00:00:02
Wir sind bestimmt froh,
dass dieser Vortrag00:00:04
00:00:04
„4 Dinge, die wir
von 9700 Männern lernen“ heißt00:00:08
00:00:08
und nicht „9700 Dinge,
die wir von 4 Männern lernen“.00:00:12
00:00:12
Das wäre schwierig.00:00:13
00:00:14
Aber wer waren diese 9700 Männer
und was können wir von ihnen lernen?00:00:19
00:00:19
Lasst uns den Bericht in der Bibel
nachlesen in Richter, Kapitel 7.00:00:24
00:00:27
Öffnen wir Richter, Kapitel 7,
und lesen wir dort den Vers 7.00:00:33
00:00:34
Wer waren diese Männer?00:00:36
00:00:36
Das erfahren wir in diesem Bericht –
Richter 7:7:00:00:40
00:00:40
„Jehova sagte zu Gideon:
‚Durch die 300 Männer,00:00:43
00:00:44
die aus der Hand getrunken haben,
werde ich euch retten,00:00:47
00:00:47
und ich werde Midian
in deine Hand geben.00:00:51
00:00:51
Alle anderen sollen nach Hause gehen.‘“00:00:54
00:00:54
Es geht also um den Bericht von Gideon
und seinen 300 Männern.00:00:59
00:00:59
Aber wir wollen uns
nicht mit Gideon beschäftigen00:01:02
00:01:02
und auch nicht mit den 300 Männern.00:01:05
00:01:05
Wir wollen uns jetzt
auf „alle anderen“ konzentrieren –00:01:09
00:01:09
also die 9700 Männer,
die eine neue Zuteilung erhalten haben,00:01:13
00:01:13
als man ihnen gesagt hat,
sie sollen nach Hause gehen.00:01:16
00:01:17
Was können wir
aus ihrem Beispiel lernen?00:01:20
00:01:21
Eure Aufgabe wird es ja sein,
in eurer Zuteilung00:01:23
00:01:23
einen stabilisierenden
und stärkenden Einfluss zu haben,00:01:27
00:01:27
und das in einer Zeit, in der viele
große Veränderungen erleben.00:01:31
00:01:32
Vielleicht macht ihr selbst gerade
einschneidende Veränderungen durch00:01:35
00:01:35
oder ihr werdet noch
damit konfrontiert:00:01:37
00:01:37
eine neue Arbeit, ein anderes Bethel,
ein anderes Land, eine neue Sprache00:01:41
00:01:41
oder vielleicht persönliche Umstände,
die sich ändern.00:01:44
00:01:45
Über manche dieser Veränderungen
freut ihr euch möglicherweise,00:01:48
00:01:48
über andere vielleicht eher weniger.00:01:52
00:01:52
Was kann uns helfen,00:01:53
00:01:54
in Zeiten der Veränderung
flexibel zu sein00:01:56
00:01:56
und auch anderen beizustehen,
wenn sie davon betroffen sind?00:02:00
00:02:00
Das zeigen uns die 9700 Männer.00:02:03
00:02:03
Was denkt ihr, wie ging es ihnen,00:02:05
00:02:05
als sie
von der Veränderung erfahren haben?00:02:08
00:02:08
Versetzen wir uns mal
in ihre Situation hinein.00:02:11
00:02:11
Den Kontext, den wir dafür brauchen,
finden wir in Kapitel 6.00:02:14
00:02:16
In den ersten 6 Versen des 6. Kapitels
erfahren wir, dass die Israeliten00:02:21
00:02:21
7 Jahre lang
vor den Angriffen der Midianiter00:02:24
00:02:24
in ständiger Angst leben mussten.00:02:26
00:02:27
Sie mussten sich in Höhlen verstecken,
haben ihre Ernte verloren.00:02:31
00:02:31
Sie waren körperlich, emotional
und wirtschaftlich am Ende.00:02:36
00:02:39
Dann Vers 14:
Jehova fordert Gideon auf zu handeln.00:02:43
00:02:44
Vers 34 und 35:00:02:46
00:02:47
Gideon bläst das Horn.
