00:00:00
Ich bin aus Kolumbien
und ich habe 5 Schwestern.00:00:04
00:00:04
Ich hab die Wahrheit kennengelernt,00:00:06
00:00:06
als ich noch ganz klein war,
durch meine Eltern.00:00:09
00:00:09
Wir waren als Familie
im Dienst für Jehova sehr aktiv.00:00:12
00:00:12
Mein Vater hat die Wahrheit gelebt.00:00:15
00:00:15
Er war nicht einfach nur
in der Wahrheit,00:00:17
00:00:17
er hat sie gelebt,
und er hat immer versucht,00:00:20
00:00:20
das an uns weiterzugeben.00:00:22
00:00:22
Es war ihm wichtig,
dass wir jeden Tag,00:00:24
00:00:24
bevor wir zur Schule gingen,
den Tagestext gelesen hatten.00:00:27
00:00:28
Selbst wenn wir spät dran waren –
wir sind nie aus dem Haus gegangen,00:00:31
00:00:31
ohne den Tagestext gelesen zu haben.00:00:33
00:00:33
Wir waren eine große Familie,00:00:35
00:00:35
aber trotzdem waren wir immer
in den Zusammenkünften.00:00:37
00:00:37
Wir haben 2 Reihen gefüllt.00:00:39
00:00:40
Er wollte immer,00:00:41
00:00:41
dass es den Brüdern
und Schwestern gut geht.00:00:43
00:00:43
Er war immer für sie da.00:00:46
00:00:46
Er war sehr gastfreundlich
und meine Mama auch.00:00:50
00:00:50
Er hat seine Bibelschüler
zu uns nach Hause eingeladen00:00:53
00:00:53
und auch Brüder und Schwestern.00:00:56
00:00:56
Dann hat er die Küchentür
hinter sich zugemacht,00:00:58
00:00:58
Musik angemacht
und ein superleckeres Essen gekocht.00:01:02
00:01:02
Er wollte, dass alles Spaß macht,
dass wir Mädchen Spaß haben –00:01:06
00:01:06
ganz besonders, wenn wir als Familie
alle zusammen waren.00:01:10
00:01:10
Er ist auf jede von uns
individuell eingegangen.00:01:13
00:01:13
Er wusste, was jede von uns mag
und braucht.00:01:17
00:01:17
Papa hat viel mit uns unternommen.00:01:19
00:01:19
Er ist immer
mit uns spazieren gegangen,00:01:22
00:01:22
am Wochenende
nach der Zusammenkunft00:01:24
00:01:24
oder auch nach dem Predigtdienst.00:01:25
00:01:25
Es war etwas Besonderes,
so einen Vater zu haben.00:01:29
00:01:32
Ich weiß noch gut,00:01:34
00:01:34
dass wir zu Hause waren an dem Tag.00:01:36
00:01:36
Er hat gerade das Auto geparkt,
es in die Garage gestellt.00:01:40
00:01:40
Und dann kamen
ein paar Männer zum Auto00:01:43
00:01:43
und sie haben ihn bedroht,
mit Maschinengewehren,00:01:48
00:01:48
ihn und meine Mutter.00:01:49
00:01:49
Sie wollten ihn aus dem Auto zerren
und ihn entführen.00:01:52
00:01:52
Wir haben ein lautes Geräusch gehört.00:01:54
00:01:54
Wir haben uns alle erschreckt
und sind schnell rausgerannt.00:01:58
00:01:58
Und dann
erinnere ich mich daran,00:02:00
00:02:00
wie mein Papa auf dem Boden
gelegen hat.00:02:04
00:02:04
Die Männer, sie hatten ihn
einfach niedergeschossen.00:02:08
00:02:08
Sie haben ihn einfach
liegen gelassen.00:02:10
00:02:14
Ich hab ihn
in die Arme genommen.00:02:17
00:02:20
Er kam ins Krankenhaus.00:02:22
00:02:22
Ein paar Stunden später
ist er gestorben.00:02:25
00:02:28
Die letzten Worte
meines Vaters waren:00:02:30
00:02:30
„Jehova, beschütz meine Töchter.00:02:33
00:02:33
Kümmer dich um meine Töchter
und um meine Kleine“,00:02:37
00:02:37
damit meinte er meine Mama.00:02:39
00:02:43
Meine Mutter, sie war stark,
und sie hat auch uns geholfen,00:02:48
00:02:48
stark zu sein.00:02:49
00:02:49
Und sie hat an unserer
geistigen Routine festgehalten.00:02:53
00:02:53
In derselben Woche,
in der mein Vater gestorben ist,00:02:55
00:02:55
hatte meine Schwester Raquel
eine Aufgabe in der Zusammenkunft.00:02:59
00:02:59
Und obwohl unser Papa gerade
einen Tag vorher gestorben war,00:03:02
00:03:02
hat sie ihre Aufgabe gemacht –
einen Tag nach seinem Tod.00:03:05
00:03:06
In der Woche darauf
hatten wir Kongress00:03:08
00:03:08
und wir sind hingegangen.00:03:09
00:03:09
Wir wollten
das gute Beispiel nachahmen,00:03:13
