Stadt.01:42:45
01:42:47
Überall wurde geplündert,01:42:49
01:42:49
geschossen, gekämpft.01:42:51
01:42:52
Die Rebellen waren dafür bekannt,01:42:54
01:42:54
jeden zu foltern, der sie
nicht unterstützen wollte.01:42:57
01:43:06
Wenn du so etwas auf dich zukommen siehst,01:43:08
01:43:08
bekommst du Angst.01:43:10
01:43:10
Du bekommst Panik und
kannst nicht mehr klar denken.01:43:14
01:43:15
Das Beste ist dann zu beten01:43:17
01:43:17
und Jehova ganz konkret zu fragen,
was du als nächstes tun sollst.01:43:21
01:43:23
Als die Kämpfe heftiger wurden01:43:25
01:43:25
und die Rebellen immer näher kamen,01:43:27
01:43:27
waren wir zu Hause nicht mehr sicher.01:43:29
01:43:29
Wir mussten fliehen01:43:31
01:43:31
und sind dann im Bethel untergekommen.01:43:33
01:43:35
Die Brüder haben sich so
liebevoll um uns gekümmert –01:43:37
01:43:38
auch darum, dass wir geistig stark blieben.01:43:41
01:43:46
Heute bin ich einfach nur dankbar
noch am Leben zu sein.01:43:49
01:43:50
Zwei Dinge haben uns damals
geholfen nicht aufzugeben.01:43:53
01:43:54
Zum einen unsere Freundschaft mit Jehova;01:43:56
01:43:56
nur er gibt uns Halt.01:43:58
01:43:59
Zum anderen aber auch die Hilfe
unserer Brüder und Schwestern.01:44:02
01:44:03
Ohne sie hätten wir nicht überlebt.01:44:05
01:44:06
In solchen Extremsituationen
wird einem bewusst,01:44:08
01:44:08
wie sehr wir uns gegenseitig brauchen.01:44:11
01:44:13
Ich habe sehr viel Freude in der
Audio-Video-Abteilung im Bethel01:44:17
01:44:18
und ich liebe die Brüder und Schwestern,
mit denen ich zusammenarbeite.01:44:21
01:44:22
Dank Jehova bin ich am Leben01:44:24
01:44:25
und darf ihm jeden Tag dienen.01:44:27
01:44:30
Das Video verdeutlicht, dass unser Leben in
diesem System schnell vorbei sein kann.01:44:35
01:44:35
Aber ist dir aufgefallen, wie
Bruder Dugbe es geschafft hat,01:44:37
01:44:38
freudig zu bleiben, als sein
Leben in Gefahr war?01:44:40
01:44:41
Durch seine Freundschaft mit Jehova01:44:43
01:44:43
und durch seine Glaubensbrüder.01:44:45
01:44:45
Und sie wiederum halfen ihm,
seine Hoffnung lebendig zu halten,01:44:48
01:44:48
durch Zusammenkünfte,
Predigtdienst und Studium.01:44:51
01:44:52
Könnte es eigentlich sein, dass
der eine oder andere von uns01:44:55
01:44:55
wegen seines Glaubens sterben muss –01:44:57
01:44:57
so wie viele der ersten Christen01:44:59
01:44:59
oder einige Glaubensbrüder aus unserer Zeit?01:45:01
01:45:02
Das könnte schon sein.01:45:03
01:45:03
Jehova hat uns in diesem Weltsystem
kein problemfreies Leben versprochen.01:45:08
01:45:08
Es könnte also auch sein,
dass uns eine Krankheit,01:45:11
01:45:11
ein Unfall oder ein anderes Ereignis
dieser letzten Tage das Leben kostet.01:45:16
01:45:17
Vielleicht sterben wir noch,
bevor die neue Welt kommt,01:45:20
01:45:20
wie schon so viele
unserer lieben Glaubensbrüder.01:45:22
01:45:23
Oder aber wir überleben die große Drangsal01:45:25
01:45:25
und kommen so in die neue Welt.01:45:27
01:45:27
Wie auch immer,01:45:28
01:45:28
wir müssen entschlossen sein,
Jehova treu zu bleiben,01:45:31
01:45:31
und zwar bis das Ende kommt.01:45:34
01:45:34
„Wer … bis zum Ende ausgeharrt hat, …01:45:37
01:45:37
wird gerettet.“01:45:38
01:45:39
Wenn wir davon ausgehen,01:45:40
01:45:40
dass die neue Welt kommt,01:45:41
01:45:42
noch bevor wir sterben,01:45:44
01:45:44
sind wir vielleicht nicht stark genug,01:45:46
01:45:46
wenn nötig, bis zum Tod treu zu bleiben.01:45:48
01:45:49
Wenn wir andererseits annehmen,01:45:50
01:45:50
die große Drangsal würde nicht
zu unseren Lebzeiten kommen,01:45:53
01:45:53
dann sind wir nicht gut auf die
damit verbundenen Härten vorbereitet.01:45:57
01:45:57
Die einzige Möglichkeit, um auf
beides vorbereitet zu sein, ist,01:46:01
01:46:01
unseren Glauben stark zu
halten und wach zu bleiben.01:46:04
01:46:04
Jesus macht uns darauf
aufmerksam, wenn er sagt:01:46:07
01:46:07
„Bleibt also wachsam,01:46:09
01:46:10
weil ihr nicht wisst, an
welchem Tag euer Herr kommt.“01:46:13
01:46:14
Es hat doch wirklich gutgetan,01:46:16
01:46:16
sich mit der starken Überzeugung
von Paulus zu beschäftigen,01:46:19
01:46:19
die er in Römer 8, Vers 35
zum Ausdruck bringt, oder?01:46:23
01:46:24
Was nehmen wir aus dieser
Vortragsreihe jetzt für uns mit?01:46:27
01:46:27
Die Worte aus Römer 8, Vers 35 bis 3901:46:30
01:46:30
machen uns eines ganz klar:01:46:32
01:46:33
Es gibt nichts, was Jehova davon
abhalten könnte, uns zu lieben.01:46:37
01:46:37
Auch in schweren Zeiten freut
er sich über uns und liebt uns.01:46:41
01:46:41
Und das zu wissen,01:46:42
01:46:42
ist ein Schlüssel zur Freude.01:46:44
01:46:44
Ob bei Schwierigkeiten, bei Not,01:46:47
01:46:47
bei Verfolgung, bei Hunger, bei Nacktheit,01:46:49
01:46:50
beim Schwert oder auch bei anderen Härten –01:46:52
01:46:52
halten wir uns weiter eng an Jehova.01:46:55
01:46:55
Bleiben wir dem nahe, der uns so sehr liebt.01:46:59
01:46:59
Stärke also dein Vertrauen zu
Jehova durch Studium und Gebet.01:47:03
01:47:03
Überzeuge dein Herz davon, dass er dich liebt.01:47:06
01:47:06
Sei dankbar für deine Brüder und Schwestern01:47:08
01:47:08
und schließ enge Freundschaft mit ihnen.01:47:10
01:47:11
Bewahr dir den Blick für
unsere kostbare Hoffnung01:47:13
01:47:13
und denk intensiv über
das „wirkliche Leben“ nach.01:47:16
01:47:16
Und noch etwas kann helfen.01:47:18
01:47:18
Denk an das Gebet, das in Kolosser,
Kapitel 1, Vers 11 erwähnt wird.01:47:22
01:47:23
Wenn wir das alles umsetzen,01:47:24
01:47:24
dann können wir genauso
wie Paulus freudig bleiben,01:47:29
01:47:29
ganz egal, was auf uns zukommt.01:47:32
01:47:32
Und jetzt lesen wir Kolosser, Kapitel 1, Vers 11.01:47:34
01:47:35
Was schrieb Paulus, um
seine Brüder zu stärken?01:47:38
01:47:38
„Wir beten … darum,01:47:41
01:47:41
dass ihr … mit aller Kraft gestärkt werdet“,01:47:44
01:47:45
und zwar „gemäß seiner herrlichen Macht“.01:47:47
01:47:48
Aber wie groß ist denn die Kraft,01:47:49
01:47:49
die hinter der „herrlichen Macht“ Gottes steht?01:47:52
01:47:52
Das ist kein Geheimnis.01:47:53
01:47:54
Die Bibel verrät uns, was
Jehova schon getan hat01:47:56
01:47:56
und noch tun wird –01:47:58
01:47:58
und zwar durch seinen heiligen Geist,01:48:00
01:48:00
die stärkste Kraft überhaupt.01:48:02
01:48:02
Und wofür gibt Jehova dir diese Kraft?01:48:05
01:48:05
Nicht nur, um auszuharren.01:48:08
01:48:08
Auch nicht einfach, um völlig auszuharren.01:48:12
01:48:12
Und auch nicht einfach,01:48:13
01:48:13
um völlig mit Geduld auszuharren.01:48:16
01:48:16
Nein, hier heißt es:01:48:18
01:48:18
„Damit ihr … völlig ausharren könnt“,01:48:20
01:48:21
und das „mit Geduld und Freude“.01:48:24
01:48:24
Wir können also unter allen
Umständen durchhalten,01:48:27
01:48:27
egal wie schwierig sie sind,01:48:29
01:48:29
egal wie lange sie andauern.01:48:31
01:48:31
Dank der unerschütterlichen Liebe Jehovas01:48:34
01:48:34
können wir uns immer freuen –01:48:36
01:48:36
und das nicht nur heute,01:48:37
01:48:38
sondern bis in alle Ewigkeit.01:48:40
01:48:42
Vielen Dank, ihr Lieben, für diese
glaubensstärkende Vortragsreihe.01:48:46
01:48:46
Und natürlich danken wir Jehova,01:48:47
01:48:48
der uns alles zur Verfügung stellt,01:48:49
01:48:50
um die Freude zu bewahren.01:48:51
01:48:52
Jetzt möchten wir gerne aufstehen01:48:53
01:48:54
und zusammen Lied 9 singen:01:48:56
01:48:56
„Jehova ist unser König!“01:48:58
01:48:59
Wir singen Lied 9.01:49:01
Regionaler Kongress 2020 „Freut euch immer“: Sonntagvormittag – Teil 1
Hallo, ihr Lieben.
Wir möchten unser Programm gerne
mit einem Musikvideo beginnen.
Achtet doch beim Ansehen mal da drauf,
wie glücklich es uns in der Zukunft machen wird,
wenn wir heute treu bleiben.
Wenn ihr ein Handy oder ein anderes
elektronisches Gerät bei euch habt,
dann stellt es doch bitte so ein,
dass niemand dadurch gestört wird.
Und jetzt viel Freude beim Video.
Herzlich willkommen zu diesem Teil
des Kongresses „Freut euch immer“.
Wir beginnen jetzt mit dem
Programm für Sonntagvormittag.
Das Tagesmotto ist
entnommen aus Psalm 37:4.
Dort steht:
„Hab größte Freude an Jehova
und er wird dir deine
Herzenswünsche erfüllen.“
Wir können jetzt gerne aufstehen
und zusammen Lied 22 singen.
Es hat den Titel:
„Dein Königreich regiert – es komme!“
Nach dem Lied könnt ihr
das Video kurz anhalten,
um ein Gebet zu sprechen.
Noch mal: Lied 22.
Nehmt bitte Platz.
Ist es möglich,
trotz großer Herausforderungen
die Freude zu bewahren?
Laut der Bibel schon.
In der folgenden siebenteiligen
Vortragsreihe erfahren wir,
wie Jehova uns dabei hilft.
Jeder Redner kündigt den nächsten an.
Den Anfang macht jetzt Bruder Kenneth Flodin,
ein Helfer des Lehrkomitees.
Er hält den ersten Vortrag mit dem Thema
„Freude trotz … Schwierigkeiten“.
Ist dir aufgefallen?
Diese Vortragsreihe heißt
„Freude trotz ...“.
Das Wort „trotz“ bedeutet so viel wie
ungeachtet einer Sache oder eines Umstands.
Das heißt also,
wir können uns ungeachtet
unserer Umstände freuen –
sogar trotz Schwierigkeiten.
Im ersten Moment klingt das
wie ein Widerspruch, oder?
Freude empfinde ich normalerweise,
wenn ich Geschenke bekomme,
nicht bei Schwierigkeiten.
Und genau darum geht es jetzt.
Wegen der Geschenke,
die wir von Jehova bekommen,
können wir nämlich trotz Schwierigkeiten
Freude empfinden.
In dieser Vortragsreihe sprechen
wir über drei dieser Geschenke,
und zwar über unsere Freundschaft zu Jehova,
über unsere Glaubensbrüder
und über unsere wertvolle Zukunftshoffnung.
Schauen wir uns mal Römer Kapitel 5
die Verse 3 bis 5 gemeinsam an.
Und achtet doch bitte mal darauf,
ob ihr das erste Geschenk –
also die Freundschaft mit Jehova –
hier in diesem Text wiederfindet.
