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JW Broadcasting Juni 2026: 159. Gilead-Abschlussfeier

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Willkommen bei JW Broadcasting®!
Am 14. März 2026
hat die 159. Gileadklasse
ihre fünfmonatige glaubensstärkende
Ausbildung abgeschlossen.
Das Programm der Abschlussfeier
bereitet die Studenten
auf Veränderungen in ihrem Leben
und auf neue Aufgaben vor.
Die Grundsätze,
die im Programm vermittelt werden,
können auch uns weiterhelfen,
weil sich auch in unserem Leben
schnell etwas ändern kann.
Achte doch darauf,
welche Punkte du aus diesem glaubens-
stärkenden Programm umsetzen möchtest.
Als Erstes möchten wir
alle willkommen heißen,
die sich gerade dieses Programm
anhören oder es ansehen.
Und natürlich heißen wir auch
euch Studenten willkommen,
die ihr in den letzten 5 Monaten
so hart gearbeitet habt.
Wir wissen,
dass ihr immer mal wieder
ganz schön an eure Grenzen
gekommen seid.
Deshalb sind wir so dankbar,
euch jetzt hier bei uns zu haben
und auch eure Familien, eure Freunde
und alle, die hier
in Präsenz anwesend sind,
und natürlich auch alle, die weltweit
mit uns verbunden sind.
Und? Könnt ihr es schon glauben?
Jetzt ist er da,
der Tag eurer Abschlussfeier,
und ihr habt so lange
auf diesen Tag gewartet.
Ein großer Moment!
Und jetzt ist es Zeit,
in eure Zuteilungen zu gehen.
Jetzt ist es Zeit, all die
wertvollen Punkte anzuwenden,
die ihr in den letzten
5 Monaten gelernt habt.
Ihr habt verstanden, wie wichtig es ist,
Schulter an Schulter in Frieden
mit euren Brüdern und Schwestern
zusammenzuarbeiten.
Aber macht euch
das Wort „Frieden“ nervös?
Vielleicht müsst ihr an einen
neuen Ort ziehen und fragt euch:
Kann ich dort zum Frieden beitragen?
Werde ich mit anderen gut klarkommen?
Oder vielleicht geht ihr
dorthin zurück,
wo ihr hergekommen seid,
und fragt euch, ob die anderen
darauf achten werden,
wie ihr euch durch Gilead
verändert habt.
Solche Gedanken sind ganz normal.
Deshalb ist das Thema meines Vortrags:
„Setz dich für den Frieden ein“.
Niemand hat behauptet,
dass es einfach wäre,
sich für den Frieden einzusetzen.
Auch Jesus war das bewusst.
In Matthäus, Kapitel 5,
können wir das nachlesen.
Öffnet doch einmal eure Bibel dort.
Achten wir einmal auf die Situation,
die er beschreibt,
und den Punkt,
den er verdeutlichen will.
Matthäus 5:23, 24;
er sagt dort zu seinen Jüngern:
„Wenn du also deine Gabe
zum Altar bringst
und dich dort erinnerst, dass
dein Bruder dir etwas übel nimmt,
dann lass deine Gabe dort
vor dem Altar und geh weg.
Versöhne dich zuerst
mit deinem Bruder
und dann komm zurück
und opfere deine Gabe.“
Für die Zuhörer von Jesus
muss sich das erst einmal
total unrealistisch angehört haben.
Jesus sagte quasi:
Lass deine Gabe hier vorm Altar und
such in der völlig überfüllten Stadt
unter den Hunderttausenden von
Festbesuchern eine bestimmte Person.
Und diese Person
hat auch noch etwas gegen dich.
Finde sie und versöhne dich mit ihr,
und das rechtzeitig,
damit du zum Tempel zurückgehen und
Jehova dein Opfer darbringen kannst.
Jesus wollte hier herausstellen,
dass es manchmal ganz schön
schwierig sein kann,
sich für den Frieden einzusetzen.
Aber es ist gut, wenn wir uns einmal
damit auseinandersetzen
und uns fragen, warum das
manchmal so schwer ist
und wie wir es trotzdem
hinbekommen können.
Um das zu beantworten,
wollen wir über drei Dinge sprechen,
um die sich viele Sorgen machen,
wenn es darum geht,
Frieden zu schließen.
Und dann werden wir uns mit dem
Beispiel von Abraham beschäftigen.
Wir werden uns anschauen,
wie er es geschafft hat,
den Frieden mit Lot nicht zu verlieren,
und das, obwohl es ein großes
Konfliktpotenzial gab.
Beginnen wir mit einer
ersten Befürchtung:
der Angst, schwach zu wirken.
Viele fühlen sich immer wieder unsicher,
was ihren eigenen Wert angeht.
Ein natürlicher Impuls
könnte dann sein,
dass man so sehr versucht, sich in
den Augen anderer großzumachen,
dass sie sich am Ende klein fühlen.
Und die Folge ist,
dass der Frieden gestört wird.
Wie war das bei Abraham?
Ließ er diese Angst aufkommen?
Öffnen wir mal 1. Mose, Kapitel 13.
In diesem bekannten Bericht
kommt es zwischen den Viehhirten
von Abram und Lot
zu einem Streit um das Land,
und Abram scheint zu ahnen, dass das
seiner Beziehung zu Lot schaden könnte.
Sehen wir uns mal an, was dann passiert;
1. Mose 13:8, 9.
Es heißt dort:
„Da sagte Abram zu Lot:
‚Bitte, lass keinen Streit
zwischen mir und dir
und zwischen meinen
und deinen Hirten sein,
schließlich sind wir Brüder.
Dir steht das ganze Land zur Verfügung.
Es ist besser, wir trennen uns.
Wenn du nach links gehst,
geh ich nach rechts.
Und wenn du nach rechts gehst,
geh ich nach links.‘“
Wow!
Abraham hat den ersten Schritt gemacht
und sich zurückgenommen.
Er hat sich vor Lot
sozusagen kleingemacht.
Er hätte versuchen können,
Lot seine Überlegenheit
spüren zu lassen,
nach dem Motto: „Hör mal, Lot, wer ist
denn hier mit wem mitgekommen?
Ich hab dich mitgenommen,
wir sind wegen mir hier.
Es geht hier um meinen Auftrag
und nicht um deinen.“
Er hätte damit schon etwas bewirkt,
aber ich garantiere euch,
Frieden mit Sicherheit nicht.
Aber so was hat Abraham nicht gemacht.
Abraham hatte bestimmt so wie wir
mit Unsicherheit zu kämpfen
und trotzdem hat er sich gegenüber Lot
kleingemacht und nachgegeben.
Was hat Abraham denn dazu motiviert?
Einfach gesagt,
es war ihm viel wichtiger,
wie Jehova über ihn denkt,
als wie Menschen über ihn denken.
Es war ihm egal, wo er sich
im verheißenen Land befindet,
solange er einfach nur dort sein konnte.
Darum ging es ihm.
Dass er dort lebte,
war für ihn Beweis genug
für Jehovas Anerkennung.
Und geht es nicht auch genau darum
in Matthäus 5:23, 24?
Darauf wollte Jesus hinaus.
Im Prinzip hat er demjenigen, der sich
mit seinem Bruder versöhnt, gesagt:
„Komm zurück, komm zurück.
Komm zurück zum Altar
und opfere Jehova deine Gabe.“
Und das war auch Abraham wichtiger
als alles andere: Frieden mit Gott.
Was ist also hier die erste Lektion,
die wir von Abraham lernen können?
Die Angst, schwach zu wirken,
oder die Angst, dass die Erfahrung,
die wir haben, nicht gesehen wird,
oder dass andere nicht wahrnehmen, wie
die Gileadschule einen verändert hat,
all das wird aus einem Gefühl
der Unsicherheit heraus geboren,
das den Frieden behindern kann.
Es steht dem Frieden im Weg.
Wie schaffen wir es, diese Angst
nicht aufkommen zu lassen?
Freuen wir uns wie Abraham
über die größte Ehre,
die ein Mensch haben kann:
die Anerkennung von Jehova Gott.
Jede Segnung und jede Aufgabe,
die wir darüber hinaus bekommen,
ist nichts anderes als ein Bonus.
Abraham hat sich Lot gegenüber
demütig verhalten
und vielleicht hat er gedacht:
„Lot wird sich mir gegenüber
bestimmt auch so verhalten.
Das ist doch nur logisch.“
Das bringt uns
zur zweiten Befürchtung:
die Angst davor, ausgenutzt zu werden.
Sie kann entstehen,
wenn wir in einer
Meinungsverschiedenheit nachgeben
und dann plötzlich anfangen,
uns verletzlich zu fühlen,
weil wir uns Sorgen machen,
dass es der andere irgendwie ausnutzt,
dass wir nachgegeben haben.
Was hat Abraham getan?
Geht doch noch mal
zu 1. Mose, Kapitel 13.
Da lesen wir weiter;
1. Mose 13, ab Vers 10.
Also hier ist die Situation:
Abraham ist nett,
er macht den ersten Schritt
und setzt sich für den Frieden ein.
Und dann im Vers 10:
„Da schaute sich Lot um
und sah, dass es im ganzen
Jordanbezirk reichlich Wasser gab.
(Das war, bevor Jehova
Sodom und Gomorra zerstörte.)
Bis nach Zoar war die Gegend wie der
Garten Jehovas, wie das Land Ägypten.
Lot entschied sich dann
für den ganzen Jordanbezirk
und verlegte sein Lager nach Osten.
So trennten sich die beiden.
Abram lebte im Land Kanaan,
Lot dagegen zwischen
den Städten des Bezirks.“
Hat Lot denn wirklich Abrahams
demütige Haltung ausgenutzt
und ihn übervorteilt?
Ehrlich gesagt wissen wir das nicht.
Wir kennen nicht alle Details,
die in diese Situation
mit reingespielt haben.
Der Hauptvortrag dieses Programms
wird das noch mal aufgreifen.
Also bleib dran.
Aber angenommen, Abraham hat
mit Lots Wahl nicht gerechnet,
Lots Wahl hat ihn getroffen.
Wenn er sich wirklich
über Lot geärgert hat,
dann hätte er sich
leicht denken können:
„Moment mal,
mit Demut komme ich nicht weit.
Da ziehe ich nur den Kürzeren.
Ab jetzt bin ich nicht mehr
so nett zu ihm.“
So was hätte er schon denken können.
Aber hat Abraham
solche Gedanken zugelassen?
Nein. Im letzten Teil von Vers 11
und am Anfang von Vers 12
heißt es einfach nur:
„So trennten sich die beiden.
Abram lebte im Land Kanaan.“
Kein Einspruch,
kein Einfordern seiner Rechte,
keine Vorwürfe oder Anschuldigungen.
Abrahams Demut war echt.
Sie war keine Taktik, um später doch
noch seinen Willen zu kriegen.
Für Abraham war der Frieden
also wichtiger
als seine eigenen Vorteile
oder Vorlieben.
Was können wir denn in diesem Punkt
von Abraham lernen?
Die Angst davor, dass uns jemand
ausnutzt, wenn wir gern nachgeben,
indem derjenige sich die Aufgabe nimmt,
die wir wollten,
oder er die Anerkennung bekommt,
die uns zusteht,
könnte uns schlussfolgern lassen,
dass es nichts bringt,
wenn man nett, demütig
und nachgiebig ist.
Aber so eine Haltung
schadet dem Frieden.
Lasst diese Angst nicht zu.
Macht es stattdessen wie Abraham.
Vertraut darauf, dass Jehovas Art,
für Frieden zu sorgen,
immer die richtige ist,
selbst wenn ihr das Gefühl habt,
dass es so nicht funktioniert.
