00:00:01
Hingabe, Vertrauen,
Respekt00:00:05
00:00:05
und ein Gefühl der Abhängigkeit
gegenüber dem Empfänger –00:00:09
00:00:09
das alles
gehört zum Gebet.00:00:11
00:00:11
Das Gebet ist wirklich
ein wunderbares Geschenk,00:00:14
00:00:14
unverdiente Güte, etwas, das wir
nicht für selbstverständlich nehmen.00:00:18
00:00:18
In diesem Vortrag
sprechen wir über die Frage:00:00:21
00:00:21
Wie sollten wir beten?00:00:24
00:00:24
Eigentlich ist uns das
natürlich klar.00:00:27
00:00:27
Schließlich beten viele von uns
schon seit Jahren,00:00:30
00:00:30
manche sogar seit Jahrzehnten.00:00:33
00:00:33
Als Jesus das einmal
von einem Jünger gefragt wurde,00:00:36
00:00:36
gab er diesem eine klare Antwort.00:00:38
00:00:38
Lesen wir das mal nach
in Lukas, Kapitel 11.00:00:42
00:00:43
Dieses Gespräch fand 32 u. Z. statt.00:00:47
00:00:47
Das war gegen Ende von Jesu Dienst
auf der Erde.00:00:50
00:00:51
Er würde nur noch etwa
ein halbes Jahr auf der Erde sein00:00:53
00:00:54
und befand sich
in der Nähe von Judäa.00:00:56
00:00:56
Und ein Jünger wollte seine Meinung
zu einem wichtigen Thema wissen.00:01:00
00:01:00
Schauen wir uns einmal an,
was passiert ist,00:01:03
00:01:03
in Lukas 11:1:00:01:07
00:01:09
„Einmal hielt Jesus an
einem bestimmten Platz inne und betete.00:01:13
00:01:13
Als er fertig war,
sagte einer seiner Jünger zu ihm:00:01:16
00:01:16
‚Herr, bring uns bei, wie man betet,00:01:19
00:01:20
so wie es auch Johannes
seinen Jüngern beigebracht hat.‘“00:01:23
00:01:23
„Herr, bring uns bei, wie man betet.“00:01:26
00:01:26
Das war sein Anliegen.00:01:28
00:01:28
Und man kann sagen, dass diese Bitte
ein Zeichen von Demut war,00:01:32
00:01:32
besonders wenn man den Hintergrund
dieses Mannes berücksichtigt.00:01:35
00:01:35
Er war ja ein Jude, und für die Juden
gehörte das Gebet zum Leben dazu.00:01:40
00:01:40
Es war Teil ihrer Anbetung.00:01:42
00:01:42
Damals, im 1. Jahrhundert,
gab es in den Synagogen00:01:47
00:01:47
Rollen mit Abschriften
der Hebräischen Schriften,00:01:50
00:01:50
und daraus wurde regelmäßig
an jedem Sabbat vorgelesen.00:01:54
00:01:54
Der Mann kannte also zum Beispiel
die Geschichte von Hanna,00:01:56
00:01:57
die in ihrer Verzweiflung
Jehova ihr Herz ausgeschüttet hat.00:02:00
00:02:00
Er kannte auch
den Bericht über Daniel00:02:02
00:02:02
und die Begebenheit,00:02:04
00:02:04
als dieser Jehova anflehte,
seinem Volk zu helfen.00:02:07
00:02:07
Und Daniel musste 21 Tage warten,00:02:09
00:02:09
bis ein Engel
ihm die Antwort brachte.00:02:12
00:02:12
Der Jünger kannte auch
die Geschichte von Jona,00:02:14
00:02:14
der im Bauch des Fisches
gebetet hat.00:02:16
00:02:16
Er war also
mit den Schriften gut vertraut.00:02:20
00:02:20
Zu dieser Zeit war es
unter den Juden auch Brauch,00:02:22
00:02:23
jeden Morgen
um 9 Uhr00:02:24
00:02:24
und jeden Nachmittag
um 15 Uhr zu beten,00:02:28
00:02:28
also immer dann,00:02:29
00:02:29
wenn im Tempel in Jerusalem
Brandopfer dargebracht wurden.00:02:33
00:02:34
Wenn ein Jude nicht in der Nähe des Tempels
in Jerusalem lebte00:02:38
00:02:38
und nicht zum Beten
dorthin gehen konnte00:02:40
00:02:41
und auch zu weit weg wohnte,
um in einer Synagoge zu beten,00:02:45
00:02:45