Römer 5, ab Vers 3:
„Nicht nur das, sondern wir wollen uns freuen,
während wir Schwierigkeiten durchmachen,
da wir wissen, dass man durch
Schwierigkeiten Ausharren lernt,
Ausharren aber führt zu
einem bewährten Zustand“.
Vor wem bewähren wir uns denn?
Na, vor Jehova!
Und dann heißt es:
„... der bewährte Zustand
wiederum zur Hoffnung,
und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung“.
Warum nicht?
Wegen unserer Freundschaft
zu Jehova, denn es heißt:
„ ...weil die Liebe Gottes durch den
heiligen Geist, der uns gegeben wurde,
in unser Herz ausgegossen worden ist.“
Wenn wir also bei Schwierigkeiten ausharren,
können wir verspüren,
dass sich Jehova über uns freut.
Und das wiederum hilft uns, freudig zu bleiben.
Als nächstes Römer 8:38, 39.
Paulus musste ja eine Schwierigkeit
nach der anderen durchmachen.
Aber keine dieser Schwierigkeiten
konnte ihn von Jehova wegziehen
oder ihn von seiner Liebe trennen,
davon war Paulus überzeugt.
Seine Freundschaft zu Jehova
war unerschütterlich.
Also Römer 8:38, 39:
„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod
noch Leben noch Engel noch Regierungen
noch Gegenwärtiges noch Zukünftiges
noch Mächte noch Höhe noch Tiefe
[und dann heißt es]
noch irgendeine andere Schöpfung
uns von Gottes Liebe trennen können,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Unsere Freundschaft zu Jehova
gibt uns also in schwierigen Zeiten Halt.
Was ist Jehovas zweites Geschenk?
Lesen wir 1. Petrus 5:9.
Satan versucht uns nämlich mit
unseren Schwierigkeiten zu entmutigen.
Aber achtet doch mal darauf, wozu Vers 9 rät,
da heißt es:
„Doch widersteht ihm fest im Glauben“.
Wie schaffen wir das?
Wir lesen weiter:
„... in dem Bewusstsein, dass eure
ganze Bruderschaft in der Welt
die gleiche Art Leiden
[also Schwierigkeiten] durchmacht.“
Und besonders im letzten halben Jahr
konnten wir doch wirklich spüren,
dass wir nicht alleine sind.
Das war ganz offensichtlich.
In Römer 12:12 finden wir das
dritte Geschenk von Jehova –
eine Hilfe, um bei
Schwierigkeiten durchzuhalten.
Römer 12:12 bringt es
wirklich deutlich auf den Punkt,
dort steht: „Freut euch in der Hoffnung.“
Und weiter: „Harrt in Schwierigkeiten aus.
Hört nicht auf zu beten.“
Unsere Freundschaft mit Jehova,
unsere Glaubensbrüder
und unsere Hoffnung –
das alles sind Geschenke, die uns helfen,
mit Schwierigkeiten
jeglicher Art fertig zu werden.
Ein Beispiel:
Ein Bruder ist im Gefängnis
und ist vielleicht von seinen
Glaubensbrüdern abgeschnitten.
Was gibt ihm Kraft?
In seinem Fall wahrscheinlich
die Freundschaft zu Jehova.
Vielleicht könnt ihr euch noch an das Interview
mit Bruder Harold King auf
JW Broadcasting erinnern.
Er saß viereinhalb Jahre lang in Einzel-
haft in einem chinesischen Gefängnis.
Aber heißt das, dass er ganz allein war?
So sah es für andere aus.
Aber in Wirklichkeit war er nicht allein,
Jehova war bei ihm.
In seinem Interview
äußert er sich folgendermaßen:
„Mein Verhältnis zu Jehova
war so etwas Kostbares für mich.
Ich liebte ihn inniglich.
Er war real, nichts Imaginäres.“
Bruder King konnte also mit Freude ausharren,
weil er diese enge Freundschaft
zu Jehova entwickelt hatte.
Noch ein Beispiel:
Ein Bruder oder eine Schwester
ist niedergeschlagen
und spürt diese enge
Freundschaft zu Jehova nicht mehr.
Hier kommt ein anderes
Geschenk von Jehova ins Spiel:
die Unterstützung von
unseren Glaubensbrüdern.
Das ist, wie wenn jemand Atemnot hat.
Er lebt zwar noch,
kann aber nicht mehr lange durchhalten.
Aber dann bekommt er ärztliche Hilfe
und seine Atmung reguliert sich wieder,
er bekommt wieder Luft.
Und genauso können uns unsere
Glaubensbrüder zu Hilfe kommen,
wenn wir niedergeschlagen sind oder
andere Schwierigkeiten durchmachen.
Wie hilft uns unsere Hoffnung, trotz
Schwierigkeiten freudig zu bleiben?
Auch dazu ein Beispiel:
Wir haben vielleicht Eltern, die mittler-
weile alt und gebrechlich geworden sind,
und das ist auch keine einfache Situation.
Man könnte sie vielleicht damit vergleichen,
dass ein Angehöriger von uns
einen schweren Unfall hat.
Er kommt ins Krankenhaus,
liegt jetzt da in seinem Bett
und kann sich selbst nicht versorgen.
Aber dann kommt der Arzt und sagt zu uns:
„Er wird wieder völlig gesund werden.“
Das macht doch Mut!
Und genauso ist es bei unseren Eltern.
Weil wir diese sichere Zukunftshoffnung
haben, sagt Jehova gewissermaßen:
„Sie werden wieder völlig gesund und jung.“
Hoffnung schenkt uns also Freude.
Eins ist sicher:
Egal welche Schwierigkeiten
wir durchmachen müssen,
mindestens eines dieser
Geschenke wird uns helfen,
sie mit Freude zu ertragen.
Blättern wir noch einmal zurück
zu Römer Kapitel 8.
Wir sehen uns die Verse 35 und 37 an.
Und in dieser Vortragsreihe geht es
um die sieben belastenden Situationen,
die wir hier in Vers 35 finden.
Lasst uns das mal zusammen
nachlesen, Römer 8:35:
„Wer wird uns von der Liebe des Christus
trennen? (Jetzt die sieben Punkte:)
Etwa Schwierigkeiten oder Not
oder Verfolgung oder Hunger
oder Nacktheit oder Gefahr
oder das Schwert?“
Und jetzt achtet mal darauf,
was hier im Vers 37 steht:
„Wir gehen vielmehr aus alldem
[also aus allen belastenden Situationen]
völlig siegreich hervor durch
den, der uns geliebt hat.“
Jeder Vortrag dieser Vortrag-
sreihe enthält ein Video,
in dem ein Bruder oder eine Schwester
mit einer dieser belastenden
Situationen zu kämpfen hatte.
Achten wir doch mal darauf,
durch welches dieser drei Geschenke
sie ihre Freude bewahren konnten.
Kommen wir zu dem ersten Punkt:
Schwierigkeiten.
Schwierigkeiten sind im Allgemeinen Dinge,
die jemandem das Leben schwer machen.
Dazu könnte zum Beispiel
eine Krankheit gehören.
Schlagt dazu doch bitte mal
2. Korinther Kapitel 12 auf;
2. Korinther Kapitel 12,
den zweiten Teil von Vers 7
und dann noch Vers 8.
Für Paulus war seine Situation so belastend,
dass er von einem Dorn im Fleisch sprach.
Er sagt hier:
„Damit ich nicht überheblich werde,
habe ich einen Dorn ins Fleisch
bekommen, einen Satansengel,
damit er mich immer wieder schlägt,
sodass ich nicht überheblich werde.
Ich flehte den Herrn dreimal an,
mich davon zu befreien.“
Ein Dorn im Fleisch –
damit ist offensichtlich eine Krankheit gemeint.
Und Paulus sagt, sie würde
ihn immer wieder schlagen –
also ein anhaltender Zustand.
Das war keine Erkältung oder Grippe,
bei der man sich nach einer Woche besser fühlt.
Diese Krankheit ist nicht einfach
verschwunden, sie war chronisch.
Und aus dem Bibelbericht kann man ableiten,
dass es sich dabei wohl
um ein Augenleiden handelte,
dass seine Augen immer schlechter wurden.
Das war bestimmt manchmal
frustrierend für Paulus.
Und er hat ja auch dreimal darum gebetet,
dass er von diesem Leiden befreit wird.
Damals gab es keine Brillen
oder andere Sehhilfen,
es gab keine Augenklinik.
Diese Schwierigkeit war also chronisch.
Und jetzt denk einmal darüber nach:
Paulus konnte mit der Hilfe des Geistes Gottes
andere bei vielen Gelegenheiten heilen.
Und da hätte er sich fragen können:
„Was ist mit mir?
Wo ist der heilige Geist, wenn ich ihn brauche?
Ich bin ja auch krank.“
Was half Paulus in dieser Situation,
freudig zu bleiben?
Seine enge Freundschaft zu Jehova.
Und jetzt lasst uns noch einmal
in 2. Korinther 12 reinschauen,
und wir lesen dort zusammen den Vers 9.
Und hier erklärt Jehova Paulus:
Du wirst nicht durch ein Wunder geheilt werden.
Hier im Vers 9 heißt es:
„Doch er sagte zu mir:
‚Meine unverdiente Güte soll dir genügen,
denn meine Kraft wird in Schwachheit
vollkommen gemacht.‘ “
Hier steht’s, keine Heilung.
Aber Jehova verspricht Paulus die Kraft,
die er braucht, um freudig zu bleiben.
Wie eng diese Freundschaft
zwischen Paulus und Jehova war,
wird im letzten Teil dieses Verses deutlich.
Paulus sagt:
„Deshalb möchte ich am liebsten
mit meinen Schwachheiten prahlen,
damit die Kraft des Christus
wie ein Zelt über mir bleibt.“
Paulus war also glücklich, weil er
spürte, dass Jehova ihm Kraft gab.
Und in Vers 10 sagt er dann:
„Ich finde also Gefallen
[oder man könnte auch sagen: Ich finde Freude]
an Schwachheiten, an Beleidigungen,
an Notlagen, an Verfolgungen
und Schwierigkeiten für Christus.
Denn wenn ich schwach bin,
dann habe ich Kraft.“
Schauen wir uns dazu mal ein Video an.
Es geht um ein Ehepaar, das auch mit
Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.
Und achten wir doch mal darauf,
wie die beiden
trotz einer schweren Krankheit
die Freude bewahren konnten.
In den 45 Jahren Vollzeitdienst –
ob als Pionier, Kreisaufseher
oder den Jahren hier im Bethel –
war meine Gesundheit immer ausgezeichnet.
Ich hatte eigentlich nie Probleme.
Eines Tages hatte ich plötzlich Kopfschmerzen –
so schlimm,
dass ich alles nur noch
verschwommen sehen konnte.
Der Arzt hier im Bethel hat uns
zu einem Spezialisten geschickt.
Und seine Diagnose lautete:
Glioblastom – ein sehr aggressiver Hirntumor.
Schon am Donnerstag darauf wurde er operiert.
Nach der OP hat er sowohl Bestrahlung
als auch Chemotherapie bekommen.
Ein Jahr später musste er
wieder operiert werden.
Und mittlerweile bekommt er schon
die vierte Art von Chemotherapie.
Es hat mir so wehgetan, zu sehen,
wie mein Mann Stück für Stück
seine Selbständigkeit verloren hat
und immer mehr auf andere angewiesen war.
Aber ich wollte nicht, dass sich alles
nur noch um die Krankheit dreht.
Die Brüder waren uns eine sehr große Hilfe.
Ein Bruder zum Beispiel hat vor der OP
einen Bibeltext mit mir gelesen
und mit mir gebetet.
Das war genau das,
was ich in dem Moment brauchte.
Das werde ich nie vergessen.
Auch Saras Unterstützung
bedeutet mir sehr viel.
Sie hilft mir,
mich auf die Zusammenkünfte vorzubereiten.
Und wenn wir in den Dienst gehen,
hab ich die Möglichkeit,
anderen etwas zu geben
und meine Hoffnung mit ihnen zu teilen.
Ich darf immer noch in der
Dienstabteilung helfen.
Die Brüder kommen zu mir und wir
sprechen gemeinsam ein paar Dinge durch,
die gerade anstehen.
Das macht mir sehr viel Freude.
Ich bin sehr dankbar, dass ich noch
einen kleinen Beitrag leisten kann.
Dass Scott die ganze Zeit über so demütig war,
hat es mir leichter gemacht.
Meine Hoffnung ist mein Anker.
Ich werde nicht aufgeben.
Ich werde Jehova weiter dienen,
bis in die neue Welt –
was auch immer noch kommt.
Sara und Scott Shoffner haben wirklich
ein enges Verhältnis zu Jehova,
und Sara hat so liebevoll
für ihren Mann gesorgt.
Aber es kam noch ein anderes Geschenk
außer der Freundschaft zu Jehova ins Spiel.
