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Harold Corkern: Jehova schenkt wahre Weisheit (Ps. 19:7)

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Heute Morgen
sprechen wir über Weisheit.
Das ist die Fähigkeit,
Wissen und Verständnis
in unserem Leben anzuwenden,
um gute Entscheidungen zu treffen,
Probleme zu lösen,
Gefahren aus dem Weg zu gehen
und, wenn es nötig ist,
jemandem einen guten Rat zu geben.
Natürlich können wir uns nicht
auf unser eigenes Wissen verlassen
und auf unsere eigene Weisheit.
Wir müssen uns auf den verlassen,
der als einziger wirklich weise ist,
Jehova Gott.
Warum?
In Psalm 19 heißt es,
dass „die von Jehova kommende
Erinnerung ... zuverlässig“ ist.
Sie „macht den Unerfahrenen weise.“
Warum können wir uns
auf die Weisheit Jehovas verlassen?
Wir finden seine Weisheit
in seinem Wort, der Bibel.
Er nutzt auch den heiligen Geist
und die Anleitung
der Leitenden Körperschaft, um uns
seine Weisheit zu vermitteln.
Warum können wir
dieser Weisheit vertrauen?
Jesus hat dazu eine interessante
Grundwahrheit angeführt.
Wir finden sie in Matthäus 11:19:
„Weisheit zeigt sich an ihren Taten.“
Die Weisheit, die von Jehova kommt,
wirkt sich immer positiv auf uns aus.
Wenn wir sie anwenden,
geht es uns gut.
Wir strengen uns alle sehr an,
uns weise zu verhalten,
aber manchmal schaffen wir
das auch nicht.
Wir sind unvollkommen.
In den nächsten Minuten
schauen wir uns ein paar Gründe an,
warum wir manchmal
etwas für weise halten,
obwohl es das
eigentlich gar nicht ist,
weil es sich nicht
auf „die Weisheit von oben“ stützt.
Kommen wir zum ersten Beispiel.
Ist ein Rat allein deshalb
hilfreich und weise,
weil der Ratgeber es gut
mit uns meint, gute Beweggründe hat?
Schauen wir uns zu dieser Frage
ein Beispiel aus der Bibel an.
Schlagen wir Matthäus, Kapitel 16, auf
und hier den Vers 21.
Jesus erklärte seinen Jüngern,
dass er viel leiden müsste
und dass man ihn töten würde.
Wie reagiert Petrus darauf?
Lesen wir den Vers 22:
„Da nahm Petrus ihn zur Seite
und fing an,
ihm Vorhaltungen zu machen:
‚Sei nicht so hart zu dir, Herr!
Das wird dir ganz bestimmt
nicht passieren.‘“
Hatte Petrus gute Beweggründe?
Ja.
Hat er es gut gemeint?
Ja.
Aber war sein Rat weise?
Nein.
Und Jesus erklärt auch, warum.
Im nächsten Vers, Vers 23b
„Du bist für mich ein Stolperstein,
weil du nicht wie Gott denkst,
sondern wie Menschen.“
Jesus kam auf die Erde,
um Prophezeiungen und Jehovas
Vorhaben vollständig zu erfüllen,
und das schloss auch
seinen Tod mit ein.
Jesus wollte nicht,
dass irgendeine Aussage
ihn in seinem Entschluss schwächt,
diesen Auftrag treu auszuführen.
Es war also von Petrus gut gemeint,
aber es war nicht
die Weisheit von oben.
Ein weiteres Beispiel:
Stellen wir uns vor, jemand macht
gerade eine schwierige Zeit durch.
Er hat alle möglichen Schmerzen.
Es geht ihm gar nicht gut.
Er wünscht sich einfach nur,
dass es ihm besser geht.
Und dann kommt jemand
mit einem Vorschlag,
der seine Situation
etwas erleichtern könnte.
Aber ist es ein weiser Vorschlag?
Schlagen wir dazu
1. Samuel, Kapitel 26, auf.
Das ist der Bericht, in dem David
vor Saul fliehen muss,
der ihn umbringen will.
David rennt um sein Leben.
Er steht unter großem Druck.
Doch dann findet er heraus,
wo Saul sein Lager aufgeschlagen hat.
In der Nacht schleichen David
und Abischai in das Lager,
wo sie Saul und seine Soldaten
schlafend vorfinden.
Was passiert dann?
1. Samuel 26:8:
„Abischai sagte nun zu David:
‚Heute hat Gott
dir deinen Feind ausgeliefert.
Jetzt lass mich ihn bitte mit
dem Speer an den Boden spießen!
Ein Stoß reicht!
Ich brauche keinen zweiten.‘“
Was meinte Abischai damit?
„Das ist ein Geschenk von Jehova.
Er liegt direkt vor uns.
Töte ihn
und alle deine Probleme sind
dann gelöst! Ich helfe dir auch.“
Und David, fand er den Rat gut?
Überhaupt nicht.
In Vers 9 sagt er, „Wie kann ich
Saul töten und unschuldig bleiben?
Wie würde Jehova darüber denken?“
In Vers 10 sagt er, „Jehova wird sich
zu seiner Zeit darum kümmern.“
Und dann Vers 11:
„Von Jehovas Standpunkt aus gesehen
ist es für mich undenkbar,
meine Hand gegen den Gesalbten Jehovas
zu erheben!“
Interessant ist die Formulierung
„von Jehovas Standpunkt aus“.
