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Herstellung der Audiobibel

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Die Bibel gibt es in vielen Formaten;
eine davon ist die New World
Translation im Audioformat.
„Die gute Botschaft nach Matthäus“
Lasst uns sehen, wie sie hergestellt wird.
Als wir erfuhren,
dass die leitende Körperschaft
die revidierte Ausgabe der New
World Translation aufnehmen wollte,
war uns allen klar:
Das wird eine Riesenaufgabe.
Für den Erzähler braucht man eine Stimme
und für alle anderen
Personen weitere Stimmen.
Das ist keine dramatische Bibellesung,
sondern wird eher sachlich vorgetragen.
Ohne Musik oder Soundeffekte, nur Stimmen.
Wir waren erstaunt, wie viele
Personen es in der Bibel gibt.
Sie ist ein wirklich dickes Buch.
Ich glaube, keiner ahnte,
wieviel Arbeit das sein würde.
Das war kein kleines Projekt,
sondern riesig!
Nachzuforschen ist eine
grundsätzliche Aufgabe.
Die Fakten zusammenzutragen
ist äußerst wichtig.
Die Bibel ist das wahre Leben;
was echten Menschen passiert ist.
Zunächst mussten wir die Stimmen festlegen.
Dann mussten wir jeder
Person einen Namen geben.
Wenn in der Bibel kein Name steht ...
... dann erhält er eine
Beschreibung aus dem Text,
wie „Dritter Jude“ oder
„Erster in der Menge“
Uns wurde ein Raum zugewiesen –
ein ziemlich großer.
Den nutzten wir dann,
um eine Liste mit allen Personen
aus allen vier Evangelien zu erstellen.
Begonnen haben wir mit Matthäus
und mussten dann die Parallelberichte
der anderen Evangelisten zuordnen.
Eine bestimmte Person musste
natürlich immer dieselbe Stimme haben;
auch in verschiedenen Bibelbüchern.
In Matthäus Kapitel 21,
sagen die Jünger zum Beispiel,
dass „der Feigenbaum verdorrt ist“.
Aber wer sind „die Jünger“?
Haben das alle zur gleichen Zeit gesagt?
Wenn man dann bei Markus
nachschaut, der ist da sehr genau.
Er schreibt, dass Petrus sagte:
„Der Feigenbaum ... ist verdorrt.“
Das Art Department hat die Karten
im Anhang auf Postergröße reproduziert
und so konnten wir darauf festlegen,
wer wo was gesagt hat,
und auch die Namen der Personen.
Das hat uns sehr geholfen.
Das alles wurde dann in
eine Datenbank eingegeben –
Alter, Herkunft und
Persönlichkeitsmerkmale,
die in ihren Aussagen zum Tragen kommen.
Wenn Jehova in der Bibel spricht, stellt
sich die Frage, sprach er wirklich selbst?
Was wir wissen ist, dass Jehova zumindest
bei drei Gelegenheiten selbst sprach.
Das war, als Jesus auf der Erde war.
Nachdem der größte Teil unserer
Nachforschungen fertig war,
wurde das dem Schreibkomitee übergeben.
Wir haben im Bethel eine große
Bibliothek zu biblischen Themen.
Das wird von uns oft genutzt,
denn wir wollen ja sichergehen,
dass alles eine solide Basis hat.
Wir sind das Volk Jehovas, und wirklich –
alles was wir sagen,
stützt sich auf die Bibel.
Wir wollen nichts in die
biblischen Berichte hineinlesen.
Und es soll auch keine falsche
Richtung vorgegeben werden.
Da so viele Stimmen für das Projekt
benötigt wurden, haben wir gemerkt,
wir können nicht nur auf Leser
von Patterson zurückgreifen,
wo unsere Audio- und Videostudios sind.
In Brooklyn gab’s eigentlich
keinen guten Standort mehr,
aber wir wollten in der Nähe
der leitenden Körperschaft sein.
In New York City ist es sehr laut.
Wir waren in jedem Gebäude
und fanden letztlich im Kellergeschoss von
Columbia Heights 25 ein ruhiges Plätzchen.
Und da befinden wir uns jetzt.
Wir sind im Untergrund tätig.
Wen haben wir im Bethel?
In Audio/Video haben wir
eine Datenbank mit Sprechern.
Wir gingen Hunderte von ihnen durch.
Über das Internet ließen wir einen
Bruder aus Afrika vorsprechen.
Er sitzt da und liest ins Mikro;
ich beobachte ihn.
Zum guten Schluss
hatten wir für die ganze Bibel
circa 1 000 Sprecher zugeordnet.
Wir mussten also 1 000 Stimmen finden.
In einem Leseseminar wurde uns
jeder Aspekt des Lesens nahegebracht.
Und das war wirklich sehr effektiv,
denn wir wurden an vieles erinnert,
was man beim Lesen tun und lassen muss.
Es gab mir genug Verständnis
und Vertrauen, es zu schaffen.
Einige Rollen sind sehr klein.
Diese Mini-Sprecheinsätze, Einzeiler,
für die wir einen Sprecher brauchten,
die waren am schwersten einzustudieren.
Als man mich fragte, ob ich
beim Bibellesen mitmachen würde,
war ich sehr aufgeregt.
Als ich merkte, es ging nur
um eine Zeile, dachte ich,
„OK, das schaffst du. Das ist leicht“.