00:03:13
das Papa uns gegeben hatte.00:03:15
00:03:16
Es war keine leichte Zeit, aber
Jehova stand immer an erster Stelle.00:03:22
00:03:22
bei allen Entscheidungen,
die wir getroffen haben.00:03:25
00:03:25
Wir haben dabei immer
an Jehova gedacht und daran,00:03:29
00:03:29
wie loyal unser Vater
zu Jehova gehalten hat.00:03:31
00:03:31
Ich hab so weitergemacht,
als wär er noch am Leben.00:03:34
00:03:34
Ich hab versucht,
die Familie zusammenzuhalten,00:03:37
00:03:37
dass wir alle zusammen
in der Wahrheit bleiben.00:03:41
00:03:41
Als Erstes habe ich
um Frieden gebetet:00:03:43
00:03:43
„Gib mir den ‚Frieden ...,
der allen Verstand übersteigt.‘“00:03:46
00:03:46
Und jetzt,
wenn ich mit einem Problem kämpfe,00:03:50
00:03:50
dann sag ich:00:03:51
00:03:51
„Jehova, hilf mir,
den Frieden zu behalten,00:03:53
00:03:53
den du mir geschenkt hast.00:03:55
00:03:55
Lass nicht zu,
dass mir das den Frieden raubt.“00:03:57
00:03:57
Und dann spüre ich,
wie Jehova mir Kraft gibt.00:04:01
00:04:01
Ich habe meine Schwestern sehr lieb.00:04:03
00:04:03
Und ich hab auch
große Achtung vor ihnen,00:04:06
00:04:06
denn sie waren für mich wie Mütter.00:04:08
00:04:10
Drei von ihnen
leben noch in Kolumbien,00:04:13
00:04:13
aber wir haben viel Kontakt
über Telefon oder Zoom.00:04:16
00:04:16
Dann sehen sie auch,
wie es Mama geht.00:04:18
00:04:19
Einige meiner Verwandten,
die keine Zeugen Jehovas sind,00:04:23
00:04:23
wollten meine Schwestern
zu sich nehmen,00:04:25
00:04:25
damit sie bei ihnen aufwachsen.00:04:27
00:04:27
Aber Papa hätte nicht gewollt,
dass wir getrennt werden.00:04:31
00:04:31
Er hat sich gewünscht,00:04:32
00:04:32
dass wir alle gemeinsam Jehova dienen
und in die neue Welt kommen.00:04:36
00:04:36
Seine ganzen Anstrengungen,
sein Leben,00:04:39
00:04:39
alles, was er für Jehova getan hat,00:04:41
00:04:41
das sollte jetzt nicht umsonst sein,
nur weil er nicht mehr bei uns ist.00:04:45
00:04:45
Wir wollten das nicht kaputtmachen.00:04:47
00:04:48
Mein Vater hat mir viele kleine Dinge
über die Schöpfung00:04:52
00:04:52
und über Jehova beigebracht.00:04:54
00:04:54
Und dadurch
hab ich Jehova lieben gelernt.00:04:58
00:04:58
Und damals
hab ich noch gar nicht geahnt,00:05:02
00:05:03
wie sehr mir das später
helfen würde weiterzumachen,00:05:06
00:05:06
denn irgendwann hab ich verstanden:00:05:09
00:05:09
„Wow, Papa ist zwar nicht mehr da,
aber er hat dafür gesorgt,00:05:14
00:05:14
dass ich immer noch
einen Vater habe, Jehova.“00:05:18
00:05:19
Worauf ich mich
im Paradies am meisten freue?00:05:23
00:05:23
Wenn ich an die letzten Worte
meines Vaters denke:00:05:26
00:05:26
„Jehova, meine Frau, meine Töchter“,00:05:30
00:05:30
dass ich dann zu ihm sagen kann:00:05:32
00:05:32
„Schau mal, wir sind alle da.00:05:34
00:05:35
Wir haben’s geschafft!
Das hast du gut gemacht.“00:05:38
Die Otalora-Schwestern: Entwickle Glauben, mit dem du alles überstehst
-
Die Otalora-Schwestern: Entwickle Glauben, mit dem du alles überstehst
Ich bin aus Kolumbien
und ich habe 5 Schwestern.
Ich hab die Wahrheit kennengelernt,
als ich noch ganz klein war,
durch meine Eltern.
Wir waren als Familie
im Dienst für Jehova sehr aktiv.
Mein Vater hat die Wahrheit gelebt.
Er war nicht einfach nur
in der Wahrheit,
er hat sie gelebt,
und er hat immer versucht,
das an uns weiterzugeben.
Es war ihm wichtig,
dass wir jeden Tag,
bevor wir zur Schule gingen,
den Tagestext gelesen hatten.
Selbst wenn wir spät dran waren –
wir sind nie aus dem Haus gegangen,
ohne den Tagestext gelesen zu haben.
Wir waren eine große Familie,
aber trotzdem waren wir immer
in den Zusammenkünften.
Wir haben 2 Reihen gefüllt.
Er wollte immer,
dass es den Brüdern
und Schwestern gut geht.
Er war immer für sie da.
