00:00:01
Im Tagestext von heute
geht es um Gastfreundschaft.00:00:05
00:00:05
Und wie wir wissen,
gehört zu Gastfreundschaft00:00:08
00:00:08
großzügiges Geben.00:00:10
00:00:10
Vielleicht ist euch auch schon
folgender Satz00:00:12
00:00:12
in unserem Kommentar
aufgefallen?00:00:14
00:00:14
Dort steht:00:00:15
00:00:15
„Gastfreundschaft ist eines
der wirksamsten Mittel00:00:19
00:00:19
gegen Einsamkeit.“00:00:21
00:00:21
Warst du schon mal einsam?00:00:23
00:00:23
Wirklich einsam?00:00:25
00:00:25
Einsamkeit kann wehtun.00:00:27
00:00:27
Einsamkeit kann man
sogar dann empfinden,00:00:30
00:00:30
wenn man von Menschen umgeben ist.00:00:32
00:00:32
Allein zu sein ist etwas,
das man genießen kann,00:00:36
00:00:36
einsam sein nicht.00:00:38
00:00:38
Manche beschreiben Einsamkeit
auch wie einen Regentag,00:00:42
00:00:42
an dem die dunklen Wolken
nur noch mehr Regen verheißen.00:00:46
00:00:46
Eine Schwester
vergleicht dieses Gefühl auch damit,00:00:48
00:00:48
in einem tiefen Loch zu versinken.00:00:50
00:00:50
Und je tiefer man sinkt,
desto dunkler wird es.00:00:54
00:00:55
Wie können wir also verhindern,00:00:56
00:00:56
zu tief im Loch der Einsamkeit
zu versinken?00:00:59
00:00:59
Was hilft uns,
da wieder herauszuklettern00:01:02
00:01:02
oder die Wolken sozusagen
beiseitezuschieben?00:01:05
00:01:06
Gemäß dem Tagestext:
Gastfreundschaft!00:01:08
00:01:08
Großzügiges Geben00:01:10
00:01:10
ist eines der besten Mittel
gegen Einsamkeit.00:01:14
00:01:14
Warum ist das so?00:01:16
00:01:16
Sprechen wir kurz
über drei biblische Grundsätze,00:01:19
00:01:19
die das erklären.00:01:20
00:01:20
Den ersten finden wir in
Apostelgeschichte 20:35.00:01:24
00:01:24
Lesen wir das einmal gemeinsam.00:01:27
00:01:27
Apostelgeschichte 20:35
verspricht Folgendes:00:01:31
00:01:32
„Ich habe euch in allem gezeigt,00:01:34
00:01:34
dass ihr so durch harte Arbeit
den Schwachen beistehen00:01:38
00:01:38
und im Sinn behalten sollt,
was der Herr Jesus selbst gesagt hat:00:01:42
00:01:42
‚Geben macht glücklicher
als Empfangen.‘“00:01:46
00:01:47
Unser erster Punkt,
ganz einfach:00:01:49
00:01:49
Geben macht glücklich.00:01:52
00:01:52
Paulus zitiert hier ja
eine Aussage von Jesus.00:01:55
00:01:55
Und interessanterweise
sagte Jesus nicht,00:01:57
00:01:57
dass wir geben,
weil wir glücklich sind,00:02:00
00:02:00
oder wenn wir glücklich sind.00:02:02
00:02:02
Es ist genau umgekehrt:00:02:05
00:02:05
Geben macht uns glücklich.00:02:07
00:02:07
Und das heißt,00:02:08
00:02:08
selbst wenn wir uns
dazu zwingen zu geben,00:02:10
00:02:10
wenn uns gar nicht danach ist,00:02:12
00:02:12
auch dann macht es uns glücklich.00:02:15
00:02:15
Wissenschaftler heute bestätigen,
was Jesus schon damals wusste.00:02:19
00:02:19
Sie erklären, dass Geben 00:02:21
00:02:21
im Gehirn wahrscheinlich
Endorphine freisetzt,00:02:24
00:02:24
wodurch wir glücklicher
und zufriedener werden.00:02:27
00:02:27
Der erste Punkt:00:02:28
00:02:28
Geben macht glücklich.00:02:31
00:02:31
Ein zweites Versprechen
finden wir in Hebräer 13:16.00:02:36
00:02:38
Hebräer 13:16:00:02:41
00:02:42
„Vergesst auch nicht,00:02:43
00:02:43
Gutes zu tun und das, was ihr habt,
mit anderen zu teilen,00:02:47
00:02:48
denn über solche Opfer
freut sich Gott.“00:02:51
00:02:51
Der zweite Punkt also:00:02:53
00:02:53
Geben beeinflusst
unsere Freundschaft zu Jehova.00:02:57
00:02:57
Jehova freut sich,
wenn wir gastfreundlich sind,00:03:00
00:03:00