Wenn wir das tun,
bekommen wir nicht immer das,
was wir wollen,
aber wir bekommen das,
worauf es ankommt:
Jehovas Anerkennung,
also Frieden mit Gott.
Okay. Später wurde klar,
dass Lots Entscheidung
zu seinem Nachteil war.
Wie reagierte Abraham darauf?
Vergaß er die Sache und vergab ihm,
oder fürchtete er sich davor,
die Vergangenheit hinter sich zu lassen?
Diese Frage werden wir am Ende
des Programms beantworten.
Jetzt ist es Zeit für die Inside Story.
Sie ist immer ein Teil
der Gilead-Abschlussfeier,
auf den wir uns ganz besonders freuen,
und diese Folge wird euch
auch sehr gefallen.
Für jeden, der Missionargeist hat,
ist es eine schöne Gelegenheit,
darüber nachzudenken,
was er tun kann,
um das Predigtwerk noch mehr
zu unterstützen.
Durch diese Folge der Inside Story
wird uns unser lieber Bruder
Jeremy Clarke führen.
Willkommen bei der Inside Story.
In Matthäus 5:6 sagt Jesus, dass die,
die Hunger nach Gerechtigkeit haben,
glücklich sind,
weil sie „gesättigt werden“.
Wie sorgt Jehova dafür,
dass junge Menschen das haben,
was sie für ihren Glauben brauchen?
Natürlich spielen die Eltern
da eine Rolle, aber was,
wenn ihre Eltern Jehova nicht dienen?
Wie hilft Jehova ihnen dann?
In der Vergangenheit
hat Jehova jüngere durch ältere,
reife Menschen unterstützt.
Zum Beispiel war
der Hohe Priester Jehojada
für den jungen König Joas da
und Sacharja für den jungen Usija.
In dieser Folge der Inside Story
erzählen Studenten der Gileadschule,
wie Jehova sie
in jungen Jahren unterstützt hat.
Wie hat ihnen das geholfen,
sich noch mehr einzusetzen
und ein glückliches Leben
im Dienst für Jehova zu führen?
Legen wir los!
Unsere ersten Gäste sind
Antron und Rebeca Carraway
aus den Vereinigten Staaten.
Willkommen, ihr beiden.
Schön, dass ihr da seid.
Ihr seid ja
seit einigen Jahren in den USA,
aber wir würden gerne erfahren,
wo ihr herkommt
und wie ihr groß geworden seid.
Wie war das so?
Also, ich bin in South Carolina
geboren und aufgewachsen,
und bin in der Wahrheit groß geworden.
Von meinem Vater
habe ich viel darüber gelernt,
wie man mit Menschen umgeht.
Und auch von meiner Mutter
habe ich viel gelernt.
Sie hat mir gezeigt, wie man sich
Ziele setzt und darauf hinarbeitet.
Es gab auch Brüder in der Versammlung,
die sich mit mir angefreundet haben
und für mich da waren.
Da war zum Beispiel ein Bruder,
der angeboten hat,
mit mir und meinem Cousin
das Bibelbuch Sprüche zu studieren.
Warum die Sprüche?
- Ich war zu der Zeit ja ein Teenager,
und er dachte,
dass die Sprüche
ein gutes Einstiegsprojekt wären,
weil sie so viele praktische Weisheiten
enthalten und man dann erkennt,
wie viel einem die Bibel geben kann.
Und es gab noch einen anderen Bruder,
der einen guten Einfluss
auf mich hatte.
Wir waren in der gleichen Versammlung,
bevor er ins Bethel gegangen ist.
Und dann kam er später wieder zurück.
Er hat zu mir gesagt:
„Du musst unbedingt
darüber nachdenken,
dich fürs Bethel zu bewerben.“
Das hab ich gemacht.
Und dann hat er noch gemeint,
ich sollte noch ’ne Fremdsprache lernen.
Und das hab ich dann auch versucht.
- Du hast also beides umgesetzt?
- Ja.
- So schön, dass diese Brüder
Interesse an dir gezeigt haben.
Und du, Rebeca, bist du auch
in der Wahrheit aufgewachsen?
- Ja, ganz genau.
Ich komme aus Spanien und wir haben
in der Nähe vom Bethel gelebt.
Und so kam es, dass wir oft
Brüder und Schwestern
aus dem Bethel zu Besuch hatten.
Wie war das für dich,
dass so viele Vollzeitdiener
bei euch zu Hause
ein- und ausgegangen sind?
Ich hab gesehen, dass es ihnen nie
an etwas Gutem gefehlt hat,
obwohl sie nicht viel hatten.
Ich konnte ganz deutlich erkennen,
dass Jehova sich um alles
gekümmert hat, was sie brauchten.
Ich hab gemerkt,
dass sie richtig glücklich waren.
Und sie hatten immer
ein Lächeln im Gesicht –
das hat mich tief berührt.
Ich wollte in meinem Leben
auch so eine Freude verspüren.
Das ist richtig schön.
Was haben deine Eltern noch getan,
damit du Jehova näherkommen konntest?
Ich erinnere mich, dass mein Vater
jeden Abend
mit mir und meinen zwei Schwestern
gebetet hat.
Aber nicht nur das,
es war ihm auch wichtig zu hören,
wie wir zu Jehova beten.
Ich denke, es war wichtig für ihn,
zu erkennen,
ob Jehova für uns
eine reale Person war.
Und unsere Mutter hat uns immer dazu
ermuntert, so viel Zeit wie möglich
mit den Pionieren
in der Versammlung zu verbringen.
Und das haben wir auch gemacht.
Das hat uns geholfen, schon von
klein auf den Predigtdienst zu lieben.
Anscheinend haben eure Eltern
euch beiden sehr viel Gutes mitgegeben.
Das war bestimmt eine gute Grundlage,
um später noch mehr
für Jehova tun zu können.
Welche Möglichkeiten
haben sich da ergeben?
So einige.
Als Antron und ich
uns kennengelernt haben,
war er schon in New York im Bethel.
Aber kurz danach hat er
eine neue Zuteilung bekommen –
nämlich im Bethel in Uganda.
- Uganda?
- Ja, ich war auch total überrascht,
aber gleichzeitig
habe ich mich auch gefreut.
Rebeca und ich
haben uns weiter kennengelernt.
Dann haben wir in Madrid geheiratet
und ein paar Tage nach unserer Hochzeit
sind wir gemeinsam ins Bethel
nach Uganda gereist.
- Ah, da sieht man euch.
Ist das in Uganda?
- Ja, genau im Bethel da.
- Wie war es da für euch?
- Die Erfahrungen, die wir dort
gemacht haben, wollen wir nie missen.
Aber ich muss auch zugeben, dass es
am Anfang gar nicht leicht war,
mit so vielen Veränderungen
klarzukommen.
Ich war frisch verheiratet
und frisch im Bethel.
Aber dazu kamen ja auch noch
andere Sachen: eine neue Kultur,
eine neue Sprache, anderes Essen
und eine andere Denkweise.
Man lernt echt viel über sich selbst.
Man versteht sich selbst besser,
aber auch andere, und man wächst dabei.
- Ich könnte mir vorstellen,
dass du dich da an einige Texte
aus den Sprüchen erinnert hast.
- Definitiv.
Wir haben im Unterricht über
Sprüche 19:11 gesprochen, wo steht:
„Es ist etwas Schönes ...,
einen Fehler zu übergehen.“
Ich mag diese Aussage so.
Es gibt so viel Schönes in
der Schöpfung, aber der Schöpfer sagt:
Wenn wir vergeben oder einen Fehler
übergehen, ist das wahre Schönheit.
Uns ist klar geworden, dass die Brüder
in Uganda genau das gemacht haben.
Manches, was wir getan haben, hat sie
vielleicht vor den Kopf gestoßen,
aber sie haben es nie
persönlich genommen.
Sie sind schön geblieben,
wie Sprüche sagt,
und haben einfach
darüber hinweggesehen.
Ja, die Brüder in Uganda sind wirklich
zur Familie für uns geworden.
Wir haben gelernt:
Wenn man die Brüder von Herzen liebt,
dann kommt diese Liebe auch zurück.
Und sie haben uns so geholfen, ganz
besonders, wenn wir Heimweh hatten.
Da war zum Beispiel
ein Missionarehepaar,
das wirklich ein Gespür dafür hatte,
wie es uns geht.
Sie haben sich richtig gut
um uns gekümmert
und Zeit mit uns verbracht.
Durch ihre Liebe
konnten wir Jehovas Liebe spüren
und haben gemerkt,
wie lieb er für uns sorgt.
Wie lange wart ihr in Uganda?
- Insgesamt 10 Jahre.
- War es schwer, wieder zu gehen?
Ja, sehr.
Es war wirklich schwer.
Wir haben damals
ziemlich viel geweint.
Ehrlich gesagt,
haben wir Rotz und Wasser geheult.
- Aber wir sind mit den Brüdern und
Schwestern dort in Kontakt geblieben,
ganz besonders mit den Schwestern,
die mir sehr ans Herz gewachsen sind.
Die Brüder haben es echt geschafft,
dass wir uns dort überhaupt nicht
wie Fremde gefühlt haben.
Als wir abgereist sind,
haben sie uns sogar eine Ziege
und ein kleines Stück Land geschenkt –
falls wir eines Tages zurückkehren.
- Wie lieb.
Man kann echt sagen, was ihr
von klein auf gelernt habt,
hat euch geholfen,
den Glauben von anderen zu stärken.
Und jetzt seid ihr gut vorbereitet,
noch mehr Brüdern und Schwestern
dabei zu helfen.
Vielen Dank, dass ihr uns
eure Geschichte erzählt habt.
Manche in der Klasse
hatten nur einen Elternteil,
der ihnen geholfen hat,
Jehova näherzukommen.
Eine von ihnen ist
Schwester Jiahui Lin aus Taiwan.
Herzlich willkommen.
Willkommen, Jiahui.
- Danke.
- Kannst du uns auch ein bisschen was
über dich erzählen?
- Ja, gern.
Ich bin in Taiwan
geboren und aufgewachsen.
Ich war 10, als meine Mutter
die Wahrheit kennengelernt hat
und sich taufen ließ.
- Ah schön,
und was ist mit deinem Vater?
- Bis jetzt ist er noch kein Bruder,
aber er hat nichts dagegen
und unterstützt uns sehr.
Also die Liebe zu Jehova
und die Liebe zum Dienst
haben mein kleiner Bruder
und ich von unserer Mutter gelernt.
Das bist du mit deiner Mama?
- Ja, im Königreichsaal.
- Und dein Bruder?
- Mhm.
- Das ist ein schönes Bild.
Und wie hat deine Mutter dir geholfen,
Jehova näherzukommen?
Hm ... Sie hat
mit dem Pionierdienst angefangen,
obwohl sie Vollzeit gearbeitet
und 2 Kinder großgezogen hat.
Sie war durch und durch eine Pionierin.
Sie hat den Dienst so geliebt.
Immer wenn sie vom Dienst
nach Hause kam,
hat sie über das ganze Gesicht
gestrahlt.
Man hat immer richtig ihre Freude
gespürt, wenn sie erzählt hat,
was sie im Dienst
so Schönes erlebt hat.
Wie war denn so der Dienst
in der Gegend, wo ihr gelebt habt?
So im Großen und Ganzen interessieren
sich die Menschen schon eher dafür,
viel Geld zu verdienen
oder einen guten Job zu haben,
und nicht so sehr für die Bibel.
Aber meine Mutter hat immer jemanden
gefunden, mit dem sie reden konnte.
Ich denke, es lag an ihrer Freude
und an ihrer tiefen Liebe
zu den Menschen.