Er war sehr gastfreundlich
und meine Mama auch.
Er hat seine Bibelschüler
zu uns nach Hause eingeladen
und auch Brüder und Schwestern.
Dann hat er die Küchentür
hinter sich zugemacht,
Musik angemacht
und ein superleckeres Essen gekocht.
Er wollte, dass alles Spaß macht,
dass wir Mädchen Spaß haben –
ganz besonders, wenn wir als Familie
alle zusammen waren.
Er ist auf jede von uns
individuell eingegangen.
Er wusste, was jede von uns mag
und braucht.
Papa hat viel mit uns unternommen.
Er ist immer
mit uns spazieren gegangen,
am Wochenende
nach der Zusammenkunft
oder auch nach dem Predigtdienst.
Es war etwas Besonderes,
so einen Vater zu haben.
Ich weiß noch gut,
dass wir zu Hause waren an dem Tag.
Er hat gerade das Auto geparkt,
es in die Garage gestellt.
Und dann kamen
ein paar Männer zum Auto
und sie haben ihn bedroht,
mit Maschinengewehren,
ihn und meine Mutter.
Sie wollten ihn aus dem Auto zerren
und ihn entführen.
Wir haben ein lautes Geräusch gehört.
Wir haben uns alle erschreckt
und sind schnell rausgerannt.
Und dann
erinnere ich mich daran,
wie mein Papa auf dem Boden
gelegen hat.
Die Männer, sie hatten ihn
einfach niedergeschossen.
Sie haben ihn einfach
liegen gelassen.
Ich hab ihn
in die Arme genommen.
Er kam ins Krankenhaus.
Ein paar Stunden später
ist er gestorben.
Die letzten Worte
meines Vaters waren:
„Jehova, beschütz meine Töchter.
Kümmer dich um meine Töchter
und um meine Kleine“,
damit meinte er meine Mama.
Meine Mutter, sie war stark,
und sie hat auch uns geholfen,
stark zu sein.
Und sie hat an unserer
geistigen Routine festgehalten.
In derselben Woche,
in der mein Vater gestorben ist,
hatte meine Schwester Raquel
eine Aufgabe in der Zusammenkunft.
Und obwohl unser Papa gerade
einen Tag vorher gestorben war,
hat sie ihre Aufgabe gemacht –
einen Tag nach seinem Tod.
In der Woche darauf
hatten wir Kongress
und wir sind hingegangen.
Wir wollten
das gute Beispiel nachahmen,
das Papa uns gegeben hatte.
Es war keine leichte Zeit, aber
Jehova stand immer an erster Stelle.
bei allen Entscheidungen,
die wir getroffen haben.
Wir haben dabei immer
an Jehova gedacht und daran,
wie loyal unser Vater
zu Jehova gehalten hat.
Ich hab so weitergemacht,
als wär er noch am Leben.
Ich hab versucht,
die Familie zusammenzuhalten,
dass wir alle zusammen
in der Wahrheit bleiben.
Als Erstes habe ich
um Frieden gebetet:
„Gib mir den ‚Frieden ...,
der allen Verstand übersteigt.‘“
Und jetzt,
wenn ich mit einem Problem kämpfe,
dann sag ich:
„Jehova, hilf mir,
den Frieden zu behalten,
den du mir geschenkt hast.
Lass nicht zu,
dass mir das den Frieden raubt.“
Und dann spüre ich,
wie Jehova mir Kraft gibt.
Ich habe meine Schwestern sehr lieb.
Und ich hab auch
große Achtung vor ihnen,
denn sie waren für mich wie Mütter.
Drei von ihnen
leben noch in Kolumbien,
aber wir haben viel Kontakt
über Telefon oder Zoom.
Dann sehen sie auch,
wie es Mama geht.
Einige meiner Verwandten,
die keine Zeugen Jehovas sind,
wollten meine Schwestern
zu sich nehmen,
damit sie bei ihnen aufwachsen.
Aber Papa hätte nicht gewollt,
dass wir getrennt werden.
Er hat sich gewünscht,
dass wir alle gemeinsam Jehova dienen
und in die neue Welt kommen.
Seine ganzen Anstrengungen,
sein Leben,
alles, was er für Jehova getan hat,
das sollte jetzt nicht umsonst sein,
nur weil er nicht mehr bei uns ist.
Wir wollten das nicht kaputtmachen.
Mein Vater hat mir viele kleine Dinge
über die Schöpfung
und über Jehova beigebracht.
Und dadurch
hab ich Jehova lieben gelernt.
Und damals
hab ich noch gar nicht geahnt,
wie sehr mir das später
helfen würde weiterzumachen,
denn irgendwann hab ich verstanden:
„Wow, Papa ist zwar nicht mehr da,
aber er hat dafür gesorgt,
dass ich immer noch
einen Vater habe, Jehova.“
Worauf ich mich
im Paradies am meisten freue?
Wenn ich an die letzten Worte
meines Vaters denke:
„Jehova, meine Frau, meine Töchter“,
dass ich dann zu ihm sagen kann:
„Schau mal, wir sind alle da.
Wir haben’s geschafft!
Das hast du gut gemacht.“
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