Scott sagte ja:
„Die Brüder waren uns eine sehr große Hilfe.“
Er erwähnte, dass ihm ein Bibeltext
und das Gebet vor seiner
Operation viel bedeutet haben.
Und er erwähnte auch jüngere Brüder,
mit denen er bei seiner Arbeit zu tun hat.
Er verspürt Freude –
und das trotz seiner Krankheit.
Wie ist es bei dir?
Welches Geschenk von Jehova gibt dir Auftrieb,
wenn du mit Problemen oder
Schwierigkeiten zu kämpfen hast?
Deine Freundschaft zu Jehova?
Deine Glaubensbrüder?
Die Hoffnung?
Oder ein anderes Geschenk von Jehova?
Wenn du unter Schwierigkeiten leidest,
hilft dir vielleicht der Gedanke, dass
Jehova sozusagen auf den Monitor schaut,
auf dem dein Herzschlag zu sehen ist.
Er sieht, dass du leidest,
aber er versichert dir:
„Bleib ruhig, es wird alles wieder gut.“
Was auch immer kommen mag,
welche Schwierigkeiten auch
immer auf uns zukommen,
denken wir an die Worte aus
Römer 8 Vers 37 und 39:
„Wir gehen vielmehr aus
alldem völlig siegreich hervor
durch den, der uns geliebt hat.“
Und im Vers 39 heißt es dann,
nichts, nichts, also auch keine Schwierigkeiten
können „uns von Gottes Liebe trennen ...,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“
Bleib freudig trotz deiner Schwierigkeiten.
Und jetzt freue ich mich,
Bruder Samuel Herd anzukündigen.
Er ist Mitglied der leitenden Körperschaft
und hält jetzt den nächsten Vortrag.
Sein Thema: „Freude trotz ... Not“
Hattest du schon mal mit
innerer Not zu kämpfen?
Wenn nicht, dann bist du kein Mensch.
In unserem verhältnismäßig
kurzen Leben in dieser alten Welt
sind wir alle mal Belastungen aus-
gesetzt und leiden unter innerer Not.
Was ist denn innere Not?
Manche würden sagen: „Große Angst.“
Andere vielleicht „Kummer.“
Und wieder andere verbinden damit Schmerz.
Was kann denn innere Not auslösen?
Eine ganze Menge.
Ganz oben auf der Liste:
der Tod des Ehepartners.
Was folgt dicht darauf?
Krankheiten verschiedenster Art.
Oder vielleicht verliert jemand
die Arbeit und fragt sich:
„Wie soll ich meine Familie versorgen,
meine Frau, meine Kinder?“
Und nicht zu vergessen:
Es könnte auch sein,
dass jemand gerade nicht so viel
im Dienst für Jehova tun kann,
wie er es eigentlich möchte.
Das sind also alles Dinge, die uns
belasten, die uns niederdrücken.
Und natürlich gibt es noch
eine ganze Menge mehr.
Was spielt sich in so
einem Moment in uns ab?
Wie fühlt sich jemand,
wenn er so etwas durchmachen muss?
Fühlt er sich traurig,
fühlt er sich niedergeschlagen?
Manche würden das sofort bejahen und sagen:
„Das trifft voll auf mich zu.“
Andere sagen vielleicht:
„Ich weiß nicht –
ich bin dann in einem Loch
und komm einfach nicht raus,
bin dann zu nichts zu gebrauchen.“
Und wieder andere würden sich am
liebsten in ihr Schneckenhaus verkriechen
und den Tränen freien Lauf lassen.
Das sind vielleicht so die Gefühle,
die einen überkommen.
Aber jetzt die Frage:
Freude trotz Not –
ist das möglich?
Ja, das ist möglich.
In der Bibel gibt es
so viele Beispiele dafür.
Über zwei möchten wir jetzt sprechen.
Zunächst: Paulus.
Paulus war jemand,
der trotz Not die Freude bewahren konnte.
Wie ist das möglich?
Wie konnte er das schaffen?
Schauen wir dazu mal in die Bibel –
und zwar in 2. Korinther.
Und wir lesen zusammen
2. Korinther Kapitel 7, Vers 5.
Da steht:
„Als wir in Mazedonien ankamen,
gab es für uns keine Erleichterung,
sondern wir wurden in jeder
Hinsicht weiter bedrängt
[und jetzt achtet mal darauf,
was er sagt] –
es gab außen Kämpfe,
innen Befürchtungen.“
„Außen Kämpfe, innen Befürchtungen.“
Paulus spricht hier also von inneren Nöten.
Aber trotzdem konnte er freudig bleiben.
Womit hatte er eigentlich zu kämpfen?
Na ja, eigentlich wollte er
sich mit Titus in Troas treffen.
Aber er hat keine Nachricht
von Titus erhalten,
deswegen hat er sich
womöglich Sorgen gemacht
und sich gefragt, wie es ihm wohl geht.
Gab es vielleicht
irgendwelche Schwierigkeiten,
mit denen Titus jetzt in der Versammlung
in Korinth fertigwerden musste?
Das hat Paulus alles beschäftigt.
Er war wirklich um seinen Freund besorgt.
Und das würde uns genauso gehen,
wenn wir auf die Nachricht eines Freundes
warten, aber nichts von ihm hören.
Vielleicht hat sich Paulus
den Kopf zerbrochen.
Seine Sorge um Titus
war möglicherweise so groß,
dass es ihm richtig
aufs Gemüt geschlagen ist.
Er muss sich gedacht haben:
„Wie lange werde ich wohl noch auf meinen
lieben Freund Titus warten müssen?“
Aber so lange musste er
gar nicht mehr warten.
Die beiden haben sich
schließlich in Mazedonien getroffen.
Und Paulus war natürlich
sehr erleichtert deswegen.
Und weil Titus über die Brüder in Korinth
gute Nachrichten mitbrachte,
hat sich Paulus „noch mehr gefreut“,
wie es 2. Korinther 7 ausdrückt;
wir finden das in den Versen 6 und 7.
Titus hat Paulus also geholfen,
die Freude zu bewahren.
Was lernen wir daraus?
Es sind unsere Glaubensbrüder,
bei denen wir Hilfe suchen müssen.
Sie sind wirklich ein
sehr kostbares Geschenk,
das wir von Jehova erhalten haben.
Und wir werden feststellen,
dass sie immer für uns da sind,
egal, womit wir gerade zu kämpfen haben.
So können wir die Freude bewahren.
Es kann auch sein, dass
jemand unter Entmutigung leidet.
Das ist nichts Ungewöhnliches.
Jeder von uns hat manchmal
mit Entmutigung zu kämpfen,
und es gibt so viele Gründe dafür.
Ein Grund, den ich vorhin
schon angeführt hatte:
der Tod des Ehepartners.
Ihr wart so lange verheiratet.
Und Jehova hat im Garten Eden gesagt:
Ihr werdet eins werden.
Und genau so ist es gekommen,
ihr wart eins.
Und jetzt ist plötzlich dein Ehemann
oder deine Ehefrau einfach nicht mehr da.
Du bist tieftraurig,
du bist niedergeschlagen,
bist verzweifelt,
du spürst, dass etwas fehlt,
du fühlst dich einfach
wie ein Häufchen Elend.
In solchen Momenten hilft es uns,
an die drei Geschenke zu denken,
die wir von Jehova bekommen
und durch die wir bei schwierigen
Situationen die Freude bewahren können.
Welche Geschenke waren das nochmal?
Nummer eins:
unsere Freundschaft zu Jehova.
David hatte eine so enge
Freundschaft zu Jehova.
Und schauen wir uns jetzt mal
1. Samuel Kapitel 30 an.
Verfolgt doch mal die ersten
Verse aus Kapitel 30 mit;
ich werde sie kurz zusammenfassen.
Der Bericht beginnt mit 1. Samuel
Kapitel 30, ab dem Vers 1.
Davids eigene Männer wollten ihn umbringen.
Warum?
Die Amalekiter haben Ziklag überfallen.
Sie haben die Stadt niedergebrannt,
haben die Frauen und Kinder entführt,
darunter auch die beiden Frauen Davids.
Und David war am Boden zerstört.
Aber achtet doch mal auf den Vers 6.
„David holte sich bei
seinem Gott Jehova Kraft.“
Und Jehova ist auch unsere Kraftquelle.
Wenn wir uns an ihn wenden,
bekommen wir auch Kraft.
Er ist für uns da,
er tröstet uns.
Er ist der Gott des Trostes,
so stellt er sich in der Bibel vor.
Das war also das erste Geschenk:
die Freundschaft zu Jehova.
Jetzt das zweite:
unsere Brüder und Schwestern.
Machen sie uns nicht wirklich Mut?
Denken wir dabei mal kurz an Psalm 133,
dort heißt es gleich zu Beginn:
„Wie gut und wie angenehm ist es doch,
wenn Brüder in Einheit zusammenwohnen!“
Das würden wir wahrscheinlich
alle unterschreiben.
Aber vergessen wir eins nicht:
Satan versucht, uns von
unseren Brüdern zu isolieren.
Eine seiner Methoden ist, uns einzusperren,
uns ins Gefängnis zu stecken.
Aber auch wenn wir eingesperrt sind,
können wir mit unseren
Brüdern zusammen sein.
Wie ist das möglich, wenn unsere
Brüder vielleicht weit weg sind
und wenn wir hinter Gittern sitzen?
Durch unsere Gedanken und Erinnerungen.
Hol dein Fotoalbum raus –
also das in deinem Kopf,
nicht das echte;
ich meine das hier oben.
Lass die schönen Erinnerungen mit
deinen Brüdern und deinen Schwestern
in deinem Kopf lebendig werden.
Über schöne Erinnerungen freuen
wir uns und sie geben uns Kraft.
Wenn jetzt jemand von euch genauso alt
ist wie ich, dann wisst ihr, was ich meine.
Wir alten Leute wissen, wie
man in Erinnerungen schwelgt.
Wir machen das den ganzen Tag –
und viel mehr schaffen wir auch nicht.
Wir leben regelrecht von Erinnerungen,
sie tragen zu unserer Freude bei.
Das war das zweite Geschenk:
unsere Glaubensbrüder.
Das dritte:
unsere Hoffnung, Jehova einmal
in einer gerechten Welt zu dienen –
und zwar ewig.
Ewig, das heißt für immer.
Also endlos,
also immer weiter, weiter und noch weiter.
Denk zum Beispiel mal an den Himmel –
über dir.
Du siehst keinen Anfang und kein Ende.
Das ist Ewigkeit, sie ist endlos.
Für uns bedeutet das:
ewige Freude am ewigen Leben.
Achtet doch mal in dem
folgenden Video darauf,
was unserem Bruder und
unserer Schwester geholfen hat,
die Freude zu bewahren –
und das trotz ihrer schlimmen Situation.
Irgendwann wollten wir gern Kinder haben,
das war seit Anfang unserer Ehe klar.
Und als ich dann schwanger wurde,
waren wir überglücklich.
Als Becky mir gesagt hat,
dass sie schwanger ist,
da war es so, als ob die Sonne in
meinem Herzen aufgegangen ist.
Ich hab mich sofort wie ein Papa gefühlt.
Natürlich hat man sofort so viele Pläne.
Und man wird einfach
überflutet von so viel Liebe.
Aber dann ging es Becky nicht so gut,
und eine Freundin hat uns geraten,
doch mal zum Arzt zu gehen.
Und das haben wir dann gemacht.
Der Arzt hat dann einen
Ultraschall gemacht,
und als er zurückkam,
sagte er, dass er keinen
Herzschlag hören konnte.
Das war ein sehr schwerer Moment;
der geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
Weil ganz plötzlich sind all die Hoffnungen,
die Träume, die Vorbereitungen –
die sind alle weg.
Dieser Platz in deinem Herzen,
der für dein Kind da war,
der bleibt unbesetzt,
und nichts kann ihn füllen.
Da ist einfach nur diese
unbeschreibliche Leere.
Wir wussten nicht, was wir machen sollten.
Aber an diesem Abend
hatten wir auch Versammlung,
dort wollten wir hingehen.
Wir wussten: Das ist der Ort,
wo Jehovas heiliger Geist wirkt.
Und wir wussten auch,
dass wir die Sache aus eigener Kraft
nicht überstehen würden.
Wir brauchten Jehova.
Als die anderen wussten,
dass wir unser Baby verloren haben,
haben viele davon erzählt,
was sie durchmachen mussten.
Dadurch hatten wir das Gefühl,
nicht alleine zu sein.
Jehova hat uns auch
ganz tolle Freunde gegeben,
Freunde, die fester zu einem halten
als ein Bruder,
Freunde, die ein Gespür dafür haben,
wenn es dir nicht gut geht,
die mit uns gebetet haben,
die mit uns spazieren waren,
die uns zugehört haben.
Und durch das alles zeigt uns Jehova,
wie sehr er uns liebt.
Die Freude kommt nicht von allein wieder,
daran muss man ständig arbeiten.