Ach, da fällt mir ein:
Sie war immer richtig gut darin,
Gespräche anzufangen,
und zwar mit dem Einführungsteil
der Neuen-Welt-Übersetzung.
Das klingt so, als wär sie
„glühend im Geist“ gewesen.
Da fragt man sich,
wie gehts den Brüdern,
wenn sie in einem Gebiet predigen,
wo es so vielen Menschen
materiell gut geht?
Mhm, also eigentlich ganz gut.
Wenn ihr wollt, können wir uns
ein Video dazu ansehen.
Oh, sehr gern.
Ilha Formosa, die „schöne Insel“.
Von den Küsten
bis zu den höchsten Bergen
ist diese Insel im Pazifik
atemberaubend schön.
Doch das Schönste dort sind,
wie überall auf der Welt, die Menschen.
Im Jahr 1948 besuchte
Bruder Stanley Jones,
ein Absolvent der 8. Gilead-Klasse,
die Insel.
Er reiste quer durch Taiwan,
um einen Kongress zu besuchen,
auf dem sich
ungefähr 300 Personen taufen ließen.
Damit war der Grundstein gelegt.
Heute gibt es über 11 000 Verkündiger
in Taiwan.
Taiwan gehört zu den Ländern
mit der höchsten Bevölkerungsdichte.
In der Hauptstadt Taipeh
leben über 2 Millionen Menschen.
Hier gibt es unzählige Möglichkeiten,
viel Geld zu verdienen.
Aber unsere Brüder und Schwestern
halten sich
an das Beispiel der ersten Missionare
und unterstützen mit ganzem Herzen
das Predigtwerk.
Als ich klein war, haben sich
meine Eltern oft wegen Geld gestritten.
Deshalb habe ich mir vorgenommen,
als Erwachsener viel Geld zu verdienen.
Ich dachte,
Geld ist der Schlüssel zum Glück.
Mit 17 fing ich an,
die Bibel zu studieren,
und hab etwas Wichtiges gelernt:
Jehova wünscht sich für uns,
dass wir im Paradies leben können.
Ich habe auch gelernt,
dass man echtes Glück findet,
wenn man zufrieden ist.
Ich habe mich 1999 taufen lassen.
Nach unserer Hochzeit wollten Yi Hong
und ich zuerst in ein Gebiet ziehen,
wo Pioniere gebraucht wurden.
Aber 8 Jahre zuvor hatte mein Vater
einen Schlaganfall,
und er hatte noch immer
mit den Folgen zu kämpfen.
Mit den Jahren bin ich immer mehr
in meiner Arbeit aufgegangen.
Ich hatte das Gefühl,
dass ich damit etwas Sinnvolles tue.
Manchmal habe ich mich gefragt:
Nutze ich es als Entschuldigung,
dass ich mich
um meine Familie kümmern muss,
während ich gleichzeitig
meinen Lebensstil eigentlich genieße?
Immer wenn wir gehört haben,
dass Brüder und Schwestern
sich mehr für Jehova einsetzen
oder die SKE besuchen,
hat uns das richtig motiviert,
und es hat uns geholfen,
unseren eigenen Lebensstil
noch mal zu überdenken.
Mein Vater ist dann
irgendwann gestorben.
Uns wurde klar,
dass wir jetzt die Gelegenheit hatten,
unser Leben zu vereinfachen.
Kurz danach
haben wir uns beide entschlossen,
unsere Arbeit zu kündigen.
Wir sind in eine Gegend gezogen,
wo mehr Bedarf war und haben
mit dem Pionierdienst angefangen.
- Als ich meinem Chef sagte,
dass ich kündigen würde,
war er alles andere als glücklich.
Er hat mich völlig entsetzt gefragt:
„Yi Hong, bist du verrückt?
Hast du dir das gut überlegt?
Was ist mit deiner Zukunft
und was ist mit deiner Familie?“
Aber ich hab mich nicht von meiner
Entscheidung abbringen lassen.
Jehova hat uns sehr gesegnet.
Ich hab unser neues Leben
sehr schnell lieben gelernt.
Wir hatten jetzt viel mehr Zeit
für die Brüder und Schwestern
in der Versammlung.
Und wir hatten auch
zahlreiche Bibelschüler,
denen wir dabei helfen konnten,
Jehova kennenzulernen.
- Es ist ja so, dass Satans Welt
eine Illusion erzeugt.
Sie bietet uns so vieles an, das auf
den ersten Blick verlockend wirkt.
Aber das, was wirklich Wert hat,
ist eine Freundschaft mit Jehova.
Uns erwartet ein Leben im Paradies.
Und wenn wir dann dort sind, werden
wir Jehova für immer dienen können.
Ich wünschte, ich hätte schon früher
den Mut gehabt,
etwas zu ändern
und mich mehr für Jehova einzusetzen.
Es ist wirklich so,
wie es in Sprüche 10:22 heißt:
„Es ist der Segen Jehovas,
der reich macht.“
- Die ersten Missionare in Taiwan
haben eine gute Grundlage gelegt.
Ihr gutes Beispiel
motiviert bis heute Tausende,
sich voll im Predigtwerk
hier im Fernen Osten einzusetzen.
Es ist so schön zu sehen,
wie die Brüder sich einsetzen,
um anderen zu helfen.
- Das stimmt.
Jiahui, gab es neben deiner Mutter
noch jemand anders,
der dich auf deinem Glaubensweg
begleitet hat?
Als ich älter wurde, gab es eine Zeit,
in der mein Glaube nicht so stark war
und in der ich oft
nicht in der Versammlung war.
Aber es gab in meiner Versammlung
ein Missionarehepaar,
dem aufgefallen ist,
wenn ich nicht da war.
Sie wollten mir gern helfen,
und die Schwester hat mich
immer wieder gefragt, wie es mir geht.
Sind das hier die beiden auf dem Foto
mit deiner Mutter und deinem Bruder?
- Hm, ja.
- Sehr schön.
Waren sie auf Gilead?
- Ja, genau.
Man sieht sie übrigens in dem Video
Bis an die Enden der Erde.
Sie haben mir so gutgetan.
Aber irgendwann wurden sie leider
dann in eine andere Stadt geschickt.
Ich war echt traurig!
Aber dann habe ich
eine neue Freundin gefunden.
Eine Schwester aus Japan, die nach
Taiwan gekommen ist, um zu helfen.
Wir waren oft zusammen im Dienst
und sie hat mir
die verschiedenen Dienstarten gezeigt.
- Das war echt lieb von ihr.
Und hat sie dir noch
irgendwie anders geholfen?
- Mhm, ja. Als das erste 
Junge-Leute-fragen-Video herauskam
mit dem Titel
„Wie kann ich echte Freunde finden?“,
hat sie mich zu sich eingeladen, und
wir haben es uns zusammen angesehen.
In dem Video hilft ja eine Pionierin
einer jungen Schwester.
Und da ist mir klar geworden,
dass es genau das war,
was die japanische Schwester
mit mir gemacht hat.
Mir war zu diesem Zeitpunkt schon klar,
dass das die Wahrheit ist.
Es ergab alles Sinn.
Aber dadurch, dass die Schwester 
sich so lieb um mich gekümmert hat,
wurde mir klar, dass Jehova
mich ganz persönlich liebt.
Und von da an wollte ich unbedingt,
dass Jehova mein Freund wird.
- Echt schön.
Wie haben deine Mutter
und andere dich dabei unterstützt,
weiter Fortschritte zu machen?
- Mhm, ich hab
mit dem Pionierdienst begonnen
und mich einer englischsprachigen
Versammlung angeschlossen.
Es ist so schön, wenn man Menschen
zeigen kann, dass Jehova sie liebt.
Viele sind nach Taiwan gezogen,
um uns zu unterstützen.
Es ist wirklich etwas ganz Besonderes
zu sehen, welche Opfer die Brüder
und Schwestern auf der ganzen Welt
für Jehova auf sich nehmen.
- Es ist wirklich eine Freude, anderen
zu helfen, Jehova kennenzulernen
und ihnen die Wahrheit näherzubringen.
Dankeschön, Jiahui, wir beten dafür,
dass Jehova dich und deine Brüder
und Schwestern in Taiwan weiter segnet.
- Danke.
- Viele hatten aber auch keinen Vater
oder keine Mutter,
die ihnen geholfen haben,
Jehova näherzukommen.
Wer hat ihnen geholfen?
Ich würde euch gern Doug Terrell
aus den Vereinigten Staaten vorstellen.
Schön, dass du da bist.
Wie war das bei dir?
Wann hat deine Reise
mit Jehova begonnen?
Da war ich ungefähr 18,
und da hatte ich gerade keine
gute Phase in meinem Leben.
- Wie meinst du das?
- Also, ich bin nicht
in der Wahrheit aufgewachsen,
aber meine Mutter hat
bei der Erziehung
von meinen Geschwistern und mir
wirklich ihr Bestes gegeben.
Trotzdem habe ich leider sehr schlechte
Entscheidungen getroffen.
Ich hatte die falschen Freunde,
ich war sehr wütend,
depressiv, verzweifelt.
Irgendwann war es so schlimm,
dass meine Mutter mit mir
ein ganz ernstes Gespräch geführt hat.
Ich hatte zu dieser Zeit schon
die verschiedensten Kirchen besucht,
weil ich unbedingt
Gott kennenlernen wollte.
Ich war zum Beispiel
in der katholischen Kirche,
bei den Pfingstlern, Methodisten.
- Und wie war das so?
- Das, was ich dort gesehen
und gehört hab,
das hat mich einfach nicht überzeugt –
das hat mich nicht berührt.
Also, nachdem meine Mutter mit mir
dieses Gespräch geführt hat,
weiß ich noch, hab ich mich hingekniet
und unter Tränen zu Gott gebetet.
Ich hab gefleht,
dass ich ihn kennenlernen darf
und Antworten
auf meine Fragen bekomme.
Was hattest du denn für Fragen?
- Ich wollte wissen:
Hat Gott einen Namen?
Warum passiert guten Menschen
immer Schlechtes?
Und warum gibt es in den Kirchen
so viel Heuchelei?
Gute Fragen.
Das beschäftigt ja so viele Menschen.
Was ist dann passiert?
Also, 2 Wochen nach meinem Gebet
standen Zeugen Jehovas vor unserer Tür.
Normalerweise hätten wir ihnen
nie aufgemacht.
Okay, und warum
hast du’s diesmal gemacht?
Ja, diesmal war was anders.
Da standen 2 Schwestern,
und eine der beiden war
meine ehemalige High-School-Lehrerin.
Sie war meine Lehrerin
in der 10. Klasse.
Sie war immer so lieb und freundlich,
und deswegen hab ich aufgemacht.
Und dann hat sie mir
die folgende Frage gestellt:
„Wusstest du,
dass Gott einen Namen hat?“
Und sie hat mir Psalm 83:18 gezeigt.
Und dann hat sie mir noch
1. Johannes 5:19 vorgelesen,
wo ja steht, dass „die ganze Welt
in der Gewalt des Bösen ist“.
Und da hab ich zum ersten Mal
eine unglaubliche Freude verspürt,
die ich bis dahin
noch gar nicht kannte.
- Oh, wow! Und außer ihr, gab es da
noch andere, die dir geholfen haben,
Jehova besser kennenzulernen
und Fortschritte zu machen?
- Ja, ich hab kurz danach
ein Bibelstudium angefangen,
und als ich dann mal in Atlanta war,
habe ich einen Bruder kennengelernt,
der mein bester Freund wurde.
- Erzähl uns von ihm.
- Mein Bibelstudium lief schon 1 Jahr,
aber ich hatte Schwierigkeiten,
das umzusetzen,
was ich gelernt hatte.
