00:00:02
Wir hatten so viel Spaß zusammen.00:00:04
00:00:04
Wir hatten 2 Töchter, mein Mann
war Ältester und ich war Pionier.00:00:09
00:00:09
Wir waren die Familie
in der Versammlung,00:00:11
00:00:11
mit der man Spaß haben konnte.00:00:13
00:00:13
Und dann ist mein Mann ganz unerwartet
und plötzlich gestorben.00:00:18
00:00:19
Innerhalb von Minuten
war ich eine Witwe.00:00:23
00:00:23
Und ich habe dieses Wort gehasst.
Es hat mich so schwach gemacht.00:00:27
00:00:27
Ich war einfach gern eine Ehefrau
und hab die Versammlung unterstützt.00:00:31
00:00:31
Und wenn du so jemand bist,
der immer alles für andere tut,00:00:34
00:00:34
und dann, von jetzt auf gleich,
selber Hilfe brauchst –00:00:39
00:00:39
du wirst jemand, der nicht mal die
alltäglichsten Sachen hinkriegen kann.00:00:46
00:00:46
Du schaffst
die einfachsten Dinge nicht mehr.00:00:49
00:00:50
Ich wusste gar nicht mehr,
wer ich war,00:00:52
00:00:52
und kam mir wie ein Niemand vor.00:00:55
00:00:56
Was mir wahrscheinlich
am meisten geholfen hat,00:00:59
00:00:59
mit diesen Gefühlen zurechtzukommen,00:01:01
00:01:01
das waren einige
von meinen sehr guten Freunden.00:01:04
00:01:05
Ich konnte ihnen
einfach mal schreiben:00:01:06
00:01:06
„Ich bin heute traurig.“00:01:08
00:01:08
Sie sagten:
„Was brauchst du?“00:01:09
00:01:09
Und ich: „Ich weiß es nicht,
ich bin einfach traurig.“00:01:11
00:01:11
Und sie:
„Okay, wir sind da für dich.“00:01:13
00:01:13
Nimm Hilfe an
und verstell dich nicht.00:01:17
00:01:17
Sei offen und ehrlich,
sei verletzlich.00:01:21
00:01:21
Das ist okay.
Jeder von uns hat doch Probleme.00:01:24
00:01:24
Geh zu den Ältesten.
Sag ihnen, was du durchmachst.00:01:26
00:01:26
Du fällst ihnen nicht zur Last.00:01:28
00:01:28
Lass sie für dich beten.
Das tut so gut.00:01:31
00:01:31
Was mir noch geholfen hat,
sind die Worte von Nehemia:00:01:34
00:01:34
„Jehova schenkt euch Freude,
die euch stark macht.“00:01:37
00:01:37
Und das sage ich mir jeden Tag:
„die Freude, die Freude von Jehova“.00:01:42
00:01:42
Ich hatte meine Freude verloren
und ich musste sie wiederfinden,00:01:46
00:01:46
weil mich diese Freude stark macht.00:01:48
00:01:48
Ich wollte mich nicht einfach
nur gut fühlen, ich wollte stark sein.00:01:52
00:01:52
Ein paar Monate
nachdem mein Mann gestorben ist,00:01:54
00:01:54
habe ich wieder
mit dem Pionierdienst angefangen.00:01:57
00:01:57
Und das hat mir Halt gegeben,
das hat mir einen Sinn gegeben.00:02:01
00:02:01
Ich hatte eine gute Routine
für die Woche.00:02:03
00:02:03
Ich hatte einen Grund,
morgens aufzustehen.00:02:05
00:02:05
Mit anderen über meine Hoffnung
zu sprechen, hat mir geholfen,00:02:09
00:02:10
mich auf das wirklich Wichtige
zu konzentrieren,00:02:12
00:02:12
auf das große Ganze,
auf das, was wirklich zählt.00:02:15
00:02:16
Und du musst unbedingt
in den Königreichssaal gehen;00:02:19
00:02:19
mit deinen Brüdern und Schwestern
zusammen sein. Auch wenn du weißt,00:02:23
00:02:23
dass du die ganze Zeit während
des Programms weinen musst00:02:25
00:02:25
oder während der Lieder.
Das ist okay.00:02:27
00:02:27
Es ist okay. Es ist völlig okay,
traurig zu sein.00:02:31
00:02:32
Das hilft wirklich.