Beim Familienstudium
ist mir ein Text aufgefallen,
den fand ich sehr hilfreich:
Psalm 139,
wo es darum geht, dass es keinen Ort gibt,
wo Jehova uns nicht finden kann,
keine Finsternis, die zu finster für Jehova ist.
Und an so einem finsteren Ort war ich ja.
Über diesen Text nachzudenken,
hat mir so viel Kraft gegeben.
Und so nach und nach hab
ich dann mit Jehovas Hilfe
so langsam wieder die schönen
Dinge im Leben gesehen.
Wenn wir in Not sind, ist Jehova für uns da.
Er lässt nicht zu, dass wir völlig verzweifeln.
Schauen wir uns dazu doch mal
2. Korinther Kapitel 4 Vers 8 an.
Und wir wollen auch in
die Fußnote reinschauen.
2. Korinther Kapitel 4 Vers 8.
Dort steht:
„Wir stehen in jeder Hinsicht
unter großem Druck,
doch wir sind nicht bewegungsunfähig.
Wir sind ratlos,
doch nicht völlig ohne Ausweg.“
Und jetzt schaut mal in die Fußnote:
„Wir verzweifeln nicht“.
Jehova lässt uns also nicht völlig verzweifeln,
er zeigt uns den Ausweg.
Welches Geschenk Jehovas hilft dir,
die Freude zu bewahren –
selbst wenn dir etwas
schwer zu schaffen macht,
vielleicht sogar gerade im Moment?
Ist es deine Freundschaft zu Jehova?
Deine Glaubensbrüder?
Unsere Hoffnung?
Oder vielleicht gibt es noch was anderes.
Zusätzlich zu den Geschenken von Jehova
kann dir Folgendes noch gut tun:
Achte auf eine gesunde Ernährung.
Achte außerdem auf ausreichend Schlaf.
Und ein bisschen Bewegung
kann auch nicht schaden.
Du könntest zwei Listen schreiben:
Die erste mit Problemen, die du lösen kannst,
und die zweite mit Problemen,
die du zurzeit nicht lösen kannst.
Konzentrier dich auf die erste Liste
und überlass alles andere Jehova.
Sprich mit jemandem,
vielleicht mit einem Ältesten,
mit einem erfahrenen Freund
oder mit jemandem,
der dir nahesteht, zum Beispiel deinen Eltern.
Das alles sind Personen,
die bereit sind, dir zu helfen
und die gerne für dich da sind.
Sie werden ihr Wissen und ihren
Erfahrungsschatz mit dir teilen,
und sie werden es gerne tun.
In manchen Situationen mag
es sogar erforderlich sein,
sich professionelle Hilfe zu suchen.
Jesus hat davon gesprochen,
in Lukas 5:31.
Dort steht:
„Nicht die Gesunden brauchen
einen Arzt, sondern die Kranken.“
Das ist natürlich eine ganz
persönliche Entscheidung,
aber in der Bibel steht’s.
Es mag Situationen geben,
in denen man Hilfe von einem Arzt
oder einem anderen Fachmann benötigt.
Jehova liebt dich,
und das ist ein Grund zur Freude.
Zweifle keine Sekunde an seiner Liebe zu dir.
Ganz klar:
Es ist nicht einfach, mit psychischen
Belastungen fertig zu werden.
Aber vergiss nicht, Jehova versteht dich.
Er wird dir helfen, weiter durchzuhalten.
Er freut sich über dich, wenn er sieht,
dass du treu ausharrst –
und darüber nachzudenken –
das ist einer der Hauptgründe, sich zu freuen.
Du kannst dir sicher sein:
Jehova hat dich nicht verlassen.
Du hast seine Anerkennung,
und sie umgibt dich wie ein großer Schild.
Und außerdem hast du seinen Segen.
Finde Halt in diesem Gedanken
und freue dich – trotz Not.
Bruder Gerrit Lösch,
ein Mitglied der leitenden Körperschaft,
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.
Sein Thema:
„Freude trotz ... Verfolgung“.
Seit es Christen gibt, werden sie auch verfolgt.
Bitte schlagt doch mit mir mal
2. Korinther, Kapitel 11 auf.
Auch Paulus wurde verfolgt.
In 2. Korinther, Kapitel 11,
in den Versen 23 bis 25
beschreibt er, was er alles erlebt hat.
Er schreibt:
„Sind sie Diener von Christus?
Ich antworte wie ein Wahnsinniger:
Ich bin es noch viel mehr.
Ich habe mehr Arbeit geleistet,
war öfter im Gefängnis,
wurde unzählige Male geschlagen
und war oft dem Tod nahe.
Fünfmal erhielt ich von den Juden
40 Schläge weniger einen,
dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen,
einmal wurde ich gesteinigt,
dreimal erlitt ich Schiffbruch,
eine Nacht und einen Tag
verbrachte ich auf offenem Meer.“
Kurz nach dieser Aufzählung
seiner Schwierigkeiten
schreibt Paulus in Kapitel 12, Vers 10:
„Ich finde also Gefallen an Schwachheiten,
an Beleidigungen, an Notlagen,
an Verfolgungen und
Schwierigkeiten für Christus.
Denn wenn ich schwach bin,
dann habe ich Kraft.“
Es war natürlich nicht die Verfolgung
an sich, die Paulus Freude bereitet hat.
Es war vielmehr die Auswirkung der Verfolgung:
Er konnte dazu beitragen,
Jehovas Namen zu verherrlichen.
Sehen wir uns mal Philipper 1:14 an –
und dann noch den Vers 18.
In Verfolgungszeiten können wir sehen,
wie Jehova für sein Volk eintritt.
Und wir sehen, wie er seinen Namen heiligt.
Manche lernen dadurch Jehova kennen.
In Philipper 1:14, 18 steht:
„Wegen meiner Fesseln
haben die meisten der Brüder
im Herrn Zuversicht gewonnen
und haben jetzt umso mehr Mut,
furchtlos über das Wort Gottes zu reden.“
Und Vers 18:
„Mit welchem Ergebnis?
Nur damit Christus auf jede
Weise bekannt gemacht wird,
ob zum Vorwand oder in Wahrheit.
Und darüber freue ich mich.
Ja, ich werde mich auch weiterhin freuen.“
Verfolgung muss unsere Freundschaft
zu Jehova und unsere Hoffnung
also nicht schwächen,
sie kann sie sogar stärken.
Paulus erklärt das noch etwas genauer
in Römer, Kapitel 5, Vers 3 und 4:
„Wir wollen uns freuen, während wir
Schwierigkeiten durchmachen, ...
Ausharren ... führt zu
einem bewährten Zustand,
der bewährte Zustand wiederum zur Hoffnung,
und die Hoffnung führt nicht zur Enttäuschung.“
Hoffnung ist also eine enorme Hilfe,
um unter Verfolgung auszuharren.
Die Bibel gebraucht das Wort Hoffnung
an verschiedenen Stellen unterschiedlich.
Es gibt die „Hoffnung auf Rettung“,
und das schließt die ewige
Freundschaft zu Jehova ein.
Dann gibt es die Hoffnung,
Armageddon zu überleben;
die Hoffnung, ewig im Paradies
auf der Erde zu leben;
und die Hoffnung auf ein
unsterbliches Leben im Himmel.
Und um welche Hoffnung geht es
in Römer, Kapitel 5, Vers 3 und 4?
Um die Hoffnung auf ein Leben im Himmel.
Das zeigt der Kontext.
In Römer 5:2 heißt es im letzten Teil:
„Wir wollen uns wegen der Hoffnung
auf die Herrlichkeit Gottes freuen.“
Im ersten Jahrhundert hatten alle Christen
die Hoffnung auf Leben im Himmel.
Ihre Hoffnung beschränkte sich nicht nur darauf,
dass sich die Weltverhältnisse
verbessern würden
oder dass sie von einer
Krankheit geheilt würden.
Sie hofften auf Leben im Himmel.
In Kolosser 1:3, 5 heißt es dazu:
„Wir danken Gott ... immer wieder,
wenn wir für euch beten. ...
weil ihr auf das hofft, was für euch
im Himmel aufbewahrt ist.“
Lasst uns jetzt einmal Römer aufschlagen,
Römer, Kapitel 8, Vers 20 und 21.
Die „große Volksmenge“ heute
freut sich ja über die Hoffnung,
einmal im Paradies auf
der Erde leben zu können.
Diese Hoffnung hatte Paulus im Sinn,
als er die Worte in
Römer 8:20, 21 aufschrieb:
„Die Schöpfung ist nämlich der
Sinnlosigkeit unterworfen worden,
nicht durch ihren eigenen Willen,
sondern durch den, der sie unterworfen hat,
doch mit der Hoffnung,
dass die Schöpfung selbst auch aus der
Sklaverei des Verderbens befreit wird
und zur herrlichen Freiheit
der Kinder Gottes gelangt.“
Als Paulus allerdings in Römer 12:12 schrieb:
„Freut euch in der Hoffnung“,
meinte er die Hoffnung auf Leben im Himmel,
nicht auf der Erde.
Aber die „anderen Schafe“
können sich auch freuen
auf ihre Hoffnung.
Wir alle haben also großen Grund zur Freude.
Für die Welt sieht es düster aus;
unsere Hoffnung ist strahlend.
Die Hoffnung der Welt zerschlägt sich;
unsere Hoffnung steht kurz vor der Erfüllung.
Die Hoffnung der Welt
stützt sich auf Leichtgläubigkeit;
unsere Hoffnung auf echten Glauben.
Die Hoffnung der Welt führt zu Enttäuschung;
unsere Hoffnung führt zu Erfolg.
Die neue Welt ist so nah,
das heißt, unsere herrliche Hoffnung,
egal ob im Himmel oder auf der Erde,
wird sich bald erfüllen;
wir werden für immer glücklich sein.
Lasst uns mal zusammen
Titus, Kapitel 2, Vers 13 lesen:
„Während wir darauf warten, dass sich
unsere beglückende Hoffnung erfüllt
und die Herrlichkeit des großen
Gottes und unseres Retters,
Jesus Christus, offenbar wird.“
Außerdem hilft uns Hoffnung auszuharren.
So steht es in Römer 8:24, 25:
„Hoffnung ..., die man sieht,
ist keine Hoffnung. ...
Wenn wir aber auf das hoffen,
was wir nicht sehen,
so erwarten wir es
sehnsüchtig mit Ausharren.“
Hoffnung kann verschiedene Stufen erreichen.
Wie können wir unsere Hoffnung
sichern oder festigen?
Das griechische Wort für Hoffnung, <i>el·pisʹ</i>,
hat in der Bibel die Grundbedeutung
von „Erwarten des Guten“.
Hier erwähnt es Paulus als
Letztes in seiner Aufzählung –
nach Schwierigkeiten, Ausharren
und einem bewährten Zustand.
Daher bezieht er sich offensichtlich
nicht auf die anfängliche Hoffnung,
die man bekommt,
wenn man die gute Botschaft Gottes annimmt.
Es geht ihm vielmehr um
eine gefestigte Hoffnung,
die sich ein Christ durch
Ausharren aneignen kann.
Wenn ein Christ in Prüfungen treu bleibt,
wird ihm bewusst, dass er
Gottes Anerkennung hat.
Und dieses Bewusstsein verstärkt
seine anfängliche Hoffnung.
Wir können uns wie Paulus
trotz Verfolgung freuen.
Vielleicht werden auch wir
beleidigt oder angegriffen,
in der Schule, auf der Arbeit,
in der Familie
oder aufgrund eines staatlichen Verbots.
In Matthäus 5:11, 12,
also in seiner Bergpredigt,
da sagte Jesus Folgendes,
Matthäus 5:11, 12:
„Glücklich seid ihr, wenn man
euch meinetwegen beschimpft,
verfolgt und alle möglichen
boshaften Lügen über euch erzählt.
Freut euch und seid überglücklich,
denn eure Belohnung im Himmel ist groß.
Schließlich wurden die Propheten
vor euch genauso verfolgt.“
Achte doch im folgenden Video mal darauf,
was unserem Bruder und
seiner Frau geholfen hat,
trotz Verfolgung die Freude zu bewahren.
Eines Morgens sind bewaffnete Einsatzkräfte
in meine Wohnung eingebrochen.
Sie haben mir Handschellen angelegt
und alles durchsucht.
Sie haben mich mitgenommen,
und ich wurde vom
russischen Geheimdienst verhört.
Zwei Tage später hat
das Gericht mich verurteilt,
und ich kam in Untersuchungshaft.
Ich hatte Angst, weil ich nicht wusste,
wie man mich im Gefängnis behandeln würde.
Die Beamten haben mir gedroht
und haben mir gesagt,
ich soll mich schuldig bekennen.
Ich sollte die Namen
meiner Glaubensbrüder verraten,
ansonsten würde die Situation
noch schlimmer werden.
Ich hab auch meine liebe Frau vermisst,
es war so schwer ohne sie.