dann betete er für sich allein.00:02:47
00:02:47
Das Gebet war also
ein fester Bestandteil im Leben der Juden.00:02:51
00:02:51
Der Jünger,
dessen Namen wir nicht kennen,00:02:52
00:02:53
betete also wahrscheinlich
regelmäßig.00:02:55
00:02:56
Was meinte er dann,
als er demütig die Bitte an Jesus richtete:00:02:59
00:02:59
„Bring uns bei, wie man betet.“?00:03:02
00:03:02
Es ging ihm nicht um irgendwelche
Formalitäten oder Techniken.00:03:06
00:03:06
Er wollte wissen,
wie er Jehova näherkommen könnte –00:03:10
00:03:10
wie seine Gebete zu seinem
himmlischen Vater tiefgründiger00:03:14
00:03:14
und inhaltsreicher werden könnten.00:03:16
00:03:17
Interessant ist,
an wen er diese Bitte richtete.00:03:19
00:03:19
Er hat genau den Richtigen gefragt,
eine Autorität auf diesem Gebiet.00:03:23
00:03:23
Er fragte den Sohn Gottes,00:03:25
00:03:25
den Erstgeborenen
der gesamten Schöpfung.00:03:28
00:03:28
Niemand kannte den Vater besser
als Jesus.00:03:32
00:03:32
Wir können uns vorstellen,00:03:33
00:03:33
wie sehr sich Jesus
und sein Vater Jehova00:03:36
00:03:36
über die demütige Bitte
des Mannes gefreut haben.00:03:39
00:03:39
In vielen Punkten ähneln wir
dem Jünger ohne Namen.00:03:43
00:03:43
Auch wir wissen, wie man betet.00:03:45
00:03:45
Das Gebet ist
ein wichtiger Teil unseres Lebens.00:03:48
00:03:48
Zum Beispiel morgens
beim biblischen Morgenprogramm00:03:52
00:03:52
beten wir zweimal:
am Anfang und am Ende.00:03:54
00:03:54
Auch bei unseren Zusammenkünften
wird gebetet.00:03:57
00:03:58
Wenn die Ältesten zu einer Sitzung
zusammenkommen00:04:00
00:04:00
und über wichtige Themen sprechen,
wird gebetet.00:04:04
00:04:04
Wenn wir in den Dienst gehen,
beten wir.00:04:06
00:04:06
Bei einem Bibelstudium
beten wir.00:04:08
00:04:08
Beim Familienstudium
beten wir.00:04:10
00:04:10
Gebete nehmen wirklich
einen wichtigen Platz in unserem Leben ein.00:04:14
00:04:14
Aber wir haben den gleichen Wunsch,00:04:16
00:04:16
den auch der Jünger
mit dem unbekannten Namen hatte.00:04:19
00:04:19
Was wünschen wir uns alle?00:04:21
00:04:21
Wir möchten Jesus
noch ähnlicher werden.00:04:24
00:04:24
Und wir wünschen uns,00:04:25
00:04:25
dass unsere Liebe zu Jehova
noch inniger wird.00:04:30
00:04:30
Und wir haben
die großartige Gelegenheit,00:04:32
00:04:32
Jehova immer weiter
näher und näher zu kommen,00:04:36
00:04:36
jeden Tag,
und zwar bis in alle Ewigkeit.00:04:41
00:04:42
Gleich bei unserem nächsten Gebet
können wir damit anfangen.00:04:46
00:04:46
Lesen wir dazu, was Jesus
dem unbekannten Jünger00:04:49
00:04:49
gemäß Lukas, Kapitel 11,
geantwortet hat.00:04:52
00:04:52
Wir lesen ab Vers 2:00:04:54
00:04:56
„Da sagte er zu ihnen:00:04:57
00:04:58
‚Wenn ihr betet, sagt:00:04:59
00:04:59
„Vater,
dein Name soll geheiligt werden.00:05:02
00:05:02
Lass dein Königreich kommen.00:05:04
00:05:04
Gib uns jeden Tag das Brot
nach unserem täglichen Bedarf.00:05:08
00:05:08
Und vergib uns unsere Sünden,
denn auch wir selbst vergeben jedem,00:05:12
00:05:13
der bei uns verschuldet ist.00:05:15
00:05:15
Und bring uns nicht in Versuchung.“‘“00:05:18
00:05:18
Was lernen wir aus der Antwort,
die Jesus dem Mann hier gegeben hat?00:05:23
00:05:23
Jesus hat es ganz einfach gehalten00:05:25