wenn wir anderen Gutes tun.00:03:01
00:03:02
Und wie reagiert er darauf?00:03:03
00:03:04
Vielleicht fallen uns dazu die Worte
aus Philipper 4:18, 19 ein.00:03:08
00:03:08
Paulus lobt hier die Versammlung
in Philippi dafür,00:03:11
00:03:12
dass sie ihm unter die Arme gegriffen00:03:13
00:03:13
und ihn so großzügig
unterstützt haben.00:03:16
00:03:16
Und dann sagt er zu ihnen:00:03:17
00:03:17
„Gott seinerseits00:03:19
00:03:19
wird alle eure Bedürfnisse …
völlig befriedigen.“00:03:22
00:03:23
Geben hat also Einfluss
auf die Freundschaft zu Jehova.00:03:26
00:03:26
Es macht uns für ihn wertvoll.00:03:28
00:03:28
Und er verspricht,
unsere Bedürfnisse zu stillen,00:03:31
00:03:31
auch die emotionalen.00:03:33
00:03:33
Aber vielleicht denken wir uns jetzt:00:03:35
00:03:35
„Es stimmt, wenn ich gebe,
wenn ich gastfreundlich bin,00:03:38
00:03:38
dann bin ich in dem Moment
natürlich glücklich,00:03:41
00:03:41
aber danach bin ich wieder einsam.00:03:43
00:03:43
Heißt das, dieser biblische
Grundsatz trifft nicht auf mich zu?“00:03:46
00:03:46
Nein.00:03:47
00:03:47
Denk doch mal an Jesu Aussage
in Matthäus 6:25, 33.00:03:52
00:03:52
Er sagte:00:03:53
00:03:53
„Hört auf, euch [darüber]
Sorgen zu machen, …00:03:55
00:03:55
was ihr essen oder trinken sollt.“00:03:57
00:03:57
Jehova gibt uns was wir brauchen,
wenn wir es brauchen.00:04:00
00:04:00
Darauf vertrauen wir.00:04:02
00:04:02
Aber können wir daraus schließen –00:04:04
00:04:04
wenn wir schwierige Zeiten
durchmachen00:04:06
00:04:06
und Jehova gibt uns in dem Moment
genau das, was wir brauchen –,00:04:10
00:04:10
dass wir dann nie wieder
hungrig werden?00:04:12
00:04:12
Natürlich nicht,
wir werden wieder hungrig.00:04:15
00:04:15
Der Punkt ist:00:04:16
00:04:16
Jehova gibt uns immer,
was wir brauchen,00:04:18
00:04:18
und zwar dann,
wenn wir es brauchen –00:04:21
00:04:21
auch emotional.00:04:23
00:04:23
Jehova verspricht uns nicht,
dass wir uns nie einsam fühlen würden 00:04:27
00:04:27
oder nie traurig wären,00:04:28
00:04:28
doch er verspricht:00:04:30
00:04:30
Wenn wir gastfreundlich sind,
wenn wir geben,00:04:32
00:04:33
sorgt er dafür, dass wir alles haben,
was wir brauchen,00:04:35
00:04:36
um glücklich und zufrieden zu sein.00:04:38
00:04:38
Punkt zwei ist also:00:04:40
00:04:40
Wenn wir großzügig geben,
machen wir Jehova glücklich00:04:43
00:04:43
und er stillt
alle unsere Bedürfnisse.00:04:46
00:04:46
Die dritte Zusicherung
steht in Lukas 6:38.00:04:50
00:04:51
Lukas 6:38:00:04:54
00:04:54
Und hier verspricht uns Jehova,
dass er immer dafür sorgt,00:04:57
00:04:57
dass wir mehr zurückbekommen
als wir gegeben haben.00:05:01
00:05:01
Hier steht:00:05:02
00:05:02
„Macht euch das Geben zur Gewohnheit,
und man wird euch geben.00:05:06
00:05:06
Man wird euch ein großzügiges,
fest gedrücktes,00:05:09
00:05:09
geschütteltes und überlaufendes Maß
in euren Schoß schütten.00:05:13
00:05:13
Denn das Maß, mit dem ihr messt,00:05:14
00:05:15
wird man … auch für euch verwenden.“00:05:17
00:05:17
Jehova garantiert also, dass wir
immer mehr bekommen, als wir geben.00:05:21
00:05:21
Davon sind wir überzeugt.00:05:23
00:05:23
Aber jeder von uns
kommt mal an den Punkt,00:05:25
00:05:25
wo er das Gefühl hat,
dass er gibt und gibt –00:05:27
00:05:28
vielleicht in der Versammlung,
in der Familie00:05:30
00:05:30
oder in einem anderen Lebensbereich –00:05:32
00:05:32
und es kommt einfach nichts zurück.00:05:35
00:05:35
Was dann?