Zwei Monate lang hatte ich
keine geistige Nahrung,
noch nicht mal eine Bibel.
Also habe ich beschlossen,
mir eine zu machen.
Meine Frau hat mir ein Notizbuch geschickt,
und ich habe jeden Tag
Bibelverse aufgeschrieben,
an die ich mich erinnern konnte.
Nachdem ich 500 Bibelverse
aufgeschrieben hatte,
hab ich endlich eine Bibel bekommen.
Ich hab sie in vier Monaten durchgelesen,
weil ich das Bibellesen so vermisst hab.
In dieser Zeit hab ich Briefe an meine Frau
und meine Freunde geschrieben.
Ich hab ihnen geschrieben,
was ich Interessantes beim
Bibellesen herausgefunden hab.
Und dann hab ich Briefe bekommen,
von meinen Freunden und
von meiner lieben Frau.
Und ich hatte das Gefühl,
als wären sie so nahe,
als wären sie in der Zelle neben mir.
Ich war wirklich nicht allein.
Das Gefängnis trennt jemand
vielleicht von anderen Menschen,
aber nichts kann einen von Jehova trennen.
Den ganzen Tag hab ich
immer wieder zu Jehova gebetet.
Aber vor dem Schlafengehen –
das war eine besondere Zeit:
Wenn alle anderen geschlafen haben
und nur noch das Nachtlicht an war,
dann hatte ich Zeit, Jehova
alles zu sagen, was ich wollte.
Manchmal war ich allein in meiner Zelle,
und das hab ich natürlich genutzt.
Ich bin auf die Knie und hab
unter Tränen zu Jehova gebetet.
Ich hab all meine Bitten
auf ein Blatt Papier geschrieben
und dann alles markiert,
was Jehova beantwortet hat.
Ich war überzeugt:
Jehova war mir wirklich nah.
Tagsüber hab ich auch immer
leise unsere Lieder gesungen,
aber wenn ich alleine war,
hab ich aus voller Kehle gesungen.
Wann immer möglich, hab ich versucht,
über meinen Glauben zu sprechen.
Es ging um verschiedenste Themen –
von Tattoos bis hin zum König des Nordens.
Alle meine Ängste und Sorgen
waren unbegründet.
Ich war 343 Tage in Untersuchungshaft
und nicht mal ein Haar ist mir gekrümmt worden.
Das war die interessanteste
Erfahrung meines Lebens,
eine hervorragende Schulung,
um an meinen christlichen
Eigenschaften zu arbeiten.
Noch nie hab ich mich Jehova so nahe gefühlt.
Was für eine Ehre –
Jehovas Souveränität
auf diese Weise zu verteidigen!
Was hilft dir denn heute,
die Freude zu bewahren,
wenn du Gegnerschaft ertragen musst?
Ist es deine Freundschaft zu Jehova,
deine Glaubensbrüder
oder deine Hoffnung, im Himmel
oder auf der Erde zu leben?
Das alles gehört dazu.
Freu dich über die Liebe Jehovas
und über die Liebe deiner Brüder.
Wenn du Verfolgung durchmachst,
werden deine Glaubensbrüder
nicht nur deine Freunde,
nicht nur die in der Versammlung,
sondern die Brüder auf der ganzen Welt –
für dich beten.
Die Engel beobachten dich,
und sie sind stolz auf dich,
wenn sie sehen, dass du treu bleibst.
Dein Ausharren löst bei den
treuen Engeln große Freude aus.
Und genauso wie Jehova,
Jesus und die Engel
sind auch deine Glaubensbrüder stolz auf dich.
Sie freuen sich über dein Ausharren
und deinen Glauben trotz Verfolgung.
Bruder William Turner,
ein Helfer des Dienstkomitees,
hält jetzt den nächsten Vortrag
in unserer Vortragsreihe.
Sein Thema: „Freude trotz ... Hunger.“
Wie geht’s dir, wenn du
eine Mahlzeit ausgelassen
oder schon lange nichts mehr gegessen hast?
Manche sind dann schlecht drauf,
können sich vielleicht nicht mehr konzentrieren
oder auch nicht mehr klar denken.
Aber was, wenn wir es selbst
gar nicht in der Hand haben,
ob wir satt werden oder nicht?
Wenn uns nichts anderes
übrig bleibt, als zu hungern?
Genau diese Erfahrung musste der Apostel
Paulus während seines Dienstes machen.
In 2. Korinther 11:27 sagt er zum Beispiel,
dass er oft „Hunger und Durst“ litt
und dass er „häufig ohne Essen“ war.
Das war wahrscheinlich dann der Fall,
wenn er durch unfruchtbare Gegenden
oder durch die Wüste reiste.
Oder auch dann, wenn er in einer
für ihn fremden Gegend war.
Dort konnte er vielleicht
nicht genügend verdienen
und andere haben auch nicht für ihn gesorgt.
Paulus erlebte auch eine große Hungersnot,
eine Hungersnot, die über 3 Jahre anhielt
und die große Armut in Judäa
und in Jerusalem auslöste.
Paulus hatte also nicht immer
genügend zu essen.
Aber trotzdem hatte er eine
bemerkenswerte Einstellung.
Zum Beispiel spricht er in
2. Korinther 6:10 davon,
dass er und seine
Glaubensbrüder zwar trauern,
aber dass sie sich trotzdem „immer freuen“.
Am Beispiel von Paulus wird deutlich:
Schwere Zeiten können einen
schon auch traurig machen.
Aber trotzdem kann man sich
in diesen Zeiten auch freuen.
Wieso konnte sich Paulus
denn trotz Hunger freuen?
Lassen wir ihn doch selbst mal antworten.
Wir schlagen das Bibelbuch Philipper auf,
und wir lesen Philipper Kapitel 4
die Verse 11 bis 13.
Hier heißt es:
„Ich sage das nicht, weil mir etwas fehlt,
denn ich habe gelernt, unabhängig von
den Umständen zurechtzukommen.
Ich weiß, was es heißt, wenig zu haben,
und was es heißt, Überfluss zu haben.
In allem und unter allen Umständen
habe ich das Geheimnis kennengelernt,
sowohl satt zu sein als auch zu hungern,
sowohl Überfluss zu haben
als auch Mangel zu leiden.
Für alles bin ich stark
durch den, der mir Kraft gibt.“
Ist dir etwas aufgefallen?
Paulus spricht hier von einem Geheimnis,
davon, „sowohl satt zu sein
als auch zu hungern“.
Dieses Geheimnis besteht
unter anderem darin,
sich bei allem, was wir zum Leben
brauchen, auf Jehova zu verlassen
und mit dem zufrieden
zu sein, was er uns gibt.
Bei Paulus war das der Fall.
Um niemandem zur Last zu fallen,
hat er in einem Handwerk gearbeitet.
Aber weil er sich voll im Dienst eingesetzt hat,
hatte er nur wenig zum Leben.
Und deswegen war er
dankbar für seine Glaubensbrüder.
Sie unterstützten Paulus
und sorgten für das, was er gerade brauchte.
Durch all das hat Paulus
etwas Wichtiges gelernt:
Er sah in seinem Leben die Hand Jehovas.
Und ihm war klar:
Ganz egal, in welchen Umständen
man gerade steckt –
Jehova sorgt für das, was man braucht,
wenn man auf ihn vertraut.
Ist dir der Vers 13 aufgefallen?
Jehova unterstützte Paulus, er gab ihm Kraft.
Und selbst wenn Paulus mit
Schwierigkeiten zurechtkommen musste –
er blieb zufrieden,
er bewahrte sich seine innere Freude
und er setzte sich weiter für Jehova ein.
Was können wir hier von Paulus lernen?
Vielleicht müssen wir auch Hunger leiden,
und das kann verschiedene Ursachen haben.
Eine mögliche Ursache:
Lebensmittelknappheit.
Vielleicht aufgrund von politischen Unruhen
oder aufgrund einer Wirtschaftskrise.
Und durch die aktuelle Weltlage
haben auch viele ihre Arbeit verloren,
darunter auch unsere Brüder.
Solche oder ähnliche Umstände zwingen
uns vielleicht, mit weniger auszukommen.
Auch Verfolgung könnte zu Hunger führen.
Wie war es zum Beispiel
in den Konzentrationslagern?
Nahrungsentzug war eine
der teuflischen Methoden,
mit denen versucht wurde, den
Glauben unserer Brüder zu brechen.
Oder noch eine ganz andere Situation:
Wer in ein Gebiet zieht,
wo mehr Bedarf besteht,
muss vielleicht lernen, mit weniger
zufrieden zu sein als vorher.
All das macht deutlich:
Jeder von uns kann einmal in eine Situation
kommen, wo man weniger zu essen hat
oder sogar Hunger leidet.
Wie fühlen wir uns bei dieser Vorstellung?
Macht sie uns Angst?
Was ist da das Gegenmittel?
Unser Vertrauen auf unseren Gott Jehova.
Das Vertrauen auf Jehova
ist der Schlüssel dafür,
ruhig zu bleiben
und jeden Tag für sich zu nehmen.
Ein Familienvater erzählt, was er getan hat,
als in seinem Land eine Inflation ausbrach.
Er sagt:
„Mein tägliches Gebet ging darum,
dass Gott uns ‚heute unser Brot
für diesen Tag‘ geben möge.“
Außerdem ist es wichtig, dankbar für
das zu sein, was Jehova uns gibt.
Derselbe Bruder hat sich einmal
in einer Schlange angestellt,
um etwas zu essen zu kaufen.
Aber als er dann an der Reihe war,
gab es nur noch etwas, was er gar nicht mochte.
Wie hat er reagiert?
Er erzählt:
„Eigentlich schmeckt mir das nicht,
aber es war etwas Essbares.
Also war das unser Abendessen.“
Der Bruder war dankbar,
dass Jehova für sie gesorgt hatte.
Vielleicht sind wir zurzeit
in der glücklichen Lage,
dass wir uns aussuchen können,
was wir essen und was nicht.
Aber was, wenn sich die Umstände ändern?
Können wir uns dann anpassen?
Sind wir auch dann dankbar?
Ist es nicht beruhigend zu wissen,
dass wir einen liebevollen Vater haben,
der für alles sorgt, was wir brauchen?
Seien wir in so einer Situation also
zufrieden mit allem, was Jehova uns gibt.
Schauen wir uns doch jetzt einmal ein Video an.
Und achten wir doch mal darauf,
was unserer Schwester geholfen hat,
die Freude zu bewahren –
und das trotz Hunger.
Früher, also vor der Krise,
hatten wir hier in Venezuela
nicht so viele Probleme wie heute.
Wir konnten einfach in ein Geschäft gehen
und so viel Essen kaufen, wie wir wollten.
Wir hatten eigentlich ein ruhiges Leben.
Vor fünf Jahren hat sich die Situation
für uns dann aber geändert.
Es wurde richtig schlimm.
Man hat kaum noch
etwas zu essen bekommen,
noch nicht mal Grundnahrungsmittel.
Wenn man etwas kaufen wollte,
gab es einfach nichts mehr.
Zwei Älteste sind,
ja, eigentlich fast täglich,
bei mir vorbeigekommen
und haben mich gefragt,
was ich zu essen brauche.
Wenn ich gekocht habe,
war meine Hauptsorge immer,
dass meine Kinder satt werden.
Ich hab ihnen immer die
größere Portion gegeben.
Mein Kleiner hat dann immer gefragt:
„Und du, Mami?
Bist du wirklich schon satt?“
Und ich hab ihm dann gesagt:
„Ist schon gut, mein Schatz.
Das reicht mir.“
Aber er meinte: „Das glaub ich nicht.“
Ich hab gedacht, ich kann mit
so wenig Essen auskommen.
Aber es war einfach nicht
genug für meinen Körper.
Einen Sonntagmorgen in der Versammlung
hab ich mich überhaupt nicht gut gefühlt.
Aber zum Glück war meine Tochter bei mir.
Als ich zu mir kam, hat sie gesagt:
„Mama, du bist drei Mal
ohnmächtig geworden.“
Ich konnte das gar nicht glauben.
Die Brüder haben mich jedenfalls
sofort zum Arzt gebracht,
und er hat dann festgestellt,
dass ich stark unterernährt bin.
Die Versammlung hat dann
einen Plan aufgestellt.
Sie haben mir Mahlzeiten gebracht
und sind dann sogar bei mir geblieben,
bis ich aufgegessen hatte.
Ich hab mein altes Gewicht
zwar noch nicht ganz zurück.
Früher hab ich ein bisschen mehr gewogen.
Aber gesundheitlich geht es mir viel besser.
Die Ältesten haben immer
wieder nach mir geschaut,
und das hat mir wieder Kraft gegeben.
Jedenfalls hab ich nie meine Freude verloren.
Das verdanke ich alles Jehova!
Ich bin ihm wirklich dankbar.
Er erhält mich am Leben.
Er gibt mir Kleidung, etwas zu essen
und wunderbare Freunde.
Das alles hab ich von Jehova.