00:05:26
und es nicht verkompliziert.00:05:27
00:05:28
Er hat einige Formulierungen
wiederholt,00:05:30
00:05:30
die er 18 Monate vorher
bei der Bergpredigt verwendet hatte.00:05:35
00:05:35
Was lehrte Jesus über das Gebet?00:05:37
00:05:38
Am wichtigsten sollte
die Heiligung des Namens Jehovas sein,00:05:41
00:05:41
dann, dass
sein Vorhaben verwirklicht wird,00:05:45
00:05:45
und dann können wir Jehova
unser Herz ausschütten00:05:48
00:05:48
und ihm sagen, was wir brauchen,
um ihm weiter treu zu dienen.00:05:52
00:05:52
Das heißt, an erster Stelle
kommt Jehova00:05:55
00:05:55
und danach unsere Bedürfnisse.00:05:57
00:05:58
Das war einfach,
praktisch und tiefgründig.00:06:03
00:06:03
Auch heute können wir viel daraus
für unsere Gebete ableiten.00:06:07
00:06:08
Auch in unserer Zeit hilft Jesus
demütigen Menschen,00:06:10
00:06:11
ihre Freundschaft mit Jehova
zu stärken.00:06:14
00:06:14
Sehen wir uns 5 Vorschläge an,00:06:15
00:06:15
die wir in den letzten Jahren von
Jehovas Organisation bekommen haben.00:06:19
00:06:19
Erstens:
Such dir eine ruhige Umgebung.00:06:23
00:06:24
In Markus 1:35 heißt es:00:06:26
00:06:27
„Am frühen Morgen,
als es noch dunkel war,00:06:29
00:06:29
stand er [Jesus] auf,00:06:32
00:06:32
ging hinaus an einen einsamen Ort
und fing an zu beten.“00:06:36
00:06:36
Was ist dein einsamer Ort?00:06:39
00:06:39
Vielleicht früh am Morgen
in deinem Schlafzimmer?00:06:43
00:06:43
Suchen wir uns einen ruhigen Ort,00:06:45
00:06:45
an dem wir ungestört
mit Jehova allein sein können.00:06:48
00:06:48
Eine verheiratete Schwester
namens Julie sagt:00:06:51
00:06:51
„Ich gehe jeden Tag
im Park spazieren.00:06:53
00:06:53
Dort kann ich allein sein,00:06:54
00:06:54
mich konzentrieren
und in Ruhe mit Jehova reden.“00:06:58
00:06:58
Ein zweiter Vorschlag:
Lass dir beim Beten Zeit.00:07:03
00:07:03
Bevor Jesus seine Apostel auswählte,00:07:05
00:07:05
verbrachte er
die ganze Nacht im Gebet (Lukas 6:12).00:07:11
00:07:11
Statt also unsere persönlichen Gebete
einfach nur runterzurattern00:07:15
00:07:15
wie eine To-do-Liste,
lassen wir uns beim Beten Zeit.00:07:19
00:07:19
Beten wir ruhig auch mal länger,
verweilen wir im Gebet.00:07:23
00:07:23
Wenn zwei Freunde miteinander reden,
kann es auch mal spät werden,00:07:26
00:07:26
bis in die Nacht, auch wenn sie
am nächsten Morgen früh raus müssen.00:07:29
00:07:29
Warum? Weil sie gern
Zeit miteinander verbringen.00:07:32
00:07:32
Genau so eine Freundschaft
wollen wir mit Jehova haben,00:07:35
00:07:35
wenn wir mit ihm sprechen.00:07:37
00:07:37
Kommen wir jetzt
zu einer dritten Anregung:00:07:40
00:07:40
Beten wir nicht nur
zu festgesetzten Zeiten,00:07:43
00:07:43
sondern wann immer wir
die Gelegenheit dazu haben.00:07:47
00:07:47
Gute Freunde
schicken sich oft Nachrichten,00:07:50
00:07:50
sie rufen sich gegenseitig an
oder kommen spontan vorbei, einfach so.00:07:55
00:07:55
Warum? Weil sie als Freunde
aneinander denken.00:07:58
00:07:58
So soll es auch zwischen uns
und Jehova sein.00:08:01
00:08:01
Wir wollen im Verlauf des Tages
immer wieder an Jehova denken00:08:04
00:08:04
und mit ihm in Kontakt bleiben.00:08:07
00:08:07
Das hat auch Jesus getan.00:08:08
00:08:08