Und dann hab ich mir das Seminar angehört
und es hat mir geholfen,
die Sache ernster zu nehmen.
Wir haben die Leser gebeten,
alles über die Person zu studieren,
selbst wenn sie nur
einen Satz zu lesen hatten.
Ich hab das Kapitel gelesen. Ich
hab’s Einsichten-Buch gelesen,
und kapiert: Es geht
um mehr als nur einen Satz.
Wir haben festgestellt, dass es gut ist,
dem Leser ein auf ihn zuge-
schnittenes Manuskript zu geben.
Wenn die Aussprache angegeben ist,
sind die Worte leichter auszusprechen.
Ich hab immer „Sallomo“ gesagt.
Sallomo? Wer ist das denn?
Sie haben mir geholfen Salomo zu sagen.
Und sie haben sehr genau auf
eine korrekte Aussprache geachtet.
Und natürlich muss es
folgerichtig und genau sein
vom Anfang bis zum Ende der Lesung.
Jeden Morgen richten wir das Studio her.
Wir schalten das Licht und die Technik ein
und stellen Wasser für die Leser bereit.
Wir haben im Seminar gelernt, wie
wichtig es ist, immer genug zu trinken.
Man kann auch mal Essig oder
Honig nehmen. Ein bisschen Zitrone.
Wir lassen den Sprecher
über den Kontext nachdenken.
Das hat er ja schon beim persönlichen
Studium und den Proben getan.
Wir helfen ihm, die Motive
der Person zu verinnerlichen –
wie hat sie wohl in dieser
Situation empfunden –
und wie würde sie den Satz sagen?
Natürlich wollen wir auch, dass sich
die Brüder und Schwestern wohlfühlen;
und manchmal dauert es recht lang,
bis sie sich entspannen.
Im Kontrollraum gibt es neben dem
Sprecher noch drei Aufgabenbereiche.
Der Kontrollleser ist für
den Inhalt verantwortlich,
dass kein Wort ausgelassen wird.
Der Tontechniker achtet
während der Aufnahme auf alles,
was den Hörer ablenken könnte, wie
Magenknurren oder Kleidergeraschel.
Der Regisseur ist für die
Lesequalität zuständig.
Ich beobachte gern,
wie der Regisseur versucht,
die richtigen Gefühle aus
dem Leser herauszuholen.
Er sagt dann vielleicht: „Kannst du das
noch mal mit einem Lächeln lesen?“
Und es klingt dann
tatsächlich viel freudiger.
Hat man erstmal die Gefühle
verinnerlicht, liest man ganz natürlich.
Man kopiert nicht nur,
was er einem gesagt hat.
Gewöhnlich lassen wir den Leser
mit einer Gemütslage anfangen –
er ist traurig.
Dann kommt jede weitere Gemütslage hinzu.
Das ergibt zum Schluss eine sehr
vielschichtige Lesung der Passage.
Es gibt so viele Möglichkeiten, einen
Satz vorzulesen, unvorstellbar.
Man denkt sich:
„Ich weiß, wie das gesagt wird.“
Aber dann gibt dir der
Regisseur einen Hinweis.
Die Bibel ist ja voll mit
allen möglichen Charakteren.
Auch voller schlechter Charaktere.
Als ich meine Zuteilung erhielt
und sah, was ich lesen sollte,
war ich zunächst baff,
denn im Bethel und überhaupt
erwartet man von uns,
ermunternd mit anderen umzugehen,
und dann ist da so ’n Kerl,
der respektlos mit Jehova redet.
Das musste ich erstmal durchdenken.
Das waren alles reife christliche Brüder.
Über viele Jahre haben sie
an ihrer Persönlichkeit gefeilt –
der neuen Persönlichkeit.
Um so gegnerisch aufzutreten
wie diese Bösen,
musste ich mich da richtig hineinsteigern.
Und wenn ich dann mal überzog, sagten sie:
„Nun komm schon, trag nicht so dick auf.
So wollen wir’s nun auch nicht haben“!
Ich hab halt versucht, so richtig der
Böse zu sein, wo es verlangt war.
Die Nachbearbeitung beginnt
schon bei der Aufnahme.
Wenn wir mit dem Aufnehmen fertig
sind, vielleicht mit einem Kapitel,
nehmen wir die beste
Aufnahme jeden Verses;
dann können Regisseur und
Leser sich’s noch mal anhören.
Gefällt’s uns so?
Zum Schneiden nutzen
wir professionelle Software –
wir fügen Pausen ein und alle
Leser für ein bestimmtes Kapitel;
Wir nehmen jede Stimme einzeln auf,
machen also keine Gruppenaufnahmen.
Wenn in einem Kapitel mehrere
Personen auftauchen,
stellen wir sie dann alle zusammen.
Durch das Zusammenstellen der Kapitel
entsteht ein wunderschönes
Kunstwerk der Wahrheit.
Und man erfühlt den Kontext
und es berührt einen tief als Leser
und als Hörer des Wortes Gottes.
Eins habe ich immer wieder gehört:
Das lässt die Bibel für mich
so richtig lebendig werden.
Und es hat uns ermuntert, tiefer
über das Wort Gottes nachzusinnen.
Dass unterschiedliche Personen die
Stimmen lesen, wird uns sehr guttun.
Das Bibellesen wird dadurch
noch viel spannender.
Jetzt ist die Bibel wirklich lebendig;
welch ein Unterschied!
Das wird bestimmt allen gefallen!
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