JW subtitle extractor

Peter Price: Unter emotionalem Druck treu bleiben (Hiob 2:9, 10)

Video Other languages Share text Share link Show times

Als Diener Jehovas
bemühen wir uns sehr,
uns nicht auf menschliches Denken
zu verlassen,
und zwar besonders dann,
wenn unser Glaube angegriffen wird.
Wenn wir anfangen,
Angelegenheiten nur noch
aus menschlicher Sicht zu sehen,
laufen wir Gefahr, Jehova zu verlassen
und seine Maßstäbe außer Acht zu lassen.
Das geht aus dem
heutigen Tagestext hervor.
Wenn der Teufel uns durch Verfolgung,
Widerstand oder Glaubensprüfungen
frontal angreift,
wissen wir oft, was zu tun ist.
Wir kennen die biblischen Grundsätze,
die uns helfen,
und können unseren Glauben
respektvoll verteidigen.
Wie 1. Petrus 3:15 sagt,
sind wir bereit,
uns vor jedem zu verteidigen,
der einen Grund
für unsere Hoffnung verlangt.
Das ist keine Selbstüberschätzung.
Wir denken nicht,
wir wären schlauer als andere.
Wir verlassen uns einfach auf
Jehovas Anleitung und seine Weisheit.
Sprüche 3:5, 6 sagt:
„Vertraue auf Jehova
mit deinem ganzen Herzen …
Verlass dich nicht auf
deinen eigenen Verstand.“
Das schützt uns davor,
verkehrtes menschliches Denken
zu übernehmen –
eine Denkweise, die häufig die Emotionen
oder egoistische Wünsche anspricht.
Aber was, wenn der Angriff
nicht so offensichtlich ist?
Vielleicht kommt er von jemandem
aus unserer Familie
und ist gar nicht so leicht zu erkennen.
Wisst ihr, emotionaler Druck
von einem Verwandten
kann uns manchmal
ganz schön kalt erwischen,
besonders wenn wir gerade
in einer Krise stecken.
Wir denken vielleicht,
dass solche subtilen Angriffe
nichts mit unserem Glauben
zu tun haben,
sondern wir fühlen uns
persönlich angegriffen,
weil viele Gefühle im Spiel sind.
Und das macht es schwer,
die Sache richtig einzuordnen.
Jehova weiß,
wie schwierig das sein kann.
Deshalb hat er Beispiele von treuen
Menschen in die Bibel aufnehmen lassen,
die unter emotionalem Druck
treu geblieben sind.
Ein großartiges Beispiel dafür ist Hiob.
Wir wissen,
dass Hiob ein treuer Mann war,
der einen unvorstellbaren
Verlust erlitten hat.
Aber einen seiner schwersten Momente
erlebte er mit jemandem aus
seiner Familie – seiner Frau.
Sie beide,
sowohl Hiob als auch seine Frau,
hatten furchtbare Dinge erlebt.
Lesen wir nach, was daraufhin
zwischen ihnen passiert ist:
Hiob 2:9.
In ihrer Trauer
sagte Hiobs Frau zu ihm:
„Hältst du immer noch
an deiner Integrität fest?
Verfluche Gott und stirb!“
Sie wollte Hiob nicht verletzen,
als sie das sagte.
Es war die Stimme einer
von Trauer gebrochenen Frau.
Und das war es,
was es so schwer machte.
Hiob wurde nicht
von einem Feind bedrängt;
jemand, den er liebte,
drängte ihn dazu, aufzugeben.
Warst du schon mal
in einer ähnlichen Situation?
Vielleicht war deine Mutter
oder dein Vater im Krankenhaus
oder ist gestorben.
Die Nerven lagen blank,
alle haben getrauert.
Und dann sagen Verwandte,
vielleicht unsere Geschwister,
so etwas wie:
„Warum hast du dich nicht
mehr gekümmert?“,
oder: „Deine Aufgaben sind dir
wichtiger als die Familie.“
Solche Worte tun besonders weh,
weil sie von jemandem kommen,
den wir lieben.
Vielleicht fragen wir uns dann:
„Warum sagen sie so etwas?