Er schickt Boten zu den Abiësritern,00:02:51
00:02:51
nach Manasse, Ascher,
Sebulon und Naphtali.00:02:55
00:02:55
Am Ende sind es 32 000 Männer,
die sich hinter Gideon stellen00:02:59
00:03:00
und bereit sind,
ihn zu unterstützen.00:03:02
00:03:02
Sie haben alles zurückgelassen,
um an Gideons Seite zu kämpfen.00:03:06
00:03:06
Das war ein großer Moment.00:03:08
00:03:08
Das Versteckspiel war vorbei.00:03:10
00:03:11
In Kapitel 7, Vers 3,
erhalten sie dann die Möglichkeit,00:03:14
00:03:15
das Heer würdevoll zu verlassen.00:03:17
00:03:18
Wer sich Sorgen macht oder Angst hat,
darf nach Hause gehen.00:03:23
00:03:23
22 000 gehen zurück,
aber nicht die 9700.00:03:29
00:03:29
Sie hatten keine Angst.00:03:31
00:03:31
Sie wussten, was Jehova
schon für sein Volk getan hatte.00:03:34
00:03:34
Auch sie könnten dasselbe erleben
wie am Roten Meer, wie in Jericho.00:03:37
00:03:37
Das wollten sie miterleben.00:03:39
00:03:39
Deswegen hatten sie
alles zurückgelassen,00:03:41
00:03:41
sie wollten dabei sein.00:03:43
00:03:43
Es war ein großer Moment.00:03:45
00:03:47
Aber dann passiert das,
was wir in Vers 7 lesen.00:03:51
00:03:51
So sehr sie sich auch gefreut haben,00:03:53
00:03:53
jetzt hieß es:
„Ihr könnt nach Hause gehen.“00:03:57
00:03:57
Warum das?00:03:59
00:03:59
In Vers 6 erfahren wir:00:04:01
00:04:01
weil sie sich hinknieten,
um das Wasser zu trinken.00:04:04
00:04:05
Was könnten sie gedacht haben?00:04:06
00:04:06
„Gib mir bitte noch eine Chance!00:04:08
00:04:08
Ich werde mich nie wieder
zum Wassertrinken hinknien.“00:04:12
00:04:12
„Das ist nicht fair.00:04:13
00:04:13
Ich bin viel schneller, stärker und
erfahrener als alle, die hierbleiben.00:04:17
00:04:17
Ich kann doch jetzt nicht gehen!“00:04:19
00:04:20
Und wie haben sie sich gefühlt,00:04:21
00:04:22
als Gideon und die anderen sie
gemäß Vers 8 zu sich gerufen haben?00:04:25
00:04:25
„Hey, eure Hörner, den Proviant
und alles, was ihr habt,00:04:27
00:04:28
das können wir noch gebrauchen.00:04:29
00:04:29
Lasst das mal hier
und dann könnt ihr nach Hause gehen.”00:04:32
00:04:33
Wie ging es ihnen wohl dabei?00:04:35
00:04:35
Waren sie enttäuscht?00:04:37
00:04:38
Könnt ihr euch vorstellen,
dass sie traurig waren?00:04:42
00:04:42
Solche Gefühle
wären ganz normal gewesen.00:04:44
00:04:44
Sie hatten viel aufgegeben,
sie wollten unbedingt dabei sein.00:04:48
00:04:49
Und das ist der erste Punkt:00:04:51
00:04:51
Es ist völlig normal,
dass jemand traurig ist,00:04:54
00:04:54
wenn er eine Aufgabe verliert,
die ihm ans Herz gewachsen ist.00:04:57
00:04:58
Es ist kein fehlender Glaube.
