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David Splane: Glauben ohne Taten ist tot (Jak. 2:17)

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Unser heutiger Tagestext
stammt aus dem Jakobusbrief.
Martin Luther,
eine Leitfigur der Reformation,
konnte nicht viel
mit dem Jakobusbrief anfangen.
Er nannte ihn eine „stroherne Epistel“
und meinte damit,
dass er ihn
nicht für besonders gewichtig hielt.
Genauso dachte Luther übrigens
über Esther, Hebräer, Judas
und das Bibelbuch Offenbarung.
Was war sein Problem?
Sein Problem mit Jakobus war das,
was wir im Tagestext gelesen haben:
Glaube ohne Taten ist tot.
Luther hat diese Aussage
völlig missverstanden.
Er dachte, Jakobus wollte sagen,
dass wir unsere Rettung
durch Taten verdienen könnten.
Aber Luther war der Meinung,
dass man allein durch Glauben
gerettet werden kann.
Er ging sogar so weit,
dass er behauptete,
der Brief wäre
nicht von einem Christen geschrieben worden,
schon gar nicht von Jakobus,
sondern von einem Juden,
der scheinbar wenig Ahnung
vom Christentum hatte.
Und das alles nur, weil Luther
nicht verstanden hatte,
was Jakobus damit meinte.
Was meinte Jakobus denn?
Dass Glauben wichtig ist
und wir alle ihn brauchen.
Aber Glauben kann man nicht sehen.
Woran erkennt man, ob jemand glaubt?
Seine Antwort?
An Taten.
Taten sind der Beweis dafür,
dass jemand glaubt.
Und Rettung kommt durch Glauben
an das Opfer Jesu.
Was können wir daraus lernen?
Wenn wir etwas lesen,
was wir nicht verstehen,
in der Bibel
oder in unseren Veröffentlichungen,
dann sollten wir davon ausgehen,
dass es an uns liegt
und nicht am Schreiber.
Und bitten wir Jehova doch darum,
dass er uns hilft,
die Sache zu verstehen.
Auch heute denken viele,
ähnlich wie Luther,
dass Glauben wichtiger sei als Taten.
Wenn man sie im Haus-zu-Haus-Dienst
antrifft, dann sagen sie:
„Sie meinen wohl, Sie könnten sich
Ihre Rettung verdienen,
wenn Sie hier so
an die Türen kommen.“
Das denken wir natürlich nicht.
Uns ist bewusst,
dass nur das Blut von Jesus
uns von Sünde reinigen
und retten kann.
Trotzdem gehen wir predigen, und zwar,
weil wir Jehova und Menschen lieben.
Wir wollen, dass so viele wie möglich
die Wahrheit über Jehova erfahren,
weil es so viele Lügen über ihn gibt.
Das macht einen Zeugen ja aus:
Er schwört, die Wahrheit zu sagen.
Ich fand das so schön, was Jake Rumph
in seinem Vortrag bei der
Jahresversammlung gesagt hat.
Wisst ihr noch?
Er sagte, dass Jesus
es nicht ertragen konnte,
Menschen auch nur eine Minute
länger leiden zu lassen als nötig.
Deshalb hat er sie auch
am Sabbat geheilt und nicht gesagt:
„Komm morgen wieder, wenn ich
irgendwo am Toten Meer unterwegs bin.“
Nein, nein.
Jesus hat sie auf der Stelle geheilt,
obwohl das den Pharisäern
überhaupt nicht gefiel.
Und eins ist klar:
Was Jesus da tat, am Sabbat zu heilen,
war sehr riskant.
Wer den Sabbat brach, musste
nach dem mosaischen Gesetz sterben.
Das erklärt, warum die Pharisäer
das unbedingt nutzen wollten,
um ihn anzuklagen.
Bruder Rumph hat auch erklärt,
wie wir Jesus nachahmen können.
Auch wir würden nicht denken,
dass wir gar nicht zu predigen brauchen,
weil die Menschen sich ja auch noch
in der großen Drangsal
entscheiden können.
Die Menschen leiden jetzt.
Sie brauchen jetzt Hilfe.
Sie brauchen Jehova
jetzt in ihrem Leben.
Wir wünschen ihnen jetzt schon
eine bessere Lebensqualität
und dass sie eine echte Hoffnung
für die Zukunft haben.
Überlegen wir jetzt mal,
wie Jesus über unsere Taten denkt:
Interessieren sie ihn oder
kommt es allein auf Glauben an,
wie manche behaupten?
Lassen wir ihn selbst
darauf antworten.
Lesen wir dazu ein paar Verse
aus einem anderen Bibelbuch,
das Luther auch nicht mochte,
der Offenbarung.
