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David Splane: Was wir von Petrus lernen (Ps. 86:5)

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Im Tagestext
und in den Kommentaren heute
ging es um Vergebung –
in diesem Fall ganz konkret darum,
wie Jesus dem Apostel Petrus
vergeben hat.
Warum Jesus Petrus
als einen der 12 Apostel auswählte,
können wir gut verstehen.
Petrus war entschlussfreudig, er war
demütig und er war warmherzig.
Entschlussfreudig –
er hat nicht gezögert, zu handeln.
Als Jesus ihn und seinen Bruder
Andreas einlud, ihm nachzufolgen,
mussten die beiden nicht
lange darüber nachdenken.
„Ach, weißt du, wir haben Familie,
wir müssen uns das erst mal überlegen.“
In der Bibel steht: „Sofort verließen
sie ihre Netze und folgten ihm.“
Und später, als Jesus
über das Wasser ging,
hat es Petrus nicht gereicht, ihm
einfach nur staunend zuzusehen.
Er musste es einfach
selbst ausprobieren.
Einige von euch sind genau
wie der Apostel Petrus.
Ihr liebt es, Neues auszuprobieren –
ihr zögert nicht.
Ihr genießt das Leben in vollen Zügen.
„Parasailing – was ist das?
Ah, das ist es. Da mach ich mit!“
So seid ihr.
Der Rest von uns ist mehr
so wie die anderen Apostel,
die lieber aus sicherer Entfernung
vom Boot aus zuschauen.
Dass Petrus so entschlussfreudig war
und offen für Neues,
hat ihm ganz sicher geholfen,
als er eine große Aufgabe bekam,
nämlich als ihm der 2. und 3. Schlüssel
des Königreiches gegeben wurden.
Was war damit verbunden?
Etwas ganz Neues.
Es bedeutete, dass er
Samariter und Nichtjuden
als seine Glaubensbrüder
betrachten sollte.
So eine Aufgabe wäre
nichts für jemanden,
der sich mit Veränderungen
schwertut, der sagt:
„Ich weiß nicht. Ich kann das nicht,
ich bin schließlich Jude.
Frag lieber jemand anderen.“
Aus dem Bibelbericht erfahren wir,
dass Petrus einfach mitmachte –
ohne Widerspruch.
Petrus legte direkt los, er war bereit,
etwas Neues auszuprobieren.
Jesus hatte den Richtigen ausgewählt,
jemanden, der sich schnell
an Neuerungen anpasst.
Nun zur Demut.
Auch für die Demut von Petrus
gibt es viele Beispiele.
Er hatte keine Hemmungen,
Fragen zu stellen,
wenn er etwas nicht
verstanden hatte.
Ich denke, uns allen hat schon Mut
gemacht, was Jesus uns zusichert:
Wer Haus oder Brüder, Schwestern,
Mutter, Vater, Felder verlässt,
bekommt 100-mal so viel.
Und dieses Versprechen Jesu war
die Antwort auf eine Frage von Petrus.
Und sind wir nicht dankbar dafür,
dass Petrus auch gefragt hat:
„Herr, wie oft muss ich meinem Bruder
vergeben ...? Bis zu 7 Mal?“?
Jesu Antwort ist sehr wertvoll für uns.
Sie hilft uns zu verstehen, dass wir
nicht Buch darüber führen sollten,
wie oft unsere Brüder
gegen uns sündigen.
Sie beruhigt uns auch,
weil wir uns sicher sein können,
dass auch Jesus und sein Vater Jehova
nicht Buch darüber führen,
wie oft wir gegen sie sündigen.
Übrigens: Was genau hat Jesus auf
die Frage von Petrus geantwortet:
Wie oft darf mein Bruder
gegen mich sündigen?
Sagte Jesus, man sollte seinem Bruder
bis zu 77 Mal vergeben
oder bis zu 70 x 7 Mal?
Das ist schon ein Unterschied:
77 Mal oder 70 x 7, also 490 Mal.
Warum fragen wir das überhaupt?
Weil die King-James-Bibel
die Antwort Jesu wie folgt wiedergibt:
„Du sollst deinem Bruder
70 x 7 Mal vergeben.“
Das Griechische lässt
beide Varianten zu.
Es kann korrekterweise mit „77 Mal“
oder „70 x 7“ übersetzt werden.
Übersetzer müssen sich
also entscheiden.
Ende der 1940er, als man an der
Neuen-Welt-Übersetzung arbeitete,
musste das Komitee
eine Entscheidung treffen:
Übersetzen wir 70 x 7 oder 77?
Was haben sie alles bedacht?
Sie haben darüber nachgedacht,
in welchem Sinn Petrus das Wort „Mal“
in seiner Frage gebraucht hat.
Es ging ihm nicht darum,
irgendetwas zu multiplizieren.