Es ist keine schlechte Einstellung.00:05:02
00:05:02
Es ist ein Zeichen
für großes Engagement.00:05:04
00:05:05
Sie haben ihre Arbeit geliebt.00:05:06
00:05:06
Sie haben ihr Herz reingelegt
und Opfer gebracht.00:05:09
00:05:09
Es war ihnen wichtig.00:05:11
00:05:12
Wie können wir für sie da sein?00:05:15
00:05:16
Wahrscheinlich brauchen sie
niemanden, der ihnen zeigt,00:05:18
00:05:18
was für Vorteile diese Veränderung
mit sich bringt.00:05:21
00:05:21
Darauf werden sie selbst kommen.00:05:23
00:05:24
Zeigen wir stattdessen Mitgefühl
und hören wir zu.00:05:28
00:05:29
Sagen wir ihnen,
wie sehr wir die Arbeit,00:05:30
00:05:30
die sie getan haben,
schätzen.00:05:33
00:05:35
Versichern wir ihnen,
wie wertvoll sie für uns sind00:05:37
00:05:38
und wie sehr wir sie lieben –00:05:40
00:05:40
und ganz besonders,
wie sehr Jehova sie liebt.00:05:42
00:05:45
Auch wenn es ganz normal ist,
dass wir traurig sind,00:05:47
00:05:47
wenn wir mit einer Veränderung
zu kämpfen haben,00:05:49
00:05:49
wollen wir das nicht
zu einem Dauerzustand werden lassen.00:05:52
00:05:52
Wenn wir in so einer Situation sind,00:05:53
00:05:53
wollen wir nicht
für immer traurig sein.00:05:56
00:05:56
Was kann uns dabei helfen?00:05:58
00:05:59
Die Antwort ist der zweite Punkt:00:06:01
00:06:02
Warum mussten diese Männer
nach Hause gehen?00:06:04
00:06:04
Lag es wirklich an der Art,
wie sie Wasser getrunken haben?00:06:08
00:06:09
Lesen wir dazu Richter 7:2.
Warum mussten sie nach Hause gehen?00:06:13
00:06:16
„Da sagte Jehova zu Gideon:
‚Du hast zu viele Männer.00:06:19
00:06:19
Ich werde Midian
nicht in ihre Hand geben,00:06:22
00:06:22
sonst prahlt Israel vielleicht vor mir
und sagt:00:06:25
00:06:25
„Wir haben uns
aus eigener Kraft gerettet.“‘“00:06:28
00:06:28
Worum ging es also wirklich?00:06:31
00:06:31
Das Heer sollte so klein sein,00:06:34
00:06:34
dass der Sieg nur Jehova
zugeschrieben werden konnte.00:06:38
00:06:38
Das Trinken war einfach nur
ein Auswahlverfahren.00:06:41
00:06:41
Aber das eigentliche Ziel war,
Jehova zu ehren.00:06:47
00:06:47
Nehmen wir mal an,
das war der Grund,00:06:49
00:06:49
warum diese Männer
mitkämpfen wollten:00:06:50
00:06:50
Sie wollten Jehova ehren.00:06:53
00:06:53
Auch wenn es sie zu Anfang
traurig gemacht hat,00:06:56
00:06:56
nach Hause gehen zu müssen,
konnten sie am Ende glücklich sein.00:06:59
00:06:59
Warum? Weil sie dadurch,
dass sie nach Hause zurückgingen,00:07:03
00:07:03
Jehova viel mehr geehrt haben,00:07:05
00:07:05
als wenn sie in der Schlacht
mitgekämpft hätten.00:07:07
00:07:08
Das war der zweite Lehrpunkt:00:07:10
00:07:11
Jehova zu ehren, sollten wir
als unsere Hauptaufgabe sehen –00:07:16
00:07:17
denn genau das ist es
und das wird es immer bleiben.00:07:22
00:07:22
Nichts und niemand
kann daran etwas ändern.00:07:25
00:07:25
Niemand
wird uns diese Aufgabe wegnehmen00:07:27
00:07:27
und wir werden auch
niemals zu alt dafür sein.00:07:30
00:07:32
Wenn sich für uns alles darum dreht,
Jehova zu ehren,00:07:36
00:07:36
wenn uns nichts in unserem Leben
glücklicher macht als das,00:07:40
00:07:40
dann werden wir sogar,