Gefühle zu zeigen,00:02:35
00:02:35
bringt dich der Versammlung näher
und auch Jehova.00:02:38
00:02:38
Und was mir dann noch geholfen hat,00:02:40
00:02:40
ist zu sehen,
wie Jehova meine Gebete beantwortet.00:02:44
00:02:44
Puh, das berührt mich am meisten.00:02:49
00:02:50
Denn wenn du betest,00:02:53
00:02:54
weil du irgendetwas
unbedingt brauchst,00:02:57
00:02:57
und du erzählst keinem davon00:02:59
00:02:59
und dann gibt Jehova dir genau das.00:03:02
00:03:02
Dann kann es ja nur von Jehova sein.00:03:05
00:03:05
Ich weiß noch, einmal nachts,00:03:06
00:03:06
da habe ich über
unser gemeinsames Leben nachgedacht00:03:09
00:03:09
und ich dachte:00:03:10
00:03:10
„Da sind all die Sachen, die man
ja auch von außen sehen kann,00:03:14
00:03:14
was andere mitbekommen.00:03:16
00:03:16
Aber dann sind da ja noch
diese ganzen kleinen anderen Dinge,00:03:18
00:03:18
die nur der andere wusste –00:03:20
00:03:20
all die kleinen Witze,
Geschichten, die Insider,00:03:23
00:03:23
unsere erste kleine Wohnung, die
keiner sonst kannte – solche Sachen.“00:03:27
00:03:27
Und plötzlich war da der Gedanke:
„Die einzige andere Person00:03:30
00:03:30
mit diesen Erinnerungen
ist nicht mehr da.“00:03:33
00:03:34
Aber auf einmal ist mir klar geworden:00:03:36
00:03:36
„Jehova hat ja auch
all diese Erinnerungen.“00:03:38
00:03:39
Ich war Jehova plötzlich so nah.00:03:40
00:03:40
Ich glaube, ich habe mich sogar
an mein Kissen geklammert00:03:43
00:03:43
wie ein kleines Kind, das sich an
Jehovas Bein festklammert 00:03:46
00:03:46
– so sehr habe ich mich
an ihn geklammert.00:03:48
00:03:48
Ich wollte nicht loslassen.00:03:49
00:03:50
Er ist der Einzige, der auch
diese ganzen Erinnerungen hat.00:03:53
00:03:53
Und er denkt gern daran.00:03:54
00:03:54
Wahrscheinlich erinnert er
sich besser daran als ich.00:03:57
00:03:58
Und er wird auch
all diese Erinnerungen00:04:00
00:04:00
meinem Mann wieder zurückgeben.00:04:02
00:04:06
Mit der Zeit habe ich verstanden,
dass Jehovas Sicht auf Witwen00:04:10
00:04:10
sich komplett
von der Sicht der Welt unterscheidet.00:04:14
00:04:14
Jehova hat ja den Israeliten
extra Gesetze gegeben,00:04:17
00:04:17
damit sie Witwen gut behandeln.00:04:20
00:04:20
Daraus habe ich für mich mitgenommen:00:04:22
00:04:22
Jehova passt auf mich auf.00:04:25
00:04:27
Ab dem Zeitpunkt war das Wort „Witwe“
für mich nicht mehr so furchtbar,00:04:31
00:04:31
denn es heißt ja, dass ich einen ganz
besonderen Platz bei Jehova habe.00:04:36
00:04:36
Er kümmert sich um mich
ganz persönlich.00:04:40
00:04:40
Mit ihm kann ich das alles schaffen.00:04:44
Holly Wood: Nach dem Verlust des Ehepartners wieder Freude am Leben finden
-
Holly Wood: Nach dem Verlust des Ehepartners wieder Freude am Leben finden
Wir hatten so viel Spaß zusammen.
Wir hatten 2 Töchter, mein Mann
war Ältester und ich war Pionier.
Wir waren die Familie
in der Versammlung,
mit der man Spaß haben konnte.
Und dann ist mein Mann ganz unerwartet
und plötzlich gestorben.
Innerhalb von Minuten
war ich eine Witwe.
Und ich habe dieses Wort gehasst.
Es hat mich so schwach gemacht.
Ich war einfach gern eine Ehefrau
und hab die Versammlung unterstützt.
Und wenn du so jemand bist,
der immer alles für andere tut,
und dann, von jetzt auf gleich,
selber Hilfe brauchst –
du wirst jemand, der nicht mal die
alltäglichsten Sachen hinkriegen kann.
Du schaffst
die einfachsten Dinge nicht mehr.
Ich wusste gar nicht mehr,
wer ich war,
und kam mir wie ein Niemand vor.