Nachdem ihm seine Jünger00:08:10
00:08:10
begeistert von ihrem Dienst
erzählt hatten, betete er:00:08:13
00:08:14
„Ich preise dich öffentlich, Vater,
Herr des Himmels und der Erde,00:08:18
00:08:18
weil du das alles vor den Weisen
und Intellektuellen gut verborgen00:08:22
00:08:22
und kleinen Kindern mitgeteilt hast.“00:08:25
00:08:27
Und hier kommt der vierte Vorschlag:00:08:29
00:08:30
Manchmal wiederholen wir im Gebet00:08:31
00:08:31
immer wieder
die gleichen Formulierungen.00:08:33
00:08:33
Vielleicht haben wir das Gefühl,00:08:34
00:08:34
dass unsere Gebete ziemlich
oberflächlich geworden sind.00:08:39
00:08:39
Wenn es uns so geht,00:08:40
00:08:41
dann könnten wir Folgendes
ausprobieren:00:08:43
00:08:43
Nehmen wir uns vor dem Beten
einen Moment Zeit00:08:45
00:08:46
und überlegen wir uns,
was wir sagen wollen.00:08:48
00:08:48
Wir könnten zum Beispiel
über einige Punkte nachdenken,00:08:50
00:08:51
die Jesus im Mustergebet erwähnt hat.00:08:53
00:08:53
Wie können wir Jehovas Willen
noch besser umsetzen?00:08:56
00:08:56
Oder auch, wenn es
um unsere Aufgabe im Bethel geht:00:08:58
00:08:59
Wie können wir uns da verbessern?00:09:00
00:09:00
Oder denken wir
an unseren Predigtdienst:00:09:02
00:09:02
Wie können wir uns darin verbessern,
Bibelkurse anzubieten?00:09:05
00:09:05
Sprechen wir doch mit Jehova
über Sünden, die wir begangen haben,00:09:09
00:09:09
oder Sünden anderer,
die wir vergeben müssen.00:09:12
00:09:12
Über all diese Punkte
können wir vor dem Beten nachdenken00:09:15
00:09:15
und dann werden unsere Gebete
noch tiefgründiger.00:09:18
00:09:18
Und fünftens
sollten unsere Gebete00:09:21
00:09:21
nicht mechanisch
oder unpersönlich sein.00:09:24
00:09:24
Zu einer echten Freundschaft
gehören echte Gefühle.00:09:28
00:09:28
Legen wir deshalb
unser Herz ins Gebet hinein.00:09:32
00:09:32
Das ist uns bestimmt auch
beim Lesen der Psalmen00:09:34
00:09:34
in den letzten Monaten aufgefallen.00:09:36
00:09:37
Zum Beispiel Psalm 13:1, 2:00:09:39
00:09:40
„Wie lange, o Jehova,
wirst du mich vergessen? Für immer?00:09:44
00:09:44
Wie lange wirst du dein Gesicht
vor mir verbergen?00:09:46
00:09:46
Wie lange werden mich Sorgen quälen,00:09:49
00:09:49
wird Kummer Tag für Tag
mein Herz belasten?“00:09:52
00:09:52
Die Psalmisten haben in ihren Gebeten
zu Jehova ihren tiefen Schmerz,00:09:56
00:09:56
aber auch ihre große Freude
ausgedrückt.00:09:58
00:09:59
Auch wir wollen so eine
echte Freundschaft mit Jehova haben00:10:02
00:10:02
und dazu gehören echte Gefühle.00:10:05
00:10:05
Man kann unsere Gebete
mit einer Brücke vergleichen.00:10:09
00:10:09
Und alle Brücken müssen
instand gehalten00:10:11
00:10:11
und manchmal auch
repariert werden,00:10:13
00:10:13
damit sie funktionsfähig bleiben.00:10:17
00:10:17
Strengen wir uns weiterhin an,00:10:19
00:10:19
die Qualität unserer Gebete
zu verbessern.00:10:21
00:10:22
Dann wird unsere Freundschaft
zu unserem Vater und Freund Jehova00:10:26
00:10:26
immer stark bleiben.00:10:28
Michael Banks: Wie sollte man beten? (Luk. 11:1-4)
-
Michael Banks: Wie sollte man beten? (Luk. 11:1-4)
Hingabe, Vertrauen,
Respekt
und ein Gefühl der Abhängigkeit
gegenüber dem Empfänger –
das alles
gehört zum Gebet.