Stimmt der Text etwa doch nicht?00:05:38
00:05:38
Sehen wir uns mal an, was genau
Jesus eigentlich gesagt hat.00:05:41
00:05:41
Er sagte:00:05:42
00:05:42
„Macht euch das Geben zur Gewohnheit,
und man wird euch geben“ –00:05:46
00:05:46
also nicht unbedingt die,
denen wir was gegeben haben.00:05:49
00:05:49
„Denn das Maß, mit dem ihr messt,
wird man“ – also irgendwer –00:05:54
00:05:54
„im Gegenzug …
für euch verwenden“.00:05:56
00:05:56
Was heißt das?00:05:58
00:05:58
Jehova sagt also:00:05:59
00:05:59
Wenn wir uns das Geben
zur Gewohnheit machen,00:06:02
00:06:02
wenn wir unsere Brüder stärken,
wenn wir gastfreundlich sind,00:06:05
00:06:06
dann wird er dafür sorgen –
auf irgendeine Weise –,00:06:09
00:06:09
dass wir die Kraft und Motivation
bekommen, um weiterzumachen.00:06:13
00:06:14
Funktioniert denn dieses Prinzip?00:06:16
00:06:16
Allerdings!00:06:18
00:06:18
Das zeigt auch das Beispiel
einer Schwester,00:06:20
00:06:20
die wir Lydia nennen wollen.00:06:21
00:06:21
Lydia war ledig
und im allgemeinen Pionierdienst.00:06:25
00:06:25
Und obwohl sie wie jeder andere auch
mal einen schlechten Tag hatte,00:06:28
00:06:28
war sie für ihre Großzügigkeit
und Gastfreundschaft bekannt.00:06:32
00:06:32
Sie hatte sehr oft Besuch zu Hause.00:06:34
00:06:34
Zum Beispiel hat sie
die ganze Predigtdienstgruppe00:06:37
00:06:37
oft vor dem Treffpunkt
zum Frühstück bei sich eingeladen.00:06:40
00:06:40
Sie hat auch gerne etwas
für andere organisiert,00:06:42
00:06:43
zum Beispiel für Ältere.00:06:44
00:06:45
Dann wurde bei ihr
Krebs festgestellt.00:06:47
00:06:47
Das war ein schwerer Schlag für sie.00:06:50
00:06:50
Es war auch eine Operation nötig.00:06:52
00:06:52
Lydia war am Boden zerstört.00:06:54
00:06:54
Sie war in so einem Tief,
dass sich die Ältesten,00:06:57
00:06:58
die Versammlung
und ihre Freunde fragten,00:07:00
00:07:00
ob sie da jemals wieder rauskommt.00:07:03
00:07:03
Irgendwann lasen zwei Älteste
ihr bei einem Hirtenbesuch00:07:06
00:07:07
Lukas 6:38 vor,00:07:09
00:07:09
also den Text, den wir eben
zusammen besprochen haben.00:07:11
00:07:11
Sie haben sie für ihre
Gastfreundschaft00:07:13
00:07:13
und Großzügigkeit gelobt00:07:15
00:07:15
und sie daran erinnert, wie glücklich
sie das immer gemacht hat.00:07:18
00:07:18
Sie sagte:00:07:19
00:07:19
„Das stimmt,00:07:21
00:07:21
aber im Moment kann ich
keine Leute um mich herum haben,00:07:24
00:07:24
das ist mir einfach zu viel.“00:07:25
00:07:26
Die Brüder haben ihr vorgeschlagen,
mit Jehova darüber zu sprechen00:07:29
00:07:29
und sich für eine Weile
dazu zu zwingen,00:07:32
00:07:32
es mal wieder zu versuchen,00:07:33
00:07:33
um herauszufinden,
wie es ihr damit geht.00:07:36
00:07:36
Und zur Überraschung aller,
hat sie das gemacht.00:07:39
00:07:39
Die Wolken haben sich verzogen,00:07:41
00:07:41
und die alte Lydia kam
wieder zum Vorschein.00:07:44
00:07:44
Das ist jetzt ein paar Jahre her.00:07:45
00:07:46
Lydia hat ab und zu immer noch
einen schlechten Tag, wie wir alle,00:07:49
00:07:49
aber sie ist wieder glücklich
und dient Jehova mit Freude.00:07:53
00:07:53
Was ist der Lehrpunkt?00:07:54
00:07:55
Na ja, Gastfreundschaft,
Großzügigkeit und Geben00:07:59
00:07:59