Als Petrus die Frage stellte:
„Wie viele Male muss ich
meinem Bruder vergeben?“,
fragte er eigentlich: „Wie oft
muss ich meinem Bruder vergeben?“
Das Komitee schlussfolgerte,
dass Jesus das Wort „Mal“
wahrscheinlich genauso gebraucht hat,
wie Petrus es
in seiner Frage getan hat.
Und deshalb hat Jesus wohl
„bis zu 77 Mal“ gesagt
und nicht „70 multipliziert mit 7“.
Das stärkt doch unser Vertrauen
in die Neue-Welt-Übersetzung.
Dass Petrus demütig war,
zeigte sich auch daran,
wie er mit seinen eigenen
Fehlern umging.
Als Jesus ihn
vor den anderen Aposteln korrigierte,
war Petrus nicht beleidigt.
Er sagte nicht:
„Wie mir dieser Rat gegeben wurde,
gefällt mir ganz und gar nicht.“
Er zog sich nicht zurück.
Er nahm es wie ein Mann
und ließ sich korrigieren.
Wenn du dich jemals für deine
Reaktion auf Rat geschämt hast,
wirst du sicher zustimmen,
dass Petrus Mut und Demut bewies,
als er korrigiert wurde.
Warum hat Jesus Petrus eigentlich vor
den anderen Aposteln zurechtgewiesen
und nicht, als die beiden
mal alleine waren?
In unseren Veröffentlichungen wurde
ein möglicher Grund erwähnt.
Es wurde darauf hingewiesen,
dass Jesus gemäß dem Bibelbericht
die anderen Apostel ansah,
als er Petrus zurechtwies.
Es wurde deshalb geschlussfolgert,
dass die Apostel
vielleicht gedacht haben,
was Petrus ausgesprochen hat.
Deshalb schaute Jesus sie an.
Und als Paulus Petrus
wegen seines Verhaltens
gegenüber nichtjüdischen Christen
zurechtgewiesen hat,
hat Petrus nicht
seine Stellung ausgespielt.
„Ich bin einer der 12.
Ich bin dein Aufseher, Paulus.
Was fällt dir ein, mir Rat zu geben?“
Auch wer Verantwortung trägt,
braucht ab und zu Rat.
Und manchmal bemerken die,
die eng mit uns zusammenarbeiten,
Schwächen an uns, die sie gern
respektvoll ansprechen sollten.
Als Jesus seinen Jüngern erklärte,
dass er leiden und sterben würde,
war Petrus schockiert.
„Das geht nicht, du bist der Messias.
Du sollst doch auf dem Thron
deines Vaters David sitzen
und dein Königreich
soll kein Ende haben.
Du darfst nicht sterben.“
Was hat Petrus hier gemacht?
Er hat Jesus zurechtgewiesen.
Was verrät uns dieser Bericht denn
über Jesus?
Er war offen und zugänglich.
Man hat sich bei ihm so wohlgefühlt,
dass Petrus kurz mal vergessen hat,
mit wem er da spricht.
Er hatte vergessen, dass er
mit dem Sohn Gottes spricht.
Ist dir das auch schon mal passiert?
Hast du zu jemandem,
den du respektierst,
mal etwas gesagt,
das ein bisschen zu weit ging –
eine Frage gestellt, die zu
persönlich war, zu unhöflich?
Und später hast du dich gefragt:
„Was habe ich mir bloß dabei gedacht?“
Das kommt vor.
Petrus hatte offensichtlich vergessen,
dass er mit Gottes Sohn sprach,
der einen wichtigen Auftrag
zu erfüllen hatte.
Er wollte sicher nicht,
dass Jesus leidet,
und hatte vielleicht
eine falsche Vorstellung
von dem, was der Messias tun würde.
Aber es war nicht richtig von Petrus,
Jesus davon abhalten zu wollen,
das zu tun, was er tun musste.
Petrus war ein herzensguter Mensch.
Als Paulus nach Jerusalem kam,
kurz nach seiner Bekehrung,
war Petrus der Einzige,
der ihm helfen wollte.
Die anderen Christen wollten
nichts mit ihm zu tun haben.
Petrus war warmherzig.
Wir sprechen immer mal wieder über
die Fehler, die Petrus gemacht hat.
So wie unser Tagestextkommentar
heute auch –
dort geht es ja darum,
dass Jesus Petrus vergeben hat.
Und Vergebung ist wirklich
etwas Wunderbares, Großartiges.
Aber wir definieren Petrus nicht
über seine Fehler,
genauso wie auch wir nicht über
unsere Fehler definiert werden wollen.
Für uns ist Petrus ein eifriger,
selbstloser Diener Jehovas,
der treu blieb bis zum Tod.
Petrus ist heute auch
einer unserer Aufseher.
Wenn du heute Aufseher bist,
wie möchtest du, dass andere
dich und deinen Dienst sehen?
Im Leben von Petrus
gibt es so viel Gutes
und so viel, was wir lernen können.