Ist dir aufgefallen, was unserer
Schwester geholfen hat?
An erster Stelle:
ihre Freundschaft zu Jehova.
Ihr war wichtig, Jehova nahe zu bleiben
und regelmäßig die
Zusammenkünfte zu besuchen.
Was half ihr noch?
Ihre Glaubensbrüder.
War es nicht schön zu sehen,
wie fürsorglich die Ältesten waren?
Sie haben jeden Tag nach ihr gesehen,
für Essen gesorgt
und darauf geachtet,
dass sie wirklich genügend isst.
Und diese Hilfen haben wir auch:
Unsere enge Freundschaft zu Jehova,
die Hilfe unserer Glaubensbrüder
und an unserer Hoffnung festzuhalten.
All das hilft uns, freudig zu bleiben,
auch wenn wir vielleicht
mal Hunger leiden müssen.
Wir sind überzeugt von dem,
was Paulus in Philipper 4:12 schrieb:
Jehova kann und wird für das
Lebensnotwendige sorgen –
und zwar unter allen Umständen.
Natürlich machen wir uns in
Zeiten des Hungers Sorgen darüber,
wie es mit uns und unserer
Familie weitergehen soll.
Aber wir haben gesehen:
Es ist möglich, freudig zu bleiben –
auch wenn wir mit Hunger
zu kämpfen haben.
Wie?
Denk an das Geheimnis.
Und wer hört schon weg,
wenn es um ein Geheimnis geht?
Und dieses Geheimnis
verrät Jehova uns sehr gerne.
Es geht darum, Jehova zu vertrauen
und seine Hand in unserem Leben zu sehen.
Jehova freut sich sehr darüber,
wenn seine Diener ihm treu bleiben
und die Freude bewahren,
und wenn sie darauf vertrauen,
dass er sie niemals im Stich lässt.
Bruder Robert Luccioni,
ein Helfer des Verlagskomitees,
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.
Sein Thema: „Freude trotz ... Nacktheit“.
Ist es möglich, sich zu freuen, wenn
man schwere Zeiten durchmacht?
Bis hierhin haben wir schon gesehen,
wie der Apostel Paulus
die Freude bewahren konnte,
und das trotz Schwierigkeiten,
Not, Verfolgung oder sogar Hunger.
Und bestimmt hat uns das Mut gemacht,
weil einige von uns solche Dinge erlebt haben
oder sogar gerade im Moment erleben.
Aber was ist, wenn wir alles
verlieren, was wir haben,
vielleicht durch Katastrophen
oder politische Unruhen?
Kann uns das Beispiel von
Paulus auch da helfen?
In Römer 8:35, unserem Leittext,
erwähnt Paulus, dass uns
nicht einmal „Nacktheit“
von der Liebe des Christus trennen könnte.
Und Paulus wusste, wovon er sprach.
Lasst uns dazu mal zusammen
2. Korinther 11:27 lesen.
Schauen wir mal, was er durchmachte:
„Ich habe hart gearbeitet und mich abgemüht,
konnte nachts oft nicht schlafen,
litt Hunger und Durst,
war häufig ohne Essen,
ich war der Kälte ausgesetzt
und hatte nicht genug Kleidung“,
und die Fußnote spricht hier von Nacktheit.
Paulus hatte nicht deswegen wenig
anzuziehen, weil er faul gewesen wäre.
Wir wissen aus der Bibel,
dass er sehr hart gearbeitet hat.
Er hatte nicht genug Kleidung und
war der Kälte ausgesetzt,
weil er Schwierigkeiten in
seinem Dienst durchmachte.
Denken wir nur einmal an die Situation,
als Paulus Schiffbruch erlitt.
Das Schiff wurde vom schlimmsten
Sturm im Mittelmeerraum erfasst
und zerbrach schließlich in Stücke.
Was taten jetzt Paulus und die anderen?
Um sich zu retten,
klammerten sie sich an Planken
und an Schiffsteile des Wracks;
vielleicht hatten sie kaum noch
etwas an, als sie das Ufer erreichten.
Jedenfalls war ihnen kalt,
weswegen man auf Malta ein Feuer
für die Überlebenden angezündet hat.
Bei anderen Gelegenheiten musste er
fliehen und konnte nichts mitnehmen
außer dem, was er anhatte.
Und dann wurde er auch
geschlagen und gesteinigt,
was sicher auch Spuren an
seiner Kleidung hinterlassen hat.
Zum Beispiel lesen wir in
Apostelgeschichte 16:22,
dass die Magistrate Paulus
„die Kleider heruntergerissen“ haben
und dass sie Befehl gaben,
ihn „mit Ruten zu schlagen“
und ihn „ins Gefängnis [zu] werfen“.
Wenn wir das alles im Hinterkopf behalten,
verstehen wir besser, was Paulus meinte,
als er 1. Korinther 4:11 schrieb.
1. Korinther 4:11,
er schreibt hier:
„Bis zu dieser Stunde leiden
wir ständig Hunger und Durst
und sind dürftig bekleidet,
wir werden geschlagen,
haben kein Zuhause.“
Und obwohl er das alles erlebt hat,
ist interessant, wozu Paulus
hier seine Brüder auffordert.
Lest mal den Vers 16 mit mir:
„Deshalb bitte ich euch dringend:
Nehmt mich zum Vorbild.“
Sie sollten sich also ein
Beispiel an Paulus nehmen
und sich trotz Schwierigkeiten freuen.
In Römer 12:12 bringt er das
auf den Punkt, wenn er sagt:
„Freut euch in der Hoffnung. ...
Teilt mit den Heiligen
entsprechend ihren Bedürfnissen.“
Paulus konnte sich also
freuen und anderen helfen,
und das sogar, wenn er selbst
schwierige Situationen erlebte.
Auch unsere lieben Glaubensbrüder sind
zunehmend von Katastrophen betroffen.
Denken wir mal an das letzte Jahr:
Da gab es Erdbeben,
zum Beispiel in Albanien,
auf den Philippinen oder auf Puerto Rico;
große Überschwemmungen im Kongo,
in Spanien, in den USA.
Oder denken wir an die vielen Wirbelstürme,
auf den Philippinen oder auf den Bahamas,
verheerende Waldbrände in Australien
oder in den Vereinigten Staaten –
und man könnte die Liste noch fortführen.
Was waren die Folgen solcher Katastrophen?
Viele unserer Brüder und Schwestern –
vielleicht auch du –
mussten aus ihrem Zuhause fliehen,
mitten in der Nacht,
und das nur mit dem, was sie gerade anhatten.
Und in manchen Fällen hat so eine
Katastrophe alles zerstört, was sie hatten.
Es tut uns sehr weh, wenn wir
von solchen Berichten hören.
Und ihr Lieben,
wenn ihr gerade so etwas
durchmacht, dann denkt daran:
Wir beten für euch.
Trotz dieser schlimmen Umstände
bleibt ihr weiter freudig.
Wie ist das möglich?
Achtet doch im folgenden Video mal darauf,
was unserem Bruder und unserer Schwester
geholfen hat, die Freude zu bewahren,
als sie einmal alles verloren hatten.
In New York zu leben heißt vor allem eins:
ständig im Stress zu sein.
Unser Tag ist immer komplett durchgetaktet.
Aber es lief eigentlich ganz gut.
Wir hatten viel Freude im Pionierdienst
und Jobs, mit denen man in
New York über die Runden kommt.
Man muss hier echt auf sich aufpassen
und immer im Auge behalten,
was um einen herum passiert.
Aber dass uns
ausgerechnet ein Hurrikan treffen würde,
damit hätten wir nie gerechnet.
Als wir die Sturmwarnung
in den Nachrichten gehört haben,
war es tatsächlich ziemlich
stürmisch und am Regnen.
Und als ich gesehen habe, wie das Wasser
auf den Parkplatz strömt, war mir klar:
Hier passiert gleich was Schlimmes.
Alles, was uns danach noch blieb,
war das, was wir anhatten.
Es war alles zerstört –
einfach weg –
in einer einzigen Nacht.
Ich hätte nie gedacht,
durch so eine Katastrophe
mal alles zu verlieren –
buchstäblich alles,
bis auf’s letzte Hemd.
Zum ersten Mal habe ich
verstanden, was es heißt,
völlig mittellos dazustehen.
Ich war am Boden zerstört
und hab immer nur gedacht:
„Wie soll es denn jetzt weitergehen?“
In der Woche war Kongress.
Aber ich hatte nicht mal ein
Jackett oder eine Krawatte.
Bis dahin hatte ich mir über Kleidung
nie groß Gedanken gemacht;
ich hatte ja immer welche.
Was die Brüder alles für uns getan haben,
war einfach wunderbar.
An dem Freitag hat jemand bei uns geklopft
und hatte drei Anzüge dabei –
und Schuhe!
Die Brüder haben so viel für uns gekauft.
Es war unglaublich.
Sie haben uns gedrückt,
uns Geld zugesteckt.
Jehova hat durch sie so
liebevoll für uns gesorgt.
Wir konnten zum Kongress gehen
und das Programm genießen –
und das trotz unserer Situation.
Obwohl wir alles, was wir
hatten, verloren haben,
mussten wir nicht mit
dem Pionierdienst aufhören.
Jehova hat uns was versprochen.
Wenn wir sein Königreich
an die erste Stelle setzen,
wird er für alles andere sorgen.
Und deshalb kann ich ihm
weiter mit Freude dienen.
Egal was wir durchmachen,
selbst wenn wir nicht mal
mehr etwas zum Anziehen haben,
unsere Freundschaft zu Jehova
kann uns keiner nehmen.
Was half den beiden?
Sie haben ja alles in nur einer Nacht verloren,
und sie wussten nicht,
wie es weitergehen sollte.
Aber wovon waren sie überzeugt?
Brian sagte:
„Egal was wir durchmachen,
selbst wenn wir nicht mal mehr
etwas zum Anziehen haben –
unsere Freundschaft zu Jehova
kann uns keiner nehmen.“
Und zu erleben, wie ihnen ihre
Glaubensbrüder unter die Arme griffen,
hat sie tief berührt
und ihren Glauben gestärkt.
Was können wir daraus lernen?
Wenn wir selbst einmal
in so eine Situation geraten
und vielleicht unseren Besitz verlieren
oder nicht mehr genügend anzuziehen haben,
dann können wir trotzdem freudig bleiben.
Unsere drei Geschenke helfen uns dabei:
die Freundschaft zu Jehova,
die Hilfe unserer Glaubensbrüder
und an unserer Hoffnung festzuhalten.
Viele von euch sind sofort zur Stelle,
wenn sie sehen, dass liebe Brüder
und Schwestern in Not sind.
Und das ist so schön zu sehen.
Katastrophen nehmen immer mehr zu
und werden immer zerstörerischer.
Und deswegen brauchen unsere
lieben Brüder und Schwestern
auch immer öfter unsere Hilfe.
Und ihr seid bereit zu helfen.
Vielen Dank dafür!
Manche reisen sogar ins
Katastrophengebiet, um zu helfen.
So zum Beispiel die über 700 freiwilligen
Helfer nach dem Hurrikan Dorian.
Sie wurden von unseren
Brüdern und Schwestern
in das Katastrophengebiet
auf die Bahamas geflogen.
Viele andere sind bereit, ihren Glaubens-
brüdern in der Umgebung zu helfen.
Das war im Kongo der Fall.
Dort mussten unsere Brüder
aufgrund von politischen Unruhen fliehen
und konnten nichts mitnehmen,
nur das, was sie gerade anhatten.
Wie wurde ihnen geholfen,
als sie alles verloren hatten?
Die Brüder und Schwestern
aus der Umgebung versorgten sie,
und das obwohl sie selbst wenig haben.
Sie gaben ihnen Geld, Nahrung, Kleidung
und sie sorgten für Unterkünfte.
In Bolivien und Venezuela
haben sich die Versammlungen
gegenseitig unterstützt,
indem sie Nahrungsmittel
untereinander aufgeteilt haben.
Und auch jetzt in dieser
Pandemie wird deutlich,
wie wir als Glaubensbrüder füreinander da sind.
Wir unterstützen uns gegenseitig
mit Nahrung und anderen Hilfsgütern,
leisten emotionalen Beistand,
helfen einander im Glauben stark zu bleiben,
und jeder macht mit.
Weil ihr diese großzügige Einstellung habt
und auch großzügig spendet,
seid ihr ein Segen für eure Brüder und
Schwestern auf der ganzen Welt.
Stellt euch vor, was das für ein
Schlag in Satans Gesicht ist!
Warum kann man das sagen?
Denken wir da an den Bericht
aus Hiob, Kapitel 1.
Dort beleidigt Satan Jehova,
und er unterstellt Jehovas treuen Dienern,
dass sie ihm den Rücken zukehren würden,
sobald sie schwierige Zeiten
durchmachen müssten.
Lesen wir das mal nach in Hiob 1:11.