gehören zu den besten Mitteln
gegen Einsamkeit und Traurigkeit.00:08:02
00:08:02
Wenn wir geben,
verspricht Jehova uns,00:08:05
00:08:05
dass wir auch etwas zurückbekommen.00:08:07
00:08:07
Es gibt einen schönen Bibelbericht,00:08:09
00:08:09
der zeigt, dass man Jehova
im Geben niemals übertreffen kann.00:08:13
00:08:13
Wir kennen ihn aus
2. Chronika, Kapitel 25.00:08:17
00:08:17
Sehen wir uns das mal an,
Kapitel 25.00:08:21
00:08:21
Hier in Vers 5 ist von
König Amazja die Rede.00:08:25
00:08:25
Er ist 25 Jahre alt,
König von Juda00:08:27
00:08:28
und befindet sich gerade
in einem Konflikt mit den Edomitern.00:08:31
00:08:31
Daraufhin wird erklärt, dass er
die Männer von Juda zusammenrief,00:08:35
00:08:35
und es kamen 300 000 ausgebildete
Krieger für das Heer zusammen.00:08:40
00:08:40
Aber das war ihm noch nicht genug.00:08:42
00:08:42
Und deshalb warb er gemäß Vers 600:08:44
00:08:44
„100 000 starke Kämpfer
aus Israel an00:08:47
00:08:47
für 100 Talente Silber“.00:08:49
00:08:49
Vers 7 zeigt,00:08:51
00:08:51
dass „ein Mann des wahren Gottes“
zu ihm sagte:00:08:53
00:08:53
„Nimm das Heer
von Israel nicht mit ...00:08:55
00:08:55
Jehova steht Israel nicht bei …00:08:58
00:08:58
Zieh ohne sie los“
und Jehova wird euch helfen.00:09:02
00:09:02
Und jetzt sehen wir uns in Vers 9 an,
was der König darauf erwiderte.00:09:06
00:09:06
Er fragte:00:09:07
00:09:07
Was ist mit dem Geld,
das ich bezahlt habe?00:09:10
00:09:10
Und das war kein kleiner Betrag.00:09:12
00:09:13
Anhand des Anhangs B14
in unserer Bibel kann man ausrechnen,00:09:17
00:09:17
dass 100 Talente Silber00:09:19
00:09:19
heute ungefähr so viel wert sind
wie 1,5 Millionen US-Dollar.00:09:23
00:09:23
Der König hatte eine ganze Menge Geld
in die Hand genommen.00:09:26
00:09:26
Und der Prophet sagt:
Schick die Soldaten weg!00:09:29
00:09:29
Aber was dann kommt,
ist sehr ermutigend,00:09:31
00:09:31
wenn wir an unser Thema denken.00:09:33
00:09:33
Am Ende von Vers 9 können wir lesen:00:09:36
00:09:36
„Der Mann des wahren Gottes
antwortete:00:09:40
00:09:40
‚Jehova kann dir
viel mehr geben als das.‘“00:09:44
00:09:44
Keine Sorge,00:09:46
00:09:46
Jehova macht das schon.00:09:48
00:09:48
Es ist nicht möglich,
Jehova im Geben zu übertreffen.00:09:52
00:09:52
Fassen wir noch einmal zusammen:00:09:54
00:09:54
Jehova sagt,00:09:55
00:09:55
wenn wir gastfreundlich sind,00:09:57
00:09:57
großzügig,
wenn wir gerne geben, 00:09:59
00:09:59
dann sind wir glücklich,00:10:02
00:10:02
er garantiert,
für unsere Bedürfnisse zu sorgen –00:10:05
00:10:05
auch die emotionalen –00:10:06
00:10:06
und er bewegt andere dazu,00:10:08
00:10:08
uns viel mehr zurückzugeben,
als wir je geben könnten.00:10:12
00:10:12
Nehmen wir uns also vor,
gerne zu geben.00:10:16
00:10:16
Gewöhnen wir uns an,
gastfreundlich und großzügig zu sein.00:10:20
00:10:21
Denn so schieben wir
die Wolken beiseite,00:10:24
00:10:24
und wir werden immer mehr empfangen,
als wir geben.00:10:28
Robert Luccioni: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht“ (Heb. 13:2)
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Robert Luccioni: „Vergesst die Gastfreundschaft nicht“ (Heb. 13:2)
Im Tagestext von heute
geht es um Gastfreundschaft.