wenn wir manchmal enttäuscht werden,00:07:43
00:07:43
am Ende –
ganz egal, was unsere Aufgabe ist,00:07:45
00:07:46
ganz egal, wo wir dienen –
Freude verspüren.00:07:49
00:07:50
Der dritte Punkt:00:07:52
00:07:53
Wir alle erleben Veränderungen,
jeder.00:07:57
00:07:57
Damals waren es nicht nur die 9700.00:08:00
00:08:00
Wie war es mit den 300,
die bleiben durften?00:08:03
00:08:03
Ihr wisst ja,
dass diese spannende Aktion00:08:05
00:08:05
mit den Fackeln, den Krügen
und der Verfolgung der Midianiter00:08:09
00:08:09
nur eine Nacht gedauert hat.00:08:12
00:08:12
Und aus Richter 8:28 erfahren wir,00:08:17
00:08:19
dass das Land
nach dem Sieg über die Midianiter00:08:22
00:08:22
„40 Jahre lang Ruhe“ hatte.00:08:24
00:08:25
Vers 29 sagt,
dass selbst Gideon00:08:28
00:08:28
nach Hause ging
und dort blieb.00:08:32
00:08:32
Wir alle erleben Veränderungen.00:08:35
00:08:35
Was kann uns helfen, wenn sich
an unserer Zuteilung etwas verändert?00:08:40
00:08:41
Freunde von uns,
die nach 30 Jahren00:08:43
00:08:43
ihre Missionarzuteilung
in Burkina Faso verlassen mussten,00:08:47
00:08:47
sagten uns:00:08:48
00:08:48
„Egal ob du eine Zuteilung liebst
oder sie eine Herausforderung ist,00:08:52
00:08:52
versuch, das Positive zu sehen.00:08:54
00:08:54
Freu dich über das,
was du gerade hast.“00:08:57
00:08:58
Dazu will ich euch mal
die Geschichte von Kenneth erzählen.00:09:01
00:09:01
Kenneth war ein junger Bruder,00:09:02
00:09:02
der immer davon geträumt hat,
ins Bethel zu gehen.00:09:05
00:09:05
Irgendwann wurde er tatsächlich
nach Wallkill eingeladen.00:09:08
00:09:08
Er war überglücklich.
Er hat jeden Tag genossen,00:09:11
00:09:12
bis er sich verletzt hat
und wieder nach Hause musste.00:09:17
00:09:17
Er war völlig fertig –00:09:19
00:09:19
das war nicht der Ort,
wo er sein wollte.00:09:21
00:09:22
Er sagte, dass er jeden Tag
ans Bethel gedacht hat.00:09:25
00:09:25
Er wollte unbedingt zurück.
Er hat jeden Tag darum gebetet.00:09:29
00:09:29
Und wisst ihr was?00:09:30
00:09:31
5 Jahre später war er zurück im Bethel.00:09:34
00:09:35
Interessant ist,
was er noch gesagt hat.00:09:37
00:09:37
Rückblickend
hat er eine Sache bereut:00:09:40
00:09:40
Dass er nicht darüber nachgedacht hat,
wie besonders die Zeit zu Hause war,00:09:45
00:09:45
und dass er sie
nicht mehr genossen hat.00:09:47
00:09:47
Denn er konnte mit seiner Mutter00:09:48
00:09:48
und seiner Schwester
im Pionierdienst sein.00:09:51
00:09:52
Also, jede Zuteilung
hat etwas Schönes,00:09:55
00:09:55
selbst die herausforderndste.00:09:57
00:09:57
Es wäre doch schade, wenn uns das
erst im Nachhinein auffällt.00:10:01
00:10:02
Kommen wir zum vierten Punkt00:10:03
00:10:04
(wahrscheinlich meine Lieblingsstelle
in dem Bericht):00:10:05
00:10:06
Also die 300 Männer blasen
in die Hörner, zerschlagen die Krüge00:10:09
00:10:09
und die Midianiter
ergreifen die Flucht.00:10:11
00:10:12
Was geschieht dann?00:10:13
00:10:13
Gehen wir zurück zu Kapitel 7, Vers 23:00:10:18
00:10:21
„Aus Naphtali, Ascher und ganz Manasse
wurden Israeliten zusammengerufen00:10:26
00:10:26
und sie verfolgten die Midianiter.“00:10:28
00:10:29
Was fällt hier auf?