Und er hat das mitbekommen
und wollte mir unbedingt dabei helfen.
Er war von ganzem Herzen Pionier
und hat mir gezeigt,
wie ich Sachen umsetzen kann.
Und wir haben uns so gut verstanden,
dass ich dann nach Atlanta gezogen bin
und er mein Bibellehrer wurde.
Wir haben dann 7 Jahre lang
in einer WG gewohnt.
Schön. Er war also
ein echter Freund für dich,
und er hat sich dafür interessiert, dass
deine Freundschaft zu Jehova wächst.
Und was geschah als Nächstes?
Ich weiß noch,
dass er einmal den Kreisaufseher
zu unserem Bibelstudium
mit eingeladen hat.
Und der Kreisaufseher
war richtig nett und aufgeschlossen.
Nach unserem gemeinsamen Gespräch
hab ich dann Jehova
ganz konkret gebeten,
dass er mir hilft, mir Ziele
für ihn im Dienst zu setzen.
Und hier auf dem Bild –
wen sieht man da?
- Also, das ist bei meiner Taufe.
Ganz rechts
ist meine ehemalige Lehrerin
und ganz links ist mein bester Freund.
- Schönes Foto.
Noch mal zurück zu dem Kreisaufseher.
Hat er dir noch
irgendwie anders geholfen?
- Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch mit
verschiedenen Altlasten zu kämpfen,
die noch aus der Zeit stammten, bevor
ich die Wahrheit kennengelernt hatte.
Er war ja zu der Zeit
unser Kreisaufseher
und er hat sich wirklich
Zeit für mich genommen.
Er hat mir tolle Tipps
für den Predigtdienst gegeben,
Feedback zu meinen Vorträgen
und Aufgaben
und mir gezeigt,
wie ich ein guter Hirte werden kann.
Er hat mir auch geholfen, mit meinen
Gefühlen besser zurechtzukommen.
Nicht lange danach hab ich
mit dem Kreisdienst begonnen.
- Eine spannende Entwicklung.
Und wenn du jetzt noch mal
zurückblickst auf das,
was du in den letzten Jahren
alles erlebt hast,
was würdest du zusammenfassend sagen?
Ich muss immer wieder
an Onesimus denken.
Bevor er ein Christ wurde,
war er ein entlaufener Sklave.
Als Sklave war er ja das Eigentum
von jemand anderem,
aber dann wurde er ein Christ
und mit Paulus Hilfe
wurde er ein wertvolles Mitglied
der Christenversammlung.
Und genauso ging es mir auch.
Bevor ich die Wahrheit kennengelernt
habe, habe ich mich nutzlos gefühlt –
wie ein Nichts, ohne eine Zukunft.
Aber Jehova hat heute noch
so moderne Paulusse
wie meine High-school-Lehrerin,
meinen besten Freund
und den Kreisaufseher.
Sie haben mir geholfen, in mir etwas
zu sehen, was ich nicht gesehen habe.
Und so hast du schon einige
deiner Ziele erreichen können.
Dein Beispiel zeigt, wie wertvoll
es ist, sich Zeit zu nehmen
für junge Leute und ihnen zu helfen,
die Liebe zu Jehova zu vertiefen.
Vielen Dank fürs Erzählen, Doug.
Je stärker unser Glaube wird,
desto stärker wird auch unser Wunsch,
uns mehr einzusetzen.
Als Letztes sprechen wir noch
mit einem Ehepaar,
das gerade in Thailand lebt:
Andy und Julia Alton.
Andy, Julia, ihr seid ja beide
aus England,
aber lebt aktuell in Thailand.
Wie seid ihr da gelandet?
Ehrlich gesagt, wollten wir eigentlich
immer ins Bethel in Großbritannien.
Wir haben uns beworben,
aber nichts gehört.
Wir waren schon
ein bisschen enttäuscht
und wussten auch nicht so richtig,
wie es weitergeht.
Das kommt immer wieder mal vor.
Man setzt sich ein Ziel, aber dann
läuft es nicht so,
wie man es sich vorgestellt hat,
und man ist enttäuscht.
Wie seid ihr damit umgegangen?
Wir haben deswegen viel gebetet.
Und dann hat sich
die Möglichkeit ergeben,
zum Predigen nach Thailand zu gehen.
- Wie ist es dazu gekommen?
- Meine Schwester und ihr Mann
waren schon dort,
weil es dort im Gebiet
so viel zu tun gibt.
Und sie meinten,
wir sollen es auch mal probieren.
Und dann wurde in Manchester,
ganz bei uns in der Nähe,
eine Thai-Gruppe gegründet.
Von daher hat es sich dann
auch angeboten,
mal nach Thailand zu gehen.
- Und wie hat es euch gefallen?
- Richtig gut, das war toll.
Allerdings mussten wir
ungefähr alle 6 Monate
nach England zurück,
um zu arbeiten.
Das bedeutete, wir mussten jedes Mal
alle Rückbesuche und Studien
an jemand anders übergeben.
Wenn wir zurückkamen,
mussten wir gefühlt
immer wieder von vorne anfangen.
Ehrlich gesagt, haben wir
immer noch ein bisschen gehofft,
in Großbritannien
ins Bethel zu kommen.
Aber wir wussten, dass wir uns
irgendwann mal entscheiden müssen:
Setzen wir unseren Dienst
in Thailand fort oder gehen wir zurück
und machen mit dem Vollzeitdienst
in England weiter?
- Und der britische Zweig hatte sich
immer noch nicht bei euch gemeldet.
Wie habt ihr euch also entschieden?
- Nach ganz vielen Gebeten
haben wir uns für Thailand entschieden.
Was hat euch
bei der Entscheidung geholfen?
Also, wir haben
alle Optionen durchdacht,
und am Ende war es der große Bedarf
im Gebiet in Thailand.
Es gibt dort einfach so viel zu tun.
Wir haben beschlossen, loszulassen
und uns ganz auf unseren Dienst
in Thailand zu konzentrieren.
Und außerdem war es auch die Sache,
die uns mehr Angst gemacht hat.
Warum habt ihr euch ausgerechnet
für die Sache entschieden,
die euch mehr Angst gemacht hat?
Weil es definitiv
außerhalb unserer Komfortzone war.
Und wenn man sich außerhalb
seiner Komfortzone bewegt,
heißt das, dass man sich völlig
auf Jehova verlassen muss.
Und dann passiert etwas Wunderbares:
Man kommt Jehova noch näher.
Danke für die Erklärung.
Und danke, dass ihr
eure Komfortzone verlassen habt.
Wie ist denn der Dienst
in Thailand so?
- Es macht wirklich viel Spaß.
Das ist ein Bild von Julia und mir,
wie wir in Bangkok
im Dienst unterwegs waren.
Wir haben dort
so viele Menschen getroffen,
die sich für die Wahrheit
interessieren.
Das Interessante ist,
Thailand an sich ist ja
ein buddhistisch geprägtes Land.
Aber es gibt dort so viele,
vor allem jüngere Menschen,
die nach etwas suchen, das ihnen
mehr Sinn im Leben gibt.
Und das öffnet die Tür
für die Wahrheit.
Wir hätten dazu ein Video mitgebracht.
- Dann sehen wir es uns an.
- Willkommen in Thailand.
In diesem farbenfrohen Land duftet es
überall nach leckerem Streetfood.
Und wegen der Freundlichkeit
der Menschen
nennt man Thailand auch
„Land des Lächelns“.
- Man ist hier
nicht nur gastfreundlich.
Gastfreundschaft
ist hier eine Lebensart.
Freundschaft und Familie
werden großgeschrieben.
Und doch sind viele auf der Suche.
- Sie sind auf der Suche nach
einem Sinn im Leben, nach Frieden.
Lernen wir 2 von ihnen kennen:
Narumon und Kanitta.
- Da, wo ich aufgewachsen bin,
gab es Geistliche,
die so getan haben,
als wären sie gute Vorbilder.
Aber in Wirklichkeit haben sie sich
überhaupt nicht an das gehalten,
was sie gelehrt haben.
Als Kind hab ich mich immer gefragt:
„Warum verehren die Leute sie nur,
weil sie Geistliche sind,
obwohl sie eigentlich
gar keine guten Menschen sind?
Warum ist das so?“
Aber egal, wen ich gefragt hab,
die Antwort war immer die gleiche:
„Er ist ein Mönch, da verbeugt man sich
und zeigt Respekt.“
Doch diese Antwort hat für mich
überhaupt keinen Sinn ergeben.
Ich konnte das nicht verstehen.
- Mein Vater
war ein sehr lieber Mensch,
aber leider bekam er
sein Alkoholproblem nicht in den Griff.
Die buddhistische Lehre besagt,
dass jemand, der alkoholabhängig ist
und zu viel trinkt,
in die Hölle kommt.
Deshalb hatte ich große Angst
um meinen Vater.
Ich bin in den Tempel gegangen,
um herauszufinden,
was man tun kann,
damit er nicht in die Hölle kommt.
Dort hat man mir gesagt, dass es
nichts gibt, was man tun kann.
Sie haben mir erklärt:
„Schlechte Taten können durch
gute Taten nicht ausgelöscht werden.
Du kannst dem Tempel
natürlich etwas spenden,
und das könnte deinem Vater helfen,
wenn er in die Hölle kommt.“
Diese Antwort
hat mir nicht gerade weitergeholfen.
Und da habe ich angefangen,
selbst nach Antworten zu suchen.
Ich wollte herausfinden, was andere
Religionen zu diesem Thema sagen.
- Schon als Kind wurde mir beigebracht,
einfach nur zu glauben –
keine Fragen zu stellen.
Ich bekam nie
irgendwelche Erklärungen,
aber ich wollte richtige Antworten.
Deshalb bin ich in sozialen Medien
verschiedenen Gruppen beigetreten,
die sich mit Religionswechsel
beschäftigt haben.
Da hab ich festgestellt,
dass es viele Menschen gibt,
die ihre Religion wechseln wollen.
Viele haben mich
in ihre Kirche eingeladen.
Mich hätte das schon interessiert,
aber ich hatte Angst hinzugehen.
Ich hab dann eine Bibel gesehen,
und irgendwie hatte ich das Gefühl,
sie könnte
sämtliche Fragen beantworten.
Ich wollte sie gerne ausleihen
und zu Hause lesen,
aber der Geistliche hat mir gesagt,
das geht nicht, ich müsste sie kaufen.
Ich hab dann nach dem Preis gefragt,
und es hieß: „Sie kostet 1000 Baht.“
Da dachte ich mir:
„Es muss doch bestimmt online
irgendwo eine kostenlose Bibel geben.“
Also habe ich in Google
„Bibel“ eingegeben
und gleich
auf den ersten Link geklickt.
Ich hab nach unten gescrollt,
und da stand:
„Lernen Sie die Bibel kennen –
kostenloser Bibelkurs“.
Später hab ich dann gesehen,
dass die Seite jw.org heißt.
Ich hab mich gefragt:
„Ist das wirklich kostenlos?“
Aber ich habe es
darauf ankommen lassen
und das Kontaktformular ausgefüllt.
Ich habe mir gesagt:
„Wenn es doch nicht kostenlos ist,
höre ich sofort wieder damit auf.
Dann melde ich mich da nicht mehr.“
Es hat nur 2 Tage gedauert, dann hat
mich eine Schwester angerufen.
Ich hab sie mehrmals gefragt:
„Ist das wirklich kostenlos?“
Und sie sagte:
„Ja, ist es.“
Eines Tages bin ich mal
mit meiner Chefin essen gegangen.
Nachdem das Essen kam, hat sie
plötzlich ihre Augen geschlossen.
Ich wusste nicht, was sie da macht.
Da wurde ich neugierig.