Sie wissen gar nicht,
wie schwer es für mich war,
dass ich nicht so viel hier sein konnte,
wie ich wollte;
wie oft ich nachts
nicht schlafen konnte;
wie sehr mich das Ganze belastet hat
und wie oft ich deswegen gebetet habe.“
In solchen Momenten kann unser Denken
sehr leicht von unseren Gefühlen
beeinflusst werden.
Doch nicht nur die Worte seiner Frau
machten Hiob emotional zu schaffen.
Auch seine drei Freunde,
Eliphas, Bildad und Zophar,
übten Druck auf ihn aus.
Eliphas unterstellte Hiob,
etwas falsch gemacht zu haben.
Zophar sagte:
„Hör auf zu sündigen.“
Und Bildad behauptete sogar,
dass Hiobs Kinder
wegen ihrer Sünden gestorben waren.
Ihre Worte gründeten sich
auf menschliches Denken,
nicht auf Liebe oder Wahrheit.
Später sagte Jehova sogar
zu Eliphas in Hiob 42:7:
„Ich bin sehr zornig auf dich
und deine beiden Freunde,
denn ihr habt nicht die Wahrheit über
mich gesagt wie mein Diener Hiob.“
Anstatt Hiob zu helfen,
haben sie ihn noch mehr verletzt.
Uns könnte es heute ähnlich gehen.
Vielleicht sind es keine
falschen Freunde wie bei Hiob,
sondern Familienmitglieder,
die unseren Glauben nicht teilen.
Vielleicht sind wir schon seit
einigen Jahren im Vollzeitdienst.
Aber jetzt ändert sich unsere Zuteilung
oder sie endet.
Und nun überlegen wir
und beten darum,
wie wir uns jetzt einsetzen können.
Aber statt Unterstützung
hören wir aus der Familie nur:
„Warum machst du immer noch
so viel ehrenamtlich?
Denk doch auch mal an deine Zukunft.
Du hast schon so viel
für deine Religion getan.“
Vielleicht können sie unsere
Entscheidungen nicht nachvollziehen
und warum uns der Dienst für Jehova
so wichtig ist.
Ihre Worte können dazu führen,
dass wir unsere Entscheidungen
infrage stellen,
ganz besonders,
wenn wir eh schon verunsichert sind,
weil uns die Veränderung
zu schaffen macht.
Aber genau wie bei Hiobs Freunden
stützt sich ihr Rat
auf menschliche Überlegungen,
nicht auf Jehovas Sichtweise.
Solche Gedanken könnten dazu führen,
dass wir nach und nach aufhören,
so zu denken wie Jehova.
Dieser subtile emotionale Druck
kann uns unvorbereitet treffen
und vielleicht überfordern.
Aber trotz des emotionalen Drucks
von seiner Frau und seinen Freunden
ließ sich Hiob nicht verunsichern.
Er blieb Jehova treu,
auch wenn er nicht verstand,
warum er so leiden musste.
Also, was können wir
aus dem Beispiel Hiobs lernen?
Lasst uns 3 Punkte besprechen.
Erstens: Hiob zeigt uns, dass wir uns
auf Jehovas Weisheit verlassen müssen,
nicht auf unsere Gefühle
oder menschliche Überlegungen.
Als ihn seine Frau, gezeichnet von
Trauer, dazu drängte, aufzugeben,
hat sich Hiob nicht geärgert
oder sich rechtfertigt.
Er erklärte ihr ruhig, dass er weiter
auf Jehova vertrauen würde.
Lesen wir seine Antwort nach
in Hiob 2:10:
„Er aber sagte zu ihr:
‚Du redest wie eine Frau ohne Verstand.
Sollen wir von dem wahren Gott
nur Gutes annehmen
und nicht auch Schlechtes?‘
Bei alldem sündigte Hiob nicht
mit seinen Lippen.“
Hiob erkannte, dass ihre Worte nur
ein Ausdruck ihres Schmerzes waren.
Er machte ihr keine Vorwürfe
oder stritt sich mit ihr.
Das wäre eine menschliche, von
Gefühlen gesteuerte Reaktion gewesen.
Stattdessen blieb er ruhig
und stand zu seiner Überzeugung.