Kommen euch die Stämme bekannt vor?00:10:34
00:10:35
Diese Stämme gehören zu den Stämmen,
aus denen Männer gerufen wurden00:10:39
00:10:39
und in die sie später wieder
zurückgeschickt worden sind.00:10:42
00:10:42
Aber auch für diese Männer
gab es noch viel zu tun.00:10:44
00:10:44
Wenn sie bereit waren mitzumachen,
hatten sie jetzt die Gelegenheit,00:10:47
00:10:48
die Midianiter zu verfolgen.00:10:50
00:10:51
Was ist also der vierte Punkt?00:10:53
00:10:53
Die Organisation wird sich
weiter verändern.00:10:55
00:10:56
Bleibt also flexibel,
anpassungsfähig;00:10:59
00:10:59
und egal welche Aufgabe
euch übertragen wird,00:11:02
00:11:02
seid mit ganzem Herzen dabei.00:11:04
00:11:04
Natürlich gehen einige Veränderungen
mit Enttäuschung einher,00:11:07
00:11:08
aber lassen wir nie zu,
dass daraus Verbitterung wird.00:11:11
00:11:11
Bewahrt euch diese schöne
demütige Grundhaltung,00:11:14
00:11:15
die ihr schon immer hattet
und die Jehova so sehr liebt.00:11:18
00:11:18
Dann kann er euch immer gebrauchen,
egal wie es für euch weitergeht.00:11:22
00:11:24
Was können wir also
von den 9700 Männern lernen?00:11:27
00:11:28
Habt Mitgefühl mit denen, die gerade
eine Veränderung durchmachen.00:11:32
00:11:33
Und wenn eine Veränderung
euch betrifft,00:11:35
00:11:35
konzentriert euch auf das,
was ihr tun könnt.00:11:37
00:11:37
Seht das Gute
und genießt das Schöne.00:11:42
00:11:42
Und vergesst nicht
eure wichtigste Aufgabe:00:11:46
00:11:46
Jehova zu ehren.00:11:47
00:11:48
Seid entschlossen, an dieser Aufgabe
für immer festzuhalten.00:11:53
D’Arcy MacEwan: Vier Dinge, die wir von 9700 Männern lernen – 159. Gilead-Abschlussfeier
-
D’Arcy MacEwan: Vier Dinge, die wir von 9700 Männern lernen – 159. Gilead-Abschlussfeier
Wir sind bestimmt froh,
dass dieser Vortrag
„4 Dinge, die wir
von 9700 Männern lernen“ heißt
und nicht „9700 Dinge,
die wir von 4 Männern lernen“.
Das wäre schwierig.
Aber wer waren diese 9700 Männer
und was können wir von ihnen lernen?
Lasst uns den Bericht in der Bibel
nachlesen in Richter, Kapitel 7.
Öffnen wir Richter, Kapitel 7,
und lesen wir dort den Vers 7.
Wer waren diese Männer?
Das erfahren wir in diesem Bericht –
Richter 7:7:
„Jehova sagte zu Gideon:
‚Durch die 300 Männer,
die aus der Hand getrunken haben,
werde ich euch retten,
und ich werde Midian
in deine Hand geben.
Alle anderen sollen nach Hause gehen.‘“
Es geht also um den Bericht von Gideon
und seinen 300 Männern.