Und wie wir wissen,
gehört zu Gastfreundschaft
großzügiges Geben.
Vielleicht ist euch auch schon
folgender Satz
in unserem Kommentar
aufgefallen?
Dort steht:
„Gastfreundschaft ist eines
der wirksamsten Mittel
gegen Einsamkeit.“
Warst du schon mal einsam?
Wirklich einsam?
Einsamkeit kann wehtun.
Einsamkeit kann man
sogar dann empfinden,
wenn man von Menschen umgeben ist.
Allein zu sein ist etwas,
das man genießen kann,
einsam sein nicht.
Manche beschreiben Einsamkeit
auch wie einen Regentag,
an dem die dunklen Wolken
nur noch mehr Regen verheißen.
Eine Schwester
vergleicht dieses Gefühl auch damit,
in einem tiefen Loch zu versinken.
Und je tiefer man sinkt,
desto dunkler wird es.
Wie können wir also verhindern,
zu tief im Loch der Einsamkeit
zu versinken?
Was hilft uns,
da wieder herauszuklettern
oder die Wolken sozusagen
beiseitezuschieben?
Gemäß dem Tagestext:
Gastfreundschaft!
Großzügiges Geben
ist eines der besten Mittel
gegen Einsamkeit.
Warum ist das so?
Sprechen wir kurz
über drei biblische Grundsätze,
die das erklären.
Den ersten finden wir in
Apostelgeschichte 20:35.
Lesen wir das einmal gemeinsam.
Apostelgeschichte 20:35
verspricht Folgendes:
„Ich habe euch in allem gezeigt,
dass ihr so durch harte Arbeit
den Schwachen beistehen
und im Sinn behalten sollt,
was der Herr Jesus selbst gesagt hat:
‚Geben macht glücklicher
als Empfangen.‘“
Unser erster Punkt,
ganz einfach:
Geben macht glücklich.
Paulus zitiert hier ja
eine Aussage von Jesus.
Und interessanterweise
sagte Jesus nicht,
dass wir geben,
weil wir glücklich sind,
oder wenn wir glücklich sind.
Es ist genau umgekehrt:
Geben macht uns glücklich.
Und das heißt,
selbst wenn wir uns
dazu zwingen zu geben,
wenn uns gar nicht danach ist,
auch dann macht es uns glücklich.
Wissenschaftler heute bestätigen,
was Jesus schon damals wusste.
Sie erklären, dass Geben
im Gehirn wahrscheinlich
Endorphine freisetzt,
wodurch wir glücklicher
und zufriedener werden.
Der erste Punkt:
Geben macht glücklich.
Ein zweites Versprechen
finden wir in Hebräer 13:16.
Hebräer 13:16:
„Vergesst auch nicht,
Gutes zu tun und das, was ihr habt,
mit anderen zu teilen,
denn über solche Opfer
freut sich Gott.“
Der zweite Punkt also:
Geben beeinflusst
unsere Freundschaft zu Jehova.
Jehova freut sich,
wenn wir gastfreundlich sind,
wenn wir anderen Gutes tun.
Und wie reagiert er darauf?
Vielleicht fallen uns dazu die Worte
aus Philipper 4:18, 19 ein.