Als sie ihre Augen wieder geöffnet hat,
hab ich nachgefragt.
Sie meinte dann, sie hätte gebetet,
um sich zu bedanken.
Sie sei Christin
und hätte zu Gott gebetet.
Darauf hab ich gesagt:
„Oh, ich bin auf der Suche
nach einer neuen Religion,
was muss ich denn tun, um zu wechseln?“
Darauf meinte sie:
„Und ich gebe kostenlose Bibelkurse.
Willst du das mal ausprobieren?“
Ich hab sofort ja gesagt.
2019 ist mein Papa
dann leider gestorben.
Ich war unglaublich traurig,
aber ich hatte jetzt keine Angst mehr.
Denn jetzt weiß ich ja,
dass der Tag kommt,
an dem ich meinen Papa
wiedersehen werde.
Er wird auferstehen, und dann
kann ich wieder mit ihm reden.
Mich hat tief berührt,
was ich im Glücklich-für-immer-Buch
in Lektion 27 gelernt habe.
Meine Bibellehrerin
hat schön herausgestellt,
dass Jesus nicht nur gesagt hat,
dass er uns liebt,
sondern dass er es durch sein Opfer
auch gezeigt hat.
Jehova und Jesus lieben uns wirklich.
So stell ich mir jemand vor,
dem ich gern nachfolge –
jemand, der selbstlos
aus Liebe handelt.
- Es ist so etwas Schönes,
wenn man miterlebt,
wie Menschen wie Narumon
und Kanitta Jehova kennenlernen.
- Wenn jemand die Wahrheit findet,
verändert es sein Leben.
Deswegen hören wir nicht auf
zu suchen.
Ihr kennt die beiden Schwestern, oder?
- Ja, genau.
Als wir das erste Mal
nach Thailand kamen,
war Narumon noch eine Bibelschülerin
und wir waren
in derselben Versammlung wie sie.
Ich kann gut verstehen, warum ihr
den Dienst dort so liebt.
Wer hat euch noch dabei geholfen,
euch einzuleben und euch wohlzufühlen?
Es gab viele Brüder und Schwestern,
die uns geholfen haben,
vor allem ein Missionarehepaar,
das die Gileadschule besucht hatte.
Sie haben uns gezeigt,
wie wir uns voll einsetzen können,
aber auch, wie wichtig es ist,
uns die Zeit zu nehmen,
uns an die neue Kultur zu gewöhnen.
Und auch, wie wir unser Zuhause
gemütlich einrichten können,
damit wir einen Ort haben,
wo wir uns wohlfühlen,
wo wir gern Zeit verbringen
und auftanken können
für einen neuen Tag im Dienst.
Voll schön, sie haben euch durch
gute Tipps und ihr Beispiel geholfen.
Andy und Julia, was denkt ihr,
was hat bei euch den Wunsch ausgelöst,
mehr für Jehova zu tun?
Ich habe das auf jeden Fall
meinen Eltern zu verdanken.
Sie lieben beide Jehova.
Sie sind so liebe Menschen,
und sie sind immer für die Brüder
und Schwestern da.
Wenn ich zum Beispiel
an meinen Papa denke:
Als ich noch jünger war, haben wir oft
beim Königreichssaalbau mitgeholfen.
Das haben wir richtig gerne
zusammen gemacht.
Außerdem habe ich mit 2 Ältesten
aus meiner Versammlung
auch beruflich zusammengearbeitet.
Die beiden waren auch oft
beim Saalbau dabei.
Ich denke,
sie haben alle dazu beigetragen,
dass meine Liebe zu Jehova
größer geworden ist
und ich mir Ziele gesetzt habe.
- Bist du das?
- Ja, das bin ich mit meinen Eltern.
- Ach wie schön.
- Ja, bei mir
war es auch das gute Beispiel,
das meine Eltern mir gegeben haben.
Meine Mama hat sich taufen lassen,
als ich noch klein war,
und mein Papa
dann auch ein paar Jahre später.
Und ab diesem Zeitpunkt
hatten wir als Familie
immer ein aktives Glaubensleben –
und das ist bei 7 Kindern
gar nicht so leicht.
Aber egal, was war:
Wir sind immer in den Predigtdienst
gegangen und immer zur Versammlung –
das war gar nicht verhandelbar.
Und ich erinnere mich noch gern daran,
wie ich von der Schule nach Hause kam
und meine Mama am Küchentisch saß
und studiert hat.
Oder morgens bin ich aufgewacht,
und mein Papa saß da
und hat den Wachtturm gelesen.
Ich wollte genauso sein.
Ich hab gesehen, wie real Jehova
für sie beide war.
- Und das bist du
auf den beiden Bildern?
- Ja, das bin ich, einmal mit meiner
Mama und einmal mit meinem Papa.
- Ihr beide habt uns gezeigt,
wie wertvoll es ist,
wenn Eltern, Missionare und andere
sich die Zeit nehmen,
um für Kinder und Jugendliche
da zu sein,
wenn sie ihnen dabei helfen,
Vertrauen in Jehova zu entwickeln
und sich dann auch mehr
für ihn einzusetzen.
Danke, ihr beiden, dass ihr uns
aus eurem Leben erzählt habt.
Wir haben gesehen, dass Jehova
jeden von uns gebrauchen kann,
um anderen zu helfen,
ihm näherzukommen.
Hast du dich
in den Interviews wiedergefunden?
Wie gebraucht Jehova dich gerade,
um jemandem zu helfen,
ihm näherzukommen?
Ihr Eltern zum Beispiel: Ihr seid
sehr zu loben für alles, was ihr tut,
damit eure Kinder Jehova lieben lernen
und ihm ihr Bestes geben möchten.
Und ihr könnt das auch schaffen,
wenn ihr keinen Partner habt,
der euch dabei unterstützt.
Und auch alle anderen
in der Versammlung –
Älteste, Missionare,
Pioniere, Ältere –
auch ihr könnt einen guten Einfluss
auf das Leben junger Menschen haben.
Ihr könnt entscheidend dazu beitragen,
dass sie Jehova
ihr Bestes geben wollen.
Dann können sie wiederum
anderen helfen, Jehova näherzukommen.
Wir hoffen, dass euch
die ganzen Berichte und Interviews
gutgetan haben, und wir freuen uns,
euch bald wieder zu begrüßen
bei der Inside Story.
Vielen Dank, Bruder Clarke
und allen, die ihr
an dieser Folge beteiligt wart.
Wir haben das sehr genossen.
Uns ist wirklich das Herz aufgegangen,
als wir gesehen haben,
wie viele aufrichtige Menschen
es noch gibt,
die nach der Wahrheit suchen.
Ich weiß nicht, wie es euch geht,
aber ich würde jetzt am liebsten
zurück in den Missionardienst ...
Na ja,
wir können uns das nicht aussuchen.
Zu Beginn haben wir ja
darüber gesprochen,
was zwischen Abraham und Lot
vorgefallen ist.
Wenn ihr den Bericht
so in der Bibel lest,
wie denkt ihr da über Lot?
Spielt er für euch eher
eine negative Rolle?
Bruder David Splane, ein Mitglied
der Leitenden Körperschaft,
wird die Ereignisse rund um Lot
jetzt aus einem anderen
Blickwinkel beleuchten.
Sein Vortrag hat das Thema:
„Gehe im Zweifel vom Guten aus“.
Bitte, Bruder Splane.
Ich habe gerade darüber nachgedacht:
Nächsten Monat ist es
genau 60 Jahre her,
dass ich damals meinen ersten Tag
als Gileadschüler in Brooklyn hatte –
eine wunderschöne Zeit.
Und dann, 5 Monate später,
kam unsere Abschlussfeier.
Ich glaube, ich kann mir also
ein bisschen vorstellen,
wie ihr euch gerade fühlt.
Das ist ein großer Tag für euch,
ihr lieben Schüler,
und wir wollen euch sagen,
dass wir stolz auf euch sind.
Ihr habt hart gearbeitet
und Jehova hat euch
sehr belohnt dafür.
Ihr hattet ein ganz
praktisches Ziel vor Augen.
Es ging euch nie darum,
andere mit eurem großen Wissen
zu beeindrucken,
sondern ihr wolltet
Jehova näherkommen
und auch euren Brüdern
und Schwestern.
Und um den letzten Punkt
geht es jetzt auch in diesem Vortrag:
unser Verhältnis zu unseren Brüdern
und Schwestern.
Wir sind uns dessen bewusst,
dass Jehova alles über uns weiß,
was es über uns zu wissen gibt.
Und das ist wirklich beruhigend,
denn wir wissen:
Wenn Jehova sein
abschließendes Urteil über uns fällt,
wird es gerecht sein.
Denn Jehova wird
alle Fakten berücksichtigen,
er wird nichts außer Acht lassen
und er wird sich an alles erinnern.
Jehova kennt jede
Einzelheit unseres Lebens
und wird nichts davon vergessen.
Auf der anderen Seite hat Jehova
zu Samuel gesagt:
„Der Mensch [sieht] nur das ...,
was vor den Augen erscheint.“
Keiner von uns wird also jemals
alle Informationen haben,
die er bräuchte,
um ein abschließendes Urteil
über einen anderen Menschen zu fällen.
Wie Jacob schon erwähnt hat,
werden wir dafür
Lot als Beispiel heranziehen.
Es geht um die Frage:
Was können wir darüber lernen,
bei anderen im Zweifel
vom Guten auszugehen,
wenn wir uns das Beispiel
von Lot anschauen?
Und ja, Jacob und ich haben uns
bei unseren Vorträgen abgesprochen.
Wir stecken unter einer Decke.
Der Apostel Petrus hat etwas
über Lot geschrieben.
Lesen wir das einmal
in der Bibel nach, in 2. Petrus.
In 2. Petrus, Kapitel 2, und hier
lesen wir die Verse 7 und 8.
Wir finden dort
eine Beschreibung von Lot.
Ich geb euch noch einen Moment.
Wenn ihr wie ich
Arthritis in den Fingern habt,
kann es ein bisschen dauern,
bis man die Bibel aufgeschlagen hat.
2. Petrus 2:7, 8.
Hier ist von Jehova die Rede.
Es heißt:
„Und er rettete den gerechten Lot,
der wegen des dreisten Verhaltens
gesetzloser Leute
schwer zu leiden hatte.
Dieser gerechte Mann
quälte Tag für Tag
seine [jetzt kommt’s wieder]
gerechte Seele
wegen der gesetzlosen Taten,
die er sah und hörte,
als er unter ihnen lebte.“
Also wer hat Lot hier
als „gerecht“ bezeichnet?
Ist das nur die persönliche Meinung
von Petrus?
Nein, denn es ist sein zweiter
inspirierter Brief.
Petrus wurde also
vom heiligen Geist dazu veranlasst,
Lot mit diesem Adjektiv
zu beschreiben.
Es wurde Petrus
vom heiligen Geist eingegeben,
Lot dreimal
einen „gerechten“ Mann zu nennen.
Aber wer steckt
hinter dem heiligen Geist?
Jehova Gott.
Wenn wir hier also dreimal lesen,
dass Lot ein
„gerechter“ Mann gewesen ist,
dann ist das die persönliche Meinung,
die Jehova
von seinem Diener hat, von Lot.
Entspricht das auch
deinem Bild von Lot?
Ein gerechter Mann?
Oder sehen wir eher die vielen Fehler,
die er gemacht hat?
Wir könnten zum Beispiel sagen:
„Als sein Onkel Abraham
ihn gefragt hat,
wo im Land Kanaan er leben möchte,
hat Lot sich
den besten Bezirk ausgesucht.
Dabei hätte er das doch dem Älteren
von beiden überlassen müssen.