Aber wir wollen uns
nicht mit Gideon beschäftigen
und auch nicht mit den 300 Männern.
Wir wollen uns jetzt
auf „alle anderen“ konzentrieren –
also die 9700 Männer,
die eine neue Zuteilung erhalten haben,
als man ihnen gesagt hat,
sie sollen nach Hause gehen.
Was können wir
aus ihrem Beispiel lernen?
Eure Aufgabe wird es ja sein,
in eurer Zuteilung
einen stabilisierenden
und stärkenden Einfluss zu haben,
und das in einer Zeit, in der viele
große Veränderungen erleben.
Vielleicht macht ihr selbst gerade
einschneidende Veränderungen durch
oder ihr werdet noch
damit konfrontiert:
eine neue Arbeit, ein anderes Bethel,
ein anderes Land, eine neue Sprache
oder vielleicht persönliche Umstände,
die sich ändern.
Über manche dieser Veränderungen
freut ihr euch möglicherweise,
über andere vielleicht eher weniger.
Was kann uns helfen,
in Zeiten der Veränderung
flexibel zu sein
und auch anderen beizustehen,
wenn sie davon betroffen sind?
Das zeigen uns die 9700 Männer.
Was denkt ihr, wie ging es ihnen,
als sie
von der Veränderung erfahren haben?
Versetzen wir uns mal
in ihre Situation hinein.
Den Kontext, den wir dafür brauchen,
finden wir in Kapitel 6.
In den ersten 6 Versen des 6. Kapitels
erfahren wir, dass die Israeliten
7 Jahre lang
vor den Angriffen der Midianiter
in ständiger Angst leben mussten.
Sie mussten sich in Höhlen verstecken,
haben ihre Ernte verloren.
Sie waren körperlich, emotional
und wirtschaftlich am Ende.
Dann Vers 14:
Jehova fordert Gideon auf zu handeln.
Vers 34 und 35:
Gideon bläst das Horn.
Er schickt Boten zu den Abiësritern,
nach Manasse, Ascher,
Sebulon und Naphtali.
Am Ende sind es 32 000 Männer,
die sich hinter Gideon stellen
und bereit sind,
ihn zu unterstützen.
Sie haben alles zurückgelassen,
um an Gideons Seite zu kämpfen.
Das war ein großer Moment.
Das Versteckspiel war vorbei.
In Kapitel 7, Vers 3,
erhalten sie dann die Möglichkeit,
das Heer würdevoll zu verlassen.
Wer sich Sorgen macht oder Angst hat,
darf nach Hause gehen.
22 000 gehen zurück,
aber nicht die 9700.
Sie hatten keine Angst.
Sie wussten, was Jehova
schon für sein Volk getan hatte.
Auch sie könnten dasselbe erleben
wie am Roten Meer, wie in Jericho.
Das wollten sie miterleben.
Deswegen hatten sie
alles zurückgelassen,
sie wollten dabei sein.
Es war ein großer Moment.
Aber dann passiert das,
was wir in Vers 7 lesen.
So sehr sie sich auch gefreut haben,
jetzt hieß es:
„Ihr könnt nach Hause gehen.“
Warum das?
In Vers 6 erfahren wir:
weil sie sich hinknieten,
um das Wasser zu trinken.
Was könnten sie gedacht haben?
„Gib mir bitte noch eine Chance!
Ich werde mich nie wieder
zum Wassertrinken hinknien.“
„Das ist nicht fair.
Ich bin viel schneller, stärker und
erfahrener als alle, die hierbleiben.
Ich kann doch jetzt nicht gehen!“
Und wie haben sie sich gefühlt,
als Gideon und die anderen sie
gemäß Vers 8 zu sich gerufen haben?
„Hey, eure Hörner, den Proviant
und alles, was ihr habt,
das können wir noch gebrauchen.
Lasst das mal hier
und dann könnt ihr nach Hause gehen.”