Satan sagt:
„Aber streck doch zur Abwechslung
mal deine Hand aus
und nimm ihm alles weg, was er hat,
und er wird dir bestimmt
direkt ins Gesicht fluchen.“
Satan wollte also sagen:
Wenn wir die Wahl haben zwischen
unserem Besitz und Jehova,
dann würden wir unseren Besitz wählen.
Und wenn wir die Wahl hätten, uns selbst
oder anderen etwas Gutes zu tun,
dann würden wir uns selbst wählen.
Was für eine Fehleinschätzung!
Er kocht vor Wut, wenn er sieht,
wie wir uns heutzutage
in Jehovas Organisation
gegenseitig unterstützen.
Was sollten wir also tun?
Bringen wir ihn weiter zum Kochen.
Seien wir füreinander da, wenn wir sehen,
dass unsere Brüder Hilfe brauchen.
Und wenn wir das tun,
werden wir selbst glücklich
und wir helfen unseren Brüdern,
freudig zu bleiben.
Ihr Lieben,
seien wir also entschlossen,
uns die Freude zu bewahren.
Unsere drei Geschenke
werden uns dabei helfen:
Halten wir an unserer
Freundschaft zu Jehova fest,
seien wir dankbar für die Liebe und
die Hilfe unserer Glaubensbrüder
und denken wir an unsere
wunderbare Zukunftshoffnung.
Und vergessen wir nicht:
Wenn wir Jehova weiter treu dienen,
auch wenn wir alles verlieren,
also trotz Nacktheit,
dann machen wir seinem Herzen Freude,
und das macht uns mehr als glücklich.
Bruder Ralph Walls,
ein Helfer des Personalkomitees,
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den nächsten Vortrag.
Sein Thema: „Freude trotz ... Gefahr.“
Unser Vortragsthema ist
nicht als Frage formuliert –
und das ganz bewusst.
Tatsache ist:
Wir können uns trotz Gefahr freuen.
Lasst uns das wieder am Beispiel
vom Apostel Paulus untersuchen.
Er empfand Freude trotz Gefahr,
und er war in seinem Dienst
vielen Gefahren ausgesetzt.
In nur einem Vers zählt er
acht dieser Gefahren auf.
Unter anderem erwähnt er
auch die Gefahr durch Räuber.
Und als er in Ephesus war,
war er vielleicht sogar wilden
Tieren in einer Arena ausgeliefert.
Lasst uns jetzt mal zusammen
2. Korinther, Kapitel 1 aufschlagen.
Wir lesen die Verse 8 bis 11.
Wir lesen dort:
„Denn wir möchten nicht, Brüder,
dass ihr über die Schwierigkeiten, die wir
in der Provinz Asien durchgemacht haben,
in Unkenntnis seid.“
Das schrieb Paulus in Europa,
als er in Mazedonien war.
Und dann heißt es weiter:
„Wir standen unter extremem Druck –
über unsere Kräfte hinaus –
und wir fürchteten sogar um unser Leben.
Ja wir hatten das Gefühl, als hätten
wir das Todesurteil empfangen.
Das geschah, damit wir nicht
auf uns selbst vertrauen würden,
sondern auf den Gott,
der die Toten auferweckt.
Er hat uns aus einer so
großen Todesgefahr befreit
und wird uns auch in Zukunft befreien,
und wir setzen unsere Hoffnung auf ihn,
dass er uns auch weiterhin befreien wird.
Auch ihr könnt uns helfen,
indem ihr für uns fleht.
Dann werden sich unseretwegen
viele für die Güte bedanken,
die uns als Antwort auf die
Gebete vieler erwiesen wird.“
Einige Monate bevor Paulus
diese Worte aufschrieb,
hatte er den ersten Korintherbrief geschrieben.
Und damals war er noch in Asien gewesen,
und zwar in Ephesus.
Und in diesem Brief heißt
es in Kapitel 15 im Vers 32:
„Wenn ich wie andere Menschen in
Ephesus mit wilden Tieren gekämpft habe,
was bringt mir das Gutes ein?“
Es könnte gut sein, dass er mit dieser Aussage
wilde Tiere in einer Arena gemeint hat.
Aber er fand Kraft in der Auferstehungshoffnung.
Wir haben ja vorhin gelesen:
„Das geschah,
damit wir nicht auf uns selbst vertrauen würden,
sondern auf den Gott, der die Toten auferweckt.“
Dann gab es noch seine Glaubensbrüder.
Auch sie stärkten ihn.
Er schreibt ja:
„Auch ihr könnt uns helfen,
indem ihr für uns fleht.
Dann werden sich unseretwegen
viele für die Güte bedanken,
die uns als Antwort auf die
Gebete vieler erwiesen wird.“
Uns geht es heute ähnlich.
Auch wir verspüren die liebevolle
Hilfe unserer Brüder und Schwestern
in der Versammlung.
Es gab auch Situationen, in denen
Paulus und seine Reisegefährten
unter „extremem Druck“ standen.
Sie „fürchteten sogar um [ihr] Leben“.
Was half Paulus in solchen Situationen?
Seine lieben Glaubensbrüder.
Sie unterstützten ihn und waren für ihn da.
Und das beobachtet man auch heute.
Immer wieder sind unsere Glaubensbrüder
nach einer Katastrophe oder einem
anderen Unglück als erste zur Stelle,
um Mitchristen und auch anderen
Betroffenen materielle Hilfe zu leisten
und sie im Glauben zu stärken.
Heute muss niemand von uns in einer
Arena gegen wilde Tiere kämpfen.
Dennoch ist uns Paulus ein gutes Beispiel.
Auch wir können uns freuen,
und das trotz Gefahr.
Jeder von uns kann Gefahren ausgesetzt sein,
zum Beispiel durch Räuber oder
durch Gewalt bei politischen Unruhen.
Die Bibel hat vorausgesagt,
dass die Menschen in diesen
„letzten Tagen … brutal“ sein würden
und dass sie „das Gute nicht lieben“.
Achtet doch in dem folgenden Video mal darauf,
was einer Familie bei Gefahr geholfen hat,
die Freude zu bewahren.
Ich bin in Caracas geboren
und lebe jetzt in Petare.
Wir müssen immer mit Gewalt
und Kriminalität fertigwerden.
Vor ein paar Jahren wurde eine Pionier-
schwester von einer Kugel getroffen
und ist leider gestorben.
Und etwas Ähnliches ist
auch meinem Sohn passiert.
In der Nachbarschaft gab es eine Schießerei,
und dann hat eine verirrte Kugel
meinen Sohn getroffen.
Er war sofort tot.
Das hinterließ so eine Leere.
Einfach nur in sein Zimmer zu gehen
und sein leeres Bett zu sehen,
das hat so wehgetan.
Und dann waren da all seine Sachen:
seine Schuhe,
seine Lieblingskleidung im Kleiderschrank.
Natürlich hab ich da geweint.
Das war eine schwere Zeit.
Gleich als die Versammlung
von der Situation erfahren hat,
waren alle da, um uns zu helfen.
Sie haben uns bei allem unterstützt,
bei allem, was man in so
einer Situation braucht.
Nach alldem hatte ich richtig Angst,
weiter in den Predigtdienst zu gehen.
Ich hab um mein Leben gefürchtet –
nicht nur mein Leben,
sondern auch um das Leben meiner Familie.
Ich hab zu Jehova gebetet,
und Jehova hat mir geholfen,
weise Entscheidungen zu treffen.
Manchmal, wenn ich alleine bin
und über meinen Sohn nachdenke,
dann kommen diese ganzen
Erinnerungen wieder hoch,
und all diese Gefühle.
Und dann kommen mir die Tränen.
Aber dann konzentriere ich mich
auf die Auferstehungshoffnung,
und das hilft mir weiterzumachen.
Ich denke immer gern an
den Bericht über Lazarus;
den mag ich sehr.
Die Stelle, wo Martha sagt:
„Ich weiß, dass er auferstehen wird.“
Und das ist auch die
Überzeugung, die ich habe.
Ich weiß, dass unser Sohn auferstehen wird.
Jehova wird ihn uns zurückbringen.
Als das damals passierte,
hab ich meine Freude
für eine Zeit lang verloren.
Aber als der erste Schmerz vorbei war,
hat mir die Auferstehungshoffnung
wieder Freude gegeben.
Es ist so, als ob Jehova mir ganz
lieb auf die Schulter klopft und sagt:
„Mach dir keine Sorgen, mach weiter,
ich kümmere mich schon.
Bleib treu,
und ich werde ihn dir zurückbringen.“
Ist euch aufgefallen, was der Familie
geholfen hat, freudig zu bleiben?
Das Gebet,
die Auferstehungshoffnung,
die Hilfe ihrer Glaubensbrüder
und natürlich Jehovas Geist.
Welches Geschenk Jehovas hilft dir,
freudig zu bleiben, wenn du
Gefahren ausgesetzt bist?
Deine Freundschaft zu Jehova,
deine Glaubensbrüder,
unsere Hoffnung
oder etwas anderes?
In diesen kritischen letzten Tagen,
„mit denen man schwer fertigwird“,
freuen wir uns über die Hoffnung, dass
Jehova uns bald aus Gefahr befreien wird.
Wie der Prophet Habakuk damals
sehnen auch wir uns danach, dass das
Böse in dieser Welt ein Ende nimmt.
Lasst uns dazu mal Habakuk 1 aufschlagen.
Und achtet doch mal darauf,
wie sehr ihn die Gewalt,
der viele Streit und die Unter-
drückung um ihn herum quälten.
Wir lesen:
„Wie lange, o Jehova …?
Wie lange soll ich noch um Hilfe
rufen wegen der Gewalt …?
Warum lässt du mich Unrecht mit ansehen?
Warum tolerierst du Unterdrückung?
Warum gibt es um mich herum
Zerstörung und Gewalt?
Warum so viel Streit, so viele Konflikte?“
Warum? Warum? Warum?
Warum? Wie lange?
Interessant ist, was er im Kapitel 2
aufgeschrieben hat, im Vers 3:
„Denn die Vision wird sich erst
zu ihrer festgelegten Zeit erfüllen
und sie eilt dem Ende entgegen,
sie wird sich nicht als Lüge erweisen.
Selbst wenn sie auf sich warten lassen sollte,
warte geduldig auf sie!
Denn sie wird sich auf jeden Fall erfüllen.
Sie wird sich nicht verspäten!“
Genauso wie Habakuk vertrauen
auch wir auf Jehova
und auf seine Zusicherung, dass
er aller Gewalt bald ein Ende setzt.
Habakuk wusste, dass er sich
auf Jehova verlassen konnte;
Jehova war sein Freund und Vater.
Habakuk hat sich in dieser Situation nicht
auf seine eigenen Überlegungen verlassen.
Er hat seine Ängste und
Sorgen mit Jehova geteilt –
ein sehr gutes Beispiel für uns.
Und jetzt möchten wir lesen,
zu welchem Schluss er kommt,
in Kapitel 3, Vers 18.
Dort sagt er:
„Ich werde … über Jehova jubeln,
ich werde mich freuen
über den Gott meiner Rettung!“
Jehova ist der „Hörer des Gebets“.
Er möchte, dass wir uns mit
unseren Ängsten und Sorgen
vertrauensvoll an ihn wenden.
Jehova hat Habakuk wegen
seiner Gefühle nie verurteilt.
Er hat sie aufschreiben lassen,
vielleicht damit wir verstehen, dass
solche Gefühle nicht unnormal sind.
Auf jeden Fall möchte er,
dass wir sie mit ihm teilen.
Jehova beantwortet solche Gebete.
Er wird uns liebevoll in den Arm nehmen
und er wird uns den richtigen Weg zeigen.
Er wird uns die Weisheit
geben, die wir brauchen,
ganz egal was kommen mag.
Unsere innigen Gebete zeigen ganz deutlich,
wie sehr wir Jehova vertrauen.
Wir freuen uns, weil wir wissen,
dass Jehova es kaum erwarten kann,
uns aus allen Gefahren zu retten.
Bruder David Schafer,
ein Helfer des Lehrkomitees,
hält in unserer Vortragsreihe
jetzt den letzten Vortrag:
„Freude trotz … des Schwerts.“
Als Paulus von 59 bis 61 unserer Zeitrechnung
zum ersten Mal in Rom in Gefangenschaft war,
lebte er zwar in seinem
eigenen gemieteten Haus,
wurde aber ständig von
einem Soldaten bewacht.
In diesen 2 Jahren hat er jedem
gepredigt, der ihn besuchen kam.
Und er hat inspirierte Briefe geschrieben –
an die Epheser, Philipper,
Kolosser, an Philemon
und offensichtlich auch an die Hebräer.
Und dann wurde er anscheinend
wieder freigelassen.
Jetzt konnte er seinen Dienst
wieder voll aufnehmen.
Er schrieb an Timotheus, der in Ephesus war,
und an Titus auf Kreta.