Das Gebet ist wirklich
ein wunderbares Geschenk,
unverdiente Güte, etwas, das wir
nicht für selbstverständlich nehmen.
In diesem Vortrag
sprechen wir über die Frage:
Wie sollten wir beten?
Eigentlich ist uns das
natürlich klar.
Schließlich beten viele von uns
schon seit Jahren,
manche sogar seit Jahrzehnten.
Als Jesus das einmal
von einem Jünger gefragt wurde,
gab er diesem eine klare Antwort.
Lesen wir das mal nach
in Lukas, Kapitel 11.
Dieses Gespräch fand 32 u. Z. statt.
Das war gegen Ende von Jesu Dienst
auf der Erde.
Er würde nur noch etwa
ein halbes Jahr auf der Erde sein
und befand sich
in der Nähe von Judäa.
Und ein Jünger wollte seine Meinung
zu einem wichtigen Thema wissen.
Schauen wir uns einmal an,
was passiert ist,
in Lukas 11:1:
„Einmal hielt Jesus an
einem bestimmten Platz inne und betete.
Als er fertig war,
sagte einer seiner Jünger zu ihm:
‚Herr, bring uns bei, wie man betet,
so wie es auch Johannes
seinen Jüngern beigebracht hat.‘“
„Herr, bring uns bei, wie man betet.“
Das war sein Anliegen.
Und man kann sagen, dass diese Bitte
ein Zeichen von Demut war,
besonders wenn man den Hintergrund
dieses Mannes berücksichtigt.
Er war ja ein Jude, und für die Juden
gehörte das Gebet zum Leben dazu.
Es war Teil ihrer Anbetung.
Damals, im 1. Jahrhundert,
gab es in den Synagogen
Rollen mit Abschriften
der Hebräischen Schriften,
und daraus wurde regelmäßig
an jedem Sabbat vorgelesen.
Der Mann kannte also zum Beispiel
die Geschichte von Hanna,
die in ihrer Verzweiflung
Jehova ihr Herz ausgeschüttet hat.
Er kannte auch
den Bericht über Daniel
und die Begebenheit,
als dieser Jehova anflehte,
seinem Volk zu helfen.
Und Daniel musste 21 Tage warten,
bis ein Engel
ihm die Antwort brachte.
Der Jünger kannte auch
die Geschichte von Jona,
der im Bauch des Fisches
gebetet hat.
Er war also
mit den Schriften gut vertraut.
Zu dieser Zeit war es
unter den Juden auch Brauch,
jeden Morgen
um 9 Uhr
und jeden Nachmittag
um 15 Uhr zu beten,
also immer dann,
wenn im Tempel in Jerusalem
Brandopfer dargebracht wurden.
Wenn ein Jude nicht in der Nähe des Tempels
in Jerusalem lebte
und nicht zum Beten
dorthin gehen konnte
und auch zu weit weg wohnte,
um in einer Synagoge zu beten,
dann betete er für sich allein.
Das Gebet war also
ein fester Bestandteil im Leben der Juden.
Der Jünger,
dessen Namen wir nicht kennen,
betete also wahrscheinlich
regelmäßig.
Was meinte er dann,
als er demütig die Bitte an Jesus richtete:
„Bring uns bei, wie man betet.“?
Es ging ihm nicht um irgendwelche
Formalitäten oder Techniken.