Das ist doch ein Zeichen von
Egoismus, oder?“
Es stimmt,
wenn man den Bericht liest,
also die begrenzten Informationen,
die in der Bibel dazu
aufgeschrieben sind,
dann könnte man
zu diesem Schluss kommen.
Und vielleicht hat man damit
sogar recht.
Aber war Lot wirklich egoistisch
oder fehlen uns vielleicht
ein paar Informationen,
die wir bräuchten,
um ein vollständiges Bild zu haben,
und durch die wir unsere Meinung
vielleicht etwas ändern würden?
Nehmen wir zum Beispiel an,
dass Lot,
obwohl er Abrahams Neffe war,
in Wirklichkeit der Ältere war.
Vielleicht war er sogar viel älter.
Würde das etwas
an deiner Meinung ändern?
Wenn du im Bethel bist,
wahrscheinlich schon.
Stichwort: Dienstjahre.
Im Bethel ist das nämlich so:
Wenn mehrere Zimmer frei werden,
gibt es eine interessante Art,
zu entscheiden,
wer welches Zimmer bekommt.
Wir ziehen keine Streichhölzer,
wir werfen keine Münze,
wir spielen auch nicht
Schere, Stein, Papier
und wir machen auch kein Armdrücken.
Es gibt eine Zimmerausschreibung.
Alle, die daran teilnehmen können,
dürfen jedes freie Zimmer
besichtigen.
Und wenn einem ein Zimmer gefällt,
dann teilt man das
dem Bethelbüro mit.
Was passiert aber, wenn zwei
Betheliten dasselbe Zimmer möchten?
Dann bekommt das Zimmer derjenige
mit den meisten Dienstjahren,
mit anderen Worten:
derjenige, der schon mehr Jahre
im Vollzeitdienst gewesen ist.
Und der, der das Zimmer
nicht bekommen hat,
würde nie auf die Idee kommen,
zu dem anderen zu sagen:
„Du bist egoistisch.
Ich wollte das Zimmer.
Du hättest es mir überlassen sollen.“
Nein. Der mit den meisten Dienstjahren
bekommt das Zimmer.
So ist das eben.
Nehmen wir also an,
Lot war wirklich älter als sein Onkel.
Vielleicht hätte er sogar
sein Vater sein können.
Wir können das
nicht mit Sicherheit sagen,
weil manche Details einfach
nicht im Bibelbericht enthalten sind,
aber hier einige Details,
die uns bekannt sind:
Abraham hatte zwei Brüder,
Haran und Nahor,
und Abraham war höchstwahrscheinlich
der Jüngste von den dreien.
Woher wissen wir das?
Wie alt war denn Abrahams Vater,
als Abraham geboren wurde?
War er 60? Nein.
War er 100? Auch nicht.
Abrahams Vater war etwa 130 Jahre alt,
als Abraham geboren wurde.
Interessant, oder?
Abraham dachte, er wäre mit 100
zu alt, um Vater zu werden,
aber sein eigener Vater war 130
oder so, als Abraham geboren wurde.
Auf jeden Fall wissen wir,
dass Abraham ältere Brüder hatte.
Und wir wissen aus der Bibel,
wenn wir nachrechnen,
dass Abrahams ältester Bruder
schon 60 war,
als Abraham zur Welt kam.
Gut möglich, dass das Lots Vater war,
denn er war der erste der drei,
der gestorben ist.
Damals waren Männer ungefähr 30,
wenn sie zum ersten Mal Vater wurden.
Wenn also Lots Vater 60 war,
als Abraham geboren wurde,
dann ist es gar nicht
so unwahrscheinlich,
dass Lot bei Abrahams Geburt
ein Teenager war
oder sogar schon erwachsen.
Sollte das so gewesen sein,
dann hat Abraham die Wahl
des Wohnorts im verheißenen Land
einfach dem Älteren überlassen,
dem mit mehr Lebensjahren.
Wenn du schon mal
ein Zimmer bekommen hast
wegen deiner Dienstjahre,
dann verstehst du bestimmt,
warum Lot sich nicht beschwert hat.
Jetzt könnte jemand sagen:
„Das ist alles schön und gut,
aber man kann nicht beweisen,
dass Lot wirklich
älter war als Abraham,
weil das so nicht in der Bibel steht.“
Genau das ist der Punkt.
Man kann nämlich
auch nicht das Gegenteil beweisen.
Es geht in diesem Vortrag nicht darum,
irgendetwas zu beweisen,
es geht nicht um Lot.
Lot ist nur ein Beispiel.
Es geht in diesem Vortrag darum,
dass wir bei anderen
immer vom Guten ausgehen,
wenn wir nicht alle
Informationen haben.
Und genau das ist hier der Fall.
Wir haben nicht alle Informationen.
Na gut, aber was ist denn damit?
„Es war für Lot nicht gut genug,
in Zelten zu leben.
Er wollte ein komfortableres Leben,
deshalb ist er 
in die Stadt Sodom gezogen.
Daran sieht man doch,
dass er materialistisch war.“
Ja, das ist naheliegend,
aber auch hier gilt:
Kennen wir alle Fakten?
Wissen wir wirklich,
warum Lot nach Sodom ziehen wollte?
War es der Wunsch
nach einem komfortableren Leben
oder war es der Wunsch
nach Sicherheit für seine Familie?
Vergessen wir nicht,
Lot war entführt worden.
Wenn du schon mal
entführt worden wärst,
würdest du dann gern
mit deiner Familie
irgendwo in einem Zelt wohnen?
Oder würdest du die Sicherheit
einer befestigten Stadt bevorzugen?
Heute leben viele Brüder
und Schwestern
in gefährlichen Gegenden,
nicht weil sie das wollen –
sie wollen kein komfortables Leben
in irgendeiner Großstadt –,
sondern sie haben einfach
keine andere Wahl.
Der Apostel Petrus wusste das Gleiche
über Lot wie wir.
Und trotzdem nannte er Lot
einen „gerechten Mann“ –
nicht einen egoistischen Mann,
auch keinen materialistischen,
sondern einen „gerechten“.
Lot wurde nicht dadurch gerecht,
dass er Sodom verlassen hat,
sondern er durfte
die Stadt Sodom verlassen,
weil er ein gerechter Mann war.
Aufgrund seiner Taten
betrachtete Jehova ihn als gerecht.
Ja, vielleicht war Lot egoistisch,
als er in den besten Bezirk
des Landes gezogen ist.
Und vielleicht ist er auch
nach Sodom gezogen,
weil er materialistisch war.
Aber selbst wenn es so war,
dann muss es viele andere Dinge
gegeben haben, die Lot getan hat,
gute Dinge,
die Jehova dazu veranlasst haben,
ihn als gerecht zu bezeichnen.
Und was genau das war,
wissen wir einfach nicht.
Der Gedanke ist also:
Wir müssen das ganze Bild sehen,
und manchmal geht das nicht,
weil wir einfach
nicht das ganze Bild kennen.
Wenn wir Schlussfolgerungen ziehen,
ohne alle Fakten zu kennen,
kann das manchmal auch
ganz schön peinlich werden.
So ging es den Israeliten,
nachdem sie einen Teil
des verheißenen Landes
eingenommen hatten.
Die Rubeniter, die Gaditer
und der halbe Stamm Manasse
blieben auf der Ostseite des Jordan,
weil es dort genügend Futter
für ihre Herden gab.
Schlagen wir mal Josua,
Kapitel 22, auf
und finden wir heraus,
was dann passiert ist.
Ich lass euch wieder
ein bisschen Zeit.
Also Josua, Kapitel 22,
und wir lesen dort den Vers 10.
Josua 22:10:
„Als die Rubeniter, die Gaditer
und der halbe Stamm Manasse
in die Jordangegend
des Landes Kanaan kamen,
bauten sie dort am Jordan
einen Altar –
einen großen, imposanten Altar.“
Statt ihren Brüdern
gute Beweggründe zu unterstellen,
schlussfolgerten
die anderen Israeliten,
dass die zweieinhalb Stämme
dabei waren,
abtrünnig zu werden.
Sie planten sogar, sie anzugreifen.
Aber was wissen wir
über diese zweieinhalb Stämme?
Sie hatten zuvor Seite an Seite
mit den anderen Israeliten gekämpft,
um das verheißene Land einzunehmen.
Und nicht nur das,
sie hatten dabei sogar
ihr Leben riskiert.
Woher wissen wir das?
Sie standen im Kampf
an vorderster Front.
Die zweieinhalb Stämme sind immer
vor den anderen hergegangen
und haben deshalb in der Schlacht
auch das meiste abbekommen.
Sie waren mutig.
Und nichts deutet darauf hin,
dass es bei ihnen auch nur
eine Spur von Abtrünnigkeit gab.
Doch statt im Zweifel ihren Brüdern
das Gute zu unterstellen,
kamen die übrigen Stämme zu ihnen
und sagten das,
was wir in den Versen
16 bis 18 lesen können.
16 bis 18:
„Die ganze Gemeinde Jehovas
will wissen:
‚Was ist das für ein Akt der Untreue
gegen den Gott Israels?
Heute habt ihr euch
von Jehova abgewandt,
indem ihr euch
einen Altar gebaut habt
und gegen Jehova rebelliert.
War das Vergehen von Peor
nicht schon schlimm genug?
Wir tragen immer noch die Folgen,
obwohl damals eine Seuche
über die Gemeinde Jehovas kam.
Und jetzt wollt ihr euch
von Jehova abwenden!
Wenn ihr heute
gegen Jehova rebelliert,
dann wird morgen sein Zorn
die ganze Gemeinde Israel treffen.‘“
Und sie waren noch lange nicht fertig,
sie hatten noch mehr zu sagen.
Als die Vorsteher der 10 Stämme
dann endlich mal Luft geholt haben,
erklärten ihnen die Ältesten
der zweieinhalb Stämme,
dass der Altar gar nicht
zur Anbetung gedacht war.
Sie hatten den Altar
eigentlich gebaut,
damit die 10 Stämme
auf der anderen Jordanseite
nicht vergessen,
dass sie ebenfalls Jehova anbeten.
Wie peinlich für den Hohen Priester
und die Vorsteher!
Sie hatten sich
über ein Problem aufgeregt,
das in Wirklichkeit
gar nicht existierte.
Am Anfang des Vortrags
haben wir gesagt,
dass Jehova
jedes Detail unseres Lebens kennt.
Und daraus kann man schlussfolgern:
Je besser wir unsere Brüder
und Schwestern kennen,
ihren familiären Hintergrund,
ihre Herausforderungen,
umso leichter fällt es uns,
ihre guten Seiten zu sehen.
Wenn uns klar wird,
wie sehr manche gekämpft haben,
um dahin zu kommen,
wo sie jetzt sind,
müssen wir sie einfach lieben.
Reden wir niemals schlecht über
den besten Menschen einer Familie.
Manchmal tun wir uns etwas schwer
mit jemandem,
aber wenn uns klar wird,
aus welchen Verhältnissen
derjenige kommt –
vielleicht ist sonst keiner
seiner Angehörigen in der Wahrheit
oder sie führen
ein ganz unmoralisches Leben –,
und dann ist da dieses Juwel,
dieser Mensch, den Jehova liebt.
Wenn uns also jemand
ein bisschen nervt,
dann fragen wir uns doch:
„Ist diese Person für Jehova gerecht –
ein gerechter Mann,
eine gerechte Frau?
Er oder sie nervt mich,
aber in Jehovas Augen
ist es ein gerechter Mensch.
Und mein Problem ist:
Ich seh nur diese eine Kleinigkeit,
die mich nervt,
aber nicht das ganze Bild.“
Vor vielen Jahren
in einem anderen Bethel
musste ein junger Bruder
bei einem Langzeitprojekt
mit einer älteren Schwester
zusammenarbeiten.