Wie ging es ihnen wohl dabei?
Waren sie enttäuscht?
Könnt ihr euch vorstellen,
dass sie traurig waren?
Solche Gefühle
wären ganz normal gewesen.
Sie hatten viel aufgegeben,
sie wollten unbedingt dabei sein.
Und das ist der erste Punkt:
Es ist völlig normal,
dass jemand traurig ist,
wenn er eine Aufgabe verliert,
die ihm ans Herz gewachsen ist.
Es ist kein fehlender Glaube.
Es ist keine schlechte Einstellung.
Es ist ein Zeichen
für großes Engagement.
Sie haben ihre Arbeit geliebt.
Sie haben ihr Herz reingelegt
und Opfer gebracht.
Es war ihnen wichtig.
Wie können wir für sie da sein?
Wahrscheinlich brauchen sie
niemanden, der ihnen zeigt,
was für Vorteile diese Veränderung
mit sich bringt.
Darauf werden sie selbst kommen.
Zeigen wir stattdessen Mitgefühl
und hören wir zu.
Sagen wir ihnen,
wie sehr wir die Arbeit,
die sie getan haben,
schätzen.
Versichern wir ihnen,
wie wertvoll sie für uns sind
und wie sehr wir sie lieben –
und ganz besonders,
wie sehr Jehova sie liebt.
Auch wenn es ganz normal ist,
dass wir traurig sind,
wenn wir mit einer Veränderung
zu kämpfen haben,
wollen wir das nicht
zu einem Dauerzustand werden lassen.
Wenn wir in so einer Situation sind,
wollen wir nicht
für immer traurig sein.
Was kann uns dabei helfen?
Die Antwort ist der zweite Punkt:
Warum mussten diese Männer
nach Hause gehen?
Lag es wirklich an der Art,
wie sie Wasser getrunken haben?
Lesen wir dazu Richter 7:2.
Warum mussten sie nach Hause gehen?
„Da sagte Jehova zu Gideon:
‚Du hast zu viele Männer.
Ich werde Midian
nicht in ihre Hand geben,
sonst prahlt Israel vielleicht vor mir
und sagt:
„Wir haben uns
aus eigener Kraft gerettet.“‘“
Worum ging es also wirklich?
Das Heer sollte so klein sein,
dass der Sieg nur Jehova
zugeschrieben werden konnte.
Das Trinken war einfach nur
ein Auswahlverfahren.
Aber das eigentliche Ziel war,
Jehova zu ehren.
Nehmen wir mal an,
das war der Grund,
warum diese Männer
mitkämpfen wollten:
Sie wollten Jehova ehren.
Auch wenn es sie zu Anfang
traurig gemacht hat,
nach Hause gehen zu müssen,
konnten sie am Ende glücklich sein.
Warum? Weil sie dadurch,
dass sie nach Hause zurückgingen,
Jehova viel mehr geehrt haben,
als wenn sie in der Schlacht
mitgekämpft hätten.
Das war der zweite Lehrpunkt:
Jehova zu ehren, sollten wir
als unsere Hauptaufgabe sehen –
denn genau das ist es
und das wird es immer bleiben.
Nichts und niemand
kann daran etwas ändern.
Niemand
wird uns diese Aufgabe wegnehmen
und wir werden auch
niemals zu alt dafür sein.
Wenn sich für uns alles darum dreht,
Jehova zu ehren,
wenn uns nichts in unserem Leben
glücklicher macht als das,
dann werden wir sogar,
wenn wir manchmal enttäuscht werden,
am Ende –
ganz egal, was unsere Aufgabe ist,
ganz egal, wo wir dienen –
Freude verspüren.
Der dritte Punkt:
Wir alle erleben Veränderungen,
jeder.
Damals waren es nicht nur die 9700.
Wie war es mit den 300,
die bleiben durften?
Ihr wisst ja,
dass diese spannende Aktion
mit den Fackeln, den Krügen
und der Verfolgung der Midianiter
nur eine Nacht gedauert hat.