Öffnen wir mal das Kapitel 2.
Hier sagt Jesus uns,
wie er über Taten denkt.
Offenbarung Kapitel 2,
und wir schauen zuerst
in den Vers 2 und den Vers 5.
Hier spricht Jesus
zu der Versammlung in Ephesus.
Und am Anfang von Vers 2 sagt Jesus:
„Ich kenne deine Taten, 
deine harte Arbeit und dein Ausharren.“
Und Vers 5: „Denk also daran,
aus welcher Höhe du gefallen bist,
und bereue und handle wie zuerst.“
Jetzt lesen wir Vers 19, wo Jesus
zur Versammlung in Thyatira spricht.
Und achten wir mal darauf,
ob Jesus sogar bemerkt,
wie viel wir in seinem Dienst tun.
Vers 19; er sagt:
„Ich kenne deine Taten, deine Liebe,
deinen Glauben, deinen Dienst ... [,]
dein Ausharren [und jetzt der Punkt]
und weiß, dass du in letzter Zeit
mehr getan hast als am Anfang.“
Also: Jesus bemerkt, was wir tun.
Wenn wir Samstag morgens
noch ein bisschen länger gehen,
wenn wir beim Einkaufen jemandem
eine Kontaktkarte oder ein Traktat geben
oder wenn wir nach der Arbeit
noch mal jemand im Gebiet besuchen,
weil das für diese Person
die beste Zeit ist –
all diese kleinen Opfer, die wir bringen,
nimmt Jesus wahr.
Und er schätzt sie.
Was Jehovas Diener heute leisten,
ist einfach beeindruckend.
Der Teufel
sieht das natürlich anders.
Er ist „der Ankläger unserer Brüder“
und sagt wahrscheinlich:
„Jetzt, wo die Verkündiger
keinen Bericht mehr abgeben müssen,
werden sie nur noch
das Allernötigste tun –
gerade genug, um ein Häkchen
setzen zu können am Ende des Monats.“
Unsere fleißigen Brüder
und Schwestern beweisen,
dass der Teufel ein Lügner ist.
Auch wenn Verkündiger
keine Stundenzahl mehr berichten,
setzen sich viele je nach Umständen
vernünftige persönliche Ziele.
Und hier möchte ich
das Wort „vernünftig“ betonen.
Was für einen topfitten
19-Jährigen vernünftig ist,
mag für einen kränklichen
90-Jährigen unvernünftig sein,
obwohl es beachtlich ist,
was 90-Jährige bewirken können.
Manche von uns
planen ihren Monat schon vorab.
Zum Beispiel sehen sie sich
die Wochenenden an:
„Was steht denn alles so an?
Ah, an dem Wochenende bin ich
zu einer Hochzeit eingeladen.
Schön, aber was ist
mit den anderen Wochenenden?“
Manchmal zeigt sich
unsere Liebe zu Jehova auch dadurch,
dass wir unsere Komfortzone
verlassen.
Für manch einen bedeutet,
die Komfortzone zu verlassen,
in den Haus-zu-Haus-Dienst zu gehen.
Besonders seit der Pandemie
fällt es vielen sehr schwer,
mit anderen ein Gespräch zu führen.
Sie haben sich ans Briefe-
und Nachrichtenschreiben gewöhnt
und bleiben jetzt lieber dabei
oder gehen in den Trolleydienst.
Beides gut. Aber ihnen ist klar, dass
wir nicht jeden am Trolley antreffen
oder nicht jedem schreiben können.
Wir wollen unparteiisch sein.
Deshalb beten sie zu Jehova um Mut
und gehen in den Haus-zu-Haus-Dienst.
Jesus sieht das, er schätzt ihren Mut
und ihre Einstellung – ganz sicher.
Auch bei den fleißigen
auswärtigen Helfern im Bethel
sieht man ihre Liebe zu Jehova
und zu ihren Brüdern.
Wenn sie Pioniere sind,
haben sie vielleicht ihre Stunden
schon geschafft,
bevor der Monat zu Ende ist.
Trotzdem nehmen sie dann nicht frei.
Sie wissen, dass wir sie
auch am Ende des Monats noch brauchen,
und machen einfach weiter.
Wir schätzen euren Einsatz
wirklich sehr!
Für Jesus gehörten Glauben
und Taten zusammen.
Kurz vor seinem Tod sagte er zu
seinen Jüngern gemäß Johannes 14:12:
„Eins steht fest:
Wer an mich glaubt,
wird dieselben Taten vollbringen
wie ich.“
Und was tat Jesus?
Er ging predigen!