Man nimmt an, dass der römische Kaiser Nero
kurz darauf die Christen für das große
Feuer in Rom verantwortlich gemacht hat.
Und dann
kam Paulus wieder in Gefangenschaft.
Wir schreiben das Jahr 65 unserer Zeitrechnung.
Paulus hat Jehova schon
jahrzehntelang treu gedient.
Wie fühlt er sich jetzt?
Er selbst gibt die Antwort im
zweiten Brief an Timotheus.
Und diesen Brief schrieb er aus dem Gefängnis.
Öffnet doch mal bitte 2. Timotheus, Kapitel 4.
Ob die Männer, die Paulus
festgenommen haben,
wohl mit Schwertern bewaffnet waren?
Mit Sicherheit.
Erinnerten diese Schwerter
Paulus vielleicht an Jakobus,
den Bruder von Johannes?
Er wurde ja von Herodes Agrippa I.
durch das Schwert hingerichtet.
Wahrscheinlich schon.
Diese Passage aus 2. Timotheus
macht auf jeden Fall deutlich:
Paulus wusste, dass ihm seine
eigene Hinrichtung kurz bevorstand.
Und wir erkennen hier noch etwas:
nämlich dass Paulus 3 Dinge stärkten,
als er dem Tod ins Auge blicken musste.
Bitte lest mit mir jetzt 2. Timotheus, Kapitel 4,
die Verse 6 bis 8:
„Denn ich werde schon wie
ein Trankopfer ausgegossen
und die Zeit für meine Erlösung steht bevor.“
Mit anderen Worten: Er würde sterben
und zu einem späteren Zeitpunkt auferweckt,
um mit Christus im Himmel zu regieren.
Im Vers 7 sagt er dann:
„Ich habe den guten Kampf gekämpft,
ich habe den Lauf vollendet.“ Vollendet –
Paulus hat es ganz deutlich gespürt:
Es würde nicht mehr lange dauern
und er würde seinen persönlichen
Lauf erfolgreich vollenden.
Als Nächstes sagt er:
„Ich habe den Glauben bewahrt.
Von jetzt an ist für mich die Krone
der Gerechtigkeit aufbewahrt.“
Hier sehen wir, was für eine
starke Hoffnung Paulus doch hatte.
Und über die Krone sagt er dann:
„Die mir der Herr, der gerechte Richter,
an jenem Tag als Lohn geben wird.“
Können wir an dieser Aussage nicht sehen,
wie eng die Freundschaft
zwischen Paulus und Jehova war?
Wie stark seine Hoffnung war,
dass Gottes Sohn ihm die
versprochene Belohnung geben würde?
Und dann sagt er weiter:
„Aber nicht nur mir,
sondern auch allen,
die sehnsüchtig auf sein
Offenbarwerden gewartet haben.“
Paulus liebte seine Glaubensbrüder.
Und deswegen hat er sie hier auch erwähnt.
Paulus konnte also die Freude bewahren,
obwohl er dem Tod ins Auge sah –
durch die Brüder,
durch seine Freundschaft zu Jehova
und die Hoffnung.
Nicht dass ihr denkt,
Paulus hätte sterben wollen.
Er hätte natürlich gern weitergelebt, um
Jehova mit seinen Glaubensbrüdern zu dienen.
Aber er blickte dem Tod mutig ins Auge.
Und außerdem freute sich Paulus
auf den Lohn, der auf ihn wartete.
Auch wir können angesichts
des Todes die Freude bewahren.
Wie ist das möglich?
Gehen wir noch mal auf unseren
Leittext für diese Vortragsreihe zurück.
Römer 8, Vers 35.
Wie lautet die Antwort auf die beiden Fragen,
die Paulus hier stellt, nämlich:
„Wer wird uns von der
Liebe des Christus trennen?
Etwa Schwierigkeiten oder Not oder Verfolgung
oder Hunger oder Nacktheit
oder Gefahr oder das Schwert?“
Die Antwort steht in den Versen 38 und 39:
„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod
noch Leben noch Engel noch Regierungen
noch Gegenwärtiges noch Zukünftiges
noch Mächte noch Höhe noch Tiefe
noch irgendeine andere Schöpfung
uns von Gottes Liebe trennen können.“
Nicht mal der Tod kann uns
von Gottes Liebe trennen,
„die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“.
Eine vorübergehende
Unterbrechung des Lebens
kann Jehovas Liebe zu uns nicht auslöschen.
Er liebt ja auch noch Abraham, Isaak und Jakob.
Oder wie ist es mit Sara,
Rebekka, Hiob, Moses, Daniel?
Und was ist mit seinen Dienern,
die im Konzentrationslager
oder im Gefängnis gestorben sind?
Liebt Jehova sie immer noch?
Natürlich tut er das.
Und er liebt natürlich auch die
vielen Brüder und Schwestern,
die in den letzten Monaten dem
Coronavirus zum Opfer gefallen sind.
Er erinnert sich an deine Oma,
deinen Vater, deine Schwester.
Er liebt sie immer noch
und er wird sie wieder lebendig machen.
Und das zu wissen, ihr Lieben, macht uns stark,
wenn wir dem Tod ins Auge blicken müssen,
vielleicht sogar durch das Schwert,
wie es bei Paulus war.
Wenn wir uns jetzt das folgende Video ansehen,
möchten wir darauf achten,
welche Geschenke Jehovas
unserem Bruder Baite Michael Dugbe
geholfen haben, seine Freude zu bewahren,
als sein Leben in Gefahr war.
Wenn alles um dich herum zusammenbricht –
wenn alles im Chaos versinkt –,
dann ist deine Freundschaft mit Jehova
das Einzige, was dir sicher ist.
Ich heiße Baite Michael Dugbe.
Ich bin 1980 in Monrovia,
der Hauptstadt von Liberia geboren.
Meine Kindheit war bis
zum Krieg wirklich schön.
Ich hatte tolle Eltern,
wir hatten ein schönes Haus,
und meine Geschwister und ich
sind auf eine gute Schule gegangen.
Als ich neun war,
hat sich plötzlich alles verändert.
Es kursierten Meldungen über Rebellen,
die die Regierung stürzen wollten.
Das alles nur zu hören, hat die
Leute schon in Panik versetzt.
Geschäfte haben zugemacht.
Es gab keinen Strom mehr,
kein Wasser –
nichts mehr.
Die Jahre danach waren sehr instabil.
1996 eskalierte die Situation dann wieder.
Diesmal waren die Rebellen in der Stadt.
Überall wurde geplündert,
geschossen, gekämpft.
Die Rebellen waren dafür bekannt,
jeden zu foltern, der sie
nicht unterstützen wollte.
Wenn du so etwas auf dich zukommen siehst,
bekommst du Angst.
Du bekommst Panik und
kannst nicht mehr klar denken.
Das Beste ist dann zu beten
und Jehova ganz konkret zu fragen,
was du als nächstes tun sollst.
Als die Kämpfe heftiger wurden
und die Rebellen immer näher kamen,
waren wir zu Hause nicht mehr sicher.
Wir mussten fliehen
und sind dann im Bethel untergekommen.
Die Brüder haben sich so
liebevoll um uns gekümmert –
auch darum, dass wir geistig stark blieben.
Heute bin ich einfach nur dankbar
noch am Leben zu sein.
Zwei Dinge haben uns damals
geholfen nicht aufzugeben.
Zum einen unsere Freundschaft mit Jehova;
nur er gibt uns Halt.
Zum anderen aber auch die Hilfe
unserer Brüder und Schwestern.
Ohne sie hätten wir nicht überlebt.
In solchen Extremsituationen
wird einem bewusst,
wie sehr wir uns gegenseitig brauchen.
Ich habe sehr viel Freude in der
Audio-Video-Abteilung im Bethel
und ich liebe die Brüder und Schwestern,
mit denen ich zusammenarbeite.
Dank Jehova bin ich am Leben
und darf ihm jeden Tag dienen.
Das Video verdeutlicht, dass unser Leben in
diesem System schnell vorbei sein kann.
Aber ist dir aufgefallen, wie
Bruder Dugbe es geschafft hat,
freudig zu bleiben, als sein
Leben in Gefahr war?
Durch seine Freundschaft mit Jehova
und durch seine Glaubensbrüder.
Und sie wiederum halfen ihm,
seine Hoffnung lebendig zu halten,
durch Zusammenkünfte,
Predigtdienst und Studium.
Könnte es eigentlich sein, dass
der eine oder andere von uns
wegen seines Glaubens sterben muss –
so wie viele der ersten Christen
oder einige Glaubensbrüder aus unserer Zeit?
Das könnte schon sein.
Jehova hat uns in diesem Weltsystem
kein problemfreies Leben versprochen.
Es könnte also auch sein,
dass uns eine Krankheit,
ein Unfall oder ein anderes Ereignis
dieser letzten Tage das Leben kostet.
Vielleicht sterben wir noch,
bevor die neue Welt kommt,
wie schon so viele
unserer lieben Glaubensbrüder.
Oder aber wir überleben die große Drangsal
und kommen so in die neue Welt.
Wie auch immer,
wir müssen entschlossen sein,
Jehova treu zu bleiben,
und zwar bis das Ende kommt.
„Wer … bis zum Ende ausgeharrt hat, …
wird gerettet.“
Wenn wir davon ausgehen,
dass die neue Welt kommt,
noch bevor wir sterben,
sind wir vielleicht nicht stark genug,
wenn nötig, bis zum Tod treu zu bleiben.
Wenn wir andererseits annehmen,
die große Drangsal würde nicht
zu unseren Lebzeiten kommen,
dann sind wir nicht gut auf die
damit verbundenen Härten vorbereitet.
Die einzige Möglichkeit, um auf
beides vorbereitet zu sein, ist,
unseren Glauben stark zu
halten und wach zu bleiben.
Jesus macht uns darauf
aufmerksam, wenn er sagt:
„Bleibt also wachsam,
weil ihr nicht wisst, an
welchem Tag euer Herr kommt.“
Es hat doch wirklich gutgetan,
sich mit der starken Überzeugung
von Paulus zu beschäftigen,
die er in Römer 8, Vers 35
zum Ausdruck bringt, oder?
Was nehmen wir aus dieser
Vortragsreihe jetzt für uns mit?
Die Worte aus Römer 8, Vers 35 bis 39
machen uns eines ganz klar:
Es gibt nichts, was Jehova davon
abhalten könnte, uns zu lieben.
Auch in schweren Zeiten freut
er sich über uns und liebt uns.
Und das zu wissen,
ist ein Schlüssel zur Freude.
Ob bei Schwierigkeiten, bei Not,
bei Verfolgung, bei Hunger, bei Nacktheit,
beim Schwert oder auch bei anderen Härten –
halten wir uns weiter eng an Jehova.
Bleiben wir dem nahe, der uns so sehr liebt.
Stärke also dein Vertrauen zu
Jehova durch Studium und Gebet.
Überzeuge dein Herz davon, dass er dich liebt.
Sei dankbar für deine Brüder und Schwestern
und schließ enge Freundschaft mit ihnen.
Bewahr dir den Blick für
unsere kostbare Hoffnung
und denk intensiv über
das „wirkliche Leben“ nach.
Und noch etwas kann helfen.
Denk an das Gebet, das in Kolosser,
Kapitel 1, Vers 11 erwähnt wird.
Wenn wir das alles umsetzen,
dann können wir genauso
wie Paulus freudig bleiben,
ganz egal, was auf uns zukommt.
Und jetzt lesen wir Kolosser, Kapitel 1, Vers 11.
Was schrieb Paulus, um
seine Brüder zu stärken?
„Wir beten … darum,
dass ihr … mit aller Kraft gestärkt werdet“,
und zwar „gemäß seiner herrlichen Macht“.
Aber wie groß ist denn die Kraft,
die hinter der „herrlichen Macht“ Gottes steht?
Das ist kein Geheimnis.
Die Bibel verrät uns, was
Jehova schon getan hat
und noch tun wird –
und zwar durch seinen heiligen Geist,
die stärkste Kraft überhaupt.
Und wofür gibt Jehova dir diese Kraft?
Nicht nur, um auszuharren.
Auch nicht einfach, um völlig auszuharren.
Und auch nicht einfach,
um völlig mit Geduld auszuharren.
Nein, hier heißt es:
„Damit ihr … völlig ausharren könnt“,
und das „mit Geduld und Freude“.
Wir können also unter allen
Umständen durchhalten,
egal wie schwierig sie sind,
egal wie lange sie andauern.
Dank der unerschütterlichen Liebe Jehovas
können wir uns immer freuen –
und das nicht nur heute,
sondern bis in alle Ewigkeit.
Vielen Dank, ihr Lieben, für diese
glaubensstärkende Vortragsreihe.
Und natürlich danken wir Jehova,
der uns alles zur Verfügung stellt,
um die Freude zu bewahren.
Jetzt möchten wir gerne aufstehen
und zusammen Lied 9 singen:
„Jehova ist unser König!“
Wir singen Lied 9.
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