Und aus Richter 8:28 erfahren wir,
dass das Land
nach dem Sieg über die Midianiter
„40 Jahre lang Ruhe“ hatte.
Vers 29 sagt,
dass selbst Gideon
nach Hause ging
und dort blieb.
Wir alle erleben Veränderungen.
Was kann uns helfen, wenn sich
an unserer Zuteilung etwas verändert?
Freunde von uns,
die nach 30 Jahren
ihre Missionarzuteilung
in Burkina Faso verlassen mussten,
sagten uns:
„Egal ob du eine Zuteilung liebst
oder sie eine Herausforderung ist,
versuch, das Positive zu sehen.
Freu dich über das,
was du gerade hast.“
Dazu will ich euch mal
die Geschichte von Kenneth erzählen.
Kenneth war ein junger Bruder,
der immer davon geträumt hat,
ins Bethel zu gehen.
Irgendwann wurde er tatsächlich
nach Wallkill eingeladen.
Er war überglücklich.
Er hat jeden Tag genossen,
bis er sich verletzt hat
und wieder nach Hause musste.
Er war völlig fertig –
das war nicht der Ort,
wo er sein wollte.
Er sagte, dass er jeden Tag
ans Bethel gedacht hat.
Er wollte unbedingt zurück.
Er hat jeden Tag darum gebetet.
Und wisst ihr was?
5 Jahre später war er zurück im Bethel.
Interessant ist,
was er noch gesagt hat.
Rückblickend
hat er eine Sache bereut:
Dass er nicht darüber nachgedacht hat,
wie besonders die Zeit zu Hause war,
und dass er sie
nicht mehr genossen hat.
Denn er konnte mit seiner Mutter
und seiner Schwester
im Pionierdienst sein.
Also, jede Zuteilung
hat etwas Schönes,
selbst die herausforderndste.
Es wäre doch schade, wenn uns das
erst im Nachhinein auffällt.
Kommen wir zum vierten Punkt
(wahrscheinlich meine Lieblingsstelle
in dem Bericht):
Also die 300 Männer blasen
in die Hörner, zerschlagen die Krüge
und die Midianiter
ergreifen die Flucht.
Was geschieht dann?
Gehen wir zurück zu Kapitel 7, Vers 23:
„Aus Naphtali, Ascher und ganz Manasse
wurden Israeliten zusammengerufen
und sie verfolgten die Midianiter.“
Was fällt hier auf?
Kommen euch die Stämme bekannt vor?
Diese Stämme gehören zu den Stämmen,
aus denen Männer gerufen wurden
und in die sie später wieder
zurückgeschickt worden sind.
Aber auch für diese Männer
gab es noch viel zu tun.
Wenn sie bereit waren mitzumachen,
hatten sie jetzt die Gelegenheit,
die Midianiter zu verfolgen.
Was ist also der vierte Punkt?
Die Organisation wird sich
weiter verändern.
Bleibt also flexibel,
anpassungsfähig;
und egal welche Aufgabe
euch übertragen wird,
seid mit ganzem Herzen dabei.
Natürlich gehen einige Veränderungen
mit Enttäuschung einher,
aber lassen wir nie zu,
dass daraus Verbitterung wird.
Bewahrt euch diese schöne
demütige Grundhaltung,
die ihr schon immer hattet
und die Jehova so sehr liebt.
Dann kann er euch immer gebrauchen,
egal wie es für euch weitergeht.
Was können wir also
von den 9700 Männern lernen?
Habt Mitgefühl mit denen, die gerade
eine Veränderung durchmachen.
Und wenn eine Veränderung
euch betrifft,
konzentriert euch auf das,
was ihr tun könnt.
Seht das Gute
und genießt das Schöne.
Und vergesst nicht
eure wichtigste Aufgabe:
Jehova zu ehren.
Seid entschlossen, an dieser Aufgabe
für immer festzuhalten.
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