Die Schwester und ihr Mann
gehörten beide zu den Gesalbten.
Der Mann war der liebste Mensch,
den man sich vorstellen kann.
Seine Frau war
eine sehr treue Schwester –
wir wollen ja immer
vom Guten ausgehen –,
aber wenn man seine Arbeit nicht
zu ihrer Zufriedenheit erledigte,
konnte sie einen ordentlich
rundmachen.
Ich glaube, sie dachte,
dass sie aufgrund ihres Alters
kein Blatt vor den Mund nehmen muss.
Was mich aber beeindruckt hat,
war die Reife des jungen Bruders.
Statt sich aufzuregen und zu sagen:
„Was nimmt diese Schwester sich raus,
so mit einem Bruder zu sprechen?“,
hat er sie und ihren Mann abends
zu sich eingeladen.
Und dann hat er erfahren,
wie sie unter Verbot
treu ausgeharrt haben.
Er hat dadurch
einen etwas anderen Blick
auf diese Schwester bekommen,
und sie hat danach hoffentlich auch
etwas anders über ihn gedacht.
Wenn wir uns also mal über einen
Bruder oder eine Schwester ärgern,
dann lernen wir sie besser kennen.
Verbringen wir Zeit mit ihnen.
Gehen wir zusammen in den Dienst,
trinken wir einen Kaffee mit ihnen.
Je besser wir sie kennen,
umso mehr lieben wir sie.
Wenn ihr also demnächst öfter mal
zum Kaffee eingeladen werdet ...
Jemand ist vielleicht schüchtern,
er schaut immer ernst, unfreundlich,
vielleicht lächelt er selten.
Und wir denken, er ist stolz,
unnahbar, kaltherzig.
Aber möglicherweise
stimmt das gar nicht,
es ist einfach das Gesicht,
das er von Gott bekommen hat.
Es kann sein, dass jemand
nicht so viel leisten kann wie wir,
weil er gesundheitliche Probleme hat
oder andere Einschränkungen.
Vielleicht erzählt er auch
nie jemandem davon
und wir könnten denken,
er ist faul.
Aber Jehova sieht,
dass er sein Bestes gibt.
Andererseits gibt es aber vielleicht
auch jemand, der viel Energie hat
und viel mehr schafft als wir.
Denken wir dann, er möchte angeben
und alle anderen alt aussehen lassen?
Vielleicht hat er es einfach
so gelernt, ist so groß geworden,
es ist seine Art,
Jehova sein Bestes zu geben.
Als wir im Reisedienst waren,
wurde in einer Versammlung
sehr negativ über
eine bestimmte Schwester gesprochen.
Die Brüder sagten:
„Sie behauptet, sie wär krank,
aber dann sieht man sie im Supermarkt.
Sie hat genug Energie,
einkaufen zu gehen,
aber zur Versammlung kommt sie
so gut wie nie.“
Ich hab die Schwester besucht
und ich bin froh darüber.
Es hat sich nämlich herausgestellt,
dass sie an einer
sehr schweren Krankheit litt.
Sie hatte fast immer Schmerzen,
aber von Zeit zu Zeit
ließ der Schmerz etwas nach
und dann hat sie
die Gelegenheit genutzt
und ist zum Einkaufen gegangen.
Sie hat alleine gelebt
und hatte keine Unterstützung.
Wenn die Schmerzen dann zurückkamen,
war sie praktisch
die ganze Zeit ans Bett gefesselt.
Wäre es nicht besser gewesen,
ihr Hilfe anzubieten,
statt sie zu kritisieren?
Wie schon gesagt,
ging es in diesem Vortrag nicht darum,
irgendwelche Fakten
aus dem Leben von Lot
oder von jemand anders
zu beweisen.
Das Ziel war,
uns in Erinnerung zu rufen,
dass Jehova der Einzige ist,
der alle Details kennt.
Er liebt unsere Brüder und Schwestern
und er wünscht sich,
dass wir sie auch lieben.
Er freut sich, wenn wir bei ihnen
immer vom Guten ausgehen.
Wir sind uns sicher,
dass ihr das tun werdet,
wenn ihr Schulter an Schulter
mit euren Glaubensbrüdern
zusammenarbeitet.
Bitte vergesst nicht,
dass wir euch alle sehr lieben.
Wir wünschen euch,
dass Jehova euch sehr segnet,
während ihr ihm weiter treu dient.
Und jetzt, würdet ihr gerne wissen,
wo die Schüler hinkommen?
Na klar,
das ist jetzt der spannende Teil.
Und hier ist Bruder Ronald Curzan.
Er wird mir dabei helfen,
den Studenten dieser Gileadklasse
ihre Diplome zu überreichen.
Der erste ist Bruder Ajavon
und er geht zurück in den
westafrikanischen Zweig.
Als Nächstes
Bruder und Schwester Alimănescu,
sie gehen zurück
ins Zweigbüro Rumänien.
Bruder und Schwester Alton
kommen ins Zweigbüro Sambia.
Bruder Arsiashvili kehrt zurück
ins Zweigbüro Georgien.
Bruder und Schwester Bueche
gehen zurück
ins Zweigbüro der Vereinigten Staaten.
Bruder und Schwester Capece gehen
zurück ins Zweigbüro Mosambik.
Bruder und Schwester Carlisle wurden
ins Zweigbüro Portugal zugeteilt.
Bruder und Schwester Carmichael
gehen zurück ins US-Zweigbüro.
Bruder und Schwester Carraway
gehen ins Zweigbüro Sambia.
Bruder Collymore wird in den
westafrikanischen Zweig geschickt.
Bruder Figely geht zurück in den
tschechisch-slowakischen Zweig.
Bruder Fujita geht zurück
ins Zweigbüro Japan.
Bruder und Schwester Gatembasi
gehen ins Zweigbüro Ruanda.
Bruder und Schwester Girma gehen
zurück ins Zweigbüro Äthiopien.
Bruder und Schwester González gehen
zurück ins Zweigbüro Spanien.
Bruder und Schwester Hayega kehren
ins Zweigbüro Westafrika zurück.
Bruder und Schwester Herron wurden
ins Bethel in Nigeria zugeteilt.
Bruder und Schwester Hugó gehen
in den skandinavischen Zweig zurück.
Bruder und Schwester Lagavakatini
gehen zurück ins Zweigbüro Fidschi.
Bruder und Schwester Lattanzi
kommen ins Bethel in Spanien.
Schwester Lin kommt zurück
ins Zweigbüro Taiwan.
Bruder Lopes wurde ins Bethel
in Südafrika zugeteilt.
Und Bruder MacDonald kehrt zurück ins
Zweigbüro in den Vereinigten Staaten.
Bruder und Schwester Mauri kehren
zurück ins Zweigbüro Australasien.
Bruder Mutahi kommt zurück
ins Zweigbüro Ostafrika.
Bruder Nelson geht zurück in den
skandinavischen Zweig.
Bruder und Schwester Osogu gehen
zurück ins Bethel in Nigeria.
Bruder Peralta kommt zurück
ins Zweigbüro Kolumbien.
Schwester Šakić kommt zurück
ins Bethel in Kroatien.
Bruder und Schwester Spina wurden
ins Zweigbüro Ruanda zugeteilt.
Bruder Terrell geht zurück
ins US-Zweigbüro.
Bruder Vaitiekus geht zurück
ins Bethel in Finnland.
Bruder Yoon kommt zurück
ins Zweigbüro in den USA.
Und Bruder Zapp kommt ebenfalls zurück
ins Zweigbüro in den USA.
So ... Würdet ihr gern
die ganze Klasse sehen?
Vorhang auf!
Wir sind so stolz auf euch.
Wir wissen, dass ihr
sehr hart gearbeitet habt.
Ihr habt so viel
in die Schule investiert
und jetzt ist der Tag endlich da.
Und es ist so schön zu sehen,
wie Jehova euch gesegnet hat.
Und nun hören wir den Brief,
den die Klasse geschrieben hat.
Bruder Aidan Mauri aus dem Zweigbüro
Australasien wird ihn vorlesen.
Liebe Brüder der Leitenden Körperschaft,
wir möchten uns von Herzen
bei euch dafür bedanken,
dass wir die Möglichkeit hatten,
die Wachtturm-Bibelschule Gilead
zu besuchen.
Als wir angekommen sind,
habt ihr und die Bethelfamilie uns so
liebevoll und herzlich empfangen.
Das hat unsere Vorfreude auf das,
was wir lernen würden,
nur noch mehr gesteigert.
Danke, dass ihr euch
die Zeit genommen habt,
uns im Unterricht zu besuchen.
Eure Worte, die liebevollen
Anstrengungen eurer Helfer
und unserer lieben Lehrer
und die großartige Unterstützung der
Abteilung für theokratische Schulen
haben uns sehr berührt
und uns unseren Großen Lehrer
mit eigenen Augen sehen lassen.
Während der ganzen Zeit
haben uns unsere Lehrer geholfen,
Jehovas innige und selbstlose Liebe
noch intensiver zu spüren.
Seit dem Moment,
als die ersten Menschen sündigten,
hat Jehova alles ihm Mögliche getan,
um uns Menschen wieder
mit sich zu versöhnen.
Über die Edenverheißung,
Jehovas Bündnisse mit Abraham und David
und die Besonderheiten des
mosaischen Gesetzes
– besonders den Sühnetag –
nachzudenken,
hat unsere Dankbarkeit für das Opfer
seines geliebten Sohnes vertieft.
Unser Vertrauen in Jehovas Liebe
ist auch gewachsen,
als wir das Leben und den Dienst
von Jesus studiert haben
und auch, wie perfekt er
seinen Vater nachahmt.
Es hat uns besonders bewegt,
wie geduldig Jesus mit seinen
Aposteln umgegangen ist,
wie würdevoll und freundlich
er Frauen behandelt hat
und auch was für eine Selbstlosigkeit
und Liebe er bewiesen hat,
als er einen qualvollen Tod
auf sich genommen hat.
Wir sind so dankbar,
ihn als unseren König und
mitfühlenden Hohen Priester zu haben.
Die Erfüllung von biblischen
Prophezeiungen zu studieren,
hat unser Vertrauen in Jehovas
Versprechen gestärkt
und macht uns Mut für das,
was noch bevorsteht.
Zum Beispiel Sacharjas Vision
von den vier Wagen,
die in alle Himmelsrichtungen ausziehen,
und von Jehovas Geist, der im
Land des Nordens zur Ruhe kommt,
hat uns gezeigt,
dass Jehovas mächtiges Engelheer
sein Volk wie eine Kavallerie
beschützt –
und das nicht nur damals,
sondern auch heute.
Dieses Wissen erfüllt uns gerade jetzt,
wo die Weltverhältnisse
immer schlimmer werden,
mit Zuversicht und Stärke,
sodass wir heute und auch
in der großen Drangsal
für Jehovas Souveränität
einstehen können.
Durch die praktischen Workshops
mit der Broschüre
Liebt Menschen, macht sie zu Jüngern
wurde unser Eifer für den Dienst
neu angefacht.
Wir haben Szenen nachgespielt, die uns
gezeigt haben, welche Eigenschaften
wir in den verschiedensten
Predigtdienstsituationen brauchen.
Das alles hat uns
in unserem Wunsch bestärkt,
die gute Botschaft mit noch mehr Liebe
und einem größeren Dringlichkeits-
bewusstsein zu verkünden,
weil die Felder reif sind für die Ernte.
Wir sind fest entschlossen, alles,
was unser Großer Lehrer uns in den
letzten fünf Monaten beigebracht hat,
mit ganzem Herzen umzusetzen.