Was mir wahrscheinlich
am meisten geholfen hat,
mit diesen Gefühlen zurechtzukommen,
das waren einige
von meinen sehr guten Freunden.
Ich konnte ihnen
einfach mal schreiben:
„Ich bin heute traurig.“
Sie sagten:
„Was brauchst du?“
Und ich: „Ich weiß es nicht,
ich bin einfach traurig.“
Und sie:
„Okay, wir sind da für dich.“
Nimm Hilfe an
und verstell dich nicht.
Sei offen und ehrlich,
sei verletzlich.
Das ist okay.
Jeder von uns hat doch Probleme.
Geh zu den Ältesten.
Sag ihnen, was du durchmachst.
Du fällst ihnen nicht zur Last.
Lass sie für dich beten.
Das tut so gut.
Was mir noch geholfen hat,
sind die Worte von Nehemia:
„Jehova schenkt euch Freude,
die euch stark macht.“
Und das sage ich mir jeden Tag:
„die Freude, die Freude von Jehova“.
Ich hatte meine Freude verloren
und ich musste sie wiederfinden,
weil mich diese Freude stark macht.
Ich wollte mich nicht einfach
nur gut fühlen, ich wollte stark sein.
Ein paar Monate
nachdem mein Mann gestorben ist,
habe ich wieder
mit dem Pionierdienst angefangen.
Und das hat mir Halt gegeben,
das hat mir einen Sinn gegeben.
Ich hatte eine gute Routine
für die Woche.
Ich hatte einen Grund,
morgens aufzustehen.
Mit anderen über meine Hoffnung
zu sprechen, hat mir geholfen,
mich auf das wirklich Wichtige
zu konzentrieren,
auf das große Ganze,
auf das, was wirklich zählt.
Und du musst unbedingt
in den Königreichssaal gehen;
mit deinen Brüdern und Schwestern
zusammen sein. Auch wenn du weißt,
dass du die ganze Zeit während
des Programms weinen musst
oder während der Lieder.
Das ist okay.
Es ist okay. Es ist völlig okay,
traurig zu sein.
Das hilft wirklich.
Gefühle zu zeigen,
bringt dich der Versammlung näher
und auch Jehova.
Und was mir dann noch geholfen hat,
ist zu sehen,
wie Jehova meine Gebete beantwortet.
Puh, das berührt mich am meisten.
Denn wenn du betest,
weil du irgendetwas
unbedingt brauchst,
und du erzählst keinem davon
und dann gibt Jehova dir genau das.
Dann kann es ja nur von Jehova sein.
Ich weiß noch, einmal nachts,
da habe ich über
unser gemeinsames Leben nachgedacht
und ich dachte:
„Da sind all die Sachen, die man
ja auch von außen sehen kann,
was andere mitbekommen.
Aber dann sind da ja noch
diese ganzen kleinen anderen Dinge,
die nur der andere wusste –
all die kleinen Witze,
Geschichten, die Insider,
unsere erste kleine Wohnung, die
keiner sonst kannte – solche Sachen.“
Und plötzlich war da der Gedanke:
„Die einzige andere Person
mit diesen Erinnerungen
ist nicht mehr da.“
Aber auf einmal ist mir klar geworden:
„Jehova hat ja auch
all diese Erinnerungen.“
Ich war Jehova plötzlich so nah.
Ich glaube, ich habe mich sogar
an mein Kissen geklammert
wie ein kleines Kind, das sich an
Jehovas Bein festklammert
– so sehr habe ich mich
an ihn geklammert.
Ich wollte nicht loslassen.
Er ist der Einzige, der auch
diese ganzen Erinnerungen hat.
Und er denkt gern daran.
Wahrscheinlich erinnert er
sich besser daran als ich.
Und er wird auch
all diese Erinnerungen
meinem Mann wieder zurückgeben.
Mit der Zeit habe ich verstanden,
dass Jehovas Sicht auf Witwen
sich komplett
von der Sicht der Welt unterscheidet.
Jehova hat ja den Israeliten
extra Gesetze gegeben,
damit sie Witwen gut behandeln.
Daraus habe ich für mich mitgenommen:
Jehova passt auf mich auf.
Ab dem Zeitpunkt war das Wort „Witwe“
für mich nicht mehr so furchtbar,
denn es heißt ja, dass ich einen ganz
besonderen Platz bei Jehova habe.
Er kümmert sich um mich
ganz persönlich.
Mit ihm kann ich das alles schaffen.
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