David wollte keinen Rat befolgen,
der ihm zwar seine Situation
erleichtert hätte,
aber der seinem Vater im Himmel
nicht gefallen hätte.
Was lernen wir daraus?
Wir sollten nie einen Rat geben
oder annehmen,
der sich nicht auf die Bibel stützt,
nur um unsere Situation zu erleichtern
oder ein Problem
aus der Welt zu schaffen.
Der nächste Gedanke,
den wir besprechen, ist,
dass wir manchmal
davon beeinflusst werden,
wer etwas sagt
und wie es gesagt wird.
Und das kann wiederum beeinflussen,
ob wir den Rat 
für weise oder unweise halten.
Welcher Bibeltext hilft uns
bei diesem Thema?
Öffnen wir dazu
das Bibelbuch Prediger.
Prediger, Kapitel 9,
und lesen wir die Verse 16 und 17.
Wir wollen beim Lesen
besonders darauf achten,
wer etwas sagt
und wie es gesagt wird.
Vers 16: „Da sagte ich mir:
‚Weisheit ist besser als Macht,
aber die Weisheit eines Armen
wird verachtet
und auf seine Worte hört man nicht.‘“
Vers 17: „Besser, man hört
auf die ruhigen Worte des Weisen
als auf das Geschrei eines Herrschers,
der unter Unvernünftigen regiert.“
Wie sind diese Verse zu verstehen?
Wenn jemand, der prominent
oder bekannt ist
und einen starken Charakter hat,
etwas sagt,
dann gehen viele
automatisch davon aus,
dass er etwas Wichtiges
zu sagen hat –
ganz egal, ob das, was er sagt,
Sinn ergibt oder nicht.
Wenn andererseits jemand etwas sagt,
der eher ruhig, sanft oder unscheinbar
ist, tendiert man dazu zu denken,
dass er nichts Sinnvolles
beizusteuern hat –
nur weil er nicht so bekannt
und einflussreich ist.
Der Apostel Paulus wurde mit
solchen Herausforderungen konfrontiert.
In 1. Timotheus, Kapitel 1,
spricht Paulus über Personen,
die vom Glauben abgewichen sind
und Dinge gesagt haben,
die sie nicht hätten sagen sollen.
Interessant ist,
was er in 1. Timotheus 1:7
über solche Personen gesagt hat:
„Sie wollen Gesetzeslehrer sein,
verstehen aber weder das,
was sie sagen,
noch das, worauf sie
so nachdrücklich bestehen.“
Sie wirkten unglaublich selbstbewusst.
Sie sprachen mit Nachdruck,
Überzeugung und Begeisterung,
aber was sie sagten, war falsch.
Schauen wir uns mal an,
was das Einsichten-Buch
zu der Aussage von Paulus sagt.
Wir lesen dort:
„Paulus kannte die menschliche Neigung,
vor allem Personen zu beachten,
die eine imponierende Art haben,
die offensichtlich begabt sind,
eine starke Persönlichkeit haben
oder gut reden können;
er wusste, dass die ruhigen Worte
eines weisen Bedürftigen
oft außer Acht gelassen werden
zugunsten der Worte von Personen,
die größeren Einfluss
zu haben scheinen.“
Was ist der Punkt?
Manche lassen sich
von Argumenten beeindrucken,
die laut und mit starker Überzeugung
vorgebracht werden,
mit einer gewissen Überlegenheit.
Aber vergessen wir nicht:
Lautstärke und Überzeugung
werden aus einem schwachen Argument
nie ein starkes machen.
Lassen wir uns also nie zu sehr
davon beeinflussen,
wer etwas sagt
und wie es gesagt wird.
Fragen wir uns:
„Basiert das Gesagte
auf der Weisheit von oben?“
Das ist der Schlüssel.
Zum Schluss geht es jetzt noch
um zwei wichtige Eigenschaften,
die wir brauchen,
um göttliche Weisheit zu entwickeln.
Diese zwei Eigenschaften
sind Demut und Bescheidenheit.
Wenn wir demütig sind, akzeptieren wir,
dass andere manchmal
bessere Ideen haben als wir.
Und bescheiden sein heißt,
dass wir unsere Grenzen akzeptieren
und verstehen,
dass wir auch mal falsch liegen.
Warum es so gut ist,
diese beiden Eigenschaften zu haben,
zeigt das Bibelbuch Sprüche.
Schlagen wir das auf, Sprüche 18:17.
Dort steht:
„Wer seinen Fall als Erster darlegt,
scheint recht zu haben –
bis der andere kommt
und die Sache hinterfragt.“
Jemand geht mit einer tollen Idee
in eine Abteilungsbesprechung
oder in eine Ältestensitzung.
Wenn dann die anderen Brüder anfangen,
ihm Fragen dazu zu stellen,
stellt er fest, dass die Idee
gar nicht so gut ist.
Und was sollten die anderen dann tun?
Es wäre gut, wenn sie sachliche
und logische Argumente vorbringen
und biblische Grundsätze anführen.
Heute Morgen ging es also darum,
wie unglaublich wertvoll
die Weisheit von oben ist.
Wir wollen sie von Jehova lernen.
Aber wir müssen auch darauf achten,
dass wir menschliche Weisheit
nicht mit der Weisheit von oben
verwechseln.