Paulus lobt hier die Versammlung
in Philippi dafür,
dass sie ihm unter die Arme gegriffen
und ihn so großzügig
unterstützt haben.
Und dann sagt er zu ihnen:
„Gott seinerseits
wird alle eure Bedürfnisse …
völlig befriedigen.“
Geben hat also Einfluss
auf die Freundschaft zu Jehova.
Es macht uns für ihn wertvoll.
Und er verspricht,
unsere Bedürfnisse zu stillen,
auch die emotionalen.
Aber vielleicht denken wir uns jetzt:
„Es stimmt, wenn ich gebe,
wenn ich gastfreundlich bin,
dann bin ich in dem Moment
natürlich glücklich,
aber danach bin ich wieder einsam.
Heißt das, dieser biblische
Grundsatz trifft nicht auf mich zu?“
Nein.
Denk doch mal an Jesu Aussage
in Matthäus 6:25, 33.
Er sagte:
„Hört auf, euch [darüber]
Sorgen zu machen, …
was ihr essen oder trinken sollt.“
Jehova gibt uns was wir brauchen,
wenn wir es brauchen.
Darauf vertrauen wir.
Aber können wir daraus schließen –
wenn wir schwierige Zeiten
durchmachen
und Jehova gibt uns in dem Moment
genau das, was wir brauchen –,
dass wir dann nie wieder
hungrig werden?
Natürlich nicht,
wir werden wieder hungrig.
Der Punkt ist:
Jehova gibt uns immer,
was wir brauchen,
und zwar dann,
wenn wir es brauchen –
auch emotional.
Jehova verspricht uns nicht,
dass wir uns nie einsam fühlen würden
oder nie traurig wären,
doch er verspricht:
Wenn wir gastfreundlich sind,
wenn wir geben,
sorgt er dafür, dass wir alles haben,
was wir brauchen,
um glücklich und zufrieden zu sein.
Punkt zwei ist also:
Wenn wir großzügig geben,
machen wir Jehova glücklich
und er stillt
alle unsere Bedürfnisse.
Die dritte Zusicherung
steht in Lukas 6:38.
Lukas 6:38:
Und hier verspricht uns Jehova,
dass er immer dafür sorgt,
dass wir mehr zurückbekommen
als wir gegeben haben.
Hier steht:
„Macht euch das Geben zur Gewohnheit,
und man wird euch geben.
Man wird euch ein großzügiges,
fest gedrücktes,
geschütteltes und überlaufendes Maß
in euren Schoß schütten.
Denn das Maß, mit dem ihr messt,
wird man … auch für euch verwenden.“
Jehova garantiert also, dass wir
immer mehr bekommen, als wir geben.
Davon sind wir überzeugt.
Aber jeder von uns
kommt mal an den Punkt,
wo er das Gefühl hat,
dass er gibt und gibt –
vielleicht in der Versammlung,
in der Familie
oder in einem anderen Lebensbereich –
und es kommt einfach nichts zurück.
Was dann?
Stimmt der Text etwa doch nicht?
Sehen wir uns mal an, was genau
Jesus eigentlich gesagt hat.
Er sagte:
„Macht euch das Geben zur Gewohnheit,
und man wird euch geben“ –
also nicht unbedingt die,
denen wir was gegeben haben.
„Denn das Maß, mit dem ihr messt,
wird man“ – also irgendwer –
„im Gegenzug …
für euch verwenden“.
Was heißt das?
Jehova sagt also:
Wenn wir uns das Geben
zur Gewohnheit machen,
wenn wir unsere Brüder stärken,
wenn wir gastfreundlich sind,
dann wird er dafür sorgen –
auf irgendeine Weise –,
dass wir die Kraft und Motivation
bekommen, um weiterzumachen.
Funktioniert denn dieses Prinzip?
Allerdings!
Das zeigt auch das Beispiel
einer Schwester,
die wir Lydia nennen wollen.
Lydia war ledig
und im allgemeinen Pionierdienst.
Und obwohl sie wie jeder andere auch
mal einen schlechten Tag hatte,
war sie für ihre Großzügigkeit
und Gastfreundschaft bekannt.
Sie hatte sehr oft Besuch zu Hause.
Zum Beispiel hat sie
die ganze Predigtdienstgruppe
oft vor dem Treffpunkt
zum Frühstück bei sich eingeladen.
Sie hat auch gerne etwas
für andere organisiert,
zum Beispiel für Ältere.