Er wollte wissen,
wie er Jehova näherkommen könnte –
wie seine Gebete zu seinem
himmlischen Vater tiefgründiger
und inhaltsreicher werden könnten.
Interessant ist,
an wen er diese Bitte richtete.
Er hat genau den Richtigen gefragt,
eine Autorität auf diesem Gebiet.
Er fragte den Sohn Gottes,
den Erstgeborenen
der gesamten Schöpfung.
Niemand kannte den Vater besser
als Jesus.
Wir können uns vorstellen,
wie sehr sich Jesus
und sein Vater Jehova
über die demütige Bitte
des Mannes gefreut haben.
In vielen Punkten ähneln wir
dem Jünger ohne Namen.
Auch wir wissen, wie man betet.
Das Gebet ist
ein wichtiger Teil unseres Lebens.
Zum Beispiel morgens
beim biblischen Morgenprogramm
beten wir zweimal:
am Anfang und am Ende.
Auch bei unseren Zusammenkünften
wird gebetet.
Wenn die Ältesten zu einer Sitzung
zusammenkommen
und über wichtige Themen sprechen,
wird gebetet.
Wenn wir in den Dienst gehen,
beten wir.
Bei einem Bibelstudium
beten wir.
Beim Familienstudium
beten wir.
Gebete nehmen wirklich
einen wichtigen Platz in unserem Leben ein.
Aber wir haben den gleichen Wunsch,
den auch der Jünger
mit dem unbekannten Namen hatte.
Was wünschen wir uns alle?
Wir möchten Jesus
noch ähnlicher werden.
Und wir wünschen uns,
dass unsere Liebe zu Jehova
noch inniger wird.
Und wir haben
die großartige Gelegenheit,
Jehova immer weiter
näher und näher zu kommen,
jeden Tag,
und zwar bis in alle Ewigkeit.
Gleich bei unserem nächsten Gebet
können wir damit anfangen.
Lesen wir dazu, was Jesus
dem unbekannten Jünger
gemäß Lukas, Kapitel 11,
geantwortet hat.
Wir lesen ab Vers 2:
„Da sagte er zu ihnen:
‚Wenn ihr betet, sagt:
„Vater,
dein Name soll geheiligt werden.
Lass dein Königreich kommen.
Gib uns jeden Tag das Brot
nach unserem täglichen Bedarf.
Und vergib uns unsere Sünden,
denn auch wir selbst vergeben jedem,
der bei uns verschuldet ist.
Und bring uns nicht in Versuchung.“‘“
Was lernen wir aus der Antwort,
die Jesus dem Mann hier gegeben hat?
Jesus hat es ganz einfach gehalten
und es nicht verkompliziert.
Er hat einige Formulierungen
wiederholt,
die er 18 Monate vorher
bei der Bergpredigt verwendet hatte.
Was lehrte Jesus über das Gebet?
Am wichtigsten sollte
die Heiligung des Namens Jehovas sein,
dann, dass
sein Vorhaben verwirklicht wird,
und dann können wir Jehova
unser Herz ausschütten
und ihm sagen, was wir brauchen,
um ihm weiter treu zu dienen.
Das heißt, an erster Stelle
kommt Jehova
und danach unsere Bedürfnisse.
Das war einfach,
praktisch und tiefgründig.
Auch heute können wir viel daraus
für unsere Gebete ableiten.
Auch in unserer Zeit hilft Jesus
demütigen Menschen,
ihre Freundschaft mit Jehova
zu stärken.
Sehen wir uns 5 Vorschläge an,
die wir in den letzten Jahren von
Jehovas Organisation bekommen haben.
Erstens:
Such dir eine ruhige Umgebung.
In Markus 1:35 heißt es:
„Am frühen Morgen,
als es noch dunkel war,
stand er [Jesus] auf,
ging hinaus an einen einsamen Ort
und fing an zu beten.“
Was ist dein einsamer Ort?
Vielleicht früh am Morgen
in deinem Schlafzimmer?
Suchen wir uns einen ruhigen Ort,
an dem wir ungestört
mit Jehova allein sein können.
Eine verheiratete Schwester
namens Julie sagt:
„Ich gehe jeden Tag
im Park spazieren.