Wenn uns jemand, den wir lieben,
verletzt, weil er selbst leidet,
dann sollten wir mitfühlend reagieren
und Jehovas Weisheit widerspiegeln.
Wir müssen uns nicht rechtfertigen.
Bleiben wir ruhig, zeigen wir,
dass wir Jehova vertrauen
und dass wir unsere Angehörigen lieben.
Zweitens: Von Hiob können wir auch
lernen, wie wir treu bleiben können,
selbst wenn wir eine Veränderung
unserer Umstände nicht einordnen können.
Seine Freunde behandelten ihn unfair
und klagten ihn an,
weil sie menschlich dachten.
In seiner Verzweiflung
hatte Hiob auch Momente,
in denen er unsinniges Gerede
von sich gab.
Aber nach wie vor war er dankbar
für Jehovas Unterstützung.
Schaut mal, was er in Hiob 10:12 sagt:
„Leben und loyale Liebe
hast du mir geschenkt.
Mit deiner Fürsorge
hast du meinen Geist behütet.“
Zu diesem Zeitpunkt wusste Hiob nicht,
wie Jehova ihm helfen würde.
Er litt emotional und physisch,
aber er gab sein Vertrauen nicht auf.
Trotz allem sprach er mit seinen
Anklägern über seine Liebe zu Jehova
und seine Dankbarkeit für alles,
was er für ihn getan hatte.
Auch uns könnte es sehr
zu schaffen machen,
wenn wir von andersgläubigen Verwandten
unter Druck gesetzt werden,
besonders wenn wir gerade
Veränderungen durchmachen.
Aber auch wir können trotzdem
voller Liebe und Dankbarkeit
über Jehova sprechen und über all das,
was er für uns getan hat.
Denken wir daran: Unsere Angehörigen
werden nicht immer verstehen,
warum es das Wichtigste
in unserem Leben ist, Jehova zu dienen.
Aber Jehova schätzt unseren Einsatz
sehr und liebt uns dafür.
Der dritte Punkt, den wir aus
Hiobs Antwort lernen können:
Hiob zeigt uns, dass es wichtig ist,
auf Jehova zu warten.
Wie gesagt, blieb Hiob ja treu,
ohne zu wissen, warum er litt.
Aber achten wir mal darauf,
was er in Hiob 19:25 sagt.
Hier heißt es: „Ich weiß genau,
dass mein Erlöser lebt.
Später wird er kommen
und sich über die Erde erheben.“
Es ist interessant,
dass Hiobs Prüfung vielleicht
weniger als ein Jahr gedauert hat,
möglicherweise nur einige Monate.
Aber wie dieser Text zeigt,
war er sich sicher,
dass Jehova ihn erlösen würde,
weil er in seinen Augen wertvoll war.
Er gab nicht auf.
Er hörte nie auf, auf Jehova zu warten.
Wenn sich also unsere Umstände ändern,
wenn unsere Zeit im Bethel endet
oder wir mit dem Verlust von jemand
Nahestehendem fertigwerden müssen,
kann es dauern, bis man sich
wieder einigermaßen stabil fühlt.
Aber wie Hiob können wir
auf Jehova warten.
Wir können darauf vertrauen,
dass er unsere Loyalität bemerkt,
unsere Anstrengungen sieht und
unsere Treue niemals vergessen wird.
Hiobs Beispiel zeigt uns,
dass emotionaler Druck
eine der schwierigsten
Glaubensprüfungen sein kann,
besonders wenn er von jemandem kommt,
der uns nahesteht.
Aber es zeigt uns auch,
dass es selbst unter den
schmerzhaftesten Umständen möglich ist,
treu zu Jehova zu stehen.
In solchen Momenten ist es wichtig,
dass wir uns nicht
auf uns selbst verlassen.
Statt auf unsere Gefühle zu vertrauen,
sollten wir uns auf
Jehovas Weisheit stützen.
Bleiben wir treu,
selbst wenn wir nicht
alles einordnen können.
Und warten wir auf Jehova
in dem Bewusstsein,
dass er sieht, wie wir kämpfen.
Er wird uns für unsere Integrität
genauso segnen,
wie er Hiob gesegnet hat.