Dann wurde bei ihr
Krebs festgestellt.
Das war ein schwerer Schlag für sie.
Es war auch eine Operation nötig.
Lydia war am Boden zerstört.
Sie war in so einem Tief,
dass sich die Ältesten,
die Versammlung
und ihre Freunde fragten,
ob sie da jemals wieder rauskommt.
Irgendwann lasen zwei Älteste
ihr bei einem Hirtenbesuch
Lukas 6:38 vor,
also den Text, den wir eben
zusammen besprochen haben.
Sie haben sie für ihre
Gastfreundschaft
und Großzügigkeit gelobt
und sie daran erinnert, wie glücklich
sie das immer gemacht hat.
Sie sagte:
„Das stimmt,
aber im Moment kann ich
keine Leute um mich herum haben,
das ist mir einfach zu viel.“
Die Brüder haben ihr vorgeschlagen,
mit Jehova darüber zu sprechen
und sich für eine Weile
dazu zu zwingen,
es mal wieder zu versuchen,
um herauszufinden,
wie es ihr damit geht.
Und zur Überraschung aller,
hat sie das gemacht.
Die Wolken haben sich verzogen,
und die alte Lydia kam
wieder zum Vorschein.
Das ist jetzt ein paar Jahre her.
Lydia hat ab und zu immer noch
einen schlechten Tag, wie wir alle,
aber sie ist wieder glücklich
und dient Jehova mit Freude.
Was ist der Lehrpunkt?
Na ja, Gastfreundschaft,
Großzügigkeit und Geben
gehören zu den besten Mitteln
gegen Einsamkeit und Traurigkeit.
Wenn wir geben,
verspricht Jehova uns,
dass wir auch etwas zurückbekommen.
Es gibt einen schönen Bibelbericht,
der zeigt, dass man Jehova
im Geben niemals übertreffen kann.
Wir kennen ihn aus
2. Chronika, Kapitel 25.
Sehen wir uns das mal an,
Kapitel 25.
Hier in Vers 5 ist von
König Amazja die Rede.
Er ist 25 Jahre alt,
König von Juda
und befindet sich gerade
in einem Konflikt mit den Edomitern.
Daraufhin wird erklärt, dass er
die Männer von Juda zusammenrief,
und es kamen 300 000 ausgebildete
Krieger für das Heer zusammen.
Aber das war ihm noch nicht genug.
Und deshalb warb er gemäß Vers 6
„100 000 starke Kämpfer
aus Israel an
für 100 Talente Silber“.
Vers 7 zeigt,
dass „ein Mann des wahren Gottes“
zu ihm sagte:
„Nimm das Heer
von Israel nicht mit ...
Jehova steht Israel nicht bei …
Zieh ohne sie los“
und Jehova wird euch helfen.
Und jetzt sehen wir uns in Vers 9 an,
was der König darauf erwiderte.
Er fragte:
Was ist mit dem Geld,
das ich bezahlt habe?
Und das war kein kleiner Betrag.
Anhand des Anhangs B14
in unserer Bibel kann man ausrechnen,
dass 100 Talente Silber
heute ungefähr so viel wert sind
wie 1,5 Millionen US-Dollar.
Der König hatte eine ganze Menge Geld
in die Hand genommen.
Und der Prophet sagt:
Schick die Soldaten weg!
Aber was dann kommt,
ist sehr ermutigend,
wenn wir an unser Thema denken.
Am Ende von Vers 9 können wir lesen:
„Der Mann des wahren Gottes
antwortete:
‚Jehova kann dir
viel mehr geben als das.‘“
Keine Sorge,
Jehova macht das schon.
Es ist nicht möglich,
Jehova im Geben zu übertreffen.
Fassen wir noch einmal zusammen:
Jehova sagt,
wenn wir gastfreundlich sind,
großzügig,
wenn wir gerne geben,
dann sind wir glücklich,
er garantiert,
für unsere Bedürfnisse zu sorgen –
auch die emotionalen –
und er bewegt andere dazu,
uns viel mehr zurückzugeben,
als wir je geben könnten.
Nehmen wir uns also vor,
gerne zu geben.
Gewöhnen wir uns an,
gastfreundlich und großzügig zu sein.
Denn so schieben wir
die Wolken beiseite,
und wir werden immer mehr empfangen,
als wir geben.
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