Wir wollen uns unbedingt
an unserem Haupt Jesus Christus
ein Beispiel nehmen
und unserem himmlischen Vater Jehova
Schulter an Schulter mit euch
und unserer weltweiten Glaubensfamilie
dienen – und das zu seiner Ehre.
Eure Brüder und Schwestern
der 159. Klasse.
Jetzt haben wir noch ein paar
abschließende Worte an euch.
Wir sind ja bei der Frage
stehen geblieben,
wie Abraham reagiert hat,
als klar wurde,
dass Lots Entscheidungen
negative Folgen hatten.
Was war Abrahams Reaktion darauf?
Das bringt uns zu einer
dritten Befürchtung,
eine Furcht, die damit
einhergehen könnte,
wenn man sich für
den Frieden einsetzt:
Man könnte sich davor fürchten,
die Vergangenheit loszulassen.
Die Vergangenheit loszulassen.
Wir wissen, dass
nicht lange nachdem Lot
in die Gegend von Sodom
und Gomorra gezogen war,
dort ein Krieg ausbrach.
Diese Auseinandersetzung führte dazu,
dass Lot und seine Familie
entführt wurden.
Falls Abraham sich zu diesem Zeitpunkt
immer noch über Lot
geärgert haben sollte,
was könnte ihm da
durch den Kopf gegangen sein?
„He, he, he, Tag der Abrechnung“,
oder: „Geschieht ihm recht.
Das hat er sich selbst eingebrockt.“
Solche Gedanken hätten
ihm kommen können.
Aber was hat Abraham getan?
Öffnen wir noch einmal 1. Mose,
das Kapitel 14 ...; 1. Mose 14.
Abraham hätte befürchten können,
dass der Eindruck entsteht,
er würde das, was Lot ihm angetan hat,
entschuldigen oder verharmlosen,
wenn er jetzt mit der Sache
abschließen würde.
Aber lesen wir mal
in 1. Mose 14:14 nach,
was er tatsächlich getan hat, als er
von Lots Entführung erfahren hat.
In Vers 14 heißt es:
„So erfuhr Abram, dass man seinen
Verwandten gefangen genommen hatte.
Da rief er seine ausgebildeten
Männer zusammen – 318 Diener,
die in seiner Hausgemeinschaft
geboren worden waren –
und nahm die Verfolgung
bis nach Dan auf.“
Das also hat Abraham getan.
Wir wissen, dass es von Mamre
in den Norden bis nach Dan
etwa 200 Kilometer waren.
Er muss mehrere Tage
unterwegs gewesen sein
und wahrscheinlich war es für ihn mit
einigen Kosten und Risiken verbunden.
Aber er nahm es auf sich,
auch wenn es nicht leicht war.
In den Versen 21 bis 23
erfahren wir dann,
dass sich ihm später
die Gelegenheit bot,
für all seine Anstrengungen
einen gewissen materiellen Ausgleich
zu erhalten,
aber er lehnte das ab.
Abraham hatte keine Hintergedanken.
Und Lot war ja in diese missliche Lage
gekommen wegen einer Entscheidung,
die zwischen ihm und Abraham
zu einem Konflikt hätte führen können.
Trotzdem war Abraham so demütig,
ihm da rauszuhelfen.
Er konzentrierte sich darauf,
den Frieden zu wahren.
Er wollte
mit der Vergangenheit abschließen.
Was ist hier also die Lektion?
Was können wir von Abraham lernen?
Hast du schon mal nachgegeben?
Vielleicht hast du mit deiner Meinung
allein dagestanden
und hast dann gemacht,
was alle anderen wollten.
Und am Ende hat ihre Idee dann
überhaupt nicht funktioniert.
Dann ist man natürlich
sehr schnell versucht zu sagen:
„Ich hab es euch doch gleich gesagt.“
Oder man reibt es ihnen
ständig unter die Nase,
dass man es ja
von Anfang an nicht gut fand.
Wir lachen, aber das haben
wir alle schon gemacht.
Widerstehen wir dem Drang,
an unserem Ärger festzuhalten.
Machen wir es wie Abraham.
Strengen wir uns an,
die Entscheidung zu unterstützen,
selbst wenn wir sie eigentlich
nicht gut fanden.
Und wenn dann alles schiefgeht,
ahmen wir Abraham nach.
Helfen wir so demütig wie er dabei,
die Scherben aufzusammeln,
anstatt die anderen
dafür zu kritisieren,
was alles schiefgelaufen ist.
Warum?
Weil es nur so Frieden geben kann.
Und wenn wir uns
für den Frieden einsetzen,
dann haben wir auch Frieden mit Gott.
Und das wünschen wir uns doch mehr
als alles andere.
Was haben wir aus der Besprechung der
3 verschiedenen Befürchtungen gelernt?
Auf jeden Fall viel von Abraham.
Er war ein Friedensstifter.
Er hatte keine Angst davor,
schwach zu wirken,
er hatte keine Angst davor,
ausgenutzt zu werden,
und er hat sich nicht davor gefürchtet,
die Vergangenheit loszulassen.
Hat ihm das denn
in irgendeiner Form geschadet?
Natürlich wissen wir nicht,
ob Lot irgendwann
seine Dankbarkeit für das gezeigt hat,
was Abraham alles auf sich genommen hat,
um den Frieden zu wahren.
Wie Bruder Splane erklärt hat, nennt
die Bibel nicht immer alle Details.
Aber am Ende ist das auch egal,
weil das auch nicht der Grund war,
warum Abraham so um
den Frieden gekämpft hat.
Was war der Grund?
Interessant ist: Jedes Mal,
nachdem Abraham sich
für den Frieden eingesetzt hat,
also einmal nach dem Gespräch mit Lot
über das Land
und einmal nach der Entführung von Lot,
jedes Mal hat Jehova direkt danach
etwas Besonderes für Abraham getan.
Sowohl in 1. Mose 13,
ab dem Vers 14,
als auch später in 1. Mose 15:1
sagt Jehova ihm,
wie stolz er auf ihn ist
und wie sehr er ihn liebt.
Und das ist doch, worum es Abraham ging.
Er wollte zurück zum Altar.
Abraham wollte Frieden mit Gott haben
und genau das hat er auch bekommen.
Also, wenn euer Frieden mal in
Gefahr ist, und das wird passieren
(vielleicht wegen einer Situation
im Bethel oder in eurer Familie
oder auch in eurer Versammlung),
dann gebt euren Ängsten keine Chance,
sondern bekämpft sie.
Geht demütig auf den zu,
mit dem ihr im Unfrieden seid,
und tut alles dafür,
den Frieden wiederherzustellen.
Wird das leicht sein?
Nein.
Wird die Person, mit der ihr euch
versöhnen wollt, gut reagieren?
Nicht unbedingt.
Aber Jehova schon.
Und was dann?
Dann könnt ihr zum Altar zurückkommen
und eure Gabe opfern.
Jehova wird schon da sein,
er wird schon auf euch warten,
bereit, eure Gabe anzunehmen.
Und warum?
Weil ihr alles dafür getan habt,
euch für den Frieden einzusetzen.
Ihr lieben (jetzt) Absolventen
der 159. Gileadklasse,
wir lieben euch und wir beten darum,
dass Jehova euch segnet,
wo auch immer euer Weg euch hinführt.
Bald werden weitere glaubensstärkende
Vorträge der Abschlussfeier
auf jw.org und in der JW Library®-App
verfügbar sein.
Zum Schluss reisen wir noch
nach Down Under
zu unseren Brüdern und Schwestern
in Australien.
Dieses riesige Land gehört zum flachsten
und nach der Antarktis
trockensten Kontinent der Erde.
Der Name Australien kommt
aus dem Lateinischen
und bedeutet so viel wie
„das unbekannte Land des Südens“.
Auf dem Kontinent findet man
eine Vielzahl von Edelsteinen
wie den Weißen Opal.
Die Bevölkerung Australiens ist
eine der vielfältigsten der Welt.
Hier leben Menschen aus über
270 verschiedenen Volksgruppen.
Tatsächlich wurde über ein Viertel
aller Australier
in einem anderen Land geboren.
Die meisten Australier oder Aussis,
wie sie genannt werden,
lieben es, Zeit draußen zu verbringen.
Viele gehen gern surfen, spielen Footy,
also Australian Football,
oder genießen ein Barbie,
ein Grillen im Freien.
Das Barbie ist tief
in der Kultur Australiens verankert.
Jeder bringt dabei etwas zum Essen mit
und am Ende hat man
ein vielseitiges Festmahl
aus regionalen und
internationalen Gerichten.
Ein weiterer australischer Klassiker
ist Vegemite.
Die Geschichte von Vegemite
begann 1923 in Melbourne.
Diese dunkelbraune Paste besteht
zum großen Teil aus Hefeextrakt
und hat einen einzigartigen
Umamigeschmack,
der viele an Fleisch erinnert.
Viele Australier streichen ihn dünn
auf einen Toast oder einen Cracker
für einen salzig-würzigen Geschmack.
Das Land ist auch für seine
Liebe zum Kaffee bekannt.
Drei Viertel der Bevölkerung
trinken jeden Tag eine Tasse
und 95 Prozent der Cafés
werden privat geführt.
Man verwendet hochwertige
importierte Kaffeebohnen
und verziert sein Getränk mit
wunderschöner Latte Art.
So entsteht ein Genuss
für den Gaumen und die Augen.
Im späten 18. Jahrhundert
gelangten Hunderte Bibeln
mit der sogenannten Ersten Flotte
von England nach Australien.
Ab dem 19. Jahrhundert findet man in
verschiedenen Bibeln indigener Sprachen
Formen des Namens Gottes
wie Yehóa oder Jehova.
Viele Menschen,
die diese Sprachen sprechen,
waren von der Botschaft
der Bibel berührt,
zum Beispiel die junge Kartanya,
die mit 11
in ihrer Muttersprache Kaurna schrieb:
„Diene immer Jehova.
Jehova ist unser Schöpfer.
Jehova befreit uns von der Sünde.“
Arthur Willis aus Westaustralien
wollte anderen unbedingt helfen,
Gott kennenzulernen.
1931 wurde er mit 19 Pionier und reiste
in abgelegene Gegenden des Landes.
Ungefähr 1932 begann er,
sich auf die Ureinwohner Australiens
zu konzentrieren.
1943 ließ er sich dann
in Pingelly nieder
und sprach mit einer Familie
aus dem Aborigine-Stamm der Noongar
über die Wahrheit.
Diese Familie, die Collards,
bestand aus James,
seiner Frau Mabel und ihren 17 Kindern.
Die Familie studierte die Bibel
und bildete die Grundlage
für die Versammlung mit den ersten
indigenen Verkündigern in Australien.
Die Enkel von James und Mabel Collard
gehören heute
zu den über 71 000 Verkündigern, die in
Australien die gute Botschaft verkünden.
Die Brüder und Schwestern setzen sich
mit ganzem Herzen ein
und suchen an Stränden,
in ländlichen Gegenden
und in den Städten
nach aufrichtigen Menschen.
Viele lernen eine neue Sprache,
wie Chinesisch,
und tauchen komplett
in eine neue Kultur ein.
Zu diesen fleißigen Verkündigern gehören
auch die Brüder und Schwestern
der Versammlung Carlton in Melbourne.
Sie predigen im pulsierenden
und multikulturellen Geschäftsviertel
von Melbourne.
Die Brüder und Schwestern
der Versammlung
kommen aus über 21 verschiedenen Ländern
und sie wollen euch allen
unbedingt etwas sagen:
We love you!
Auch wir lieben euch sehr.
Das war JW Broadcasting aus
der Weltzentrale von Jehovas Zeugen.