Dort kann ich allein sein,
mich konzentrieren
und in Ruhe mit Jehova reden.“
Ein zweiter Vorschlag:
Lass dir beim Beten Zeit.
Bevor Jesus seine Apostel auswählte,
verbrachte er
die ganze Nacht im Gebet (Lukas 6:12).
Statt also unsere persönlichen Gebete
einfach nur runterzurattern
wie eine To-do-Liste,
lassen wir uns beim Beten Zeit.
Beten wir ruhig auch mal länger,
verweilen wir im Gebet.
Wenn zwei Freunde miteinander reden,
kann es auch mal spät werden,
bis in die Nacht, auch wenn sie
am nächsten Morgen früh raus müssen.
Warum? Weil sie gern
Zeit miteinander verbringen.
Genau so eine Freundschaft
wollen wir mit Jehova haben,
wenn wir mit ihm sprechen.
Kommen wir jetzt
zu einer dritten Anregung:
Beten wir nicht nur
zu festgesetzten Zeiten,
sondern wann immer wir
die Gelegenheit dazu haben.
Gute Freunde
schicken sich oft Nachrichten,
sie rufen sich gegenseitig an
oder kommen spontan vorbei, einfach so.
Warum? Weil sie als Freunde
aneinander denken.
So soll es auch zwischen uns
und Jehova sein.
Wir wollen im Verlauf des Tages
immer wieder an Jehova denken
und mit ihm in Kontakt bleiben.
Das hat auch Jesus getan.
Nachdem ihm seine Jünger
begeistert von ihrem Dienst
erzählt hatten, betete er:
„Ich preise dich öffentlich, Vater,
Herr des Himmels und der Erde,
weil du das alles vor den Weisen
und Intellektuellen gut verborgen
und kleinen Kindern mitgeteilt hast.“
Und hier kommt der vierte Vorschlag:
Manchmal wiederholen wir im Gebet
immer wieder
die gleichen Formulierungen.
Vielleicht haben wir das Gefühl,
dass unsere Gebete ziemlich
oberflächlich geworden sind.
Wenn es uns so geht,
dann könnten wir Folgendes
ausprobieren:
Nehmen wir uns vor dem Beten
einen Moment Zeit
und überlegen wir uns,
was wir sagen wollen.
Wir könnten zum Beispiel
über einige Punkte nachdenken,
die Jesus im Mustergebet erwähnt hat.
Wie können wir Jehovas Willen
noch besser umsetzen?
Oder auch, wenn es
um unsere Aufgabe im Bethel geht:
Wie können wir uns da verbessern?
Oder denken wir
an unseren Predigtdienst:
Wie können wir uns darin verbessern,
Bibelkurse anzubieten?
Sprechen wir doch mit Jehova
über Sünden, die wir begangen haben,
oder Sünden anderer,
die wir vergeben müssen.
Über all diese Punkte
können wir vor dem Beten nachdenken
und dann werden unsere Gebete
noch tiefgründiger.
Und fünftens
sollten unsere Gebete
nicht mechanisch
oder unpersönlich sein.
Zu einer echten Freundschaft
gehören echte Gefühle.
Legen wir deshalb
unser Herz ins Gebet hinein.
Das ist uns bestimmt auch
beim Lesen der Psalmen
in den letzten Monaten aufgefallen.
Zum Beispiel Psalm 13:1, 2:
„Wie lange, o Jehova,
wirst du mich vergessen? Für immer?
Wie lange wirst du dein Gesicht
vor mir verbergen?
Wie lange werden mich Sorgen quälen,
wird Kummer Tag für Tag
mein Herz belasten?“
Die Psalmisten haben in ihren Gebeten
zu Jehova ihren tiefen Schmerz,
aber auch ihre große Freude
ausgedrückt.
Auch wir wollen so eine
echte Freundschaft mit Jehova haben
und dazu gehören echte Gefühle.
Man kann unsere Gebete
mit einer Brücke vergleichen.
Und alle Brücken müssen
instand gehalten
und manchmal auch
repariert werden,
damit sie funktionsfähig bleiben.
Strengen wir uns weiterhin an,
die Qualität unserer Gebete
zu verbessern.
Dann wird unsere Freundschaft
zu unserem Vater und Freund Jehova
immer stark bleiben.
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